Merz glaubt, er habe die NATO gerettet – jetzt bewirbt er sich als ihr Totengräber
Immerhin Außenpolitik mache Friedrich Merz gut, attestieren ihm viele. Damit dürfte es nun auch vorbei sein: Mit seinen Volten rund um Amerika und den Iran-Krieg führt der Kanzler sich auf wie ein Elefant im diplomatischen Porzellanladen. Das hat teure Konsequenzen für Deutschland und Europa.
Friedrich Merz hat die NATO gerettet. Das glaubt zumindest Friedrich Merz, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, um diese Geschichte zu erzählen. Donald Trump habe den NATO-Austritt schon durchziehen wollen – nur der Kanzler mit seinen Mega-Schulden für Verteidigung habe ihn noch einmal umgestimmt.
Für diese Geschichte gibt es keine Belege. Im Gegenteil: Deutlich wahrscheinlicher erscheint mittlerweile, dass Merz einer Ente aufgesessen ist. Wie auch immer – Merz glaubt jedenfalls, er habe den amerikanischen NATO-Austritt in letzter Sekunde abgewendet und das Bündnis gerettet. Wenn es denn tatsächlich so gewesen wäre, müsste man dem Kanzler Anerkennung zuteilwerden lassen.
Werbung
Jetzt hat Friedrich Merz sich aber um einen neuen „Erfolg“ bemüht – nach NATO-Retter wollte er offenbar auch deren Totengräber sein. Es fällt einem jedenfalls schwer, von etwas anderem auszugehen, wenn man sich das Gebaren dieses Kanzlers rund um den Iran-Krieg anschaut.
Hatte Merz sich zu Kriegsbeginn noch überraschend an die Seite der USA und der Israelis gestellt und erklärt, nun sei „nicht die Zeit“ für typisch deutsche Belehrungen, verfiel er innerhalb weniger Tage selbst in genau diesen typisch deutschen Belehrungston. Plötzlich konnte sich kaum noch ein Mikrofon vor dem Kanzler oder einem seiner Minister retten, die unbedingt erklären wollten: Das ist nicht unser Krieg. Wörtlich fiel dieser Satz so mehrmals, auch Merz machte ihn sich zu eigen.
Werbung
Formal hat er damit natürlich recht. Aber diese Aussagen, die wohl den Charakter von Ansagen haben sollten, waren strategisch nicht mal mehr kurzsichtig, sondern einfach blind. An dieser Stelle stand schon vor Wochen das, was absolut vorhersehbar war:
Lesen Sie auch:
Syrer in Deutschland als „strategisches Gut“ für Al-Sharaa: Damaskus hat Merz eiskalt düpiert
Das mit den 80 Prozent war „der Herr Kanzler“, die Rückkehr von Syrern in die Heimat dürfe nicht erzwungen werden: Die neuen Machthaber in Damaskus düpieren Merz. Das bietet schlechte Aussichten für die Rückführung der syrischen Migranten.ARD-Deutschlandtrend
Zufriedenheit der Deutschen mit der Regierung Merz fällt auf Rekordtief – auch SPD stürzt ab
Im neuesten ARD-Deutschlandtrend fällt die Zufriedenheit der Deutschen mit der Bundesregierung auf ein Rekordtief. Unter den Koalitionsparteien schneidet dabei die SPD besonders schlecht ab – in der Sonntagsfrage stürzt sie gar auf den schlechtesten Wert seit 2019 ab.„Die aktuellen Argumente der Bundesregierung werden jenseits des Atlantiks genau registriert. „Es ist nicht unser Krieg“, meint Boris Pistorius – genauso argumentieren viele MAGA-Republikaner in Amerika, wenn es um die Ukraine geht. Hierzulande hofft und fordert man, dass Washington sein Engagement für Kiew nicht noch weiter zurückfährt, und schimpft über die verantwortungslosen Trump-Amis. Jetzt übernimmt Berlin aber genau diese Argumente à la „Das geht uns nichts an“, wenn es um den Persischen Golf geht. Das ist nicht stimmig. Mehr noch: Es ist geradezu brutal kurzsichtig.
