Was die neuen Epstein-Akten so explosiv macht – und warum dennoch keine Anklagen folgen
Explosive Vorwürfe aus den jetzt veröffentlichten Epstein-Akten erschüttern die USA. Dennoch soll es offenbar keine neuen Anklagen geben. Was dahintersteckt – ein Überblick.
Mehr als 3,5 Millionen neue Epstein-Unterlagen veröffentlichte das US-Justizministerium über das Wochenende. Und die haben es in sich: Neue Vorwürfe gegen die US-Präsidenten Clinton und Trump sowie Prominente wie Bill Gates, Ex-Prinz Andrew und eine ganze Reihe an US-Eliten gehen viral. Zugleich verkündet US-Vizejustizminister Todd Blanche, dass es wohl keine neuen Verfahren geben wird. Das allein sorgt nun bei vielen für Unmut. Völlig überraschend ist das aber nicht. Denn das hat auch mit der Natur der Akten zu tun.
Eine von vielen erhoffte „Epstein-Liste“, in der klar Mittäter an Epsteins Sexualverbrechen benannt werden, ist nicht aufgetaucht. Stattdessen bestehen die neuesten Akten aus Unterlagen aus Epsteins Anwesen, etwa E-Mail-Verläufen, und aus Vorwürfen, die gegenüber dem FBI gemacht wurden. Das ist auch der Grund, weswegen Trump davon spricht, durch die neuen Veröffentlichungen „komplett entlastet“ worden zu sein, obwohl in den neuesten Dokumenten wildeste Anschuldigungen einschließlich der Vergewaltigung von Minderjährigen auftauchen. Denn viele davon wurden schlicht anonym über eine FBI-Hotline hinterlassen.
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Ähnliche Vermerke finden sich zu zahlreichen Prominenten. Immer wieder tauchen schwere Vorwürfe auf, die das FBI aber nicht verifizieren kann. So ziemlich jede anonyme Anschuldigung landet so in den Akten. Ob wahr oder nicht, lässt sich so als Außenstehender kaum sagen – gerade wenn die Hinweisgeber keinen Namen oder keine Kontaktinformationen hinterlassen.
Das führt auch zu einer klaffenden Lücke zwischen nun öffentlich bekannten Vorwürfen und tatsächlich strafrechtlich verfolgten Fällen. Für die US-Bundesbehörde gibt es kaum einen Grund, warum die Veröffentlichung etwas an der Strafverfolgung ändern sollte. Denn für die Öffentlichkeit mögen die Akten neu sein, den Behörden liegen sie aber schon gut ein halbes Jahrzehnt vor. Sie hätten in entsprechenden Fällen längst ermitteln und anklagen können – taten das aber nicht.
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Begründung: nicht genügend Beweise und oft unglaubwürdige Beschuldiger, heißt es von den Behörden. Überprüfbar ist das von außen natürlich schwer. In einer Sache sind die Epstein-Akten aber durchaus ungewöhnlich für Strafverfolgungsbehörden: Normalerweise veröffentlichen diese nur dann Anschuldigungen, wenn man tatsächlich der Überzeugung ist, dass genügend Material für eine Verfolgung vor Gericht vorliegt. Ansonsten würde man sich an Hörensagen und womöglich Rufmord mit unverifizierten Gerüchten beteiligen.
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Durch all das ist der Wahrheitsgehalt der nur als Hinweise oder Vorwürfe vorgetragenen Vermerke völlig offen. Belastender sind Unterlagen, die von Epsteins Computern selbst stammen, wie etwa sein gespeicherter E-Mail-Verlauf mit vielen Prominenten. Hier gibt es aber ebenfalls die Möglichkeit, dass Teile davon gefälscht sind. Zudem handelt es sich bei einzelnen E-Mails sogar nur um Entwürfe Epsteins, die noch gar nicht verschickt wurden.
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Gleichzeitig haben einige der in Epstein’s E-Mails erwähnten Personen entsprechenden Kontakt zu ihm teilweise zugegeben. So geht aus den Mail-Verläufen zumindest hervor, in was für einer engen Korrespondenz Epstein mit vielen Politikern, Unternehmern, Prominenten und gar Royals stand (Apollo News berichtete). Damit ist klar: Er war bei vielen ein gern gesehener Freund und Gastgeber – nicht selten auch noch nach seiner Verurteilung 2008.
Jedenfalls ziehen schon jetzt die ersten wegen ihrer Verstrickungen Konsequenzen: Peter Mandelson, Vertrauter des britischen Premiers Keir Starmer, gab seinen Rücktritt aus der Labour-Partei bekannt – und sieht sich jetzt auch Rücktrittsforderungen bezüglich seines Sitzes im House of Lords ausgesetzt. Auch wenn eine Erwähnung in den Unterlagen bei weitem keine Schuld darstellt, werfen gerade die Mails ein besonderes Licht auf die teils engen Beziehungen einiger Akteure zu Epstein.
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Bei mir löst die gesamte Causa Epstein Ekel, Abscheu und Verachtung aus. Diese abartige feudale globale Clique gehört für mich (Selbstzensur).
wer die malereien von lena cronqvist gesehen hat, die von der schwedischen ratspraesidentschaft in politischen gebaeuden ausgestellt wurden, kann sich seinen teil denken.
wegen loeschung kein link . bitte selber recherchieren.
Gerade gegoogelt. Das meine ich. Diese „Elite“ ist ein abgrundtief böser satanischer gefährlicher Haufen.
Man könnte bis jetzt grob daraus schließen, dass zumindest große Teile der westlichen Promi- und Politikwelt darin verstrickt sind und damit erpressbar. Das ist allerdings nur die eine Seite der Medaille, auf die sich immer die Aufmerksamkeit konzentriert.
Viel interessanter ist für mich, wer auf der anderen Seite der Medaille steht. Epstein hat das garantiert nicht allein aufgebaut und auch die Umstände seine Todes weisen mehr als stark darauf hin, dass er nur das Gesicht nach außen für eine viele größere Sache gewesen ist.
Es riecht doch sehr stark nach Kompromatkoffern und Geheimdiensten. Und da traut sich halt so schnell keiner ran, denn die Chance, dann das Rentenalter zu erleben, sinkt dadurch dramatisch.
Auf X weiß man in Moment auch nicht, was echt und was Fake ist. So eine Mail von/an Epstein kann ja jetzt auch jeder per AI erstellen lassen…
Einfach an die offiziellen Stellen halten. Dann bekommen Sie nicht die Wahrheit als Kurzzusammenfassung, aber authentisches Material.
So etwas kommt raus, wenn man anonyme Meldeportale betreibt. Jeder, der mal die Wut eines anderen auf sich zieht, kann plötzlich mit den widerlichsten Vorwürfen drinstehen und hat keine Chance, sich je wieder rein zu waschen.