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„Rechtsextremismus“

Evangelische Kirche in der Pfalz veröffentlicht Anti-AfD-Broschüre zur Landtagswahl

Die Evangelische Kirche der Pfalz hat eine Anti-AfD-Broschüre veröffentlicht. Anlass ist die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Angeblichen Positionen der Partei werden vermeintliche „Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens“ gegenübergestellt.

Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst verfasste das Vorwort der Broschüre. (IMAGO/epd)

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Die Evangelische Kirche der Pfalz hat am Mittwoch eine Broschüre zum Umgang mit der AfD veröffentlicht. „Die Broschüre erscheint bewusst im Vorfeld der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März. Sie möchte Orientierung bieten, zur Meinungsbildung beitragen und Verantwortliche in Kirche und Gesellschaft dabei unterstützen, demokratische Werte klar zu vertreten“, heißt es auf der Webseite der Kirche.

Der Untertitel des Schriftstücks lautet: „Eine Arbeitshilfe zum Umgang mit Rechtsextremismus und Rechtspopulismus am Beispiel der AfD“. In der Broschüre wird elf Tage vor dem Wahltag davor gewarnt, wenn „rechtsextremistische Parteien populistische Lösungen“ anbieten. Beispielhaft wolle man sich wegen ihrer hohen Umfragewerte mit der AfD befassen.

Zu verschiedenen Themen wie Klima, Migration und „Queerness“ werden Positionen von AfD-Politikern – teils verzerrt – aufgeführt und „Grundüberzeugungen des christlichen Glaubens“ gegenübergestellt, wie es heißt. Auch Bibelstellen werden zum parteipolitischen Kampf herangezogen.

Explizit wird erwähnt, dass Menschen, die die AfD oder „andere rechtsextreme und rechtspopulistische Vereinigungen“ unterstützten, nicht haupt- oder ehrenamtlich in der Kirche tätig sein dürfen. Als Unterstützung gilt, wenn jemand „Parteiarbeit“ betreibe, „politische Ämter“ innehabe oder „propagandistische Äußerungen“ tätige. Menschen, die die AfD wählen, dürften aber weiterhin an Gottesdiensten teilnehmen oder die Seelsorge in Anspruch nehmen.

Zum Thema „Familie, Geschlechterrollen und Queerness“ heißt es in der Broschüre: „Die evangelischen Kirchen setzen sich ein für Vielfalt im Verständnis von Geschlecht, Partnerschaft und Familie.“ Die AfD vertrete ein traditionelles Familienbild, in dem der Mann der Versorger sei und die Frau sich um die Kinder zu kümmern habe. Abtreibungen würden – außer nach Vergewaltigung oder bei medizinischer Notwendigkeit – von der Partei abgelehnt.

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Die Pfalz-Kirche schreibt dazu: „Die AfD leugnet die strukturelle Benachteiligung von Frauen und richtet sich gegen Feminismus, Frauenrechte und die Förderung von Frauen.“ Die Kirche der Pfalz bekräftigt demgegenüber den Beschluss der EKD aus dem Jahr 2013, wonach alle Formen von Familien, die auf Freiwilligkeit basieren und in denen Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, auf die Unterstützung der Kirche bauen können sollen.

Dazu soll der Bibelvers Galater 3,28 als geistliche Argumentationsgrundlage dienen. Der Bibelvers in der Übersetzung in der Broschüre lautet: „Da ist nicht jüdisch noch griechisch, da ist nicht versklavt noch frei, da ist nicht männlich noch weiblich; denn alle ihr seid einzig-einig im Messias Jesus.“ Allerdings bedeutet das nicht, dass Geschlechterrollen irrelevant sind: Der Vers bedeutet vielmehr, dass es in der Kirchengemeinde nicht das Wichtigste sein soll, ob jemand ein Mann oder eine Frau ist.

