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Energieeffizienzgesetz

Wirtschaft muss schrumpfen? Ein neuer Energiedeckel erdrückt den Standort Deutschland

Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) zwingt Deutschland ab 2030 einen festen Energiedeckel auf – eine Obergrenze für den gesamten Energieverbrauch. Einhalten ließe sich dieses Ziel laut DIHK jedoch nur, wenn die Wirtschaftsleistung schrumpft.

DIHK-Präsident Peter Adrian sorgt sich um den Fortbestand der Industrie in Deutschland. (IMAGO/Sven Simon)

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Die Dauerkrise, die den deutschen Industriestandort in seinen Grundfesten erschüttert, hat viele Ursachen: hohe Energiekosten, eine erdrückende Steuer- und Abgabenlast sowie eine überbordende Bürokratie und Regulierung.

Eine Regelung, die der deutschen Wirtschaft dabei besonders zu schaffen macht, ist das Energieeffizienzgesetz (EnEfG). Das von der Ampel-Koalition im Jahr 2023 beschlossene Gesetz schreibt vor, den Endenergieverbrauch Deutschlands bis 2030 gegenüber dem Jahr 2008 um mindestens 26,5 Prozent auf 1.867 Terawattstunden zu senken, um so die nationalen Klimaziele zu erreichen. Zum Vergleich: Derzeit liegt der Endenergieverbrauch bei rund 2.100 Terawattstunden pro Jahr.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat nun berechnet, wie gravierend die Folgen ausfallen könnten. Um die festgelegte Obergrenze einzuhalten, müsste die deutsche Wirtschaftsleistung gegenüber 2024 um knapp 9 Prozent sinken. „Bleibt es bei dem starren Ziel, gefährdet das die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und unseren Wohlstand“, warnt DIHK-Präsident Peter Adrian. Der Verband fordert deshalb, die feste Verbrauchsgrenze zu streichen.

Die absehbare Folge wären ein massiver Stellenabbau und erhebliche Verwerfungen am Arbeitsmarkt. Denn wenn die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen weiter sinkt und Umsätze sowie Gewinne unter Druck geraten, werden Einsparungen zwangsläufig erforderlich. Auch Produktionsverlagerungen ins Ausland dürften zunehmen.

Da die Verbrauchsgrenze ausschließlich den inländischen Energieverbrauch begrenzt, würde energieintensive Produktion verstärkt in andere Länder abwandern, in denen Energie weiterhin uneingeschränkt und häufig deutlich günstiger verfügbar ist. Deutschland zählt innerhalb der Europäischen Union bereits heute zu den Ländern mit den höchsten Energiekosten. Die Emissionen würden dadurch nicht vermieden, sondern lediglich ins Ausland verlagert, während die Wertschöpfung im Inland verloren geht. Von Nachhaltigkeit kann nicht die Rede sein.

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Auch von Ökonomen kommt vor diesem Hintergrund deutliche Kritik an dem Gesetz. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm bezeichnet den Energiedeckel als „völlig sinnlos“. Einhalten lasse er sich letztlich nur durch „Degrowth“, also ein gezieltes Schrumpfen der Wirtschaft. Produktivität und Arbeitsplätze gingen bereits heute infolge der hohen Energiekosten verloren. „Diese Entwicklung sollte man durch die Gesetzgebung nicht noch unnötig beschleunigen.“

Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) ist dabei kein Einzelfall. Um die Klimaziele zu erreichen, hat Deutschland in den vergangenen Jahren ein dichtes Geflecht an Vorgaben geschaffen, das Unternehmen und Bürger gleichermaßen belastet. Ein weiteres prominentes Beispiel ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG), besser bekannt als „Heizungsgesetz“.

Die schwarz-rote Koalition hat zwar im Koalitionsvertrag angekündigt, das Heizungsgesetz abzuschaffen und durch ein offeneres Gebäudemodernisierungsgesetz zu ersetzen, bei dem Verbraucher weiterhin größere Freiheiten bei der Wahl ihrer Energiequelle haben sollen. Ob dies am Ende tatsächlich umgesetzt wird, ist jedoch fraglich.

Hinzu kommt: Selbst wenn das neue GEG in abgeschwächter Form kommen sollte, müssen fossile Heizungen ab 2029 ohnehin schrittweise steigende Anteile CO₂-neutraler Brennstoffe nutzen. Bis 2035 soll der Anteil erneuerbarer Energien auf 60 Prozent steigen. Die versprochene „Energiefreiheit“ wird damit faktisch von anderer Seite flankiert. 

Darüber hinaus wird der CO₂-Preis in den kommenden Jahren kontinuierlich weiter ansteigen. Dadurch verteuert sich das Heizen mit konventionellen Energieträgern wie Öl und Gas gezielt immer weiter. Der bisherige Preisvorteil gegenüber erneuerbaren Alternativen schwindet damit zunehmend. Die finanzielle Belastung verschiebt sich lediglich vom Ordnungsrecht – also den Vorgaben des bisherigen GEG – auf den CO₂-Preis.

