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Deutsche Traditionsbank gibt Widerstand auf: Commerzbank-Übernahme in trockenen Tüchern

Nach monatelangem Ringen ist der Deal in trockenen Tüchern: Die italienische UniCredit übernimmt die Commerzbank. Damit endet ein zäher Prozess, der zeigt, dass die europäische Bankenunion noch in weiter Ferne liegt.

Bald in italienischer Hand: die deutsche Commerzbank (imago images/Ralph Peters)

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Am Ende hat sich die harte Linie des UniCredit-Vorstandschefs Andrea Orcel doch noch ausgezahlt: Zum Stichtag des Übernahmeverfahrens am 8. Juli kontrollierte die italienische Großbank direkt 44,37 Prozent der Aktien der Commerzbank. Hinzu kam der Zugriff auf weitere Anteile über Finanzinstrumente und Kaufoptionen, womit sich der Gesamtzugriff auf 47,59 Prozent der Aktien erhöhte. Nach Angaben von Reuters entspricht dies rund 47,6 Prozent der Aktien und etwa 49,7 Prozent der Stimmrechte.

Diese Quote genügt in aller Regel, um auf Hauptversammlungen eine Mehrheit zu sichern, da stets nur ein Teil der Aktionäre anwesend ist. UniCredit verfügt damit faktisch über die Kontrolle bei wichtigen Entscheidungen der Frankfurter Bank. Dieser Tatsache trug am Wochenende auch Aufsichtsratschef Jens Weidmann Rechnung. Der Ökonom beugte sich dem Faktischen und forderte alle Beteiligten zu sachlichen Gesprächen im anstehenden Übernahmeprozess auf.

UniCredit hatte im Mai sein offizielles Übernahmeangebot vorgelegt und den Commerzbank-Aktionären einen Aktientausch angeboten, der nach Ansicht des Commerzbank-Vorstands nicht den wahren Wert der Commerzbank-Papiere widerspiegelte. 17,6 Prozent der Aktien aus dem Streubesitz sicherte sich UniCredit auf diese Weise. Auch hier wieder die Kritik des Commerzbank-Vorstands: Lediglich zwei Prozent der eingetauschten Aktien stammten von Kleinaktionären. Den Löwenanteil übertrugen Großaktionäre, Banken und Fonds, die sich im Hintergrund bereits mit UniCredit einig waren.

Es waren harte Monate, in denen die Commerzbank-Führung um ihre Vorstandschefin Bettina Orlopp um die Eigenständigkeit des deutschen Traditionshauses kämpfte. Bis zuletzt präsentierte der Vorstand seine eigene Strategie „Momentum 2030“ als Alternative zur Übernahme und verwies auf die Chancen einer eigenständigen Weiterentwicklung der Bank. Dabei ging es nicht nur um die Verteidigung der Unabhängigkeit, sondern auch um die Frage des Preises. Die Commerzbank wollte einen möglichst hohen Wert für ihre Aktionäre sichern und sah im Angebot der Italiener keine angemessene Bewertung des Instituts.

Unterstützung erhielt die Commerzbank zunächst auch aus Berlin. Der Bund, der während der Finanzkrise vor rund anderthalb Jahrzehnten als Retter eingestiegen war und noch immer rund zwölf Prozent der Anteile hält, stellte sich gegen eine Übernahme durch UniCredit. Doch auch diese politische Phalanx begann zuletzt zu bröckeln. Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz zeigte sich zunehmend entgegenkommend. Die harte Linie der Italiener und das Vorgehen von UniCredit hatten in Berlin zwar wiederholt für Kritik und Verwunderung gesorgt. Doch am Ende kam es so, wie es kommen musste: Die Eigentumsverhältnisse hatten sich zugunsten der Mailänder Großbank verschoben.

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Nun liegt es in der Hand verschiedener Behörden, den Weg für den Deal endgültig freizumachen. Letzten Endes obliegt es der Europäischen Zentralbank sowie der deutschen BaFin, die ebenfalls in den Prozess eingebunden sind, die Genehmigung zu erteilen und grünes Licht zu geben. Entscheiden beide Institutionen für eine Übernahme, werden die angedienten Aktien sowie die damit verbundenen Stimmrechte auf UniCredit übertragen.

Eines der politischen Hauptanliegen auf Ebene der Europäischen Union ist eine Vertiefung der Bankenmärkte, auch bekannt als Europäische Bankenunion. Ein einheitliches Regelwerk, institutionelle Verflechtungen und damit auch grenzüberschreitende Fusionen von Großbanken sind das Ziel der Brüsseler EU-Kommission.

