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Zum 250. Geburtstag der USA ist unser Autor Orte der US-Geschichte an der Ostküste entlanggereist und schildert seine Erlebnisse von Trumps Feuerwerk in Washington bis zur Stimmung an den „Mayflower“-Stränden in Neuengland.

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Amerika hat Geburtstag. Die USA sind in diesem Juli 250 Jahre alt geworden – die perfekte Gelegenheit also, sich dieses Jahr den „Independence Day“ am 4. Juli einmal vor Ort anzuschauen. Also ging es ins Flugzeug nach Washington, wo einen zu dieser Jahreszeit eine recht unerträgliche sumpfige Hitze erwartet.

„DC is a swamp!“ ist etwas, was einem in Washington im Sommer nicht nur MAGA-Anhänger sagen, denn das Klima dort ist wie in anderen US-Südstaaten zur gleichen Zeit von besonderer Luftfeuchtigkeit und dumpfer Hitze geprägt. Die Hauptstadt liegt schließlich auch im Süden, Virginia gilt bereits als einer der US-Südstaaten und – kleiner historischer Einwurf – übrigens auch der nördliche Nachbar Maryland. Der Staat liegt südlich der Mason-Dixon-Linie und war im Bürgerkrieg ein Sklavenhalterstaat aufseiten des Nordens, den man nur mit Mühe und Not zum Verbleib in der Union bringen konnte – andernfalls wäre die Hauptstadt damals von aufständischen Konföderiertenstaaten umzingelt und wohl kaum haltbar gewesen.

Aber zurück zum Klima: Die Hitze wirkte diesmal in Washington fast schon trocken – statt der üblichen humiden 30 bis 32 Grad Celsius war man diesmal nämlich mit knapp 40 Grad konfrontiert. Am Vorabend der Feierlichkeiten am 4. Juli waren am selben Tag auf der Erde nur Teile der Sahara, Chinas Wüste Gobi, Orte im Nahen Osten und Wüsten in Amerikas Südwesten noch heißer als die US-Hauptstadt.

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Dort liefen jetzt die Vorbereitungen für die Feier auf Hochtouren. Amerikas Unabhängigkeitsfeiern am 4. Juli sind dabei immer schon ein patriotisches Spektakel, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Die USA sind wohl eines der Länder, in denen man Patriotismus am meisten zur Schau stellt, während Deutschland wohl Rekorde in die andere Richtung setzt. Es ist also eine andere Welt.

Und dieses Jahr galt es, noch eins draufzusetzen. Das „Bicentennial“, die 250-Jahr-Feier, gibt es in solcher Größenordnung schließlich nur jedes halbe Jahrhundert. Das allerdings versetzte die Hauptstadt auch in eine Art Ausnahmezustand. Wo man sonst entspannt aus der U-Bahn aussteigen und die „National Mall“, jenen Grünstreifen zwischen Washington Monument und US-Kapitol, entlangschlendern konnte, grüßte einen nun ein ganz anderes Bild: Humvees der US-Streitkräfte blockieren die Straßen, Nationalgardisten in Camouflage-Uniformen patrouillieren die Straßen – und Zäune ohne Ende versperren jeden Zugang zur Mall. Eintritt gibt es hier nur nach Kontrollen, die strenger als am Flughafen sind.

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Wirkliche Ausnahme zum 4.-Juli-Wochenende war aber nur das verzwickte Netz an Absperrungen und Kontrollen – die Nationalgardisten sind seit gut einem Jahr in der US-Hauptstadt. Präsident Trump hatte sie in den District of Columbia beordert, um dort die Probleme mit öffentlicher Ordnung und Sicherheit, die viele US-Großstädte seit der Corona-Pandemie plagen, zu bekämpfen. Der Hauptstadtbezirk hat hier die Besonderheit, dass er einer der wenigen Orte ist, an denen die US-Bundesregierung durchregieren kann. Für einen Truppeneinsatz hier musste Trump niemanden um Erlaubnis bitten.

