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„Stop the boats“: Vermummte Anti-Migrations-Aktivisten bringen Nigel Farage in Bedrängnis

In Dover protestieren Hunderte teils vermummte Männer gegen die anhaltende Migration über den Ärmelkanal. Reform UK distanzierte sich zunächst, sucht unter größer werdendem Druck nun aber den Dialog – auch weil es sich um eine potenzielle Wählergruppe handelt.

Junge Männer auf einem Schlauchboot auf dem Weg nach England (IMAGO/News Licensing)

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Tagelang haben schwarz gekleidete und mit Masken vermummte Briten die Eingänge und Strände der Ortschaft Dover blockiert. Hunderte versuchten, dem anhaltenden Zustrom illegaler Migranten über den Ärmelkanal entgegenzuwirken – weniger mit dem Ziel, ihn tatsächlich zu stoppen, als vielmehr, um den öffentlichen Fokus stärker auf das Thema zu lenken. Das ist ihnen gelungen. Vor allem die rechte Oppositionspartei Reform UK sieht sich nun gezwungen, die Proteste aufzugreifen – nicht zuletzt, weil es um einen Teil der eigenen Wählerschaft geht.

„Stop the Boats!“, schallt es aus Hunderten Kehlen auf den Straßen Dovers. Sie folgten einem Aufruf des Aktivisten Danny Tommo. Sein Name ist – ähnlich wie der des bekannten britischen Politaktivisten Tommy Robinson – ein Künstlername. Eigentlich heißt er Daniel Thomas. Robinson und Tommo verbindet jedoch deutlich mehr. Tommo war früher als Personenschützer für Robinson tätig, hat sich aber über die Jahre selbstständig gemacht und im Juni die Patriot Platform gegründet.

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Die Gruppe richtet sich gegen die Ankunft von Migranten über den Ärmelkanal und bezeichnet diese als „Invasion“. Am Samstag blockierten Hunderte, teilweise vermummte Männer aus dem Umfeld der Gruppierung mehrere Straßen in Dover und legten den Verkehr zum Hafen für Stunden lahm. Zeitweise entstand auf der A20 ein rund sechs Kilometer langer Stau. Tommo beanspruchte die Proteste in den sozialen Medien für sich.

Die Aktion zog sich über das gesamte Wochenende hinweg und nahm zwischendurch kuriose Formen an. So stellten sich etwa Männer in Ufernähe ins Wasser und versuchten, die Ankunft von Booten, mit denen Migranten versuchen, auf das britische Festland zu gelangen, zu verhindern. Eine ältere Frau sorgte in den sozialen Medien der Online-Rechten für Aufsehen, nachdem sie mit einem Kanu zu den Aktivisten gepaddelt war und Tommo und andere Männer mit Proviant versorgt hatte.

Dover und der Ärmelkanal stehen schon länger wegen ihrer migrationspolitischen Bedeutung im Fokus und werden deshalb zum Ziel von Protesten. Auch das Verhältnis zwischen Frankreich und Großbritannien leidet darunter, denn Frankreich tut wenig, um die Boote an der Abfahrt zu hindern, während Großbritannien sie weiterhin gezwungenermaßen aufnehmen muss. Über 41.000 Migranten gelangten 2025 auf diese Weise auf die Insel. Die Zahl steigt dabei von Jahr zu Jahr – im Vorjahr waren es noch 13 Prozent weniger.

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Ein Ende dieser Entwicklung wünscht sich vor allem die politische Rechte. Zuletzt sorgte ein Abkommen zwischen Reform-UK-Chef Nigel Farage und Jordan Bardella vom Rassemblement National für Aufsehen. Beide Parteien befinden sich zwar noch in der Opposition, sehen sich jedoch auf dem Weg in die Regierungsverantwortung.

Bardella bezeichnete die Partnerschaft mit Farage als „neue Entente Cordiale“ – eine Anspielung auf das ursprüngliche Abkommen von 1904, mit dem die koloniale Rivalität zwischen Großbritannien und Frankreich weitgehend beigelegt wurde. Die beiden Politiker wollen die Bootsüberfahrten über den Ärmelkanal vollständig beenden und besiegelten dieses Ziel mit einer feierlichen Vertragsunterzeichnung.