Was bislang dagegenstand, war die tief verwurzelte Überzeugung der nationalen Politik, weiterhin Einfluss auf das eigene Bankenwesen und damit auch auf den Kreditprozess nehmen zu müssen. Die traumatische Erfahrung mit der Staatsschuldenkrise vor anderthalb Jahrzehnten, die ihren Ausgang zunächst in Griechenland nahm und sich schnell in eine Bilanzkrise involvierter deutscher Geldhäuser, Versicherungen und Pensionskassen übersetzte, sitzt bis heute tief.

Viele Jahre später fällt es Brüssel schwer, die nationalen Gesetzgeber davon zu überzeugen, ihre nationale Souveränität im Bereich der Banken- und Kreditpolitik an eine europäische Bankenaufsicht abzutreten. Noch immer herrscht vielerorts die Überzeugung vor: Kommt es zu einer wirtschaftlichen Krise, stockt der Kreditprozess, tritt der Nationalstaat als eine Art „Lender of last resort“, als letzter Liquiditätspuffer für den Kreditprozess unverzichtbarer Geldhäuser, ein oder springt in die Bresche.

Auch Deutschland mobilisierte während der Finanzkrise gewaltige Summen zur Bankenrettung und zur Stabilisierung des Versicherungswesens. Für die Rettung bedrohter Institute wie der Hypo Real Estate stellte der Staat über Garantien und Stabilisierungsmaßnahmen dreistellige Milliardenbeträge bereit. Auch die Commerzbank erhielt staatliche Unterstützung in Höhe von rund 18 Milliarden Euro und wurde zeitweise teilverstaatlicht.

Neben die nationale Rettungspolitik zum Schutz kreditgebender Banken und ihrer Kunden tritt ein weiteres Problem: die tiefe Verflechtung der Kreditinstitute mit der Subventionsmaschine Brüssels. Die Übernahme der Commerzbank verweist auf ein grundsätzliches Distributionsproblem. Die Nähe der Banken zu ihrer nationalen Politik könnte zu strategischen Entscheidungen führen, die Fördermittelflüsse bankenintern zugunsten des Heimatstandorts beeinflussen.

Auch Präferenzen bei Zinskostenvorteilen und Standortentscheidungen könnten möglicherweise zulasten des Geschäfts des übernommenen Geldhauses gehen. Und dennoch: Das Entgegenkommen der Bundesregierung, die sich letztlich versöhnlich mit der UniCredit-Führung zeigte, deutet darauf hin, dass hier eine Art EU-Präzedenzfall geschaffen wurde. Es wäre ein großer Schritt hin zur europäischen Bankenunion – und zugleich ein nicht unerheblicher Verlust nationaler Souveränität.

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22 Kommentare

  • …und wieder sind Milliarden an Steuergeld verbrannt. Es muß in einer neuen, demokratischen Regierung ein striktes Verbot von Regierungsbeteiligungen an privatwirtschaftlichen Unternehmen geben.

    • Es muss generell eine Trennung von Politik und Wirtschaft/Industrie geben,

      KEINE Subvention
      KEINE Beteiligung
      KEIN Personaltausch bzw. Postenbesetzungen mit Parteisoldaten in Firmen
      KEINE Treffen, Einladungen, Krisensitzungen etc.

      Der DAX ist schon mehrheitlich NICHT in dt. Hand.
      Wichtige Infrastrukturen sind tw. NICHT in dt. Hand.
      Währung und deren Stabilität ist NICHT in dt. Hand.
      Gesetzgebungen sind tw. NICHT in dt. Hand. (Stichworte EU, EZB, UN, WHO etc.)

      NICHT einmal die Steuerabgaben gehören in die Hände der Politik, denn die sollten bzw. dürften KEINE Macht über Menschen und deren Gelder haben, würden manche fordern.

      Und deren Veruntreuung und NICHT treuhändischer Umgang seit Jahrzehnten, beweist diese Forderung.

      Unternehmen haben und müssten auch die Pflicht haben sich bestimmter Besteuerung oder pol. Vorgaben wie Quote, Mindestlohn, Sozialabgaben usw. zu verweigern, die existenzbedrohend sind, wie z.B. die „Luftsteuer“, Mehrfachbesteuerung Mwst. etc..

