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Werner Münch

Ex-CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt erklärt zur heutigen CDU: „Ich würde sie nicht wählen“

Der Ex-CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Werner Münch, rechnet scharf mit der CDU ab und attestiert ihr ein fehlendes Profil. Wählen würde er sie aktuell nicht. Zugleich warnt er vor einer weiteren Ausgrenzung der AfD

Werner Münch war von 1991 bis 1993 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt (imago images/Fabian Matzerath)

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Der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Werner Münch, ehemals bei der CDU, hat sich kritisch zur dortigen politischen Lage und seiner einstigen Partei geäußert. Im Gespräch mit der Jungen Freiheit zeigte sich der 85-Jährige mit Blick auf die anstehende Landtagswahl besorgt und ließ offen, welcher Partei er seine Stimme geben würde.

Münch, der Sachsen-Anhalt von 1991 bis 1993 als zweiter frei gewählter Ministerpräsident regierte und zuvor Finanzminister im CDU-FDP-Kabinett war, lebt seit mehr als drei Jahrzehnten wieder in Freiburg im Breisgau. Trotz dessen verfolgt er die politische Entwicklung in Sachsen-Anhalt nach eigenen Angaben weiterhin aufmerksam. Die bevorstehende Wahl betrachte er mit „besonderer Anspannung, aber auch Sorge“.

Deutliche Kritik äußerte Münch an der CDU, deren inhaltliche Ausrichtung für ihn zunehmend unklar geworden sei. „Die Frage ist doch: Was ist der inhaltliche Kern der CDU? Das kann ich nicht beantworten“, sagte er. Eine Wahl der Partei schloss er derzeit für sich aus: „Ich würde sie zurzeit nicht wählen.“ Auch den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze bewertete er zurückhaltend und kritisierte insbesondere dessen Amtsantritt als „unglücklich“.

Mit Blick auf die AfD zeigte sich Münch differenziert. Die derzeit prognostizierten hohen Zustimmungswerte halte er zwar für überzogen, insgesamt seien sie jedoch „unglaublich hoch“. Eine Unterstützung der Partei komme für ihn zumindest in Teilen nicht infrage: „Eine Höcke-AfD würde ich zum Beispiel nie wählen. Die ist mir viel zu radikal“, so Münch.

Grundsätzlich plädierte Münch für einen veränderten Umgang mit der AfD. Eine Koalition lehnte er ab, sprach sich jedoch für punktuelle Zusammenarbeit aus. Dauerhafte Ausgrenzung könne kontraproduktiv wirken und zur weiteren Radikalisierung beitragen, erklärt der frühere Ministerpräsident. Zugleich forderte er von der CDU, verlorene Wähler durch ein klar erkennbares politisches Profil zurückzugewinnen.

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Inhaltlich rechnete Münch zudem mit der Entwicklung seiner früheren Partei seit den 2010er Jahren ab. Der von ihm kritisierte „Linkstrend“ habe sich nicht abgeschwächt, sondern verstärkt. Insbesondere in der Finanz-, Bildungs- und Gesellschaftspolitik sieht er die CDU auf einem falschen Kurs.

Auch der aktuellen Bundesregierung und CDU-Parteiführung stellte er ein schlechtes Zeugnis aus. Bundeskanzler Friedrich Merz attestierte er mangelnde Führungskraft und warf ihm eine inkonsequente Politik vor. Als Beispiel nannte Münch den Umgang mit dem CDU-Politiker Jens Spahn. Münch bezeichnete den Vorgang als „Skandal“ und kritisierte sowohl Spahns Verhalten als auch die Reaktion des Kanzlers scharf.

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43 Kommentare

  • Ich kann sagen, ich verstehe ihn und seine Reaktion.

    • Ich verstehe ihn auch nur zu gut.
      Und auch ein Helmut Kohl würde diese Partei nicht mehr wählen!

  • Ich habe einen Nicht-Vereinbarkeitsbeschluss getroffen. Eine Zusammenarbeit mit der CDU kommt für mich nicht infrage. Um meine Person herum gibt es eine Brandmauer zur CDU. Bei künftigen Wahlen ist die Mitgliedschaft eines Kandidaten bei der CDU für mich ein Ausschlusskriterium.

  • Geht uns genauso.
    Wir wählen die CDU nicht mehr.