Umso überraschender war die Reaktion auf Tommos Demonstration in Dover. Dass die politische Linke gegen die vermummten Demonstranten auf die Barrikaden gehen würde, war klar. Überraschender war vielmehr, dass sich ausgerechnet Nigel Farage so deutlich von der Aktion distanzierte. Er bezeichnete die Proteste als „ekelhaft“ und erklärte, er missbillige es grundsätzlich, wenn „vermummte Menschen“ irgendwo demonstrierten – unabhängig davon, auf welcher Seite des politischen Spektrums sie stünden.

Das stieß vielen aus dem rechten Lager übel auf. Von Farage forderten sie eine konkrete Stellungnahme. Allen voran wehrte sich Tommo gegen Farages Kritik. Dieser schickte daraufhin Zia Yusuf in die Hafenstadt, um mit Tommo und seinen Leuten zu verhandeln. Die Demonstranten zeigten sich offensichtlich verärgert.

Yusuf, ein führender Kopf von Reform UK, stellte sich Tommo in einem Gespräch, das sich über 20 Minuten erstreckte. Dabei versuchte er, die Gemüter zu beruhigen. Denn er weiß, dass seine Partei auf die Unterstützung von Leuten wie Tommo oder Robinson angewiesen ist – vor allem in einer Zeit, in der es mit Restore Britain gelungen ist, eine ernsthafte Alternative rechts von Reform zu etablieren.

Den Demonstranten machte Yusuf Zugeständnisse und versicherte ihnen, persönlich noch einmal mit Farage sprechen zu wollen. Tommo und seine Anhänger machten dabei unmissverständlich klar, was sie von der Parteiführung erwarten. „Verleumdet unsere Leute nicht“, forderte Tommo. Die Infrastruktur seiner Bewegung werde weiter im ganzen Land aufgebaut, erklärte er – und in 18 Monaten wolle man daraus einen „Wählerblock“ machen. Yusuf solle diese Botschaft an Farage weitergeben. Der Parteifunktionär hörte dabei auffallend demütig zu.

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Tommo wirkte während des Gesprächs entschlossen. Er weiß, wie viel politische Macht in seinen Händen liegt. Denn wenn Aktivisten wie er oder Tommy Robinson dazu aufrufen, für eine bestimmte Partei zu stimmen, kann das bei knappen Mehrheiten wahlentscheidend sein.

Das gilt in Großbritannien wegen des Mehrheitswahlrechts umso mehr: In einzelnen Wahlkreisen können wenige Stimmen darüber entscheiden, wer ins Parlament einzieht. Für Farage bedeutet das ein politisches Dilemma. Er kann sich von vermummten Demonstranten distanzieren – aber er kann es sich kaum leisten, jene Teile der rechten Wählerschaft dauerhaft gegen sich aufzubringen, die er für seinen Weg in die Regierung braucht.

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42 Kommentare

  • Es war doch klar, dass die Zeit des Widerstandes kommt.

    30
    • Eben. Die Boote kommen immer noch und das passt den Menschen nicht. Also wird jetzt richtig Druck gemacht und das ist gut so. Das sollte übrigens auch hier bei uns passieren.

      29
      • Ich weiß ganz genau was gemeint ist und deshalb: Ab mit euch an die Nordsee ins Watt und wartet bis der Afrikaner mit dem Boot ankommt.

        -16
        • Während der Ebbe. Und wenn der Mond richtig steht, gibt’s den Schwimmtest.

          -13
      • Genau. Wir Deutschen sollten unsere nördlichen Seegrenzen vor Ausländern aus Afrika schützen.
        Du bist ein Genie und hast eine Note 1 in Geographie.

        -25
        • Sie wissen doch genau, was hier gemeint ist. Ihr Post ist deppert und bösartig.

          13
        • Ja genau in Geometrie 😂😂

          -11
        • @ Militär…….
          Atlas, verschwinde.

          0
        • Das heißt Note 1 in Geometrie. Abtreten.

