„Ich habe gesehen, wie er auf der Bühne in sich zusammengefallen ist, wie kein anderer. […] Du bist kein Verhandler. Du wirst nie ein Verhandler sein.“ Mit diesen Worten schoss Trump 2016 inmitten der Präsidentschaftsdebatten auf seinen damaligen innerparteilichen Kontrahenten Marco Rubio. „Little Marco“, wie Trump ihn nannte, hatte in den republikanischen Vorwahlen am Ende keine Chance gegen den Immobilienmogul aus Manhattan.
Heute, fast zehn Jahre später, ist Rubio zurück auf der Bühne – auf der Bühne der Weltpolitik im Auftrag von Trump. Und der spricht heute ganz anders über Rubio, erklärte zuletzt gar scherzend: „Ich bin sogar so stolz auf ihn, dass ich ihn beinahe entlassen hätte, weil alle sagten: ‚Warum kann Trump das nicht?‘ Marco, mach es bloß nicht noch besser, sonst fliegst du hier noch raus.“
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Bei der diesjährigen Rede zur Lage der Nation überschüttete Trump ihn ebenfalls mit Lob: „Ich möchte mich auch bei Außenminister Marco Rubio bedanken! Danke, Marco. Die Menschen mögen dich! […] Marco, du hast hervorragende Arbeit geleistet. Ein großartiger Außenminister. Ich denke, er wird als der beste aller Zeiten in die Geschichte eingehen.“

Rubio hat den 47. US-Präsidenten am Ende von sich überzeugt: Als sein Außenminister ist er unzweifelhaft längst einer seiner engsten Vertrauten und am meisten geschätzten Gesandten geworden – und inzwischen einer der mächtigsten Männer in Washington.
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Über das letzte Jahrzehnt hat Rubio dabei eine bemerkenswerte Wende hingelegt. 2016 galt er als Verfechter des moderaten Flügels der Republikaner; er war in seiner Partei das Gesicht einer (am Ende gescheiterten) Initiative zur Amnestie für illegale Einwanderer – und damit Gegenpol zu Trump, der mit seinen „Build-the-Wall“-Forderungen damals die Partei aufmischte.
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Nur sechs Jahre zuvor galt der Sohn kubanischer Exilanten als einer der „Rising Stars“ der Republikaner; nun, Ende 2016, waren seine Präsidentschaftsambitionen gescheitert, und er stand wie so viele seiner Parteikollegen vor der Frage, wie er sich zu dem neuen kontroversen Präsidenten positionieren sollte: Einige aus seinem Lager erklärten sich zu „Never-Trumpern“, bewegten sich aus Trump-Ablehnung und Enttäuschung über die eigene, veränderte Partei nun auf die Demokraten zu; andere hingegen arrangierten sich mit Trump, manche wurden gar seine größten Verfechter.
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Der blitzartige politische Aufstieg Trumps und die Wahl 2016 schienen jedenfalls auch bei Rubio Eindruck hinterlassen zu haben. Er gehörte sicherlich nicht zu jenen, die über Nacht vom Trump-Gegner zu den größten Trump-Verteidigern wurden. Aber er erfand sich durchaus politisch neu: Seinem strammen Antikommunismus blieb er treu, aber er besann sich nun mehr auf seine katholischen Wurzeln und öffnete sich jenem neuen Flügel der Partei, der dabei war, ein ideologisches Gerüst rund um das Trump-Programm zu bauen.
Dieser teils als „postliberal“ beschriebene „New-Right“-Flügel forderte neben mehr außenpolitischer Zurückhaltung vor allem ein anderes Wirtschafts- und Sozialprogramm für die republikanische Partei: eine Abkehr von strikt wirtschaftsliberalen Prinzipien hin zu mehr staatlichen Eingriffen, etwa Sozialleistungen oder Steuermodelle, mit denen man sich eine höhere Geburtenrate erhoffte.
Ihren außenpolitischen Kurs hat Rubio sich dabei nicht zu eigen gemacht, aber in der Wirtschaftspolitik war er für solche Überlegungen immer schon offener, als es sein ursprünglicher Einstieg in die US-Bundespolitik 2010 zu Zeiten der „Tea Party“ vermuten ließ. 2019 legte er dann nach und forderte in einer Rede an der US-amerikanischen Catholic University einen „Common Good Capitalism“ (zu Deutsch „Gemeinwohlkapitalismus“) unter Berufung auf die katholische Soziallehre.
