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Merz redet über KI-Regulierung, China schafft Fakten – und entfesselt eine industrielle Revolution

Während Merz über KI-Regulierung redet, schafft China Fakten: Peking rüstet Tausende Fabriken mit künstlicher Intelligenz auf und setzt auf einen gewaltigen Produktivitätsschub. Deutschland diskutiert derweil ängstlich über vermeintliche Risiken und bleibt weit zurück.

Bundeskanzler Merz und Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Drei Wirtschaftsräume, drei völlig verschiedene Ansätze im Umgang mit der KI. In Deutschland herrscht die altbekannte Fördermittellogik: Zunächst wird ein Regulierungsrahmen geschaffen, der – Zyniker würden sagen – jede Innovation im Keim erstickt, um dann staatlich gewünschte Unternehmen mit Fördermitteln großzuziehen. Der von Berlin und Brüssel vertretene Ansatz ist angesichts der beispiellosen Dynamik, mit der sich die Technologie weiterentwickelt, darauf angelegt, Zeit zu verlieren.

Das exakte Gegenstück zu dieser zögerlichen Haltung findet sich auf der anderen Seite des Atlantiks: In den USA lässt die Politik den Markt gewähren. Die Dotcom-Blase hat gezeigt, dass aus Überinvestitionseuphorie globale Mega-Player wie Amazon, Google, Microsoft oder moderne Plattformen wie X und Meta hervorgehen können. Erst wenn sich bestimmte Konzerne als dominante Marktakteure etabliert haben, setzt in den USA eine korporatistische Einflussnahme auf das Marktgeschehen ein.

Zwischen diesen beiden Polen findet sich die politische Doktrin der Chinesen wieder. Dort setzt die Politik den maximalen Kontrollrahmen, schaltet Förderbanken und eigene Staatsstrategien vor, um dann den maximalen Wettbewerbsimpuls auf dem Markt zu initiieren.

Die Welt der KI wurde am 20. Oktober um eine strategische Option reicher. Wang Weiming, Chefingenieur des Industrieministeriums MIIT, präsentierte der Öffentlichkeit an diesem Tag in Peking die erweiterte Strategie der Parteiführung im Umgang mit der KI. Das Ministerium, so Wang, arbeite an Maßnahmen für eine neue Generation intelligenter Fertigung.

Das lässt aufhorchen: Künstliche Intelligenz soll über die gesamte Fertigungskette in sämtliche Prozesse auf Entscheidungs-, Produktions-, Transport- und Konsumebenen eingewoben werden. Maschinen und Systeme sollen autonome Prozesse einleiten und selbst in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Das Ziel dieser Strategie: eine drastische Senkung der Produktionskosten. China arbeitet an einem Effizienzwunder seiner Ökonomie.

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In Washington und Peking haben Politik und Wirtschaft das Potenzial der KI wohl erkannt: Es geht um eine Produktivitätsrevolution, die hierzulande lediglich in verkürzter Manier als große Gefahr für den Arbeitsmarkt dargestellt wird. Das Neue bietet stets Chancen, neue Betätigungsfelder und Chancenräume, die wir noch gar nicht sehen können.

Die deutsch-europäische KI-Debatte leidet vor allem an dieser pessimistischen Kurzsichtigkeit, die aus unserem kulturellen und politischen Selbstverständnis nicht wegzudenken ist. Dass der Bundeskanzler bei einem öffentlichen Gespräch mit dem Chef des Chip-Giganten Nvidia danach fragte, wie man KI besser regulieren könnte, steht hierfür exemplarisch (Apollo News berichtete).

In der Praxis versucht die chinesische Führung, ein mehrstufiges Modell ins Leben zu rufen: Basis- und fortgeschrittene Fabriken sollen ihre digitale Grundlage vertiefen, KI soll in die Entwicklung, in den Produktionsprozess und in den Kundendienst integriert werden. Spitzenfabriken in China erproben bereits die grundsätzliche Architektur künftiger Produktionsmodelle im KI-Modus. Politisch sollen intelligente Werkzeugmaschinen, KI-Roboter, Prüf- und Steuerungstechnik sowie branchenspezifische Modelle und industrielle KI-Agenten gefördert werden.