  • Erfrischend normal …. Da freut man sich schon drüber. Mal ein Mensch ohne Verblendung und mit authentischer Meinung.

  • Nach Gies ist das jetzt schon der Zweite mit Führungserfahrung in Magdeburg, der deutlich nein sagt. Nimmt Formen an.

  • Wer immer noch die Altparteien wählt, egal welche, will ein weiter so mit Plünderung der Kassen, Zuwanderung und allem Übel was damit zusammenhängt. Ebenfalls will er einen Maulkorb und noch mehr Steuern, die dann in der ganzen Welt, vor allem in der Ukraine verteilt werden.

  • Die CDU braucht kein Profil. Sie hat die SPD und den „Vizekanzler“ mit seiner rechten Hand. Äh, Hand:in. Die machen das schon.

  • Durch solche Aussagen hift dieser Mann Deutschland am Meisten. Hut ab. In aehnlicher Weise sollten es die Eltern des gerade getoeteten Trierer Studenten machen: demonstrativ und medienwirksam aus der CDU austreten (und in die AFD eintreten?). Voellig sinnlos ist dagegen an die Politik zu appellieren. Die aendern nur etwas, wenn ihre Existenzgrundlage (=Wiederwahl) bedroht ist.

  • Es gibt tatsächlich noch Ü80, die sich nicht von ARD und ZDF verblöden lassen.

    • Es gibt von denen eine ganze Menge – nur sieht man die medial eher nicht…

  • M. plädiert für einen „veränderten“ Umgang mit der AfD: keine Koalition, aber „punktuelle“ Zusammenarbeit. Eine „Höcke-AfD“ würde er „nie wählen“ .
    Davon abgesehen, dass es gar keine Partei dieses Namens gibt: eine Weidel-Chrupalla-AfD würde er im Umkehrschluss also schon wählen?

    Man kann vieles, was er über die CDU sagt, genauso sehen: aber im Endeffekt, wenn es darum geht, Farbe zu bekennen, bleibt er verschwommen und kommt nicht aus der Deckung.

    Auch er hat noch nicht verstanden, dass die AfD die Partei ist, welche den Platz eingenommen hat, den die CDU ohne Not freiwillig geräumt hat: den Platz der bürgerlich-konservativen, wirtschaftsorientierten, aber auch sozialen Volkspartei rechts der Mitte, den die AfD nicht wieder hergeben wird.

    Daher versteht er auch nicht, dass sich für die AfD gar nicht die Frage stellt, ob die CDU mit ihr koalieren will oder nicht. Mit der heutigen CDU zu regieren, kann der AfD nur schaden.

  • Ex-Ministerpräsidenten haben ihre hohen Alimentations-Politbezüge auf Dauer gesichert und haben in der CDU auch keine Parteiräson wegen den Äußerungen mehr zu erwarten. Es zeigt aber, dass die CDU nach der Wahl in Sachsen-Anhalt auf Abspaltungskurs steht, wenn Schulze mit den Linken zusammenarbeitet..

    • Mit wem soll Schulze sonst zusammenarbeiten?
      Völlig irre die Annahme einer Spaltung der CDU. Wer sollte das tun und warum? Wenn das AfD Gespenst besiegt ist, ist doch alles wieder gut.

      -36
      • die Äußerung de EX MP oder auch die 5000 Euro Spende eines CDU Funktionär an die AFD lassen vermuten, dass es hinter den Kulissen bei der CDU brodelt, Doch wenn Schulze es noch schafft eine absolute AFD Mehrheit zu verhindern, wird es auch zu keiner größeren Abspaltung bei der CDU kommen. Deshalb muss die AFD auch die absolute Mehrheit erringen. Ich wünsche Siegmund jedenfalls viel Erfolg.

      • Bald wird die Union auch ein Gespenst sein.

        • feuchte Träume der Blauen

          -3
      • Träum weiter.

  • Meinung ist für Linke entbehrlich … So handeln sie auch.

  • Ist etwa er der edle Spender?

  • Das heisst also, er ist gegen die CDU, aber auch gegen die AfD, oder wie hat man das zu verstehen? Ruft er also damit auf zu einem Boykott der nächsten Wahlen? Denn wenn weder CDU noch AfD seine Zustimmung finden, bleibt ja keine Alternative.
    Ich kann mit halbherzigen Distanzierungen dieser Sorte nichts anfangen.

