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Nach Erdrutschsieg

„Nordkorea-Propaganda“: Designierter Ungarn-Premier Magyar kündigt Reform des ungarischen ÖRR an

Nach einem Auftritt im ungarischen ÖRR, bei dem Péter Magyar dem Sender „Propaganda im Nordkorea-Stil“ vorgeworfen hatte, hat der designierte ungarische Ministerpräsident eine Reform des Mediengesetzes angekündigt. Bis dahin soll der ÖRR gestoppt werden.

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Der designierte Ministerpräsident Péter Magyar nach seinem Besuch beim ungarischen Präsidenten (IMAGO/ZUMA Press)

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Seit wenigen Tagen steht der ungarische Oppositionschef Péter Magyar als künftiger Ministerpräsident des Landes fest. Magyar möchte die während der Regierungszeit festgefahrenen Strukturen radikal reformieren – etwa beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk des Landes.

Deshalb kam es am Mittwochmorgen zu heftigen Zusammenstößen, als er zuerst in einer öffentlich-rechtlichen Radiosendung des Senders Kossuth und dann in einer Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auftrat. Dort warf er dem ungarischen ÖRR Propaganda im „nordkoreanischen“ Stil vor.

„Ein Bestandteil unseres Programms ist, dass diese Lügenfabrik mit der Bildung einer Tisza-Regierung ihr Ende finden wird“, sagte Magyar dem Moderator. „Die Verbreitung von Falschnachrichten hier muss aufhören, und wir werden unabhängige, objektive und unparteiische Bedingungen schaffen, um dieser Propaganda ein Ende zu setzen.“

Der Moderator der Sendung widersprach Magyar und kanzelte seine Vorwürfe als unwahr ab. Nach der Sendung konkretisierte der designierte Ministerpräsident seine Pläne bezüglich des ungarischen ÖRR: Er möchte die staatlichen Fernsehsendungen aussetzen lassen und stattdessen ein neues Mediengesetz durchbringen.

Auch mit dem Staatspräsidenten Ungarns, Tamás Sulyok, hat sich Magyar am Mittwoch angelegt: Am Vormittag traf er sich mit dem Staatschef – dabei kam es offensichtlich zu Spannungen. Noch während sich Magyar im Präsidentensitz befand, schrieb er auf X: „Tamás Sulyok ist unwürdig, die Einheit der ungarischen Nation zu repräsentieren. Er ist ungeeignet, als Wächter der Legalität zu dienen. Er ist nicht geeignet, als moralische Autorität oder Vorbild zu dienen. Nach der Bildung der neuen Regierung muss Tamás Sulyok unverzüglich das Amt niederlegen.“

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Sulyok ist seit 2024 Präsident Ungarns – er wurde noch durch das alte ungarische Parlament, in dem eine Zweidrittelmehrheit für Orbáns Fidesz-Partei besteht, an die Macht gewählt. Seine Vorgängerin Katalin Novák war im Zuge eines Begnadigungsskandals zurückgetreten – Sulyok ist zwar offiziell unabhängig, gilt aber als Verbündeter Orbáns.

Fidesz und Orbán regieren seit 2010 – seitdem hat der Noch-Ministerpräsident den Staat nach seinen Vorstellungen einer „illiberalen Demokratie“ umgebaut. Gleichzeitig konnte Orbán bemerkenswerte Erfolge in der Migrationspolitik erzielen. Magyar positioniert sich politisch ähnlich konservativ, möchte jedoch hart gegen die Korruption im Land vorgehen. Bei EU-Politikern trifft Magyars Wahlsieg dabei auf Begeisterung – obwohl seine Pläne, etwa den ungarischen ÖRR zu reformieren, in Deutschland wohl massiv kritisiert würden.

bc

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58 Kommentare

  • Ein Staat sollte überhaupt keine Sender betreiben. In der heutigen Zeit reicht eine Internetseite mit offiziellen Verlautbarungen, Pressekonferenzen, Streams von Sitzungen des Parlaments und ähnlichen Formaten.

    Unterhaltung, Sport und alles andere ist Privatsache. Dazu zähle ich auch Talkshows, Dokumentationen und was es sonst noch so gibt.

    • Tja, so einfach könnte es sein.
      Aber Filz ist leider stärker, zumindest in D.

    • „Der Staat“ betreibt keine Sender. Es ist Öffentlicher Rundfunk und den gibt es in jedem Land der Welt. Und es wäre schlimm, wenn man sich nur auf Private, Internet, Youtube und Social Media verlassen würde.

