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Präsident und Verfassungsrichter abgesetzt: So radikal baut die neue Anti-Orban-Regierung jetzt Ungarn um

Der Staatspräsident ist abgesetzt, der oberste Verfassungsrichter ebenso – während viele Oppositionspolitiker künftig nicht mehr zur Wahl antreten dürfen: Peter Magyars neue Regierung baut in Ungarn den Staat um und hat dafür grünes Licht aus Brüssel, wo man all das als vermeintliche Rückkehr des Rechtsstaats billigt. Eine offene Doppelmoral.

IMAGO/ZUMA Press

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Dass Viktor Orbáns Regierung den ungarischen Staat zu ihren Gunsten umbaut, unabhängige Institutionen übernimmt und so die Rechtsstaatlichkeit aufs Spiel setze – das alles war jahrelang der Vorwurf aus Brüssel. Inzwischen sind Orbán und seine Fidesz-Partei abgewählt, und nun geschieht genau das Gleiche – wenn nicht mitunter noch radikaler – unter der neuen Regierung von Peter Magyar.

Dank Ungarns Grabenwahlsystem hat Magyars Partei im Parlament eine Zweidrittelmehrheit an Sitzen erlangt und kann so die Verfassung ändern. Davon macht man jetzt ausgiebig Gebrauch. Mit der neuesten Verfassungsänderung wurden der Staatspräsident abgesetzt, der Präsident des Verfassungsgerichts in den Ruhestand gezwungen und große Teile der Oppositionskandidaten von weiteren Wahlen ausgeschlossen.

Künftig darf dort nämlich niemand mehr antreten, der zuvor zwölf Jahre im Parlament saß. Orbáns Partei regierte dabei knapp 16 Jahre, die Abgeordneten von Magyars TISZA-Partei sind dagegen neu im Parlament. Orbán selbst ist damit eine Rückkehr in die Politik verwehrt. Ein drastischer Schritt. Derweil plant Magyar bereits die nächste Verfassungsänderung – eine völlig neue Verfassung, um genau zu sein.

All das geschieht unter dem martialischen Schlagwort „Operation Fegefeuer“ und mit dem Argument, eine korrupte Orban-„Mafia“ aus dem Staat zu drängen. Eigentlich formell regierungsunabhängige Amtsträger, Institutionen und sogar bald die Verfassung werden dafür aus dem Weg geschafft. Anders als bei Orbán gibt es hierfür nun grünes Licht aus Brüssel.

Dass all das nur passiert, um Ungarns politisches System wieder zurechtzurücken, mag nun Magyars Argument sein, um diese radikalen Maßnahmen zu rechtfertigen. Und ja, durchaus mögen viele der Amtsträger nach knapp 16 Jahren Orbán-Regierung inzwischen Orbán-nah gewesen sein, schließlich war dessen Regierung lange genug und mit entsprechend breiten Mehrheiten an der Macht, um einen nachhaltigen Einfluss auf den Staat zu hinterlassen.

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Aber rechtfertigt das dieses Vorgehen? Als Orbán damals in einigen – nicht allen – Punkten ähnliche Umbauten forcierte, etwa mit einer neuen Verfassung oder einem neuen Rentenalter für Richter, ließ Brüssel diese Argumente nicht zählen. Damals war es Orbáns Partei, die darauf verwies, dass die alte Verfassung noch aus Zeiten der kommunistischen Diktatur stammte – ebenso wie Teile der Justiz. Das Argument eines politischen Neustarts ließ man dennoch nicht zu und brandmarkte das Vorgehen als Angriff auf den Rechtsstaat.

Anders nun bei Magyar, der mitunter noch weitergeht – mit der Absetzung des eigentlich sowieso recht machtlosen Präsidenten oder eben dem Wahlausschluss vieler etablierter Fidesz-Politiker. Der Brüsseler Mainstream schaut dennoch ganz anders auf das, was in Ungarn passiert. Es ist ein Muster, das man schon in Polen gesehen hat: Auch dort wendete die neue EU-freundliche Regierung nach ihrer Amtsübernahme auf einmal brachialste Methoden an, wie das Ignorieren von Urteilen und das Stürmen des Staatssenders, um vermeintliche „Rechtsstaatlichkeit“ wiederherzustellen.

Faktisch handelt es sich sowohl in Ungarn als auch in Polen um nichts anderes als einen rücksichtslosen Austausch des Machtapparats durch die Regierungspartei – von beiden Seiten des politischen Spektrums mit ähnlichen Methoden durchgesetzt. Das mag man durchaus kritisch sehen – oder eben unter Verweis auf das Votum der Wähler nur als souveräne Durchsetzung des Volkswillens.