  • Wieder so ein überflüssiger Kommentar ohne sachlich fachlichen Hintergrund.

  • Gerade weil Höcke so Radikal ist muss man ihn wählen! Die kriminellen Altparteien sind noch Radikaler, sie wollen das Land verschenken an Islamisten und Afrikanern. Was aus den Deutschen Bürgern wird ist ihnen egal. Hauptsache ihre Steuergelder werden in die ganze welt verteilt. Und Klingbeil versucht den Deutschen noch mehr abzupressen!

    • Deutschland wird keinen Höcke in staatlicher Führungsverantwortung erleben.
      Da müssen Sie schon realistisch sein. Es ist doch nicht umsonst, dass der Flügel technisch aufgelöst werden musste, weil sonst das Risiko eines Verbotsverfahren steigt. Auch die JA hatte sich so aufgestellt, dass eine Neugründung in Gießen erforderlich geworden ist.

    • der Höcke ist doch einfach nur verpeilt..

  • Bei der CDU, ist nichts mehr zuretten. Merkel hat die CDU und Deutschland 🇩🇪,, Zerstört

  • „Inhaltlich rechnete Münch zudem mit der Entwicklung seiner früheren Partei seit den 2010er Jahren ab.“ Das war doch der Beginn der sog. „Merkel-Jahre“, nachdem sie sich 2005 m.E. hinterlistig und durchtrieben in die Position der Kanzlerin geschlichen hatte. Wie konnte d a s passieren???
    Ich würde sie auch nicht, nein, niemals wählen!

  • Whow! Das ist ehrlich.

  • Das sieht man gut an deinen Beleidigungen. Nichts wert.

    • Beleidigen können mich Freunde, Bekannte, Familie -aber Niemals Linke. Es ist die schwindende Akzeptanz linker Politik, die diese Leute so aggressiv macht. Fehlgeleitete Menschen, unfähig Gesellschaftliche Verwerfungen zu erkennen. Lassen Sie sich nicht verunsichern oder beleidigen von diesen Menschen.

      • Fehlgeleitet…..das ist das richtige Wort.
        Ein Rotzlöffel par excellence.

        • besser Rotzlöffel als Kotzlöffel

          -2
  • Spätestens seit 2015 ist die cDU falsch abgebogen. Ab diesem Zeitpunkt sollte jeder durchschnittlich nicht nur vom ÖRR informierte Bürger wissen, das diese Partei dem Niedergang geweiht ist. Mich wundert tatsächlich, das es doch so lange gedauert hat, bis es auch den Dummen auffallen kann.

  • Ich wähle die CDU schon seit IM Erika 2005 zur Kanzlerin gemacht wurde nicht mehr und sehe jetzt wieder das die Führung dieser Partei von notorischen Lügnern und Kriminellen unterwandert wird. Damit will ich aber nicht Sagen das die anderen Blockparteien besser sind. Jetzt kann sich jeder Ausmalen wen ich wähle und bitte jetzt nicht gleich sagen die sind auch nicht besser denn die einen haben es schon bewiesen und bei der AfD gilt für mich noch die Unschuldsvermutung. Aber vielleicht bin ich auch nur ein unverbesserlicher Optimist.

  • Wieder so ein trollig dummer Kommentar.
    Die Union hat sich so sehr verrannt,
    dass ehemalige Leistungsträger es
    nicht mehr aushalten.

  • Das wird aber Friedrich Merz gar nicht passen. Auch seinem Kronprinzen in Sachsen-Anhalt wird das nicht gerade helfen.
    Da kann man nur hoffen, dass die CDU Wähler nicht zur SPD, den Grünen oder Linken überlaufen.

  • Wenn man es einmal unverblümt aussprechen darf, hat Friedrich Merz „Machtgeilheit“ und „Großmannssucht“ die CDU in diese Lage gebracht. Wer nicht nur die CDU, sondern ganz Deutschland verkauft um eigene Pfründe zu sichern, hat es nicht verdient als BK respektiert zu werden. Und eine Partei, die ihr eigenes Profil verkauft um Regierungspartei zu sein, hat es nicht verdient gewählt zu werden. So einfach ist das. (Zur Sicherheit, Ironie off)

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