    • Naja, es gibt sehr gute Reportagen und Dokumentationen im ÖRR bzw. in dessen Mediatheken z.B. über Wissenschaft, Geschichte und ferne Länder. Sowas findet man bei den Privaten nicht. Auf niveauvolles Fernsehen möchte ich nicht verzichten.
      Wenn es nur noch das Verblödungsfernsehen der Privaten gäbe, wäre das echt schlecht.

  • Das wird Uschi nicht gefallen.

    • Kommt auf das Nachfolgemodell an ob Uschi jubelt oder weint.

    • Aus journalistischen Kreisen ist zu hören, dass Redakteure des Tisza-eigenen „unabhängigen” Mediums kontroll.hu für die „Neugestaltung“ in Frage kommen. Und von wem wird kontroll.hu geführt? von Péter Magyar’s Bruder, Márton Magyar.

      • Auch wieder Vetternwirtschaft……Schätze die Korruption bleibt, wird nur für andere Leute hilfreich. Im Osten nix Neues.

  • Warum kann man den ÖRR nicht einfach abschaffen.
    Es gibt Internet.

    • Wieviele Länder haben den ÖRR denn abgeschafft? Glauben Sie ernsthaft, dass die Informationen im Internet ausgewogener sind?

  • Nach dem Knallen der Korken kommt jetzt das große Erwachen oder das Zittern?

  • „Nordkorea-Propaganda“ trifft gut auf ARD und ZDF zu.

  • Das bedeutet, die bisherigen Mitarbeiter werden rausgeschmissen … und durch eigene (der neuen Partei ergebene) Mitarbeiter ersetzt. Wozu braucht man ÖRR überhaupt noch? Frage ich mich jeden Tag wieder.

    • Sie haben es richtig erfasst.
      Pläne sind schon in der Schublade.
      Aus journalistischen Kreisen ist zu hören, dass Redakteure des Tisza-eigenen „unabhängigen” Mediums kontroll.hu berücksichtigt werden sollen. Und von wem wird kontroll.hu geführt? von Péter Magyar’s Bruder, Márton Magyar.

  • Kann mir jemand helfen?
    Ist das gut für die Bürger oder ist das gut für die EU?

    • Ich helfe gerne: Der ÖRR Rundfunk in Ungarn soll in einen ÖRR der EU samt deren Propaganda- Marionetten ersetzt werden!
      Wurde in Deutschland, Ö & Co die letzten Jahre genau so vollzogen. Nur etwas gräuschloser, damit die Bevölkerung die schleichende Umstellung nicht sofort mitbekommt. Salamitaktik. Wird in der EU und Politik gerne verwendet. Z.B. im Bezug auf Bargeldabschaffung usw usw. Schön scheibchenweise.

      • Danke für die Erklärung. Ich habe es auch nicht verstanden.

      • SÄUBERUNGEN

        Magyar postet schon eifrig auf X,
        daß er ein gutes Gespräch mit Leyen
        führte – mir unklar, ob er sie besuchte
        oder nur telefonierte.

        Jedenfalls besuchte der Heuchler Magyar den
        Präsidenten Tamás Sulyok (ungar.: Sulyok Tamás),
        doch hetzt öffentlich, jener sei unwürdig u.
        unfähig dieses Amt zu bekleiden, er werde ihn
        hinauswerfen, wenn er nicht freiwillig gehe.

        Linke jubeln über den „Demokraten“ Magyar
        u. sein flegelhaftes Benehmen sowie
        seine angekündigten Säuberungen.

        Regina Laska liebt die Ukraine u. Magyar
        https://www.antwortseiten.org/about/
        veröffentlicht u.a. bei FOCUS+
        No Welcome DM, PLEASE:
        https://x.com/Sunnymica/status/2044350129751167444

  • Wie gesagt, es geht schon gut los. Geliefert wie bestellt.

  • Da würde manches auch für Deutschland passen. Sowohl, was den ÖRR, als auch, was die Position des Präsidenten anbelangt.

    • SÄUBERUNGEN
      Sie stellen Orbán auf dieselbe
      Stufe mit Steinmeier?

      • Orban ist nicht Präsident….

  • Tja-die Macht des ÖRR nimmt er sich gleich zu Anfang vor. Das hat schon seinen Grund und diese Macht wird bei uns völlig unterschätzt und von „unsereDemokratie“ auch nie kritisch in Frage gestellt. Warum nur? Desinformation ist doch ein sehr aktuelles Thema

  • Ich vermute mal, da werden manche sehr schnell aus ihrem Freudentaumel aufwachen….

