Wähler beenden Bulgariens monumentale politische Krise: Linkskonservativer gewinnt absolute Mehrheit
Seit rund fünf Jahren gibt es in Bulgarien keine stabile Regierung mehr. Am Sonntag haben die Wähler eine neue Partei mit einer absoluten Mehrheit ausgestattet: Der linkskonservative, zurückgetretene Staatspräsident Rumen Radew soll künftig die Regierung führen.
Eine Woche nach Ungarn ist es an diesem Sonntag zum nächsten Wahlbeben in Osteuropa gekommen: Nach einem halben Jahrzehnt massiver politischer Instabilität haben die Bulgaren bei der achten Parlamentswahl innerhalb von fünf Jahren die neue Partei Progressives Bulgarien (PB) des Ex-Präsidenten Rumen Radew mit absoluter Mehrheit an die Macht gewählt.
Die PB erhielt fast 45 Prozent der Stimmen – so deutlich hat in Bulgarien seit den 90er-Jahren keine Partei mehr gewonnen. Im Parlament nimmt sie wohl 131 der 240 Sitze ein. Der Erdrutschsieg Radews hat dabei vor allem zwei wichtige politische Gründe: Die Elite des Landes gilt als äußerst korrupt, gleichzeitig aber auch als pro-EU; angesichts der Mittel, die das ärmste EU-Land aus Brüssel bekommt, kein Wunder.
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Die Wahl Radews kann dabei als eine Abwahl der aktuellen politischen Elite gesehen werden: Die PB, die erst vor wenigen Wochen offiziell gegründet wurde, machte Wahlwerbung mit dem Kampf gegen die Korruption. Eines der wichtigsten Versprechen der Partei ist etwa eine Reform des Justizsystems des Landes. Außerdem gilt der Ex-Präsident als eurokritisch – eine Position, die ihm angesichts der hohen Inflation im Land seit dem Eintritt in die Eurozone zu Anfang des Jahres viel Zuspruch verschafft hat.
Zum Kreml-Regime möchte Radew wieder engere Beziehungen führen – angesichts dessen, dass die bulgarischen Wähler so russlandfreundlich sind wie in kaum einem anderen EU-Land, war auch diese Position äußerst anschlussfähig. Das ist geschichtlich gesehen kaum verwunderlich: Russland gilt dort als Befreier vom türkischen Joch – Hunderte Jahre lang war das heutige Bulgarien Teil des Osmanischen Reiches, bis 1878 das Russische Reich die Freiheit Bulgariens durchsetzte. Bis heute ist die wichtigste Prachtstraße der Hauptstadt Sofia nach dem „Befreier-Zaren“ („Tsar Osvoboditel“) Alexander II. benannt.
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Der Vergleich zu Ungarn drängt sich auf
Auch wenn die außenpolitischen Positionen Radews denen des designierten ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar nahezu diametral entgegenstehen, drängt sich ein Vergleich zur ungarischen Wahl am vorvergangenen Sonntag auf: Eine als korrupt angesehene Regierung, die in der Außenpolitik eine Linie verfolgt, die bei den Wählern unbeliebt ist, wird durch eine neu gegründete Partei deutlich abgewählt.
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Radew war in den 80ern Mitglied der Kommunistischen Partei Bulgariens, die 40 Jahre lang als Einheitspartei der kommunistischen Diktatur fungierte. Seitdem hat Radew seine Positionierung weitestgehend beibehalten – als linkskonservativ lässt sich seine politische Linie gut beschreiben. Gleichzeitig bestach Radew während des Wahlkampfs vor allem mit vagen Versprechungen und kaum konkreten Vorschlägen – wie sein Regierungsstil mit absoluter Mehrheit aussehen wird, ist deshalb noch nicht eindeutig abzusehen.
