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Regierender Bürgermeister

Wo war Wegner wirklich? Berliner Senat verweigert Vorlage von Unterlagen zum Blackout-Tag

Bis heute ist nicht belegt, wo sich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner am Tag des großen Stromausfalls Anfang Januar tatsächlich aufhielt. Wie die Berliner Zeitung berichtet, hat die Senatskanzlei mehrfach die Herausgabe entsprechender Unterlagen verweigert.

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Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner: Sein genauer Aufenthaltsort am Tag des Stromausfalls ist bis heute nicht durch öffentlich zugängliche Unterlagen belegt. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, kann seinen Aufenthaltsort am Tag des großflächigen Stromausfalls im Januar bis heute nicht mit amtlichen Unterlagen belegen. Das geht aus Recherchen der Berliner Zeitung hervor.

Demnach hat die Zeitung drei Anträge auf Aktenauskunft nach dem Berliner Informationsfreiheitsgesetz gestellt – alle wurden abgelehnt. Weder Fahrdaten eines Dienstwagens noch Terminkalender oder interne Unterlagen wurden herausgegeben. Die Senatskanzlei teilte unter anderem mit, Wegner habe am 3. Januar kein Dienstfahrzeug genutzt. Fahrtenbücher würden in diesem Bereich zudem seit 2022 nicht mehr geführt.

Auch der Terminkalender des Regierenden Bürgermeisters ist nicht einsehbar. Er habe lediglich „organisatorischen Charakter“ und unterliege daher nicht dem Auskunftsrecht. Interne Vorgänge zur Beantwortung parlamentarischer Anfragen wiederum seien Teil des „Kernbereichs exekutiver Eigenverantwortung“ und ebenfalls nicht zugänglich.

Damit bleibt offen, wo sich Wegner am Tag des größten Stromausfalls in Berlin seit Jahrzehnten tatsächlich aufgehalten hat.

Widersprüche bei der Darstellung des Krisentags

Der Stromausfall am 3. Januar war durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke ausgelöst worden. Rund 45.000 Haushalte sowie zahlreiche Betriebe im Berliner Südwesten waren betroffen.

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Wegner hatte zunächst erklärt, er habe sich an diesem Tag zu Hause aufgehalten und das Krisenmanagement von dort aus koordiniert. Später sagte er, er habe „den ganzen Tag“ telefoniert und bereits am Morgen Gespräche unter anderem mit der Bundesregierung geführt. Wörtlich erklärte er: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen.“

Diese Darstellung wurde in den vergangenen Wochen durch mehrere Recherchen infrage gestellt. Nach früheren Angaben des Senats wurde Wegner am 3. Januar um 08:07 Uhr von Innensenatorin Iris Spranger informiert und arbeitete anschließend von zu Hause aus. Für den Zeitraum von 13 bis 14 Uhr ist ein Tennisspiel angegeben. An einer Videoschalte des Krisenstabs der Innenverwaltung nahm er laut Senat erst ab 19:30 Uhr teil.

Kaum belegte Kontakte am Vormittag

Recherchen unter anderem des Tagesspiegels ergaben, dass es am Vormittag keine dokumentierten Telefonate mit dem Bundeskanzleramt oder dem Bundesinnenministerium gab. Auch ein früher Kontakt mit dem Netzbetreiber ließ sich demnach nicht belegen.

Nach Angaben von Stromnetz Berlin ist lediglich ein Telefonat am späten Abend dokumentiert. Ein Sprecher erklärte, es habe am 3. Januar um 22:37 Uhr ein Gespräch zwischen Wegner und einem Mitglied der Entscheidungsgruppe des Krisenstabs gegeben. Weitere Gespräche seien nicht nachgewiesen.

Wie die Berliner Zeitung unter Berufung auf eine weitere Senatsantwort berichtete, erfolgte der Austausch mit Spranger am Vormittag zunächst lediglich „per Mitteilung“. Kontakte zur Bundesebene habe es demnach erst am Abend gegeben.

Korrektur bei früherer Senatsangabe

Zusätzliche Fragen wirft eine nachträgliche Korrektur aus der Senatskanzlei auf. Eine frühere Angabe, wonach Wegner am 3. Januar auch mit der Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf im Austausch gestanden habe, wurde später als „nicht korrekt“ bezeichnet. Nach dem aktualisierten Stand habe es weder ein Gespräch noch ein Treffen gegeben.