Spätestens ab 2028 droht Verbrauchern beim CO₂-Preis eine regelrechte Kostenexplosion. Hintergrund ist die Einbeziehung der Sektoren Gebäude und Verkehr – darunter fallen unter anderem Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel – in den neuen europäischen Emissionshandel ETS 2. Bislang wurden sie über den deutschen, nationalen Emissionshandel geregelt (mehr dazu hier).

Eine weitere Maßnahme auf Bundesebene, die der Erreichung der Klimaziele dienen soll, zugleich jedoch eine Reihe von Nebenwirkungen mit sich bringt, ist der CO₂-Aufschlag auf die Lkw-Maut. Der Bund erhebt diesen seit Dezember 2023. Er beträgt 200 Euro je Tonne Kohlendioxid und bewegt sich somit nahe an dem höchsten nach EU-Recht zulässigen Satz.

Da ein Großteil der deutschen Außenhandelsgüter per Lastwagen transportiert wird, geben die überwiegend mittelständischen Speditions- und Fuhrunternehmen die zusätzlichen Kosten an ihre Kunden weiter. Dies wirkt direkt preistreibend und trägt damit zur Inflation bei.

Abgesehen davon waren es zuletzt vor allem die gestiegenen Energiepreise, die die Teuerung angeheizt haben. Im April lag die Inflationsrate im Jahresvergleich bei 2,9 Prozent. Im Mai ging sie leicht auf 2,6 Prozent zurück, allerdings vor allem aufgrund von Sondereffekten wie dem Tankrabatt. Seit Dezember vergangenen Jahres hatte sich bei der Teuerung ein kontinuierlicher Anstieg abgezeichnet.

Vor diesem Hintergrund dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) in den kommenden Tagen eine Zinswende einleiten (Apollo News berichtete).

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27 Kommentare

  • Worüber wundert sich das DIHK eigentlich genau? Die Deindustrialisierung ist doch seit Jahren ein festgeschriebenes Programm der Parteien der „Mitte“.

    Was soviel bedeuten soll, dass die Mehrheit der Bevölkerung das genau so möchte und genau deshalb diese Parteien, kühn und ungeachtet des eigenen Jobrisikos, immer wieder wählt.

    Deutschland hat in 2030 ca. 15 Millionen Beamte und braucht dann keine Industrie mehr. Der Rest der Bevölkerung füllt Formulare aus und erfreut sich täglich neuer Verbote.
    😀

  • In so einem Umfeld investieren internationale Investoren natürlicher gerne in Deutschland…. NICHT! 😀

    • Das ist nicht ganz richtig, Roman!

      Ausländisches Geld fließt durchaus weiter in NGOs und dort werden auch viele Leute beschäftigt. Das dürfte über Jahre hinweg der einzige Wachstumssektor in Deutschland gewesen sein 😀

      • Ausländisches Geld fließt durchaus weiter in NGOs ?
        Sie meinen Deutsches Steuergeld fließt in Ausländische und Deutsche NGOs ? Oder ?

      • Auch die Asylindustrie wird sich über ihre Wachstumsraten nicht beklagen können …

  • Haben die Deutschen etwas anderes verdient?
    Nein, und nochmals nein. Sie wollen es so.
    Jede Wahl bestätigt es aufs Neue. BW als Autoland wählt sich z.B. einen grünen MP.
    Geht’s eigentlich noch krasser?

    • Ist nun einmal so !
      Haben die Deutschen 1933 den Krieg gewollt ? Haben sie bis 1945 alle mitgemacht ?
      Nun sind wir Deutschen aber auch dieses mal nicht alleine damit . Ganz Europa scheint sich dem Irrsinn hinzugeben ! Und nur Europa !
      Das Problem mit der Masse und dem Deutschen Michel kann man gut mit dem Frosch im Kochtopf vergleichen !

      • Auch wir Österreicher fallen dem „Frosch-Kochtopf-Syndrom“ anheim. Auch bei uns gibt es nur noch zwei Parteien zur Auswahl, nämlich die FPÖ und das Links-Kartell. Welches sich einheitlich ideologisch-linksversifft zusammensetzt aus ÖVP/SPÖ/NEOS/GRÜNE/KPÖ. Diese 5 linksversifften Parteien vereinen laut aktuellen Umfragen 62% der Wählerschaft, während die bürgerlich-rechte FPÖ nur auf 38% kommt. Wir Österreicher sind ebenso wie ihr Deutschen dem Untergang geweiht……….