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„Als politische Rechte verteidigen wir das Recht von Unternehmen auf Gewinnmaximierung, das Recht von Aktionären auf Rendite und die Arbeitspflicht. Dabei vernachlässigen wir jedoch das Recht der Arbeitnehmer, am Gewinn, den sie für ihren Arbeitgeber erwirtschaften, teilzuhaben“, erklärte er damals den katholischen Studenten. „Millionen von Amerikanern sind Opfer einer wirtschaftlichen Neuordnung, die Papst Benedikt als die Dominanz von ‚weitgehend spekulativen‘ Finanzströmen bezeichnete, die von der realen Produktion abgekoppelt sind.“
Rubio näherte sich damit ökonomisch ganz klar der „New-Right“-Bewegung an. Aus jenem Lager sollte später JD Vance bis zum Vizepräsidenten aufsteigen. Heute sind die beiden Kollegen im Weißen Haus – und wohl die beiden wichtigsten Vertrauten Trumps.
2025 – das erste Amtsjahr der zweiten Trump-Präsidentschaft, die ebenso ein historisches Comeback darstellt – besiegelte dann auch Marco Rubios Rückkehr an die allerhöchste Spitze der US-Politik. Mit der Ernennung zum „Secretary of State“, der nicht nur Außenminister, sondern auch formell der ranghöchste US-Minister ist, war sein Wandel vom Gesicht des Anti-Trump-Establishments zu einem seiner wichtigsten Vertrauten vollendet.
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Seitdem ist Rubios Einfluss in der Trump-Regierung nur noch weiter gewachsen: Schon seit Monaten gilt es als Running Gag, wie viele Ämter Rubio inzwischen auf sich vereint. Neben dem Amt des Außenministers ist er auch Nationaler Sicherheitsberater (ein an sich bereits mächtiges Amt) und Archivar der USA. Zeitweise war er zudem Chef der Entwicklungsbehörde USAID, deren faktische Abwicklung Rubio verantwortete.
Was unübersehbar ist: Kaum ein anderer in der US-Regierung genießt so sehr das Vertrauen des US-Präsidenten – vielleicht mit Ausnahme von JD Vance, der immerhin Vizepräsident ist. Aber auch das ist längst nicht mehr gesagt.
Von außen kommen immer wieder die wildesten Spekulationen darüber auf, ob und wie sehr es zu einem Machtkampf zwischen den zwei wichtigsten Männern im Trump-Orbit kommt. Vance selbst witzelte darüber, als er gegenüber einem Fotografen des Magazins Variety sagte: „Ich gebe dir 100 Dollar für jede Person, die du im Vergleich zu mir richtig schlecht aussehen lässt. Und 1.000 Dollar, wenn es Marco ist.“
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In der Trump-Administration spielen viele Institutionen des Weißen Hauses, wie etwa der Nationale Sicherheitsrat, faktisch keine Rolle mehr bei der Entscheidungsfindung des Präsidenten. Stattdessen sind es Einzelpersonen und ihre Netzwerke, die massiven Einfluss bekommen, wenn sie das Ohr des Präsidenten haben – und das haben vor allem Rubio und Vance. Mit unterschiedlichsten Ansichten.
Denn während die beiden innenpolitisch in vielem einig sein dürften, gibt es außenpolitisch durchaus andere Vorstellungen. Während Vance sich immer wieder gegen Interventionen ausspricht – das sah man etwa in seinem internen Widerspruch in den geleakten Chats zum US-Schlag gegen die Huthis im Jemen deutlich –, gilt Rubio als einer der Köpfe hinter der Operation rund um die Festnahme des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro und der Intervention gegen das Mullah-Regime im Iran.


Wenn Rubio so weitermacht, kämen bald „El Presidente“ von Venezuela und der Ayatollah vom Iran zu seiner Ämtersammlung hinzu, witzeln viele im Netz und berühren dabei einen wahren Punkt: Rubio hat so viel Einfluss auf Trumps Außenpolitik wie noch nie. Natürlich hat Trump einen eigenen Kopf und Instinkte, die auch aktuell nicht kleinzureden sind – Stichwort Grönland etwa –, aber Rubio ist längst zum Gesicht der Außenpolitik seiner Administration aufgestiegen.