China gibt hier klar das Tempo vor: Das Fundament dieser Architektur steht bereits mit über 13.000 Smart Factories der fortgeschrittenen Stufe. Angewendet wird die Strategie bereits in 20 Branchen, darunter auch, und das sollten die Deutschen aufmerksam verfolgen, die Stahlbranche, der Automobilsektor und die Pharmazie. Mehr als 1.000 Anwendungsszenarien sind bereits durch die praktische Anwendung in diesen Fabriken entstanden.

Wang nannte keine Fördermittelsumme, da sich das Paket noch im Entwurfsstadium befinde. Die Angabe ist erklärungsbedürftig, da China längst in die Praxis übergegangen ist. Zwischen Entwicklung und Umsetzung vergeht in Fernost bekanntlich lediglich ein Wimpernschlag, während hierzulande KI-Steuern und Regulierungsrahmen debattiert werden.

Hinzu kommt, dass Peking weit über die eigenen Fabriken hinausdenkt: Es setzt auf Open-Source-Modelle, deren Open Weights, also die trainierten neuronalen Gewichte, offen einsehbar sind. DeepSeek oder das Qwen-Modell von Alibaba könnten so schneller zu einem Standard werden, als es Amerikanern und Europäern lieb sein kann.

Qwen hat Metas Llama bei den Downloads inzwischen überholt, und nach einer MIT-Studie liegen chinesische Open-Source-Modelle bei den Downloads derzeit vor den amerikanischen. Führende amerikanische Anbieter halten ihre leistungsfähigsten Modelle dagegen überwiegend hinter einer Bezahlschranke. Peking gibt geschickt den Takt vor und könnte deswegen derzeit bereits die Nase vorn haben.

Wie ungleich die Ausgangslage in diesem Rennen ist, zeigt bereits ein flüchtiger Blick auf die Investitionsmittel. Der Stanford AI-Index maß im vergangenen Jahr in den USA etwa 286 Milliarden Dollar an privatem Kapital, das in die Entwicklung von KI floss. In China waren es gerade einmal 12,4 Milliarden, in Deutschland 3,9.

Doch Chinas Bescheidenheit täuscht: In Staatsfonds, Förderbanken und Staatsunternehmen tauchen die tatsächlichen Kapitalbewegungen auf. Amerika mobilisiert sein Kapital, China lenkt es, und wir wissen nicht genau, wie viel es ist. Deutschland spielt in dieser Liga einfach nicht mit. Zu hoch sind die Energiekosten, um eine Infrastruktur hochkompetitiver Datencenter ans Netz zu bringen.

Für Deutschland hätte eine offensive Adaption genau den Effizienzsprung gebracht, der nötig wäre, um die Folgen der demografischen Klippe, über die das Land fällt, abzufedern. Deutschlands Wirtschaft braucht einen gewaltigen Produktivitätsschub, um trotz der politischen und strukturellen Fesseln, die ihr in den vergangenen Jahrzehnten angelegt wurden, wieder an Dynamik und Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen.

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24 Kommentare

  • Schon seine erste Frage an den Nvidia-Chef sagt meiner Meinung doch alles…

    • Dieter Bohlen brachte es seinerzeit mit dem Dummen-Spruch auf den Punkt.

  • Jegliche Regulierung ist abzulehnen. Regulierungen beschränken unsere Freiheit und sind ein Hindernis für die Wirtschaft. Regeln müssen weg. Alle.

  • Merz redet und wackelt viel, aber er versteht halt nichts. Ich habe auch zunehmend den Eindruck, dass den international (auch national) keiner mehr für voll nimmt. Nur als Geldüberbringer ist er im Ausland gern gesehen.

    • Je mehr er wackelt, desto weniger kann man ihm glauben.