Und tatsächlich hat sich mit dem Eintreffen der Nationalgardisten etwas getan, berichten viele Amerikaner vor Ort. Die Kriminalität, die sich vorher in erschreckender Weise selbst an einigen der zentralsten Orte, wie etwa direkt rund um die Straßen neben dem Weißen Haus, verschärft hatte, nahm dort im Zentrum der Stadt spürbar ab. Ebenso setzt man seitdem auch die Ordnung auf den Grünflächen der Metropole wieder durch. Wo man 2023 noch etwas geschockt von Obdachlosenzelten direkt auf dem Rasen vor dem sonst ansehnlichen Marmorbau der „Union Station“ unweit des Kapitols war, gehörten solche Bilder jetzt der Vergangenheit an. Wenn es nach Trump geht, soll Washington dabei mit dem Null-Toleranz-Vorgehen gegen Kriminalität, Vandalismus und Obdachlosencamps eine Art Modell für andere US-Großstädte werden.

Geschmückt war die Stadt – so wie das ganze Land auf dieser Reise – derweil unübersehbar mit dem „Star-Spangled Banner“, der US-Flagge, insbesondere in zwei Varianten: der heutigen mit 50 Sternen und der alten „Betsy-Ross-Flagge“ mit den 13 Sternen der ursprünglichen Kolonien, die sich vor 250 Jahren von Großbritannien lossagten.

Eigentlich – das wussten auch die Gastgeber diverser Vorveranstaltungen in den Tagen vor der Hauptfeier gern anzumerken – war es dabei bereits der 2. Juli, an dem damals 1776 der Zweite Kontinentalkongress der 13 Kolonien beschloss, dass diese nun „freie und unabhängige Staaten sind und von Rechts wegen sein sollen“. US-Gründervater John Adams ging damals daher auch davon aus, dass „der 2. Juli 1776 die denkwürdigste Epoche in der Geschichte Amerikas sein“ wird. Stattdessen feiert man heute den 4. Juli, den Tag, an dem dann der finale vollständige Schriftsatz der Unabhängigkeitserklärung beschlossen wurde.

In Washington stand die Feier dafür nun ganz im Zeichen Trumps: Wie bei der öffentlichen Sicherheit hatte auch hier der US-Präsident die Organisation ganz an sich gerissen. Nicht nur US-Flaggen schmückten die Hauptstadt, sondern auch etwas überdimensionierte Trump-Banner – der Präsident hatte sich unter dem Slogan „America First“ ebenso wie sein erster Amtsvorgänger George Washington, der dort als „America’s First“ hing, an Ministeriumsgebäuden präsentieren lassen.

Politisch-patriotische Regierungsbanner am US-Innenministerium (zuständig für Nationalparks, nicht für Sicherheit) in Washington D.C.

Ein etwas eigensinniger und mitunter befremdlicher Anblick. Auch wenn – und das muss man eingestehen – Politikervergötterung den USA wie auch anderen Ländern längst nicht so fremd ist, wie man es heutzutage darstellt. Die Stadt heißt schließlich Washington – und jener erste Präsident thront auch als zentrale Figur im Deckengemälde über der Kapitolrotunde an jener Position, an der man in Kirchen sonst Jesus sieht.

Im Unterschied zu Trump (und vielen anderen späteren Präsidenten) lehnte Washington allzu pompöses Auftreten aber zu seiner Lebenszeit ab – und verzichtete mehrfach freiwillig auf Macht, erst als Oberbefehlshaber, dann nach zwei Amtszeiten als Präsident, was für fast 200 Jahre zur ungeschriebenen Regel wurde, bis man dies nach Roosevelts ungewöhnlichen vier Amtszeiten in der Verfassung verankerte. Heutige Politiker, seien es Trump, aber genauso auch Obama, stören sich daran eher – und schielen gern auf die ihnen so nun verwehrte dritte Amtszeit.

Die Tatsache, dass Trump in Washington die Federführung der Feier übernahm, hatte jedenfalls auch politische Gegeneffekte, wie etwa den Boykott mehrerer linker Bundesstaaten bei der „Great American State Fair“ auf der National Mall, die dort Stände aller Staaten ebenso wie von Wirtschaftsvertretern und US-Behörden anbieten sollte. Diese größtenteils draußen stattfindende Messe litt am Ende massiv unter den extremen Temperaturen, auf die keiner so ganz vorbereitet war.