Es ist nicht „unser Krieg“ am Persischen Golf – okay. Mit welchem Recht aber sollen wir dann noch auf den bösen Donald Trump oder den bösen JD Vance zeigen, wenn sie sich dann bald die Berliner Argumentation zu eigen machen und wieder meinen: Es ist nicht unser Krieg dort in Osteuropa. Das wäre dann nicht mehr die Logik von bösen Isolationisten, sondern einfach Merz-Logik.“
Werbung
Genau so ist es gekommen – man musste auch keinen Master in Internationalen Beziehungen haben oder ein intimer Trump-Kenner sein, um das so zu antizipieren. Mit „Nicht unser Krieg“ hat Friedrich Merz die Argumente des MAGA-Lagers gegen ein Engagement für die Ukraine übernommen und legitimiert.
Trump selbst hatte sich in einem Pressestatement vor einer Kabinettssitzung über Merz beschwert und seine Worte genau so aufgegriffen. „Es ist nicht unser Krieg“, zitierte er den deutschen Bundeskanzler – „nun, die Ukraine ist nicht unser Krieg. Wir haben geholfen, aber es ist nicht unser Krieg.“
Es ist aber nicht nur der erratische Trump – auch der als extrem transatlantisch geltende Außenminister Rubio sprach davon, man müsse die US-Mitgliedschaft in der NATO im Angesicht dieser Verbündeten neu evaluieren. Als Senator im amerikanischen Kongress hatte er noch ein Gesetz ein- und durchgebracht, das es dem US-Präsidenten verbietet, ohne breite Zustimmung im Kongress die NATO zu verlassen – eindeutig eine Lex Trump. Jetzt ist er sich mit seinem Chef im Blick auf die europäischen Verbündeten einig.
Werbung
Es wäre politisch klug und vor allem relativ einfach gewesen, diese Verstimmungen zu verhindern. Schon die lose Zusage einer Fregatte oder eines Einsatzgruppenversorgers von deutscher Seite – nicht mal für offensive Einsätze gegen den Iran, sondern rein defensiv in der Straße von Hormuz – hätte Trump zumindest oberflächlich befriedigt. Insbesondere während Länder wie Spanien, aber auch Frankreich und andere europäische NATO-Staaten den US-Präsidenten mit der Sperrung ihres Luftraums verärgert haben, hätte Merz einen wertvollen Akzent setzen können, der nicht teuer gewesen wäre.
Er hat sich für eine bemerkenswerte Art von Trotzigkeit entschieden – und damit nicht nur Trump und die Isolationisten, sondern auch die Transatlantiker wie Marco Rubio oder Lindsey Graham verärgert. Die Ernüchterung, die in transatlantischen und republikanischen Kreisen um sich greift, wenn es um die europäischen Verbündeten geht, ist greifbar. Man ist fertig mit diesen Verbündeten, die als „Freeloader“, als Schmarotzer, ihre Sicherheit an Amerika auslagern, nichts für die kollektive Sicherheit in der NATO tun wollen – und Amerika dann noch belehren und blockieren.
Diesem Gefühl hat Merz erheblichen Vorschub geleistet und auch die Europa-Freunde in Trumps Orbit verprellt. War Merz beleidigt, weil Trump ihn vor dem Angriff nicht ins Vertrauen zog, nicht in die Planungen involvierte? Oder glaubt er, eine Welle der öffentlichen Meinung reiten zu können, die diesen Krieg ja sehr kritisch sieht? Was auch immer ihn antreibt: Am Ende trampelt Merz wie ein Elefant im diplomatischen Porzellanladen. Im ungefähr letzten Politikfeld also, in dem ihm allgemein immer noch eine gewisse Fähigkeit attestiert wird.