        • Der Trick ist ja beim Frosch die Temperatur gaaannnnnz langsam zu erhöhen . Das mag bisher auch geklappt haben weil es dem Michel in der breite noch nicht aufgefallen ist ! Aber der Wirtschaftliche abstieg beschleunigt sich nunmehr dramatisch ! Was bildlich gesprochen die Schnellheizplatte auf Stufe 9 gestellt bedeutet !
          Der Frosch wird jetzt sehr bald aus dem Topf springen oder sie machen den Deckel drauf !Was Entweder einen dramatischer Wechsel in den Mehrheitsverhältnissen nach rechts bedeutet oder Diktatur von links .

          2
  • „eine Obergrenze für den gesamten Energieverbrauch.“ Gilt die dann auch für die gigantischen Mengen, die die heilsbringende KI so benötigt und für die „stärkste Armee Europas“, die Deutschland ja werden will oder gilt für diese Bereiche dann wieder der gute alte Spruch, der immer kommt, wenn man das hinterfragt: „Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun“?

  • Nanu das Handelsblatt, sehr spät, zu spät

    „ Wirtschaft löst Migration als zentrales Problem ab
    Die Stimmung der Deutschen ist auf dem Tiefpunkt. Einer Umfrage zufolge bewerten 85 Prozent die wirtschaftliche Lage als schlecht. Wirtschaft gilt als das größte Problem.“

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/deutschlandtrend-wirtschaft-loest-migration-als-zentrales-problem-ab/100230272.html

    • Aber wählen weiter Ihren Untergang

      • Weil ihnen eingeredet wird, dass alles dran schuld ist, nur nicht die Politik.
        Der Krieg und der andere Krieg, Trump und Putin, Corona, die Nazis, die eigene Faulheit, das Klima, der liebe Gott, aber nicht Brüssel und Berlin.

  • Deutschland erinnert irgendwie immer mehr an Schilda …

    (Anmerkung für die Jüngeren unter der Leserschaft: Einfach mal die Suchmaschine Ihres Vertrauens hierzu befragen!)

  • Neues Regierungsmotto: „Zurück in die Steinzeit“ – oder?

    • jep, fragen Sie mal die knapp 60% in BW, welche grün und schwarz gewählt haben, was deren Geheimrezept ist! Das Geheimrezept ist, daß die Bürger seit Generationen scheinbar viel Geld gemacht haben und für kommende Generationen ist gesorgt. Jetzt fehlt in Stgt nur noch gute Luft. Dort kommen die hin…Bad Cannstatt BOSCH+MAHLE =raus!!!!

  • Wie lange wird es dauern, bis bei E-Autos der maximale Stromverbrauch gesetzlich vorgeschrieben wird?
    Liegt bestimmt schon in der Schublade.

  • Mitte-Sozialismus bei der Arbeit. Die Industrie hat doch jahrelang mitgemacht und wundert sich jetzt…

  • Ohne Energie keinen Wohlstand. Das wissen natürlich auch die grünwoken NGOs, die dieses Gesetz vorangetrieben haben, aber genau das ist ja ihr Ziel.
    Für die Grünen war der Wohlstand (der anderen) schon immer Teufelszeug.

  • „Diese Entwicklung sollte man durch die Gesetzgebung nicht noch unnötig beschleunigen.“

    Tot sein ist nicht schlimm.
    Schlimm ist langsam sterben.
    Ich fordere einen sofortigen bundesweiten Blackout für mindestens drei Monate.
    Das Beste wird überleben.

  • Macht doch nichts. Die Kommunisten träumen vom bedingungslosen Grundeinkommen, gemischt mit unendlicher Zuwanderung in die Sozialsysteme. Damit bildet sich im Mischmasch das von den Grünen herbeigewünschte Einheitsbraun, alle abhängig vom Staat. Frau Brantner forderte auch Analphabeten als Abgeordnete in den Bundestag. Den reichen periodisch 10% ihres Reichtums nehmen und schon ist alles finanziert. Das geht jährlich wie oft?

  • Es wird wie im Mittelalter. Mal Grad so überleben. Dann kann der Pöbel auch nicht mehr reisen und Vergleiche mit anderen Ländern ziehen.

  • „„Bleibt es bei dem starren Ziel, gefährdet das die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und unseren Wohlstand“, warnt DIHK-Präsident Peter Adrian. Der Verband fordert deshalb, die feste Verbrauchsgrenze zu streichen“
    Also seit 2023 bekannt und jetzt erst warnen?
    Spielt der seit drei Jahren Hallen-Halma?

  • Wir sind sowas von am A****! Und viele, viele singen, tanzen und klatschen noch dazu. Aber auch die werden in naher Zukunft ohne Job sein, deren Kinder ohne Ponyhof und dann alle frierend ohne Strom und Energie brutal geweckt werden.

    PS; so ein Pech, in Kuba und Venezuela, denen auch nicht besser geht, ist es im Winter wenigstens warm …

  • Ergo Stromrationierung für die verbliebene Industrie und die Bürger, 10 Millionen Arbeitslose in einem woken totalitärem Linksfaschismus.
    Kann nicht behaupten, das mich diese Aussicht begeistert……

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