Feierlichkeiten in Washington D.C. zum 4. Juli 2026

Wettgemacht wurde das dafür durch eine militärische Dauerdarbietung in der Luft. Bereits Tage vor dem Unabhängigkeitstag gab es Showflüge diverser Luftstaffeln der verschiedenen US-Teilstreitkräfte: Von F-35-Formationen, Überflügen der Air Force One, Osprey-Helikoptern der Marines bis hin zu den Stealth-Bombern B-1 Lancer und dem markant dreieckigen B-2 Spirit war dort (fast) alles zu sehen, was das US-Militär in der Luft zu bieten hat.

In der Luft sollte dann auch der eigentliche Höhepunkt der Feier stattfinden: das traditionelle Feuerwerk über der Stadt. Durch Sommerstürme verzögerte sich das dann aber um ca. zwei Stunden. Die vorherige Trump-Rede schloss der Präsident diesmal aber ungewöhnlich pünktlich ab, sodass das Feuerwerk gerade noch am 4. Juli losgehen konnte – zwei Minuten vor Mitternacht.

Dann stieg ein B-1 Lancer auf und schoss durch die Nacht, gefolgt vom – wie es Trump angekündigt hatte – „größten Feuerwerk aller Zeiten“, das tatsächlich in beeindruckendem Ausmaß den Himmel über Washingtons Monumenten in Weiß, Blau und Rot färbte. Immer wieder begleitet von „USA! USA! USA!“-Rufen der feiernden Menge.

Die Reise ging dabei gerade erst so richtig los. Denn auf dem Plan stand jetzt Neuengland, jene Region der Ostküste, in der bei der Besiedlung Amerikas und der späteren Revolution so ziemlich alles begann. Erst ging es dabei nach Cape Cod, jene Ferienhalbinsel, auf der einst John F. Kennedy gern seinen Urlaub machte.

Dort – am nordöstlichsten Zipfel Cape Cods – war es aber auch, wo die Pilgerväter der „Mayflower“ 1620 erstmals Amerika erreichten. Die Puritanerkolonie von damals hat als eine der ersten Siedlungen auf dem nordamerikanischen Kontinent einen fast mythischen Stellenwert in der US-amerikanischen Geschichte. Bis heute gibt es Familien, die ihre Wurzeln stolz auf die Pilgerväter der „Mayflower“ zurückverfolgen.

In jener Bucht vor Cape Cod war es auch, wo die Besatzung damals noch an Bord des Schiffs den „Mayflower Compact“, eine Art erste Mini-Verfassung für die neue Kolonie – und damit ebenso ein weit entfernter Vorgänger der US-Verfassung –, unterschrieb. Ein hoher Steinturm markiert heute an Land dort den Ankunftsort der Pilgerväter. Dass dieser ganz im italienischen Stil nach dem Vorbild des toskanischen Siena erbaut wurde, verleiht dem Ganzen durchaus einen ulkigen Anblick.

Aber was etwa König Arthur als symbolischer Gründer Englands ist, das sind die „Mayflower“-Siedler für Amerika – der mythische Anfang. Ganz englisch jedenfalls erscheint einem dann auch die Region Neuengland. Immer wieder wird man hier an das echte Südengland erinnert – mit anglikanischen Steinkirchen inklusive.

Politisch stehen die Menschen hier meist klar links. Geschmückt sind die Straßen und Häuser anlässlich des diesjährigen Jubiläums dennoch geschmackvoll mit US-Fahnen und gern halbkreisförmigen rot-weiß-blauen Fächerdekorationen. In Vorgärten stehen dann Schilder, die in revolutionärer Sprache von damals „Tyrannei“ verurteilen und „No Kings“ („Keine Könige“) fordern. Unter jenem Motto mobilisieren Trump-Gegner seit seinem Amtsantritt zu Protesten gegen den Präsidenten. Von links hat man also dieses Jahr eine passende Interpretation für das patriotische Jubiläum gefunden: den Vergleich Trumps mit George dem Dritten, dem englischen König von damals – und die Ablehnung seiner vermeintlichen „Tyrannei“.