Werbung
Das dürfte jetzt auch vorbei sein: Mit seinem seltsamen Hin und Her hat Merz die deutsche Position geschwächt, den Zusammenhalt in der NATO und auch die Unterstützung der Ukraine sabotiert. Das hätte alles nicht sein müssen. Merz aber führt sich auf, als wäre er noch in der Fahrschule der Außenpolitik. Kein Wunder also, dass es dann zu solchen Unfällen kommt.
Der Fallout von Merz‘ außenpolitischen Volten jedenfalls ist unmittelbar und sehr teuer. Einem Bericht der Financial Times zufolge haben die USA bereits von Europäern und anderen westlichen Staaten bezahlte Waffenlieferungen für die Ukraine zurückgehalten – als Druckmittel, um einen europäischen Einsatz in der Straße von Hormuz zu erzwingen. Man könnte fast von räuberischer Erpressung durch Trump sprechen.
Jetzt kann man sich natürlich über den US-Präsidenten empören. Auch nicht zu Unrecht. Der Punkt ist aber: Ein kluger, weitsichtiger Außenpolitiker hätte diese Situation relativ einfach vermeiden können. Leider haben wir keinen klugen, weitsichtigen Außenpolitiker, sondern nur Friedrich Merz.
Freund werden
Freund von Apollo News werden
Merz fehlt es an diplomatischem Geschick. Die Selbstüberschätzung hingegen ist enorm!
Meine Nachbarin meint, dass Sie sich extrem diplomatisch ausdrücken.
Der hat doch für nichts Geschick.
Er reiht sich hinter Merkel ein. Sie hat mit ihrer Flüchtlings- und Energiepolitik die EU gespalten und GBs Austritt verursacht. Das Kapitel ist noch nicht zu Ende geschrieben! Merz schädigte nun die NATO und gibt die israelische Staatsräson auf. So ist es, wenn man das Geschichtsbewusstsein und den Kompass verliert.
—So ist es, wenn man das Geschichtsbewusstsein und den Kompass verliert.—
Meine Nachbarin meinte auch etwas von wegen Verstand………. sollte ich sie richtig verstanden haben.
Immerhin Außenpolitik mache Friedrich Merz gut, attestieren ihm viele. Wer sind oder waren diese vielen?
Attest, Attest………… Grübel, grübel!
Experten…
Ich war natürlich nicht im Juli/August 1914 dabei, allerdings kann ich mir nun gut vorstellen, wie es zu solch einer Fehlreaktion 1914, durch Arroganz und Unbedarftheit auf höchster Ebene eines Staates kommen kann.
Habe ich mir auch schon oft gedacht! Die Geschichte wiederholt sich eben doch! Putin freut sich über unsere Koryphäen.
Und was hat das mit Putin zu tun? Europa ist für ihn doch längst irrelevant geworden. Ein Sauhaufen, der am Abgrund steht. Um Verlierer kümmert man sich nicht. Die Musik spielt in Asien und nicht mehr in Europa bzw. dem Westen.
War wohl der 1. April, wo Merz diesen Scherz losließ.
Merz als Außenpolitiker? Genau so erfolgreich wie in der Innenpolitik- Europa spielt in der 5. Liga.. und Deutschland feiert den Abstieg..
Erst die Pharmaindustrie, dann die Rüstungsindustrie, jetzt die Energieindustrie. Die korrupte Umverteilung von unten nach oben geht ungebremst weiter, und die Bevölkerung verarmt derweil zunehmend.
Baut Psychiatrien.
Hans Bendix: „Nun, der Fritze will jetzt sogar die NATO gerettet haben …“
Erinnert mich an einen Gag aus ‚Schtonk!‘ (Helmut Dietl, 1992) -> wo ein britischer Schrift-Forensiker sich über Onkel Addis Schriftprobe beugt: „Ay ja, jetzt hat Herr Hitler also auch den deutschen Volkswagen erfunden!“
Das beste herumkanzelnde, das wir jemals hatt*ens.
Satire wird hier immer noch nicht verstanden.
Doch, ich glaube schon, dass die hiesige Mehrheit so etwas richtig versteht.
Wenn ich es nicht selber schreiben würde, hätte ich aber auch keine Lust mehr so etwas zu lesen.