Aber an Absurdität kaum zu überbieten ist es, je nachdem, wer an der Macht ist, genau jenes Vorgehen einmal als quasi-diktatorischen Angriff auf die Demokratie und als Ende des Rechtsstaats zu betiteln und jetzt mindestens genauso radikale Angriffe auf bestehende Institutionen als Rückkehr der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu präsentieren. Genau das passiert aber aus Brüssel.

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39 Kommentare

  • Die EU billigt alles um den Sozialismus in Europa durchzusetzen. Jeder Demokrat, der sich dem widersetzt, wird mit Hilfe der sozialistischen Medien fertig gemacht.

    • Sie wählen für euch!

      • Der König ist Tod – es lebe der König.

    • sozialistischen Medien = wef schwemme .

  • Wird wohl daran liegen, daß die EU gar keine Demokratie ist.

    • NIE war, es war vorher ein Wirtschaftsverbund.

      Die EU hat
      KEIN Volk
      KEIN GELD
      KEINE Wirtschaft
      KEINE Ländereien/Hoheitsgebiet
      kurz gesagt KEINE Daseinsberechtigung, würden manche hinweisen.

      Es haben sich 1993 Bürokraten und willige Vertreter gefunden, um in binnen von 15 Jahren einen faschistischen Machtapparat aufzubauen – oder wie man gern sagt zu „transformieren“.

      Wie man schön am Zeitstrahl und Pyramide erkennen kann, hat man aus den klar getrennten Säulen und Institutionen ALLES gebündelt unter einem Banner

      https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Maastricht

      • Es haben sich 1993 Bürokraten und willige Vertreter gefunden, um in binnen von 15 Jahren einen faschistischen Machtapparat aufzubauen – oder wie man gern sagt zu „transformieren“. –)
        soros gates blackrock vanguard – best friends ever.

  • Es ist immer wieder verblüffend wie von heut auf morgen Machtstrukturen und -konstrukte „positiv“ geändert werden können, um wenige oder einzelne Menschen dienlich zu sein.

    Jedoch wenn es um Änderungen für die Masse der Bevölkerung zum Positiven geht, dauert es Jahre, Jahrzehnte oder auf ewig an.

    Eine Unterwerfung, tja wenn die Ungarn das so wollten, ist eben vor 70 Jahren auch blutig geendet. Nur sind es heute nicht sowjetische Panzer die den Kommunismus und Sozialismus fixieren, sondern es sind Brüsseler Bürokraten die nun die Gewalt ins Land reinlassen.

  • Diktatur?

    • Jaaaaaaa

  • Aber der Grundgedanke mit den max. 12 Jahren im Parlament finde ich absolut richtig!

    • Es sollte egal sein wie lange man im Parlament sitzt,
      SOLANGE der unzufriedene Wähler JEDERZEIT bei Bedarf und Mehrheit die Leute (aber auch NUR direkt gewählte Vertreter) vor die Türe setzt.

      Wer z.B, 20 Jahre guten Job für die Mehrheit macht, ist doch gern gesehen, wer nach 20 Wochen jedes Versprechen bringt, darf für immer gehen.
      Aber das setzt natürlich eine Demokratie voraus wo das Volk Macht hat, dies zu tun – tja wo gibt es so etwas?

      Das ist ja ein bewusster Geburtsfehler in vielen Pseudodemokratien, man darf wählen aber NICHT abwählen.

      • verdammte Autokorrektur
        … ,wer nach 20 Wochen jedes Versprechen bricht, darf für immer gehen.

        • So schnell wirst du die AfD nicht los!

          0
  • „Was derzeit in Ungarn geschieht, ist beispiellos“ – Server der größten Oppositionspartei beschlagnahmt
    https://uncutnews.ch/was-derzeit-in-ungarn-geschieht-ist-beispiellos-server-der-groessten-oppositionspartei-beschlagnahmt/

    • In Ungarn zeigt sich, weshalb die etablierten Parteien Angst vor der AfD haben. Regiert die AfD mit, hat sie auch Zugriff auf Akten, welche Rechtswidrigkeiten offenlegen. Das kann dann genutzt werden, um juristisch gegen einzelne Personen vorzugehen. In so vielen Jahren Regierungsbeteiligung haben sich mit Sicherheit strafbare Handlungen angesammelt.
      In Ungarn geht man jetzt noch ein Stück weiter und setzt jegliche demokratische Regeln außer Kraft, vermutlich auch mit dem Ziele möglichst viele Leute aus der Fidesz ins Gefängnis zu bringen.
      Da Magyar selbst Mitglied in der Partei war, weiß er, wo man suchen muss und wo er es nicht tun darf, um nicht seine eigenen Leichen auszugraben. Menschlich einfach nur noch widerlich was da läuft.