          0
  • Wäre das nicht die Aufgabe der Küstenwache? „Beidrehen“, dann ein Warnschuss.

    0
  • Ich kann nicht einmal im Ansatz erkennen, wie Freiheits- und Widerstandskämpfer irgendjemanden in Bedrängnis bringen können, außer Eroberer…

    16
  • In diesem Fall kommt das Problem aus Frankreich angeschippert und sollte auch dort angegangen werden. Gegen die Camps in Calais kann man was unternehmen wenn man will. Und sowohl Frankreich als auch England müsste halt wie auch wir deutlich mehr abschieben und denen klar machen, daß sie zu Hause bleiben müssen weil sie sonst abgeschoben werden.
    Solange denen eingeredet wird sie könnten alle ins Schlaraffenland reisen wird das nicht aufhören. Australien hat mit seiner Politik und klarer Ansage weltweit die besten Erfolge wird aber in der EU-Migrationspolitik so gut wie nie erwähnt obwohl dort nicht nur das Problem besser unter Kontrolle ist sondern auch niemand mehr ertrinkt, die Schleuserkriminalität es schwer hat und das Sozialsystem geschont wird. Man müsste das nur kopieren und kommunizieren.

    1
  • Die Menschen, die in den letzen 10 Jahren sowohl im Mittelmeer als auch im Ärmelkanal ertrunken sind, waren bezogen auf die den täglichen Zuwachs der Weltbevölkerung nach 9,7 Stunden irgendwo auf der Welt wieder da. Jeder der ertrinkt, ist einer zuviel. Die Frage, die sich allerdings stellt, ist Ursache und Wirkung. Wer sich durch gut bezahlte Schleuser nicht auf ein Boot begibt und dort von NGO-Schleuser aufgenommen zu werden, kann grundsätzlich nicht ertrinken. Wer ist dann tatsächliche für den Tod verantwortlicht. Weder Staaten der EU noch GB.

    1
  • Und sie werden kommen über das Meer,
    wie Heuschrecken,
    aber es werden keine Tiere sein.

    11
  • „Über 41.000 Migranten gelangten 2025 auf diese Weise auf die Insel.“
    Staatsversagen!!
    Auch in GB boomt die Rüstung, fragt sich nur wofür, wenn man nicht mal seine Küste vor einer völlig unbewaffneten Invasion verteidigen kann.
    Wenn es um die Sicherheit der eigenen Bürger geht, haben seltsame Gesetze zurückzustehen. Diese Leute gehören sofort zurückgebracht.

    20
    • „wenn man nicht mal seine Küste vor einer völlig unbewaffneten Invasion verteidigen kann“
      Nicht kann?
      NEIN, nicht wollen!

      0
  • Das wird jetzt interessant. Die treten an wie der schwarze Block. Dürften einige Hooligans unter ihnen sein, d.h. gestählt in körperlicher Gewalt. Professor Betz hatte vor über einem Jahr einen Bürgerkrieg in England oder Frankreich prognostiziert. Aus wissenschaftlicher Sicht lägen die Voraussetzungen dafür vor. Das Auftreten solcher Gruppen dürfte in dieser Phase des Prä-Bürgerkriegs normal sein.

    18
  • Unverständlich dabei ist mir, weshalb man sich dabei vermummt. Es ist doch ihr gutes Recht – und mehr als überfällig – dass man gegen diese Invasion demonstriert. Was die Typen in den Booten dabei begehen, ist zudem eine Straftat !

    5
    • Du als AfD-Fanboy verstehst mangels Denkapparat eh nix.

      -3
    • Du musst nix verstehen. Verstehen hat mit Verstand zu tun. Also Null Problemo.
      Alles gut Bruder 😂

      -10
  • Alle gleich arm, gleich dumm, gleich braun, das ist im Kern der linke Traum.

    9
  • Genau wie in Buntland,anstatt mit Booten kommen die Invasoren in Flugzeugen,Eingeschleust von „Unserer Demokratie “ 🤮 🤮 🤮

    11
  • Nun, „Stop the boats“ war ja der Zauberspruch, der 1588 die spanische Armada, 1805 Napoleon und ab 1940 die Wehrmacht von einer Invasion abgehalten hat. Warum sollte dieser famose Zauberspruch 2026 seine Wirkung verloren haben …?

