Meinung •
Grünen-Chef
„Die Energiewende sichert uns den Wohlstand“ – Banaszak offenbart seine grünen Wolkenschlösser
Die Energiewende sichere den Wohlstand Deutschlands, behauptet Felix Banaszak. Er zeigt damit, wie weit sich die Grünen längst von der Realität entfernt haben.
„Die Energiewende kostet uns nicht den Wohlstand, sie sichert uns den Wohlstand in der Zukunft.“ Diese Worte säuselt Grünen-Chef Felix Banaszak selbstzufrieden vor der flamingofarbenen Wand seines Berliner Büros in die Kamera. Die Journalisten Nadja Aswad und Moritz J. Müller von der Bild-Zeitung haben ihn besucht, um mit ihm über die Energiepolitik der Grünen zu sprechen. Das Ergebnis lässt sich in einem Video-Interview bestaunen.
Das Gespräch ist eine Art Traumreise in ein Paralleluniversum, in dem Sätze fallen wie: „Es ist eine fundamental falsche Analyse, dass die Wettbewerbsschwäche der deutschen Wirtschaft etwas mit der Energiewende zu tun hätte.“ Oder auch: „Robert Habeck hat eine sehr viel tiefere Analyse der tiefen Strukturkrise, die die deutsche Volkswirtschaft hat, gehabt, als ich das in der ganzen Bundesregierung sehe.“
Werbung
In diesem Stil führt Banaszak seine Erzählungen von den grünen Alternativwahrheiten fort – und ist dabei rhetorisch so nonchalant, dass es fast provozierend wirkt. Immer wieder verzieht die Bild-Journalistin Nadja Aswad während des Gesprächs genervt das Gesicht – verständlich, wenn Banaszak mal wieder konkret zugespitzte Fragen mit träumerischen Phrasen pariert, die so wenig Realitätsbezug haben, dass sie sich kaum journalistisch greifen lassen.
Da ist zum Beispiel der Moment, als Aswad ihr Gegenüber damit konfrontiert, dass viele Unternehmer schon jetzt Deutschland verlassen würden, weil die Energiepreise zu hoch seien und sich das Produzieren für sie nicht mehr lohne. Diese, so würde man meinen, inzwischen unbestreitbare Beobachtung kontert Banaszak ganz freimütig mit folgenden Worten: „Es gibt viele Faktoren, die gerade die Industrie unter Druck setzen. Das sind in Teilen die Energiepreise. Aber noch mal: Die Preise sind nicht wegen, sondern trotz der Energiewende so hoch.“ Man kommt ins Grübeln.
Dieser Zustand verbessert sich nicht, als Banaszak schließlich anfängt, konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz aufzuzählen, die er gern umsetzen würde, und dabei unter anderem das sogenannte „Smart Meter“ zur Sprache bringt. Der digitale Stromzähler soll den Stromverbrauch an Preisschwankungen anpassen können – bisher ist er laut Banaszak in nur etwa vier Prozent der deutschen Haushalte verbreitet, da möchte der Grünen-Chef deutlich aufstocken.
Lesen Sie auch:
Helmholtz-Studie
Weniger Regen an der Küste, dafür zunehmend über dem Meer: Offshore-Windparks beeinflussen Niederschläge
Offshore-Windparks sorgen dafür, dass es auf dem Meer zunehmend regnet und in den Küstenregionen weniger – das hat eine aktuelle Studie ergeben. Bei einem maximalen Ausbau der Parks prognostizieren Forscher im Jahr 2025 10 bis 12 Prozent weniger Niederschläge an deutschen Küsten.Mögliche Mangellage
Deutsche Gasspeicherstände auf historischem Tiefstand – Reiches Wirtschaftsministerium wiegelt ab
Die deutschen Gasspeicher haben den niedrigsten Füllstand zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Branchenvertreter halten eine ausreichende Befüllung bis zum Winter für „physikalisch nicht mehr möglich“. Das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche sieht dennoch keinen Grund zur Sorge.Dazu erklärt er: „Man kann dafür sorgen, dass wir Smart Meter standardmäßig in unseren Haushalten haben. Smart Meter heißt: Ich bekomme eine Nachricht, wann lohnt es sich, die Waschmaschine anzumachen, wann lohnt es sich, sie eher gerade nicht anzumachen.“ Ein Szenario, das wohl nur für einen Grünen verführerisch klingt.
Als die Bild-Journalisten fragen, woher denn der Bund das Geld für all diese Klimaanpassungen nehmen soll, wird Banaszak schließlich schmallippig: „Ja, woher nimmt der Bund das Geld für alles, was wir im Haushalt machen? Indem er Steuern einnimmt und diese Steuergelder gut verteilt.“ Beispielsweise könne man ja klimaschädliche Ausgaben reduzieren und dieses Geld in klimafreundlichere Projekte stecken. „Das ist doch keine Raketenwissenschaft“, patzt Banaszak.
Werbung
Nun, wer sich so weit vom Boden der Tatsachen entfernt bewegt wie der Grünen-Chef, bräuchte vielleicht sogar mal eine Rakete, die ihn auf die Erde zurückbringt. Bis dahin offenbart Banaszak mit seinen Redebeiträgen der letzten Tage so deutlich wie lange nicht mehr: Die Grünen haben sich in einer Wolkenschloss-Politik festgefahren – und gefallen sich dort sehr gut.
Freund werden
Freund von Apollo News werden