Zum Thema Flucht und Migration wird der AfD vorgeworfen, dass sie das „Asylparadies Deutschland schließen“ wolle. Außerdem heißt es, dass viele Menschen sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen würden. Aus Perspektive der Flüchtlingshelfer in der Gemeinde sei Deutschland aber kein Asylparadies. „Eine weitere Belastung sind gefährliche, rassistische Vorurteile wie die Behauptung, Flüchtlinge neigten zu Gewalt.“ Statistisch gesehen würden Gewalttaten eher von jungen Männern mit niedrigem Einkommen ausgehen, egal, ob sie einen Migrationshintergrund haben oder nicht.

Der Umgang mit dem Thema Klimawandel wird folgendermaßen beschrieben: „Als Kirchen sind wir davon überzeugt: Die Schöpfung wird durch Menschenhand massiv bedroht und kann nur durch mutiges Umsteuern erhalten werden.“ Dementsprechend wird die AfD für ihre Skepsis gegenüber dem menschengemachten Klimawandel kritisiert. Die Evangelische Kirche der Pfalz hat sich selbst vorgeschrieben, bis 2040 CO2-neutral werden zu wollen.

Bereits auf der 13. Landessynode im November 2025 verabschiedete die Kirche die Erklärung „Kirche und Extremismus“. Der Oberkirchenrat Markus Jäckle sagte: „Das fortschreitende Erstarken extremistischer Strömungen und Parteien ist besorgniserregend.“ Es brauche daher eine klare Positionierung der Landeskirche und eine praktische Handreichung für Gemeinden, wie sie mit dem Thema umgehen können. Aus dem Doppelgebot der Liebe erwachse die Verpflichtung, sich für „die unbedingte Geltung der Würde aller Menschen und für eine offene, demokratische, freie und rechtsstaatliche Gesellschaft“ einzusetzen.

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151 Kommentare

  • Es ist analog wie bei Bioland, DLRG, etc. – Austreten ist die Lösung…!

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    • Schade. Ich kann nicht mehr austreten 🤔…

      … weil ich schon längst ausgetreten bin. 🤣😆🥳

      • Ich trete nochmal aus.

        • Noch mal 35 Euro der Behörde in den Rachen werfen? Never!

          0
    • Austritt 2023 – und gespartes Geld geht an alternative Medien.

    • Stimmt, aber Abermillionen von TOTAL IGNORANTEN MICHELN juckt das alles nicht die Bohne, denn sie sind ja „superdemokratisch“.

      • Nein, die sind absolut lernresistent!

      • Ignorant und unprofessionell ist vor allem die AfD. Mein Gott, der Frohnmaier will MP werden, macht aber keine Landespolitik; der fliegt kurz vor der Wahl in die USA, lässt sich das von Bundestagsfraktion mit 35 T€ bezahlen, damit er bei den MAGA-Leuten überhaupt zwei Terminchen bekommt; die Weidel bemerkt im Fernsehen vor der Sendung nicht, dass ihr Mikrofon an ist und die ganze Republik hört ihr beim Schimpfen und Futtern zuhört.

        Mit *diesen* Leuten soll irgendetwas besser werden??!
        Der „Michel“ ist bei Weitem nicht so blöd, für wie Sie ihn halten. Sie sollten sich vor dem Echo Ihrer dummen Sprüche vorsehen.

        -14
        • @Waldschrott
          Ihre AgitProp-Tiraden gegen die AfD werden immer flachgeistiger und dünnsinniger. Sie sollten Nachhilfe nehmen.

          8
        • @Yassarian
          Fakten sind das, Fakten. Nicht alles, Sie nicht sehen wollen, ist Agitprop. Wer die Leute für dumm hält, ist es selbst.

          -3
    • Als Jungs haben wir den Evangelen immer hinter den Altar geschi…..en.

  • Wer noch nicht ausgetreten ist, bekommt hier noch mal eine Erinnerung 😉

    124
    • Dabei ist ohnehin nur, wer das Verhalten der evangelischen Kirchen während der Zeit des Nationalsozialismus nicht mitbekommen hat: Nationalsozialistische Propaganda („Evangelium im Dritten Reich“ und „Christenkreuz und Hakenkreuz“) bis zu mit Hakenkreuzen verzierte Kirchenglocken und Hitler-Bildchen auf Orgelpfeifen.