Was hier abläuft, ist selbst mit ein bisschen Humor einfach nicht mehr zu ertragen.
🩵
Naja er glaubt ja auch Kanzler 2.Wahl zu sein.
https://vid-cold.pr0gramm.com/2020/11/01/2e1ca71811a202c7.mp4
Eine Nachbarin meinte heute, für sie hätte Hr. Merz mittlerweile etwas wahnhaftes.
Der kann doch nicht ernsthaft glauben, er habe die NATO gerettet. Das ist schon pathologisch.
Warum denke ich die ganze Zeit nur an Joe Biden………? Hmh?
Naja, bei Hormus wird jetzt eine globale Koalition der Willigen gesucht, um die Strait offenzuhalten und dem Iran den Mittelfinger zu zeigen. Am Ende könnten sich da womöglich Brics-Staaten, arabische, westliche und asiatische Staaten beteiligen und zusammenschließen.
Und es zeigte sich bereits in den vergangenen Monaten, dass die dt. Regierung eher als Letztes erfährt, was gerade so diplomatisch-geopolitisch abgeht. Aber das absichtliche Dummstellen hat hier freilich auch Methode.
Jeder sieht es. Er kann es nicht und wird D noch ganz ruinieren.
er setzt doch nur Mutti´s und die anderen rot-grünen
Befehle um.
Merz ist ein getriebener der eigenen Eitelkeit. Sein alleiniges Ziel ist das Kanzleramt. Aber nicht um dem Land oder den Menschen zu dienen, sondern sich jeden Morgen im Spiegel anzuschauen und zu sich selbst zu sagen „du hast es geschafft“. Er hascht nach Bestätigung. Wenn er mal einen raushaut, dann kann man mit Sicherheit davon ausgehen, daß er sich selbst am nächsten Tag widerruft. Es könnte ja sonst sein Amt kosten.
Merz glaubt ja auch er sei Kanzler und würde regieren und nicht Klingbeil. Ein Kanzler fern ab der Realität.
Die militärische Intervention im Iran ist ein Fehler. Deutschland braucht eine sozialkonservative Außenpolitik. Am 6. September kann die AfD in SA die absolute Mehrheit bekommen. Alice Weidel sollte mit Jürgen Manneck (DieBasis) zusammenarbeiten.
https://jlt343.wordpress.com
Die schlimmste Kanzlerin aller Zeiten ist Merkel, aber Mer der schlimmste Kanzler aller Zeiten…
Ohne die USA ist die EU nicht mehr sicher. Trump und Rubio haben vollkommdn recht gegenüber einem unehrlichen Merz, Pistorius.
Friedrich Merz hat sich nicht als NATO-Retter inszeniert, weil er ein loyaler Bündnispartner ist, sondern weil er die Kohle brauchte. Die Story vom „gezähmten Trump“ war der perfekte Vorwand, um die eigenen Prinzipien über Bord zu werfen und ein fettes Schuldenpaket für Aufrüstung zu schnüren.
Daß er jetzt beim Iran-Krieg hektisch „Nicht unser Krieg“ ruft, entlarvt das ganze Theater. Das war keine Heldentat, sondern reine Scheckbuch-Diplomatie. Merz hat das Bündnis als Kulisse missbraucht, um sich innenpolitisch Spielraum zu kaufen. Ein Kanzler, der erst mit Milliarden um sich wirft und dann den Schwanz einzieht, hat nicht die NATO gerettet – er hat sich lediglich ein Machtfundament auf Pump gebaut!
Merz glaubt offensichtlich er wäre einer der größten Politiker auf der Welt , anders kann ich mir seine Art und Weise wie er sich aufführt nicht erklären! Was er aber wirklich ist , wissen wir alle
Merz kann es nicht. Er versagt und versagt und versagt. Und obendrein lügt er…
Totengräber der BRD ist er schon lange.
Seine verehrte Merkel wurde seinerzeit von der NZZ sogar als Grabplatte bezeichnet.