      • Ich finde sedne „Tänzchen“ an den Rednerpulten immer klasse. Je mehr er sich bewegt, desto mehr scheint er seinen Worten „Nachdruck“ verleihen zu wollen… wie armselig alles…

  • Wer von „Regulierung“ der KI spricht, kann in Deutschland (bzw. dem Teil Europas der sich der EU unterworfen hat) mit einem gegen 0 tendierendem intellektuellen Aufwand ein Maximum an Zuspruch von einschlägig bekannter Seite erzielen.

  • Unser Kanzler war doch in China mit großem Gefolge. Hat er dort nicht aus dem Fenster seiner Limousine gesehen. Hat er keine Ahnung von dem bekommen was sein wird. Hat er nicht in seinem Hotel gestaunt und gedacht was es alles NICHT in Deutschland gibt aber schon dort, im Land der Zukunft? So ignorant und arrogant kann man doch gar nicht sein. Und nach solchem Erleben fragt er Jen-Hsun Huang nach Regulierung, statt nach der unglaublichen Chance, wie viele selbstgemachten Probleme damit gelöst werden können.

  • Für Merz hoffe ich, dass Herr Jen-Hsun Huang auch ihm ein dreistelliges Trinkgeld, wie der Dönerbude in Berlin, gab, weil Merz freimütig Herrn Jen-Hsun Huang aufzeigte, warum man nicht in Deutschland/Europa investieren sollte. Dann wäre der Abend für Merz auch nicht ganz umsonst gewesen.

  • Viele Firmen setzen in Deutschland auf KI. Die entwickeln das selber und geben das nicht in die cloud, damit es nicht geklaut werden kann, das am Rande. Ich glaube nicht dass sich die groß um staatliche Vorschriften kümmern, schließlich ist das firmenintern. Ob KI im Zusammenspiel einer unübersehrbaren Menge an Akteuren noch vernünftige Ergebnisse erzielen kann, wage ich mal zu bezweifeln. Der Schub an Produktivität kommt und zwar gerade in Deutschland bei den Maschinenbauern. Das bedeutet aber dass bald noch mehr überflüssige junge Männer durch die Straßen tanzen und nicht wissen was tun. Was die dann als ventil haben sehen wir in Frankreich. Es wäre höchste Zeit für eine Regierung die in der Lage ist eine vernünftige Linie vorzugeben.

  • Die „KI Revolution“ bedeutet Arbeitslosigkeit für den Großteil der satten Mittelschicht. Ich sage nicht, dass das schlecht ist. Im Gegenteil ist das sehr gut. Die Mittelklasse nervt nur rum und hat dumme Ideen.

    Wird Zeit, dass wir wieder 2% Oberschicht haben, vielleicht 5% Manager, und der Rest ist dann wieder arme Arbeiterschaft die vielleicht noch Tagelöhnerarbeit macht wenn der Roboter Straßenfeger in der Werkstatt ist. Schluss mit nervigen Touristen, Autofahrer die Straßen verstopfen und Doppelhaushälften in denen nur noch ein Rentner sitzt. Du wirst nichts besitzen und du wirst glücklich damit sein.

    • HA, sind Sie Angestellter einer wie auch immer gearteten staatlichen kommunalen Verwaltung ? Gut versorgt mit Urlaubsanspruch für 7 Wochen ? Immer noch am Windowrechner der ersten Generation ? Oder gehören Sie zur IG Metall, oder gar zu Verdi ? Genau diese Menschen verhindern den Fortschritt, Produktionssteigerung um wachsende Löhne zu ermöglichen !.

    • KI bedeutet erstmal Arbeitslosigkeit für diese ganze woken Schwätzer, was die von sich geben kann die Ki tatsächlich besser. Buchhaltung, Steuerberatung, Sozialgedönsberatung, da ist KI billiger und wohl bald auch besser. Handwerker werden nicht ersetzt. Der Roboter, der aufs Dach klettert und dann auch weis was er dort tun soll ist noch in weiter Ferne

    • KI bedeutet nicht nur mehr Arbeitslose, sondern auch permanenten Datenklau und totale Überwachung und Kontrolle. Das wird wohl auch das Haupteinsatzgebiet dieser Technologie sein, denn KI ist nicht intelligent und kann menschlichen Antrieb, Intuition und Kreativität niemals ersetzen, weshalb sie nur Routinearbeiten übernehmen kann. Man ruft hier immer nach der Freiheit (des Marktes, denn eine andere Freiheit kennt der Bourgeois nicht) und verherrlicht gleichzeitig den totalitären Staatskapitalismus in der schlimmsten und unmenschlichsten Diktatur, die jemals auf Erden bestanden hat.