      Nur das Feindbild ist in den Kampfschriften und Richtlinien heute ein anderes als früher:

      „Wer nichtarischer Abstammung oder mit einer Person nichtarischer Abstammung ver­heiratet ist, darf nicht als Geistlicher oder Beamter der allgemeinen kirchlichen Verwaltung berufen werden. Geistliche oder Beamte arischer Abstammung, die mit einer Person nicht­arischer Abstammung die Ehe eingehen, sind zu entlassen. Wer als Person nichtarischer Ab­stammung zu gelten hat, bestimmt sich nach den Vorschriften der Reichsgesetze.“ – § 1 Abs 2 Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Kirchenbeamten vom 6. September 1933

  • In der Bibel steht auch:
    „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“
    Aber wer liest in unserer Kirche noch die Bibel.

    120
    • @P.Zilger

      👍👍

    • Zudem ist lesen UND verstehen bekanntlich auch nicht dasselbe…

    • Es steht so viel in der Bibel und den Spruch den sich der BRD Konsummensch aussucht ist der, dass er für sein sauhaftes Verhalten nicht beurteilt werden will.

  • Immer das gleiche Blabla der Linksradikalen. Wie heißt es? Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem. Ich bin lange aus der (katholischen) Kirche ausgetreten, bevor ich die AfD gewählt habe. Ich hoffe, die AfD-Wähler, nicht nur in Rheinland-Pfalz, tun das auch noch.

    • Weltfremde Dame. Bzw. weltfremde Betrachtung.
      „Zum Thema Flucht und Migration wird der AfD vorgeworfen, dass sie das „Asylparadies Deutschland schließen“ wolle. “
      .
      Asyl bekommen um 1% derer, die hier darum „bitten“ – alle anderen bleiben aus ganz anderen Gründen – die so gut wie nie dem Recht entsprechen.

  • Schaut genau hin, wie es anfängt.

    • Mach ich. Seit 2015.

    • Dietrich Bonhoeffer müsste sich für diese Kirche erneut schämen.

  • „Die AfD […] richtet sich gegen Feminismus, Frauenrechte und die Förderung von Frauen.“

    Hat sich die Evangelische Kirche je kritisch zum Islam geäußert?

    • Das finde ich, ist eine berechtigte Frage. Denn wie die Frauen in von links so bevozugtem Islam behandelt werden, scheint völlig irrelevant zu sein. Nur die AfD will dies oder das, scheint wichtig zu sein und dazu wird auch noch gelogen, dass sich die Balken biegen.

    • Nein. Das kann der Untergang des Christentums in Deutschland sein. Wichtig ist nie die Haltung zu christlichen Werten zu verlieren.Auch bei keiner Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft.

    • Aus der Broschüre: „Doch zu uns kommen nicht einfach Arbeitskräfte, sondern Menschen. Sie kommen mit allem, was sie ausmacht – auch mit ihrer Religion. Das bringt Herausforderungen mit sich, aber vor allem stärken Zugewanderte unsere Gesellschaft … Knapp 6 Millionen Muslime leben in Deutschland – 7 % der Bevölkerung. Unter ihnen gibt es – wie in allen Religionen – unterschiedliche Traditionen und religiöse Überzeugungen. In persönlichen Begegnungen können wir erfahren, wie viel uns verbindet und wie Unterschiede uns nicht trennen müssen.“
      DASS Unterschiede, zum Beispiel bei Geschlechtsrollenbildern oder dem Thema Tierschutz oder dem Thema Israel, auch sehr wohl trennen können, ist nicht vorgesehen. Überall Liebe der Kirche.

    • Der Feminismus hat in Wahrheit wenig mit Frauenrechten zu tun. In Wahrheit ist das nichts anderes als eine von Kommunisten gezielt initiierte und aggressiv vorangetriebene Kampagne zur Gesellschaftszerstörung und -zersetzung, die sich unter diesem LABEL verbirgt.

    • Auf jeden Fall scheint sie den Islam zu lieben, sonst würde sie nicht ständig Moslem-Nachschub ins Land holen, sogar mit eigenen Schiffen.

    • NIE……die sind doch Antichristen.
      Jede Religion ist denen wichtiger, als die eigene.