    • So muss auch mit der AfD umgegangen werden! Es geht doch.

  • Wer hat in Europa auch schon 16 Jahre lang ein Land regiert? Lass‘ mich raten….

    • Immer demokratische Parteien. Und das soll so bleiben!

  • Die Ungarn werden die Wahl der WEF-EU-Marionette Magyar bald bitter bereuen.
    Wie schade um dieses bisher stolze, schöne, saubere und sichere Land.

    • Laut den Umfragen sitzt Magyar noch fest im Sattel. Allerdings sind diese Vorgänge noch nicht eingeflossen. Ich denke, dass das lange geplant war und man jetzt den Überraschungseffekt nutzt, um die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen.
      Jetzt werden sie die Beschlagnahmungen nutzen, um die Fidesz komplett zu vernichten.

    • Klar und in Deutschland regiert die AfD…

  • Was denken denn eigentlich die Ungarn selber über die Aktionen von Magyar? Stehen seine Wähler noch hinter ihm oder bekommen sie schon das Grausen über das, was sie da losgelassen haben?

    • Es legt in den Umfragen zu. Würde die CDU auch, wenn die AfD endlich augeschaltet wird.

  • Ungarn ist auf dem Weg zurück in den Steinzeitkommunismus. Und die EU hilft kräftig mit. EINE SCHANDE IST DAS!! Wir wollen Herrn Orbàn wiederhaben!!!

    • Was machen jetzt unsere nach Ungarn Ausgewanderten?
      Irgendwie war ja klar, dass Ungarn nicht bleibt was es war. Nur dass es so schnell gehen würde hätte keiner gedacht.

      • Denken ist Glückssache für manche…

  • Der neue Diktator von Ungarn .
    Entlässt die alten Korrupten, um sie durch seine neuen Korrupten zu ersetzen.

  • „Peter Magyars neue Regierung baut in Ungarn den Staat um und hat dafür grünes Licht aus Brüssel,“…. Sozusagen hat er jetzt das gefragte EU Prüfsiegel „Hier stinkt’s gewaltig“. Orban kann einem leid tun. Ein Wunder, dass Maggyar ihn noch nicht nach Elba geschickt hat.

  • Abwarten denn wenn die Ungarn erstmal die Migranten von der EU aufs Auge gedrückt bekommen und dasselbe geschieht wie in doodland werden auch sie vielleicht verstehen…

    • In Ungarn erhalten Migranten nur 22 Euro! Da wird sich keiner hin verirren!
      Die nehmen lieber das Geld deutscher Steuerzahler, was Merz verschenkt!

  • Von der heuchlerischen EUdSSR wird man dazu eher nichts an Kritik hören.

  • Das Volk als solches ist DUMM. Überall, auch in HU (in D sowieso).
    Orbán hätte das berücksichtigen müssen und statt seiner eine frische, weibliche Figur zulassen müssen, gerne weiter Hardlinerin gegen Brüssel, aber mal nicht Orbán.
    Man muß den Dummen einen freßbaren Köder hinhalten, die Linken tun es auch.

  • Gefährlicher kleiner Terrier ….

  • Sie wollten keinen Mitte-Rechts Kandidaten wie Orban und haben nun einen Rechtsradikalen, viel besser…. 😀

    • In der Tat ist mir noch nicht klar, ob Magyar langfristig pro oder contra EU/Sozialismus handelt. Vorher war Orbáns härtester Gegner die noch rechtere Partei Jobbik.

      • Ungarn hat richtige Probleme und du schwafelst vom „EU Sozialismus“.

  • Gut, dass er mit der korrupten Orbanbande aufräumt.
    Das Geheule unter populistischen Influencern ist groß, seitdem aus Ungarn kein Geld mehr für die kommt.
    Korrupte Minister sind bereits aus Ungarn geflohen.
    Das bekommen dumme Schafe, die Populisten wählen: Korruption und Ausverkauf an China.

  • ihr seid nicht auf dem Laufenden. Das Uschi-Püppchen hat durch die politische Staatsanwaltschaft alle Server und Daten der Fidesz Partei beschlagnahmt.
    Die Euro Faschisten verstecken ihre totalitäre Gesinnung gar nicht mehr.
    Man stelle sich vor Orban hätte das getan!
    Die angebliche Justiz und „Rechtsstaatlichkeit“ ist für die EUdSSR nur noch dazu da um die eigene Linksfaschistische Agenda durchzusetzen.

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