Nicht nur hinkt der Vergleich – wobei übergroße Trump-Banner in Washington D.C. dafür wohlgefundenes Fressen sind –, sondern es war auch gar nicht so sehr George der Dritte, gegen den Amerika damals wirklich rebellierte. Ein Besuch in Boston – das nächste Reiseziel – zeigt das jedenfalls mal wieder augenscheinlich.

In Boston war es, wo viele Schlüsselereignisse der amerikanischen Revolution – die nur bedingt wirklich eine Revolution und eher eine Restauration war – stattfanden: das „Boston Massacre“, die „Boston Tea Party“ und direkt außerhalb der Stadt die Schlacht von Lexington und Concord, die den Unabhängigkeitskrieg begann und deren Ort ebenfalls auf meiner Liste stand.

Zurück zu George dem Dritten aber: Von dem hörte man als interaktive Figur in Bostons Museen dann, wie er doch das wichtigste Prinzip des British Empire gegenüber den rebellischen Untertanen in Amerika verteidigen müsse – und zwar „Parliamentary Supremacy“. Moment? Der König als Verteidiger des Parlamentarismus? Ja – es war nämlich viel eher das britische Parlament und dessen „Regierung seiner Majestät“, gegen die Amerikas Kolonialisten damals rebellierten. George III. war damals schon, wie heute Charles III. noch ausgeprägter, viel mehr Galionsfigur als wirklicher Herrscher.

Großbritanniens Parlament – in dem die Amerikaner keine Sitze hatten – war es, das nach dem Siebenjährigen Krieg nun per Steuern aus London Geld für die Militärkasse eintreiben wollte. Jener Krieg, der mit britisch-französischen Scharmützeln im Indianerland anfing, mit einem britischen Trupp, kommandiert übrigens ausgerechnet von einem jungen George Washington. London wollte seine amerikanischen Untertanen zur Verteidigung der Kolonien nun zur Kasse bitten, während diese auf den eigenen Blutzoll und vor allem auf ihre eigenen Parlamente verwiesen.

Denn das war dann der Kern des Konflikts: Seit der Landung der Mayflower war man es gewohnt, eigene Versammlungen zu wählen, die dann eigenständig über Gesetze, Steuern und Haushalte in den Kolonien entschieden. Der jeweilige Gouverneur der Krone war dabei von ihnen abhängig. Massachusetts, dessen Hauptstadt Boston seit Kolonialzeiten ist, war dabei Dreh- und Angelpunkt der Proteste.

Hier eskalierte der Konflikt mit Großbritannien. Um dem Unmut zu begegnen und die Umsetzung der unpopulären Steuergesetze durchzusetzen, entsandte man mehrfach britische Truppen in die Stadt. 1770 mündeten Proteste der Bostoner dann im „Boston Massacre“, als neun britische Soldaten auf eine wütende, teils Steine werfende Menge schossen und fünf Amerikaner töteten. Die britischen Truppen wurden danach zeitweise abgezogen, kamen aber zurück, nachdem bei der „Boston Tea Party“ 1773 amerikanische Rebellen aus Protest Tee der „British East India Company“ in den Hafen kippten, weil diese vom Parlament in London das Recht auf zollfreien Import erhalten hatte, um amerikanische Händler und Schmuggler zu unterbieten.

In Reaktion darauf ließ Großbritannien viele Aspekte der Selbstverwaltung von Massachusetts aufheben und entsandte wieder Truppen. Amerikaner sahen ihre seit Pilgerväterzeiten angestammte Selbstverwaltung ebenso wie ihre Rechte „als Engländer“ in Gefahr, da sie weder das Recht hatten, Abgeordnete nach London zu entsenden, noch ihre eigenen, von ihnen gewählten Kolonialparlamente gefragt wurden.

Denkmal in Lexington, Massachusetts, an die „Minutemen“, die sich britischen Truppen entgegenstellten

Außerhalb des nun erneut besetzten Bostons regierte deshalb dann die alte aufgelöste Kolonialversammlung schlicht weiter und errichtete eine amerikanische Parallelregierung. Um jenen aufmüpfigen Kolonisten nun ihre Waffen zu entziehen, marschierten dann britische Truppen im April 1775 nach Lexington und Concord, trafen auf vorgewarntе amerikanische Milizen, und der Schuss fiel, der den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg begann. Auch deshalb übrigens – der Konflikt erreichte seinen Höhepunkt mit der versuchten Waffenkonfiszierung – hat das Recht auf Waffenbesitz bis heute in den USA eine historische und verfassungsrechtliche Stellung, die für viele Deutsche schwer nachvollziehbar ist.