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Radews Aufgabe ist groß – Bulgariens politische Krise konnte er jedoch vorerst beenden
Angesichts dessen, dass Radew selbst lange Zeit Teil des politischen Systems des Landes war, ist es jedoch fraglich, ob er den Kampf gegen die grassierende Korruption in Bulgarien wirklich mit vollem Elan führen wird. Auch wie viel er von seiner außenpolitischen Agenda gegen den vorhersehbaren Widerstand Brüssels umsetzen kann, ist fraglich – kaum ein Land in der EU ist so abhängig von den Fördermitteln anderer Mitglieder.
Eine Sache lässt sich nach den Wahlen am Sonntag jedoch eindeutig sagen: Seit rund fünf Jahren hat Bulgarien keine stabile Regierung mehr gehabt – eine instabile Koalition löste die nächste ab. Das dürfte sich angesichts der absoluten Mehrheit der PB ändern – auch das ist sicherlich ein Faktor, der zum deutlichen Sieg Radews beigetragen haben dürfte: Wie es in Ungarn nach sechzehn Jahren Fidesz-Herrschaft eine Orbán-Müdigkeit gegeben hatte, gab es in Bulgarien eine Wahlmüdigkeit.
Viele wählten deshalb wohl den Mann, der als aussichtsreichster Kandidat galt, das politische Patt zu beenden. Radew hat es damit geschafft, die politische Krise an der Wahlurne vorerst zu beenden – ein erster wichtiger Erfolg.
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Linkskonservativ. Ist das so was wie Sahra Wagenknechts BSW?
Alter Wein in neuen Schläuchen. Aber es scheint immer noch zu funktionieren.
„Linkskonservative“ sind ws. Altlinke, die sich für konservativ halten, bspw. ehemalige PDS-Wähler, die jetzt AfD oder BSW wählen.
Also wie NSDAP-Mitglieder in der Stasi-SED, NSDAP-Mitglieder unter den Gründern der Grüninnen, Stasi-IM in angeblichen NGOs….
Linkskonservativ könnte man auch nationalsozialistisch nennen.
Kommunismus im Tarnhöschen.
Diese sozialistischen Putin-, China-,, Iran-, Hisbollah- und Hamas-Unterstützer sind die schlimmsten Feinde unseres Landes und unserer abendländischen Zivilisation.
Ein Linkskonservativer? Also ein katholischer Protestant? Oder ein libertärer Kommunist? Also ein richtig ehrlicher Merz?
Ein richtig ehrlicher Merz ! Das schönste Oxymoron seit langem.
Milliarden-Aufrüstung, Verbrenner-Verbot, unkontrollierte Migration: Die Politik regiert seit Jahren an den Interessen der Bevölkerung vorbei. Anstatt die Anliegen der Bürger ernst zu nehmen, werden Meinungen, die vom politisch-medialen Mainstream abweichen, ausgegrenzt und stigmatisiert.
Nach der unsäglichen Ampel ist die um nichts bessere schwarz-rote Regierung unter Kanzler Merz dabei, die Zukunft unseres Landes zu verspielen.
Ist Deutschland noch zu retten? Wie erklärt sich das Versagen der regierenden Politiker, die den Bezug zur Bevölkerung offenbar völlig verloren haben?
Was muss sich ändern, damit die Demokratie in Deutschland wieder funktioniert?
Und welche Verantwortung kommt den Medien zu, die immer öfter Hofberichterstattung statt kritischen Journalismus betreiben?
„Sahra trifft“ mit dem langjährigen ZDF-Journalisten und Moderator sowie mehrfachen Bestsellerautor Peter Hahne.
https://www.youtube.com/watch?v=238KretQeCc
Herrlich!
Linkskonservativ klingt nach Stalinismus.
Linkskonservativ? Also halt Altlinke, pro-Sowjetleute? Dass das noch Anklang findet. Sahra Wagenknecht ist damit schon gescheitert aber der Ostblock ist halt noch mal ganz anders an Russland gebunden. Hoffen wir mal dass der Typ dann nicht selbst die verfilzte Elite wird die er vorgibt zu bekämpfen und viel Glück Bulgarien
Er ist nicht links- , sondern rechtskonservativ!!!!