  • Dass der Apollo Klicker selbst kein Geld hat hält ihn dann von diversen Fehlinvestitionen ab, welche Apollo hier so bewirbt. Bitcoin, KI, reine Geldvernichtungsmaschen.

    Und „chinesische KI“ ist viel stärker reguliert als alles, was Merz angesprochen hat.

    • Komm den AfD-Fanboys doch nicht mit lästigen Fakten. Das stört die nur beim Rumflennen.

    • In China wird alles aber auch alles von der Partei reguliert und kontrolliert. Wie naiv muß man als Journalist sein, um solche Artikel zu verfassen? Dieser ganze Digital und KI-Boom ist hauptsächlich eine riesige von der Realwirtschaft abgekoppelte Spekulationsblase, die in absehbarer Zeit genauso platzen wird wie damals die Dotcom-Blase. Dieser ganze Digitalschrott schafft keine realen Werte, sondern bereichert nur ein paar Tech-Konzerne und Spekulanten, die schlau genug sind, rechtzeitig auszusteigen.

    • Schon jetzt steckt die chinesische Wirtschaft die , durch grünlinke jahrlange Fehlentscheidungen der heruntergewirtschaftete Eu in jedem Bereich in die Tasche. Ob die Ki reguliert ist oder nicht ,China kann es sich auf Grund ihrer Energiepolitik und technischen Möglichkeiten sowie Zugang zu zB russischen Rohstoffen leisten ,die KI immer weiter auszubauen und die europäischen Markt weiter mit ihren preiswerteren Produkten zu überschwemmen, da ein Habenichtskonstrukt wie die EU darauf angewisen ist.

      • Das ist dummes Zeug. Die Chinesen haben ständig Skandale mit Korruption und jede Branche ist um ein vielfaches ihres Wertes überschuldet. China baut auch überall erneuerbare Energien damit sie sich von den russischen Rohstoffen abkoppeln. China flutet die Welt mit Elektroautos.

        Du bist einfach nur depressiv und hast von Ökonomie keine Ahnung.

  • Dead Mans Talking, wen juckts?

  • Ich habe nicht den Eindruck, als wüsste unser Ukraine- Pinocchio, wovon er spricht. Ich habe auch nicht den Eindruck, als wüsste er überhaupt etwas…

  • Wer hat noch diesen Fritz gewählt? Ach ja genau. Was gibts da also zu jammern. Jetzt fehlt nur noch en Depp, der sich nen Strandkorb in den 5ten Stock liefern läßt. Ach du scheiße … haben wir ja auch. Und weil so schön ist auch ne Horde Kameltreiber und Kopfabschneider mit dem IQ von nem Liter warmer Ziegenpisse die unsere Rente sichern.

    • Ich habe Merz gewählt und ich bekomme genau was ich wollte. Und so vulgärer Dreck, der Sprache verwendet wie „Kameltreiber“, aber nach seiner Rente giert, seinem Anrecht von jungen Mensch versorgt werden zu wollen, heulen unter seiner Kanzlerschaft rum. Das ist genau was ich will. Rüstungsausgaben hoch, Stiefel auf die Proletarier drauf.

    • Die Apollo Schreiber wie Benedikt Brechtken sind CDU Wähler. Das hat der auch stolz auf Twitter gezeigt. NIUS genauso. Diese Leute wählen CDU. AfD Idioten sind nur für die Klicks da. Über Leute wie dich, also die Gosse, kann man auch nur die Nase rümpfen.

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