Der Erste Kontinentalkongress der rebellierenden Kolonien war es, der an König George appellierte, die Parlamentsakte gegen die Amerikaner zurückzunehmen. „Wir werden uns stets sorgfältig und eifrig darum bemühen, Eure königliche Autorität über uns sowie unsere Verbindung zu Großbritannien zu stützen und zu wahren“, hieß es da 1774. Auch nach Kriegsausbruch 1775 rief der Zweite Kontinentalkongress George III. noch dazu auf, als Mediator zwischen London und seinen „loyalsten Untertanen“ in Amerika zu vermitteln.

Ein Jahr später vollzog man dann doch ebenjenen Bruch mit Großbritannien, der sich dieses Jahr zum 250. Mal jährte – ein gehöriges Alter. Die USA sind dadurch einer der ältesten ununterbrochen existierenden Staaten der Welt. Die Verfassung von 1789 ist ebenfalls bis heute gültig. Während all dieser Zeit gab und gibt es nur eine USA, keine fünf Republiken wie in Frankreich, kein erstes, zweites und „drittes“ Reich wie in Deutschland. Ein beachtliches Alter – das auch von der Stabilität des Regierungssystems in britischer Tradition zeugt, das die US-Gründerväter damals schufen.

Als Nation hingegen ist Amerika natürlich unbestritten jung. Es ist eine Siedlernation, das wird jedem schnell bewusst, der das Land bereist. Auch im eigentlich gerade erst so lange besiedelten Nordosten Neuenglands, wo schon seit der Mayflower – seit über 400 Jahren – europäische Siedler leben, ist der Kontrast zum alten Kontinent überall zu sehen.

Ja, es gibt hier anglikanische Steinkirchen, die so auch in England stehen könnten. Aber dennoch täuscht nichts darüber hinweg, dass fast alle diese Orte auch in diesem alten Amerika dem klassischen, ländlichen Straßenbild der USA gleichen, das man sonst auch aus dem Westen kennt. Klar, die Vegetation ist anders: dicht, voller Wald. Aber die Straßen, die bürgersteiglosen Wohnorte, die überall vertretenen U-förmigen Einkaufszentren am Straßenrand, die Drive-in-Diner – sie sind ganz unverkennbar amerikanisch. Und ja, eben ein bisschen langweilig.

U.S. Marine Corps Memorial im Vordergrund, einige Hochhäuser Arlingtons, umgeben vom Rauch des „Independence Day“-Feuerwerks, im Hintergrund

Dafür – und das sieht man auch am Straßenrand – herrscht hier auch weiterhin eine ganz andere Dynamik als in vielen Teilen der alten Welt. In Nordvirginia auf dem Weg vom internationalen Flughafen Washingtons in die Hauptstadt wimmelt es nur so von Baustellen am Straßenrand, wo in Windeseile ganze neue Ortschaften mit Business-Hochhäusern hochgezogen werden.

Dort tummeln sich vielleicht die gleichen üblichen To-go-Läden, bei denen sich Büromitarbeiter morgens oder mittags bedienen: Pret A Manger, Starbucks, Sweetgreen und wie sie alle heißen. Auch das mag etwas fad sein – und keine besonders lebendigen Stadtzentren hervorbringen. Amerikanische Vororte werden so schnell wenig mit etwa italienischen Kleinstädten zu tun haben – auch wenn man sich wie auf Cape Cod schon einen toskanischen Turm in die Ortschaft setzt.

Aber hier wird gebaut, hier entstehen neue Büros, neue Jobs, neue Geschäftszweige. Dieser „Frontier Spirit“, der 1776 mit der Loslösung von Großbritannien erst so richtig nach Westen Fahrt aufnahm, ist selbst in Virginia, der ältesten britischen Kolonie auf dem Kontinent, nicht zu übersehen. Davon zeugen tagtäglich die neuen Hochhäuser auf den Hügeln Arlingtons gegenüber Washington am anderen Ufer des Potomacs, von denen man jenes Feuerwerksspektakel am 4. Juli beobachten konnte.