Das zeigte auch sein Auftritt in München, wo er eine außenpolitische Leitlinie vorgab, die Trumps Instinkte, Lehren aus dem Scheitern des Vertrauens in eine „regelbasierte globale Ordnung“ und amerikanischen Freiheitssinn in ein Gesamtbild mit zivilisatorischer Weitsicht verband.
„In einer perfekten Welt ließen sich alle Probleme durch Diplomatie und scharfe Resolutionen lösen. Doch wir leben nicht in einer idealen Welt“, erklärte Rubio dort seinen europäischen Verbündeten und forderte eine gemeinsame Rückbesinnung: „Was genau verteidigen wir? Armeen kämpfen nicht für abstrakte Konzepte. Armeen kämpfen für ein Volk, für eine Nation, für eine Lebensweise. Und genau das verteidigen wir: eine große Zivilisation, die allen Grund hat, stolz auf ihre Geschichte zu sein, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken und stets ihr eigenes wirtschaftliches und politisches Schicksal zu bestimmen.“

Seine Rede überzeugte die MAGA-Basis ebenso wie viele anwesende EU-Staats- und Regierungschefs und brachte ihm gar eben jenes eingangs erwähnte Eingeständnis von Trump ein, dass er einen gefährlich guten Job gemacht habe, besser als der Präsident selbst – ein äußerst seltener Ausspruch für Trump.
Längst wird der neue Rubio – mit 55 Jahren für Politikerverhältnisse jung, gewandelt nach vielen Jahren Trump und sich doch in entscheidenden Punkten treu geblieben – als einer der stärksten potenziellen Bewerber für die nächste Präsidentschaftswahl gehandelt. Traditionell geht die republikanische Nominierung in so einem Fall eigentlich mit großer Sicherheit an den amtierenden Vizepräsidenten, JD Vance.
Aber inzwischen hat Rubio längst eine politische Statur in Washington, sodass nicht wenige glauben, er könne es in einem parteiinternen Rennen auch mit Vance aufnehmen. Bemerkenswert auch: Sowohl bei den Fotos des Weißen Hauses zum Maduro-Einsatz als auch zur Iran-Intervention ist Rubio an der Seite Trumps in Mar-a-Lago zu sehen, während Vance – sonst so enger Vertrauter des Präsidenten – fehlt.


Gerade beim Iran war der Kontrast deutlich: Trump in Mar-a-Lago mit Generalstabschef Caine und Außenminister Rubio, während Interventionsskeptiker Vance sowie Nachrichtendienstchefin Gabbard, die ähnlich eingestellt ist, nur aus der Ferne aus Washington zugeschaltet sind.
Bisher gibt Rubio sich, was solche Präsidentschaftsspekulationen angeht, aber betont zurückhaltend und verweist auf die Rolle seines Kollegen Vance. Ebenso denkbar gilt daher auch, dass Rubio zur nächsten Wahl an Vances Seite als Vize antritt.
Welcher Weg auch immer – jetzt schon scheint ausgemacht, dass Rubio aus der US-Spitzenpolitik nicht mehr wegzudenken ist. Es ist neben Trumps eigenem wohl das größte politische Comeback dieser Präsidentschaft.
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Eines ist mal klar, Trump hat sehr führungsstarke und durchsetzungswillige Menschen in seiner Mannschaft.
Egal wie man in den einzelnen Fragen inhaltlich zu ihnen steht, das ist der eigentliche Grund, warum sich in USA auch etwas bewegt. In der deutschen Regierung sucht man solche Menschen vergeblich. Der eine ist so sensibel, dass man ihm nicht alles sagen darf. Der nächste sagt etwas und will es am nächsten Tag nicht so gemeint haben oder er lügt auch einfach ganz dreist. Andere wiederum leben so weit weg von der Realität, dass man ihnen überhaupt nicht folgen kann. Nicht wenige davon nutzen den fehlenden Willen zur positiven Veränderung, um die Lobbyinteressen Anderer durchzusetzen.
