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15 Kraftwerks-Blöcke

4,4 Gigawatt ohne Ersatz weg: Habecks große Kraftwerks-Abschaltung zu Ostern

Deutschland wird am Ostermontag mehrere Kohlekraftwerke stilllegen, was einen erheblichen Teil der Stromversorgung wegfallen lässt. Diese Maßnahme, von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vorangetrieben, wird ohne konkreten Ersatz umgesetzt.

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In wenigen Tagen wird Deutschland nach den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck weitere Kohlekraftwerke abstellen. 15 funktionierende Kohlekraftwerks-Blöcke werden, so ist der ausgearbeitete Plan des Ministeriums und der Bundesnetzagentur, nach den Osterfeiertagen abgestellt und ohne Ersatz vom Stromnetz genommen. Deutschland verliert so von einem Tag auf den anderen einen wesentlichen Teil seiner Stromversorgung, die sowieso schon auf Kante genäht ist.

Habecks Abschalt-Pläne sind beachtlich: Wie man dem Vorhaben entnehmen kann, wird nach Ostern die Abschaltung von 7 großen Braunkohleblöcken und 8 Steinkohlekraftwerken Realität. Im Konkreten betrifft es die Blöcke C, D und E des Braunkohle-Kraftwerks Neurath (NRW), die insgesamt eine installierte Leistung von 1500 Megawatt aufweisen. Damit fällt ein wesentlicher Teil der Leistung des größten Kraftwerks in Deutschland und das zweitgrößte Braunkohle-Kraftwerk Europas weg.

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Des Weiteren sollen die Blöcke E und F des Braunkohle-Kraftwerks Niederaußem, ebenfalls NRW, wegfallen. Im Osten Deutschlands fallen der Block E und F des ebenfalls mit Braunkohle befeuerten Kraftwerks Jänschwalde in Brandenburg weg, mit einer Leistung von 1000 Megawatt. Dazu kommen noch mehrere Steinkohleanlagen, beispielsweise das schon etwas im März 2024 vom Netz genommene Kraftwerk Bremen-Farge mit einer Kapazität von 350 Megawatt.

Insgesamt wird am Ostermontag eine installierte Leistung von 4,4 Gigawatt vom Netz gehen. Auf einen Hieb verliert Deutschland also 2 bis 4 Prozent seiner Stromverbrauchsdeckung.

Kein Ersatz vorgesehen: Habeck spielt mit dem Black-Out

„Die Energieversorgung ist in jeder Hinsicht sicher“ verkündete Robert Habeck noch vergangene Woche auf der Energiekonferenz „Energy Transition Dialogue“ in Berlin (Apollo News berichtete). Ein Statement, das schon letzte Woche nicht der Realität entsprach und mit der Abschaltung der Kohlekraftwerke weiter an Glaubwürdigkeit verliert. Denn ein erneuter Verzicht auf eine grundlastfähige Stromerzeugung im Gigawatt-Bereich macht die Stromversorgung Deutschlands noch wackeliger, als sie sowieso schon ist. Fast jeden zweiten Tag importiert Deutschland Strom aus Frankreich oder anderen Nachbarn, teilweise stammen bis zu 10 Prozent der Stromversorgung aus dem Ausland, oft stundenlang (Apollo News berichtete).

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Einen Ersatz für die jetzt wegfallenden 4,4 Gigawatt gibt es am Tag der Abschaltung nicht – Robert Habeck steuert mit der Abschaltung blind weiter in die Richtung Stromknappheit. Vorgesehen in den Plänen des Ministeriums sind die 60 Gigawatt an neuen Gaskraftwerkskapazität, die nach den Vorstellungen die Lücken, die die Kohle hinterlässt, füllen sollen, wenn Solar- und Windparks zu wenig liefern. Großartige, grüne Pläne, die aber wie so oft an der Realität scheitern: Zu den Gaskraftwerken gibt es, Stand heute, noch nicht einmal konkrete Planungen.

Bis jetzt ist auch unklar, wer überhaupt als Betreiber denkbar ist. Speicher für den produzierten Strom fehlen ebenfalls großflächig. Auch die Frage, ob Gaskraftwerke die momentane Rolle als „Lückenfüller-Kraftwerke“, die nur dann anspringen, wenn die erneuerbaren Energien zu wenig liefern, einnehmen können, ist offen. Denn ein Lückenfüller-Kraftwerk, das immer betriebsbereit sein muss, aber nur ans Netz darf, wenn alles andere nicht ausreicht, kann sein Geld unmöglich mit der Stromvermarktung verdienen, sondern ist abhängig von Zuschüssen – ob vom Staat oder von den Netzbetreibern. Am Ende zahlt der Kunde dann direkt oder, wenn der Staat aufkommt, der Steuerzahler.

Grünen bejubeln die Abschaltung

Die grüne Bundestagsabgeordnete Kathrin Henneberger, ehemalige Vorsitzende von Ende Gelände, kündigte den Termin freudig auf „X“ an. Die Abschaltung der Kraftwerke kommentierte sie als Erfolg der Bundesregierung. Mit den Worten: „Der Kohleausstieg nimmt endlich wieder Fahrt auf“, kündigte die Grünen-Politikerin in einem Vorstellungsvideo stolz die Abschaltungen an.

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Die Abschaltung von Kraftwerkskapazität in großem Stil, so Henneberger, sei nötig, um das „1,5-Grad-Ziel“ zu erreichen. Dem Einwand, Deutschland trage nur etwa zwei Prozent zum weltweiten menschlichen CO₂-Ausstoß bei, kommt sie mit dem Verweis auf die Vergangenheit zuvor: Seit 1960 habe das Land insgesamt 30 Milliarden Tonnen Kohlendioxid emittiert, und trage deshalb, so Henneberger, „eine historische Verantwortung“. „Aktuell sind wir dabei, die 1,5-Grad-Grenze globaler Erhitzung zu reißen. Treibhausgase zu reduzieren – gerade auch durch einen Stopp der Verbrennung von Kohle – ist dringender denn je! Leider gibt es aber immer noch Debatten, die den #Kohleausstieg infrage stellen“, schrieb die Abgeordnete weiter auf „X“.

Gerade deshalb sei es wichtig, dass man weiter streite: „Mit dem Ausbau der Erneuerbaren & Nachschärfungen im Kohleausstiegspfad schneller werden mit dem Ziel: Der Verbrennung von Kohle endgültig Lebewohl zu sagen“, sei das Ziel der Grünen, so Henneberger.

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