    6
    • Zu viele blutende Herzen, die sich in Moralinsäuretrunkenheit als Toröffner gefallen.
      Zu viele Trullae, die sich Glück in schweißduftenden schwarzen Armen erhoffen.
      Zu viele paläosozialistische Fossilien, die von einem neuen Proletariat träumen, für das sie Volkstribune spielen dürfen.

      8
  • Was ist eigentlich so schwer, kompliziert, moralisch fragwürdig daran, Schlepper- und illegale Migrantenboote an der Grenze zu britischen Hoheitsgewässern zu stoppen, Seerettung zu betreiben und somit die Menschen zurück nach Frankreich zu bringen, bzw. bei einer Aufnahmeverweigerung Frankreichs in Camps unterzubringen? Ist es nicht erstrebenswert, die Zahl ertrinkender Menschen zu senken?

    1
  • Muhammad Ziauddin „Zia“ Yusuf, ein Einwanderersohn aus Sri Lanka, praktizierender Muslim und Tech-Milliardär, der jahrelang in einer Führungsposition für die elitär-verrufene Wall Street Bank Goldman Sachs gearbeitet hat, die sich unumschränkt zur Migration bekennt. Seien rasanten Aufstieg bei Reform UK verdankt er einer hohen Spende. Tolle Leute, die sich Farange da in seine „Party for the working people“ geholt hat. Er schämt sich ja auch nicht, als angeblicher EU-Gegner eine Luxuspension aus Brüssel anzunehmen. Ein typischer Scheinoppositioneller eben, der den Protest schlau zum Geschäftsmodell entwickelt hat. Ändern wird der gar nichts, er will sich nur auf Kosten politischer Naiver bereichern.

    4
  • Machen Sie sich vom Acker, mit meinem Namen aber a tempo! Das bin nicht ich, der echte „Dwarsloeper“ . Ich habe Sie gemeldet.

    3
    • Ja und? AN interessiert es einen feuchten Dreck, ob man einen Kommentar meldet
      Chantal, heul leise!

      1
  • Farage ist feige. Er hetzt seit Jahren gegen die schwarze Invasion, aber wenn´s ernst wird, zieht er den Schwanz ein und kneift. Schade, so viel Feigheit oder Opportunismus hätte ich ihm nicht zugetraut.

    6
    • Schade, so viel Feigheit oder Opportunismus hätte ich ihm nicht zugetraut.
      ====================
      Ich schon. Großschnauzen sind alle feige.

      -7
  • Diese uralten Geschichten sind so lächerlich. Aber mal abgesehen davon sind die Europäer auch in Amerika mit „Flüchtlingsbooten“ angekommen und weil die Indianer das nicht verhinderten, genau wie in Neuseeland oder Australien die Ureinwohner, heißen diese Länder so wie die Vereinigten Staaten heißen.

    -18
    • Trump erklärte, dass das Gespräch mit Putin ausgezeichnet verlaufen sei und der russische Präsident auf eine Einigung in Bezug auf die Ukraine aus sei.
      https://t.me/tass_world/65837

      -12
      • Die Flamer-Kiddy-Community von Apollo News..

        -12
    • Die USA heißen USA und Neuseeland heißt jetzt wie ?
      Hat der Typ aus Mar-a-Lago auch Neuseeland umbenannt ?

      -13
      • Vorsicht Nicknamenklau

        -7
      • Ja. Sachsen Anhalt heißt jetzt schon MGGA.. na sowas

        -10
        • Magdeburg gegen ganze Ausländer. MGGA.

          -10
  • Ach, der Schwarze Block der AntiFA marschiert wieder?

    -16
    • Verwirrt?

      8
      • Ja, ich bin so verwirrt, dass ich mir selber antworte

        1
        • Dann sind wir schon zu dritt. Hat jemand Skatkarten?

          1
    • Geh mal nach Rügen und schütze unseren Grenzen vor Ausländern aus dem Süden.

      -16

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