Hier irrt AN genauso wie die MSM….
„Linkskonservativ“ ist ein Oxymoron – linke Politik gilt als progressiv, also auf den Umbau des Staates und der Gesellschaft gerichtet. Konservativ bedeutet dagegen das Bewahren dessen, was ist und Änderung nur dort, wo sie sinnvoll ist.
Also halten wir fest: Der Wahlsieger und seine Partei gelten als eurokritisch. Bulgarien als Land gilt als russlandfreundlich.
Das wird Ärger mit Brüssel geben.
Gleichzeitig ist kein anderes EU-Land so abhängig von Brüsseler „Fördermitteln“ wie dieses. Vielleicht sollte man in Sofia darüber nachdenken, sich von dieser Abhängigkeit freizuschwimmen, denn wenn B. nach wie vor das ärmste Land der EU ist, dann verfehlen die EU-Mittel den Zweck, dem Land auf die Beine zu helfen.
Sie dienen nur dazu, das Land in Abhängigkeit zu halten.
Andere würden evt. wirklich in Bulgarien investieren und nicht nur Mangel verwalten.
Das wäre dann fortschrittlich und konservativ zugleich.
Schaumermal, was unter dem „Linkskonservativen“ so passiert.
Links ist Sozialismus, Rechts ist Konservativ, also ein Konservativer Sozialist? Ein rundes Quadrat? ein trockenes Wasser?
Linkskonservativer gewinnt absolute Mehrheit
Das nennt man wohl Oxymoron oder contradictio in eo ipso.
Alle schreiben Oxymoron. Hätte ich die anderen Kommentare vorher gelesen, hätte ich mir meinen sparen können.
Was ist bitteschön „Linkskonsrvativ“?diesen ganzen Wahnsinn verstehe ich nicht…
Alt-Kommunisten wie Stalin.
„Linkskonservativ“ wirkt zunächst wie eine pragmatische und durchaus vernünftig klingende Mischung. Doch inwieweit sich ein solcher Konservatismus, der letztlich stark vom individuellen Verhalten der Mehrheit getragen werden müsste, tatsächlich gesellschaftlich verankern kann, bleibt fraglich.
Wenn man das heutige Europa betrachtet, etwa im Umgang mit Smartphones, sozialen Medien, Ernährung oder auch Spiritualität, lässt sich kaum eine Entwicklung in Richtung Konservatismus erkennen. Vielmehr scheint sich der gegenteilige Trend zu verstärken.
Die sozialen Herausforderungen, die aus diesem zunehmend entfremdeten und teilweise entmenschlichten Lebensstil entstehen, lassen sich wohl selbst durch die sozial ambitionierteste Regierung kaum vollständig kompensieren oder „reparieren“.
Kurz gesagt:
Entscheidend ist weniger, wie gewählt wird, sondern wie gelebt wird, liebe Bulgaren.
LACHGAS für alle…
J. Steinhöfel über Ursula von der Leyens Covid-App gegen die Redefreiheit
https://www.youtube.com/watch?v=EAEdwBoPM5g&t=8s 26 Min
– Endlich jemand, der nicht bei jedem EU-Wink sofort strammsteht…
ein bisschen mehr Eigeninteresse, ein bisschen weniger Brüssel-Bevormundung… einfach etwas mehr gesunder Menschenverstand…
Linkskonservativ=nationalsozialistisch, wird halt ungern genommen;)
Wieder ein überlanger unsinniger und pseudo-philosophischer Sermon zur Rettung Ihres Sozialismus?
Linkskonservativer ? Also ein Kommunist im „rechten“ Tarnkleid, oder wie, oder was ?
Ist das nicht Wahlbetrug nach Art eines Chamäleons ?
Oxymoron Linkskonservativ UND dann noch mit Beendigung monumentale Krise.