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38 Kommentare

  • Wirklich sehr informativ und interessant geschrieben.
    Und ich muss sagen, ich bin schon ein bischen neidisch auf diese Reise zur 250 Jahr Feier durch die USA.
    Das lesen hat wirklich Spaß gemacht.

    13
  • Der 250. Jahrestag hat bei mir Jugenderinnerungen geweckt, die den Meisten hier wohl unbekannt sein werden.

    Im Englisch-Unterricht meiner gymnasialen Oberstufe war das „Bicentennial“, der 200. Jahrestag der Staatsgründung, ein wiederholt bearbeitetes Thema. Einige Jahre später, ins Berufsleben eingetreten, erfuhr ich von meinem ein halbes Jahr jüngeren Chef, dass er er zu diesem Ereignis in die USA gereist sei (Papa hat’s möglich gemacht).

    Stelle ich die damalige Wahrnehmung („soziale Medien“ etc. waren Zukunftsmusik) derjenigen zum 250. Jahrestag gegenüber (was man wohl als „echtes“ Jubiläum betrachten kann), so hat sich dies irgendwo in einem diffusen Hintergrund abgespielt. Absolut kein Vergleich zum „Bicentennial“, das man heute wohl als „Hype“ bezeichnen würde.

    3
  • Guter Bericht mit Auffrischungspotential für den Einzelnen in Bezug auf die historischen Hintergründe.
    Ich würde es begrüßen wenn, im Rahmen der personellen Möglichkeiten, künftig mehr solche informativen Berichte abseits der innenpolitischen Beobachtungen und Beschreibungen durch Apollo-News erscheinen würden. Gerne auch tiefergehender.

    2
  • Bitte das Wort „USA“, anstatt „Amerika“ verwenden. Wir Lateinamerikaner bitten darum. Danke!

    -1
  • Oh Gott, all diese rechtschreibschwachen und amerikahassenden linken und rechten Verschwörungstheoretiker und Honks, die hier kommentieren, machen einen ja krank. Deshalb als Gegenmittel: Danke Apollo News für diesen schönen Bericht!

    16
  • „Girl, you thought he was a man, but he was a muffin.
    He hung around till you found that he didn’t know nuthin‘.
    Girl, you thought he was a man, but he only was a-puffin‘.
    No cries is heard in the night as a result of him stuffin‘.“

    Thank you very much for coming to the concert tonight, hope you enjoyed it.
    Goodnight, Austin, Texas. Wherever you are.

    Gott, wie lang ist das her…

    0
  • Die selbe Unabhängigkeitserklärung endete in Brasilien, in Tira Dentes, einem bürgerlich gemütlichen Ort wie Concord Massachusetts, am Galgen. Die hatten damals keine Unterstützung eines Revanche süchtigen Frankreich.

    1
  • Sebastian Thormann seine digitalen Geräte wie Mobiltelefone wurden bei seiner Einreise zu 100% durchleuchtet und der US-Geheimdienst hat nun alle Daten, private wie alle Nachrichten die über das Internet versendet wurden.
    So steht es im Dekret von Trump für den Grenzschutz vom 21. Januar.

    1
    • Haben sie sowieso – praktisch jeglicher Internetverkehr läuft durch die USA und an der Küste wird der Datenstrom aus den Unterseekabeln von der NSA gespiegelt und durchsucht.

      4
    • Wenigstens setzt sich Trump für die Sicherheit seines Landes und somit seiner Bürger ein! Ganz im Gegensatz zur EU und ihrer Marionettenregierungen …

      17
      • Immer, wenn die EU auch nur 1/10 von dem ankündigt, was in den USA längst passiert, dann wird hier rumgekreitscht. Man kann euch wirklich keine Freiheit erlauben. Ihr müsst regiert werden von der Wiege bis zur Barre.

        1
    • Als ob sich einer dafür interessiert einen Clown wie Thormann auszuspionieren. No way.