  • Hat er das mit VdL abgesprochen?
    Ich habe noch nicht verstanden, ob das gut oder schlecht für Ungarn ist.
    Gibts nun weniger oder mehr Geld aus der EU?

  • Mich würde interessieren ob das Volk das so möchte.
    Leider finde ich nichts dazu.

    • …der linke ungar. „Kindergarten“, der das
      geschniegelte Bürschchen wählte, auf
      jeden Fall:
      JUNGVOLK WILL SÄUBERUNGEN
      Während eines öffentl. Auftritts in Budapest war eine starke Stimmung unter den Teilnehmern spürbar. Aus der Menge waren wiederholt Rufe nach einer Bestrafung der Vertreter der bisherigen Macht zu hören. „Sperrt sie ein, sperrt sie ein“ (Anm. d. Red.: Aufrufe zur Inhaftierung von Vertretern der vorherigen Regierung).

      Bei der öffentl. Versammlung waren geballte Fäuste vieler junger Menschen zu sehen, die sich klar zu einer linken Bewegung bekennen. Es ist offensichtl., daß Magyar die Wahl durch starke mediale Unterstützung und eine neue Generation junger Menschen gewonnen hat, die durch Schulen geprägt wurden, die von liberal-linken Strömungen aus der Europäischen Union beeinflußt sind…
      urlr.me/TYavDh
      (Online-Zeitung v. Sven v. Storch,
      Gatte der Beatrix v. Storch.)

      MAFIOSO?
      https://static.euobserver.com/2026/04/Magyar_Peter_2024._aprilis-an.jpg

  • Man beachte, er schafft den ÖRR nicht ab. Der besetzt die Positionen mit eigenen Leuten nehme ich an.

    • Genauso kommt es…..

  • Magyar muss nicht bis nach Nordkorea zu schauen, das gleiche Programm läuft im ZDF.

  • Mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn jemand, wie der Magier, als neuer Heiland hochstilisiert werden soll. Politiker sollten an ihren Taten gemessen werden und nicht an ihren Absichtserklärungen. Er muss erstmal liefern, nach einiger Zeit sollte das bewertet werden und dann kann man urteilen.

  • Hoffentlich bekommen die Ungarn nicht jetzt auch eine „Unsere Demokratie“ übergestülpt. Ich kann nicht beurteilen wie sehr sich der ÖRR in Ungarn zum ÖRR in Deutschland unterscheidet denn immerhin konnte ja Orban entmachtet werden, wovon die AfD immer noch träumt bei dem Stellenwert welcher der ÖRR in Deutschland der AfD einräumt.

  • „Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Mißtrauen und Zweifel.“
    „Und wenn Sie schließlich verarmt, kollektiviert, zensiert, überwacht und Ihrer persönlichen Freiheiten beraubt in einem ökosozialistischen Maßnahmenstaat leben, aber das Klima sich immer noch munter wandelt, werden Sie feststellen, dass das Ihr geringstes Problem ist.“

  • das gewaltsame umkrempeln der Medien auf die eigene Propagandaschiene ist keine „Reform“, sondern knallharte Machtpolitik wie man in Polen gesehen hat.
    Glaubt jemand allen ernstes eine Regierung würde sich für „neutrale“ Medien stark machen? Reichlich naiv.

  • Magyar sollte den ungarischen ÖRR abschaffen und den privaten Medien freien Lauf lassen. Maximal eine staatliche Nachrichtenagentur, mehr braucht es nicht.

    • Ich glaube nicht, daß ausgerechnet er auf dieses Machtinstrument verzichtet.
      Er wird nur das Drehbuch der Propaganda auf sich selbst umschreiben lassen.
      Das ist ein sehr auf sich selbst bezogener egomanischer Mann.

    • Staatlich????

  • Da wird die deutsche Begeisterung von ARD und ZDF aber nun schnell aufhören!

  • Als Orban das sagte, hüpfte Uschi im Quadrat und drohte.

  • Simmt zu 100%. In jeder Diktatur gibt es Monatliches Zwangsgeld.

  • Möchten die Ungarn das, oder hat er einen Auftrag von von der Lügen dazu?

    • Das wird man bald wissen…

  • Schauen wir mal was am Ende dabei heraus kommt. Ob es wirklich besser und objektiver wird, ich habe meine Zweifel.

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