Wegner hat inzwischen Fehler eingeräumt. Er erklärte: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht und möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen.“ Zugleich betonte er: „Ich habe meinen Job gemacht.“

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32 Kommentare

  • „Demnach hat die Zeitung drei Anträge auf Aktenauskunft nach dem Berliner Informationsfreiheitsgesetz gestellt – alle wurden abgelehnt. Weder Fahrdaten eines Dienstwagens noch Terminkalender oder interne Unterlagen wurden herausgegeben.“

    Aber das Leben des Bürgers soll immer mehr allumfassend überwacht werden…natürlich nur zu seinem Besten…..

    • Das ist ein Skandal, dass da nichts herausgegeben worden ist. Das ist wahrscheinlich sogar ein klarer Gesetzesbruch.

      • Es macht doch keinen Unterschied ob er auf dem Tennisplatz oder im Bordell war. Er hätte so oder so nichts auf die Reihe bekommen…

        • Hör verdammt nochmal auf, meinen Nickname zu verwenden!

          0
  • „Gleich und Gleich gesinnt sich gern!“

    • Wer ist denn neben Wegner der andere „Gleich“?

  • Ein Vorgehen, das Vertrauen in die Demokratie schafft.
    Wer könnte an Wegners Aufrichtigkeit zweifeln?

  • Er war aber immer am/im Netz 🎾

  • Wo er letztendlich war, ist gleichgültig.

    Entscheidend ist, dass er NICHT an dem Platz war, an den er als verantwortungsbewusster Krisenmanager gehört hätte. Er hat sich vor der Verantwortung gedrückt und feige davongestohlen. Erbärmlich!

  • Wer lügt, braucht ein gutes Gedächtnis…

  • Warum gibt es da keine Hausdurchsuchung morgens um sechs Uhr?

  • Manche liegen um diese Zeit in fremde Betten…

  • Ist doch klar wo der gewesen ist: auf dem Tennisplatz.

  • Wenn er denn angeblich nicht in Berlin war, es aber dokumentiert ist, wäre sein Verhalten allerdings äußerst schwerwiegend. Mit dem Wissen der Vertuschung ist dann eine unvergleichbare Dreistigkeit an den Tag gelegt. Hoffe eigentlich, es ist nicht so. Zudem weiß eine andere Behörde vermutlich Bescheid, die aber selbstverständlich, auch in diesem Fall, sich nicht äußert. Nur eruieren, ob er privat zum Tennis fuhr ….

  • Beim Techtelmechtel? Ist halt dumm gelaufen für ihn.

  • Meine Güte. Wegner ist unfähig und verlogen, jeder sieht es, eine absolute Fehlbesetzung, die auf Presige und eigenen Vorteil bedacht ist.
    Dieses Kleinklein ist überfüssig.
    Dit is Balin.

    • Das Schlimme ist, dass der linke und unfähige Wegner immer noch im Amt ist. Rücktritt ist überfällig.

      • Und die CDU hat ihn wieder aufgestellt für die Wahl in fünf Monaten.

        • Welch ein Armutszeugnis…..

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        • Gutes Personal ist halt knapp,schauen Sie sich seinen Parteichef an.

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        • Das wird der Berliner CDU das Genick brechen und Berlin endgültig der Stasi-SED und den Grüninnen sowie einem militanten kommunistischen türkischen Bürgermeister AUSLIEFERN.

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      • Nee, lass mal den Wegner im Amt. Der tut ja nix. Es wird schlimmer. Mit der SED Kandidatin Elif Eralp.

        • Momentan ist vom Dreiergespann RRG allerdings die SPD vorne. Aber die nehmen sich ja alle nicht viel. Wegner ist ein jämmerlicher Versager, der diese Entwicklung zu verantworten hat. Und die CDU setzt trotzdem auf ihn. Himmel herr je.

          2
  • Wer so mauert oder mauern läßt bei gesetzlich verbrieftem Auskunftsrecht, hat sprichwörtlich mehr als eine Leiche im Keller!

  • Damit schein klar zu sein: Er wusste, was kommt. Er wusste, dass es geplant war. Er wusste, wer es geplant hatte. Er wusste, wer es durchführte. Er wusste, dass er nichts tun konnte. Er wusste, dass er nichts tun musste. Er wusste, dass er die Schnauze zu halten hatte.

  • Und wieso kommt mir bei ihm der Begriff „Fruehstuecksdirektor“ in den Sinn?

  • Kann der Schwachkopf, der in letzter Zeit immer wieder meinen Nickname verwendet, es einfach sein lassen?

  • Swingerclub?

    • … Swingeclub mit angeschlossenem Tennisplatz …

      • Wo man unbekleidet spielt.🤣🤣🤣

  • Beim Techtlmechtl . Nur Sch…. dass es genau dann den Stromausfall gab. Dumm gelaufen!

  • Vielleicht war er vollgekokst im Puff und steckte dort in einer wichtigen Angelegenheit fest.

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