      0
  • Die Amerikaner und die Canadierer glauben, dass sie die Blockhausbauweise erfunden haben. Aber das stimmt nicht.
    Es waren die frühen deutschen und österreichischen Einwanderer, die sich mit dem Oregontrail durchgeschlagen haben. Die Typen aus den Alpen haben diese Techniken schon viele hunderte Jahre vorher verwendet. Die wußten wie das geht und haben es den anderen gezeigt.
    Die deutschen Landwirte und Winzer waren es auch, die erkannt haben, dass das Willamette Valley eine der fruchtbarsten Agrarlandschaften der Erde ist und dort angefangen haben, Landwirtchaft und Weinbau zu betreiben.
    Gleisbau, Verwaltung und soziales Zusammenleben wurden von den deutschen und englischen Einwanderern aufgebaut.
    Und die Amis feiern sich dafür, dass sie Amis sind.
    Ohne die frühen deutschen Einwanderer würden die heute noch in ihren Planwagen pennen.

    4
    • Ich verstehe nicht, was Sie damit sagen wollen. Die allermeisten US-Amerikaner (Ich kenne natürlich nur sehr wenige, das aber immerhin aus seit 1984 kontinuierlichen Privatbesuchen) platzen vor Stolz, wenn sie irgendeinen deutschen Vorfahren vorweisen können.
      Deutsche Ingenieurskunst hält der US-Amerikaner der seinen um Äonen überlegen. Deutsche haben sie zum Mond gebracht und „Tested on the German Autobahn“ ist DER Standardwerbeslogan in der US-TV-Werbung. DIE WISSEN DAS ALSO!
      Um so bitterer, dass WIR all das SELBST und OHNE NOT kaputt gemacht haben.
      Inzwischen fliege ich nicht mehr rüber, weil ich mich vor meinen amerikanischen Ex-Kollegen für mein Land schäme.
      Zunächst versuchte ich noch, es ihnen zu erklären. Sie aber können es kopfschüttelnd nicht nachvollziehen, völlig verständlich.
      Übrigens:
      Genau dieselbe Erfahrung musste ich mit Indien machen.

      10
      • Streiten Sie sich doch nicht mir. Einen Teil haben Sie doch verstanden.
        Gucken Sie als Beispiel doch mal bei diesen albernen Portland Timbers.
        Dort gibt es regelmäßig einen Heritage Day (immer mit Schal) für Schwule, Schwarze, Latinos, Asiaten, Ozeanians oder sonstwas.
        Aber keinen für die Deutschen.
        Laut Wikipedia haben aber ein Großteil der Menschen dort einen deutschen Hintergrund.
        Es gibt dort bei jedem Spiel ‚Black lives matters‘-Plakate. Aber im Publikum sieht man nicht einen Schwarzen.
        Die Amis sind sich ihrer Herkunft gar nicht mehr bewußt. Die verleugnen ihre Herkunft genauso wie die Deutschen.
        Und somit sind sie eigentlich identitätslos.
        Und kommen Sie mir bloß nicht mit Indern.
        Genauso wie Italiener weigern sich auch die Inder konsequent vernünftig Englisch auszusprechen. Es kotzt mich an mich mit denen auf englisch zu unterhalten.

        -3
        • Die Russen kriegen das mit dem Englischaussprechen auch nicht hin.
          Das ist vielleicht so ein Bildungsarmutsding: Italien, Russland, Indien.

          -5
  • Ich hatte mal selbst das Vergnügen 2 Jahre in den U. S. A. (im Speckgürtel von NYC) zu leben und habe Ihren Artikel mit großem Interesse gelesen. Die Erfahrungen dort waren zwar interessant, aber ich bin froh darüber wieder in Deutschland zu sein. Mit der amerikanischen Lebensweise komme ich nicht zurecht und die allgemeine Oberflächlichkeit der Bevölkerung ist erschreckend.
    Leider ist Ihnen ein Fehler unterlaufen! Bei den heißen Orten erwähnen Sie die Wüste Gobi, aber der Karte im Tweet nach zu urteilen, handelt es sich dabei um die Taklamakan-Wüste im Westen der VR China.