LOL mit Linken soll es aufwärts gehen, wo hat das jemals geklappt und angedauert???
Er ist nicht l i n k s …..
Wenn man die kruden Stimmen einiger Foristen hier so liest, könnte man denken, das bulgarische Volk ist zu dumm zum Wählen. Nein, die haben eine klare Entscheidung getroffen. Ein Entscheidung, die offensichtlich nicht jedem gefällt.
Viele Comments eint eines. Keine Ahnung von nichts, aber davon viel. Die Korrupten Regierungen vorher wurden von der Ursuline gedeckt. Die EU wusste von den massiven Diebstahl der EU Subsidien, unternahm nichts dagegen da kein Veto zu erwarten war und die GERB Mitglied der EVP ist. Was ist gegen Handel mit RU einzuwenden.
Linkskonservativ, also brauner Bolschewismus (Hitlerismus beziehungsweise Nationalsolzialismus) ist mehr oder weniger identisch mit der Politik Wagenknechts – vom Stalinismus der 1990er Jahre hin zum national-patriotischen Kommunismus (in Form ihrer selbsternannten Partei BSW) und wird von den Abgehängten des einstigen Sowjetreichs komplett abgelehnt.
Platon, gehasst von den Marxisten-Leninisten, hat er doch in seinem Werk „Der Staat“ (Politeia) eine radikale Gütergemeinschaft vorgeschlagen, die ausschließlich für die herrschende Klasse – die Philosophenkönige und die Krieger (Wächter) – gilt. Was das Privateigentum anbelangt, darf die Wächterklasse (heute nennen wir sie Politiker) keinen privaten Besitz haben, um Korruption und Eigennutz zu verhindern. Die Wächter leben in einer Gütergemeinschaft, werden von den anderen Bürgern (Handwerkern/Bauern) versorgt und erhalten nur das Nötigste.
Radew hat damals ungefähr das 1.000fache des bulgarischen Arbeiters ‚verdient‘.
Was, um alles in der Welt, soll denn ein „Linkskonservativer“ sein?
Cerny, jetzt sind Sie komplett falsch abgebogen?
Ihr „linksliberal“ ist ja schon veritabler Blödsinn, aber „linkskonservativ“ ist eine kommunistische Nebelbombe.
„Linkskonservativ“ ist kein klar definierter Fachbegriff, sondern eher ein Versuch, zwei politische Richtungen zu kombinieren. Gemeint ist meist jemand, der in sozialen und wirtschaftlichen Fragen eher links denkt, also z. B. für einen starken Sozialstaat oder mehr Umverteilung ist, aber gleichzeitig bei gesellschaftlichen Themen eher konservativ bleibt, also auf Tradition, Stabilität und bewährte Strukturen setzt. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich und kommt in der Praxis auch sehr selten vor. Problematisch ist eher, dass solche Begriffe unscharf sind und oft mehr Verwirrung stiften als erklären.
Dieser Putin-treue Sozialist hat mit konservativen Positionen rein gar nichts zu tun.
Ein Bulgare, der schon lange hier arbeitet, sagte mir mal,Bulgarien habe Korruption. Auf meine Frage, was er von der Ukraine wisse und halte, sagte er , noch schlimmer, Ukraine hat nicht Korruption, es ist Korruption als Staatsform. Und die sollen bald in die EU, schlimmer geht immer.
Grob überflogen, könnte man meinen eine AFD ist gemeint … 😎Bin nicht in Details gegangen. Im Zweifel als Satire … Langsam verheddert man sich bei den Zuordnungen. 😇
Auch Deutschland braucht eine sozialkonservative Regierung. Und zwar AfD/DieBasis.
https://jlt343.wordpress.com
Ein antikapitalistischer und Putin-treuer Wagenknecht- und Chrupalla-Zwilling ist überhaupt nicht konservativ oder sonst wie patriotisch. Boris Cherny liegt weit daneben.