    • Was für ein Unsinn! Die Commerzbank hat das Geld nebst Zinsen zurückgezahlt und nebenbei wurden tausende Arbeitsplätze erhalten und die Leute haben auch wieder Steuern gezahlt. Besser erstmal nachdenken.

      • @ Hans im Glück
        Nein, die Commerzbank hat dem Bund nicht die gesamten eingesetzten Steuergelder in voller Höhe zurückgezahlt !

        Die Rettung und RückflüsseKapitalhilfe:
        In den Jahren 2008 und 2009 unterstützte der Bund (über den Bankenrettungsfonds SoFFin/FMS) die Commerzbank mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro, um eine Pleite in der Finanzkrise abzuwenden.
        Teil-Rückzahlungen:
        Durch die Rückzahlung von stillen Einlagen, Zinsen und Dividenden flossen im Laufe der Jahre rund 13,1 bis 13,2 Milliarden Euro an den Staat zurück.

        Tipp: Bitte erst informieren, dann posten !

        • Und der Bund hält noch 12% Aktien an der Commerzbank welche bei einem Verkauf auch noch 3,50€ Wert sind. Wo sind da Steuergelder verbrannt?

          -4
    • was wird da durch besser ?
      Fakten….

  • Das Tafelsilber wird noch schnell verscherbelt und übrig bleibt ein klimaneutraler Windpark 👍

    • Wobei ich den „klimaneutralen Windpark“ in Gänsefüßchen setzen würde.

  • Klassisch deutsche Strategie: Unternehmen aufbauen. (feministisch) kapputt verwalten, Konkurrenz kauft die Reste zum Spottpreis auf, danach sozialverträglicher Stellenabbau innerhalb der nächsten 3 Jahre und anschließend Eingliederung in das bestehende System des Konkurrenten im Ausland mit Stellenaufbau außerhalb Deutschlands.

  • Ich würde diese Übernahme nicht als in trockenen Tücher bezeichnen: und es ist ein weiteres Zeichen des wirtschaftlichen Untergangs von Deutschlands Wirtschaft.

    Es ist eher die Übernahme durch Ausländer in feuchten Tücher.

  • Es muß eine Alternative zum existierenden Bankensystem durchgeplant und eingeführt werden. Es kann nicht sein, daß die Bürger im 21. Jahrhundert immer noch von einem einzigen bankenbasierten Geldkreislaufsystem vollständig abhängig sind und jederzeit aus ihm ausgeschlossen werden können. Weg mit den Banken, am besten sofort.

  • Deutschland schafft sich ab …. und das wird von der Poitik so goutiert

  • Finanziert durch den Deutschen Steuerzahler, diese Land hat fertig!

  • Was diese Übernahme bedeutet wird vielen erst noch klar werden
    das jetzt die Mafia die zweitgrößte Bank Deutschlands bestimmt
    mit all den Folgen.

    • @ Der brave Mutti
      Fakten ?

  • Die Commerzbank wurde bei der „Euro-Rettung durch Steuergeld „gerettet“ und hat auch nach der „Rettung“ noch Cum-Ex- Geschäfte zu Lasten der Steuerkasse durchgeführt. Und sie wird es wieder tun.

  • Die Italiener übernehmen eine deutsche Bank. Italiener wollen auch Züge auf deutschen Gleisen fahren lassen. Was kommt noch? Burkina Faso schickt uns Entwicklungshilfegelder?

  • „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution – und zwar noch bevor der morgige Tag anbricht.“

  • Gewöhnen wir uns dran. Künftig schreibt man Commerzbank so: 德国商业银行
    Und das wird auch für Autos gelten.

  • Nicht nur der Staat BRD, sondern auch das Bankenwesen derselben ist sowas von am Ar***!

  • Keine Überraschung ….

  • Was sagt denn nun unser Minikanzler Scholz dazu ?? Seine Ankündigungen hierzu waren wie immer scheinheilig und haben gar nichts bewirkt , außer den Preis in die Höhe zu treiben !! Wieviel haben diese Politiker daran verdient ?? Ich meine , ein BlackRock – Man hattest ohne Kritik geschehen lassen !! Da stinkt es wieder von hinten bis vorne … so kennen Wir die Nicht- Korrupten Politiker doch schon ( Cum-Ex, Warburg- Bank ! Hamburger-Bank usw. ) !! Darum fordern diese Weiße Westen auch das Verbot der AfD !! So bleiben Sie unbehelligt und keiner stellt Fragen im Untersuchungsausschuss der Dementen !!

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