    2
    • Sie haben schon teilweise Recht, aber NYC ist auch nicht Florida, Kansas oder Idaho ☝️

      1
  • „Das „Bicentennial“, die 250-Jahr-Feier, gibt es in solcher Größenordnung schließlich nur jedes halbe Jahrhundert.“
    Der Satz gibt so leider keinen Sinn, es gibt zwar alle 50 Jahre ein Semicentennial, aber insgesamt nur ein Bicentennial, das war 1976,
    Die 250-Jahr-Feier ist das Semiquincentennial.

    3
  • Wenn ich deutsche Leser für die USA begeistern wollen würde, dann würde ich den Luxus zeigen den einfache Leute haben. Gerade Klimaanlagen. Die Preise für Automobile. Der Spritpreis. Die riesigen Supermärkte.

    Nicht so einen Touristen-Blödsinn und Kampfjets. Wirklich peinliche Leistung.

    7
  • EILMELDUNG: US-Top-General a.D.: Iran hat uns den Hintern versohlt.

    1
    • EILMELDUNG: Besatzung der USS Abraham Lincoln am Durchdrehen. Drohungen mit Selbstmord. Besatzungsmitglieder müssen daran gehindert werden, über Bord zu springen.

      1
  • Wer will da JETZT hin,zu den:“GERMAN-HATERN????“ 🙁

    4
  • Weil Amerika lernt man am besten kennen durch Statuen und eine extrem dünn besuchte Trump Messe.

    Thormann ist so ein Clown.

    6
  • Pfui Amerika, erst finanzieren sie Hitler und jetzt unterjochen sie seit 1945 unser Land, Ami go home.

    2
  • 250 Jahre Weltterrorist USA. Davon 19 Jahre ohne andere Länder zu überfallen und auszuplündern. Die Ureinwohner des Kontinents ermordet und so wird auf der ganzen Welt weiter gemacht.

    4
  • Ein selbsternannter Experte für US-Politik bringt nichts als peinliches Geschwafel zusammen. Labert von den Pilgervätern und Mayflower daher, als würde das derzeit auch nur einen einzigen Durchschnittsamerikaner interessieren.
    Was tatsächlich für die Amerikaner zählt ist die Wirtschaft, die Inflation, die zunehmende Arbeitslosigkeit, der unsägliche Krieg gegen den Iran, die ständigen Lügen und die Inkompetenz und Korruption der derzeitigen Regierung.
    Mit viel Wohlwollen gäbe es dafür in der Schule ein „mangelhaft“ Hr. Thormann.

    3
    • Weit gefehlt. Was am 4.7. für den Durchschnittsamerikaner, egal ob rechts oder links zählt, ist die Liebe zum Land. Es ist das Nationalbewusstsein, das alle haben und der Stolz , dazugehören.
      So etwas gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr und genau das entwickelt sich zum großen Problem.

      3
      • Dann füll deine „Liebe zum Land“ mal in den Autotank und schau wie weit du damit kommst du Schwätzer.

        2
  • Danke für garnichts. Ohne die USA wäre Europa kein „Shithole“. Danke auch für die Unterstützung der Sowjetunion bzw. des Kommunismus. Den haben wir und die Welt besonders gebraucht.

    Ohne Sozialismus und Amerikanismus könnte man ja noch Menschen finden. 🙂

    0
  • EILMELDUNG: Trump ignorierte Warnungen seiner Militärs: US-Waffendepots leeren sich dramatisch. Wiederherstellung der Bestände wird Jahre dauern.

    Trump, der Totalversager. Die AfD tät besser daran, sich von diesem Narzissten fernzuhalten.

    2
    • @Bbeoooobacherrrr:
      —————————————————————————————-
      Na laut den Bildern hier,scheint wohl kein Waffenmangel vorzuliegen!
      Vielleicht bei „Selenski“sich was pumpen ! 😉

      5
  • Die Europäer zogen aus Europa aus in das gelobte Land der USA, um das Reich Gottes zu errichten – so wie die Juden aus Ägypten auszogen, um in Jerusalem ihr Königreich zu gründen!

    Die USA haben wahrlich einen göttlichen Auftrag!

    -4
    • Ach…“Unser Ami-Versaille zensiert wieder!!!“
      Ooch ist der Kleine beleidigt???

      7

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