  • Und natürlich dürfen die Mitglieder der AfD auch weiterhin Kirchensteuern bezahlen!
    Dieses Privileg möchte man ihnen auf keinen Fall entziehen

    • Dürfen, müssen aber nicht,

  • Wird in dieser Broschüre auch empfohlen, daß AfD-Anhänger und -Wähler aus der Kirche austreten sollen, weil die Kirche von diesen Menschen kein Kirchensteuergeld annehmen kann/darf?…

    • Geld insbesondere die Kirchensteuer haben keine Parteizugehörigkeit 😉

  • Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger
    Mt 23,2 und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.
    Mt 23,3 Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.
    Mt 23,4 Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.
    Mt 23,5 Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang,
    Mt 23,6 bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben,
    Mt 23,7 und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen.

  • Grundsätzlich ist ja nichts gegen eine Arbeitshilfe für Christen einzuwenden, die Orientierung für den Umgang mit Manipulation und Propaganda an die Hand gibt. Aber wenn die Empfehlung sich einseitig gegen eine bestimmte Partei richtet, gleichzeitig überhaupt keine Aufarbeitung linksextremer Menschenbilder stattfindet, dann kann schon der Eindruck einer Parteinahme entstehen, die auch nicht im Sinne Jesu gewesen wäre. Wenigstens habe ich ihn so verstanden.

  • Protestantismus endet immer in Atheismus

  • Die Evangelische Kirche in der Pfalz veröffentlicht kurz vor einer Landtagswahl eine Broschüre über den Umgang mit der AfD – bei normalen Bürgern würde die Staatsanwaltschaft einschreiten, hier passiert nichts. Ob sie mit solchen Aktionen ihren Beruf als Seelsorger verraten haben, sei dahingestellt!

    • Meine Seele müssen die nicht umsorgen. Die Kirche bzw ihre Vertreter sind verrottet bis ins Mark. Nächstenliebe usw, dass ich nicht lache.

  • Gut, dass ich aus der Kirche schon lange ausgetreten bin.

  • Bezeichnet man dies als „Hass-und Hetze-Verbreitung“ ???

    • So ist es, denn was geht es die Kirche an, was ich wähle.

  • Schon Jesus hat vor Antichristen gewarnt! Das sind genau die, die behaupten, sie wären die wahren Christen!

  • Das hat sie aber großartig gemacht, die evangelische Kirche, Besser, christlicher und nächstenliebender hätte man sich das gar nicht ausdenken können.

    Herzlichen Glückwunsch „liebe“ evangelische Kirche und ein schmetterndes HALLELUJA! Gott vergelt`s.

  • Mit so eine Positionierung verschließt die Kirche ihre Zukunft für alle Zeiten, der Spaltung der Gesellschaft ganz abgesehen.

  • Diese Kirche hat sogar Panzer gesegnet, aber nicht bei der Bundeswehr.

    • Der Großmufti von Jerusalem segnete einst eine ganze Division von Moslems bei der Waffen-SS.

  • Ist die Kirchenpräsidentin auch bei den Omas gegen rechts?

  • „Menschen, die die AfD wählen, dürften aber weiterhin an Gottesdiensten teilnehmen oder die Seelsorge in Anspruch nehmen.“

    Das ist aber lieb.

    Der Protestant kennt, meines Wissens, keine Sonntagspflicht, für ihn gilt auch nicht der Spruch „extra ecclesiam nulla salus“.

  • Jesus kannte keine Kontaktschuld und keine Brandmauer. Er hat sich mit Zöllnern, Huren, römischen Besatzern und auch seinen größten Kritikern, den Schriftgelehrten getroffen. Er hat sogar einen Verbrecher mit in sein Himmelreich genommen. Die Politisierung und der Zeitgeist haben leider in der evangelischen Kirche Tradition. Darunter leidet die wichtige Aufgabe der Verkündigung.

  • Jesus hätte sich impfen lassen. Mehr muss man nicht wissen.

  • Immer spannend, wenn die Kirche die Bibel bewusst falsch auslegt. Aber das steht schon in der Bibel, auch dass man sich davor schützen muss.

  • Wo zum Teufel ist da der Bezug zur ev. Kirche?

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