Der Vizepräsident steht immer im Schatten des Präsidenten und hat wenig Wirkraum. Das sieht beim Außenminister anders aus. Rubio verzettelt sich nicht, eine Aufgabe nach der nächsten. Der Iran war erst nach dem Absch(l)uß von Venezuela an der Reihe. Und wenn der Iran bis Weihnachten 26 in trocknen Tüchern sein sollte, wäre das schnell, so meine unempfindliche Einschätzung.
Ich hoffe die Drei bleiben so und zerstreiten sich nicht. Ein Dream-Team. Vance nächster Präsi mit Rubio als Vize und nach 8 Jahren Rubio Präsi mit wiederum einem fähigen Vize. Weiter so.
Rubio ist sehr cool. Immer on Point, Smart.
Mit kubanischem Hintergrund hasst er den Kommunismus. Er hat das Feuer der Freiheit noch in sich.
Cuba is next.
Nach der blutigen Nase gegen die Mullahs?
Man darf gespannt sein.
Blutige Nase? Dream on.
Ich werte mit meiner Aussage nicht.
Ich blicke lediglich in meine polierte Glaskugel.
Achwas, Trump hat eine Aussenpolitik?
Wie sagte McGregor? „shoot, aim, ready“.
Mc Dingsbums?
Ach so.
Der abgehalfterte ex military man, der über seinen ehemaligen Arbeitgeber im net ablästert.
Der, der kann von Glück reden, daß er in einer Demokratie lebt. In den Brics countries wäre er tot oder in einem tiefen Loch.
gehts wieder los mit der Zensur.
Wenn ich nur dämliche Zionistenpropaganda lesen will, kann ich auch zum Rotzeimer gehen.
Dann gehen Sie doch. Es ist ein freies Land, niemand zwingt sie hier zu bleiben. Sollten Sie Israel haßen, das Internet ist voll von einschlägigen Seiten. Sie finden schon etwas, das paßt. Wir drücken die Daumen.
damit du dich in deiner Troll-Bubble wohler fühlst?
Passt aber für einen Bibi Fanboy, diverse Meinungen machen Kopfweh, stimmts?
Shut up and go!
Rubio gehört in der Tat zu den Besten rund um Trump! Sehr informativer Artikel übrigens.
Ich wünsche mir, dass sich DJ Vance die Präsidentschaftsnachfolge nach Trump teilen. DJ Vance/Rubio/Rubio/Vance usw usw…
„Er ist längst das Gesicht der Trump-Außenpolitik“
……welch eine Erkenntnis, ‚Klein Marco‘ ist Außenminister – toll !!
Ich bin begeistert ob dieser Meldung.
Allerdings gibt’s hier nichts zu lesen, dass die Heimatschutzministerin gefeuert wurde……………typisch AN-Propaganda.
sowohl trump als auch rubio sind ausfuehrende arme auf geheiss der familie adelson, den groessten pro-israelischen einzelspendern der US politik.
miriam adelson hat 215 mio dollar fuer trump ausgegeben.
** Trump selbst hat mehrfach eingeräumt, dass Entscheidungen während seiner ersten Amtszeit auf Geheiß der Familie Adelson getroffen wurden, die Hunderte Millionen Dollar für seine Wahlkämpfe gespendet hatte. **
2025 hat miriam adelson massgeblich dazu beigetragen, dass rubio aussenminister wurde.
ihr verstorbener mann hatte rubio 2016 sogar schon als praesidentschaftkandidat vorgesehen.
miriam adelson wuenscht:
hardliner-kurs gegenüber dem iran
Unterstützung für die annexion des westjordanlandes
unbedingte unterstützung israels
kampf gegen BDS und kritik an israel
hat sie den richtigen gewaehlt?
ja.
️️️
Very very well done!
Hej, wollen wir uns zusammentun? Wir spenden beide 200 mio – das wären dann zusammen rund 400 – und bestimmen die amerikanische Außenpolitik! Wär das nix?
keine Sorge, mit dem Zionismus ist es wohl bald vorbei.
Und Trump wird in die Geschichtsbücher eingehen als der Depp der das Imperium zerstört hat.
Sehr sympathische Frau.
Wnn Sie so viel wissen, warum machen Sie nicht einen eigenen Kanal?
Dazu fehlen ihm die Eier.