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Hackerangriff

Von Zeugnissen bis hin zu geheimen Notfallplänen: Das ganze Ausmaß der im Darknet veröffentlichten Berliner Daten

Am Freitag stellte die Hackergruppe „Rhysida“ sämtliche Daten der Berliner Senatsverwaltung ins Darknet. Während der Berliner Senat an der Entscheidung, das Lösegeld abzulehnen, festhält, wird damit das drastische Ausmaß der über 1,4 Millionen offengelegten Daten ersichtlich.

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Über eine Million Daten wurden nach dem Hackerangriff auf die Berliner Senatsverwaltung im Darknet offengelegt. (Symbolbild) (imago images/Jan Eifert)

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1,44 Millionen Dateien der Berliner Senatsverwaltung sind seit Freitag im Darknet öffentlich verfügbar. Auch Apollo News konnte diese einsehen. Dabei wird das drastische Ausmaß des Datenlecks ersichtlich: Von hochsensiblen Personaldokumenten wie Zeugnissen und Gehaltsabrechnungen bis hin zu geheimen Plänen für den Verteidigungsfall sind sämtliche Daten jetzt öffentlich einsehbar.

Wie Bild berichtete, handelt es sich bei den Daten um insgesamt 5,26 Terabyte, darunter 46.522 Verträge, 16.389 E-Mail-Adressen, 5.941 Passwörter und 5.000 Personalakten. Darunter befinden sich Daten aus allen möglichen Abteilungen der Berliner Senatsverwaltung, wie die SZ feststellt. Unter anderem wurden Unterlagen der Fachbereiche, interne Mails und Dokumente zu politischen Prozessen offengelegt.

Insbesondere das Ausmaß der veröffentlichten Personaldokumente ist erheblich. Nach Auswertungen des Tagesspiegels stellten die Hacker neben Reha-Unterlagen und eingescannten Ausweisen sogar Geburtsurkunden der Kinder von Angestellten ins Darknet. Auch vor Akten zu Disziplinarverfahren und Personaldokumenten, die als „vertraulich“ gekennzeichnet waren, machten die Hacker nicht halt.

Betroffen von dem Datenleck ist auch die Berlin Energie Netz und Service GmbH. Von dem Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Land Berlin gehört, konnte Apollo News Arbeitsverträge, Arbeitszeugnisse, aber auch Gehaltsabrechnungen und Jahreslohnsteuerbescheinigungen einsehen. Aus den Unterlagen geht etwa hervor, wann eine Mitarbeiterin geheiratet hat, da sie an diesem Tag Sonderurlaub bekam. Durch die Unterlagen kommen aber auch Fehler in der Gehaltsabrechnung ans Licht. Ein Werkstudent bekam irrtümlicherweise die Inflationsausgleichsprämie ausgezahlt. Die Prämie wurde nicht zurückverlangt, wie aus einer internen Notiz hervorgeht.

Neben umfangreichen Personaldaten wurden geheime Notfallpläne und Daten zu Schwachstellen der kritischen Infrastruktur in der Bundeshauptstadt offengelegt. Darunter befinden sich zudem die Telefonnummern und Adressen der Verantwortlichen, die im Ernstfall einschreiten sollen.

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Nach bisherigen Erkenntnissen ist es der Hackergruppe „Rhysida“ gelungen, zwischen dem 7. und 12. August Zugriff auf das Landesnetz zu erlangen und die Daten abzugreifen. Erst Ende August wurde bekannt, dass die Hacker im Besitz großer Datenmengen waren und Berlin mit deren Veröffentlichung erpressten.

Die Erpresser forderten ein Lösegeld in Höhe von 30 Bitcoins, die etwa zwei Millionen Euro entsprechen. Doch Berlin weigerte sich, das Geld zu zahlen. „Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen“, hatte Bürgermeister Kai Wegner nach einer Senatssitzung damals noch verkündet.

Auch in einer offiziellen Meldung des Berliner Senats hält man an der Entscheidung gegen die Zahlung des Lösegelds fest. Unter der Überschrift „Land Berlin lässt sich nicht erpressen“ führt der Senat in knappen Sätzen die Hintergründe des Datenlecks aus. Jetzt würden „IT-Forensiker im Auftrag des Landes Berlin“ die veröffentlichten Daten „mit Hochdruck“ untersuchen.

Wenn man Betroffene identifiziert habe, wolle man sie informieren, erklärt die Senatskanzlei laut der Mitteilung weiter. Bürgern, die unabhängig davon von der Veröffentlichung persönlicher Dokumente erfahren, empfiehlt die Stadt, Strafanzeige zu erstatten.

sf

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95 Kommentare

  • „Wenn man Betroffene identifiziert habe, wolle man sie informieren, erklärt die Senatskanzlei laut der Mitteilung weiter.“

    Ich nehme dann mal an, dass dafür nun neue Staatsposten für die nächsten Jahrzehnte eingerichtet werden.
    PS: die „Digitale Krankenakte“ ist natürlich sicher.

    • 1.439.893 Daten
      Aus der Berliner Verwaltung und Politik gibt es bislang kaum Antworten.
      Enthalten sind neben Unterlagen des LKA zu Ermittlungen auch Pläne, die den Verteidigungsfall betreffen bis hin zu geheimen Kommunikationswegen der Bundesregierung für den Fall des Weltuntergangs, über verteidigungsrelevante Unternehmen und Notfallpläne der Behörden 3/x
      mehr https://de.euronews.com/next/2026/09/05/mega-datenleck-berlin-hochsensible-staatsdaten-darknet

      • >>bis hin zu geheimen Kommunikationswegen der Bundesregierung<<

        Was soll das sein, eine Liste mit geheimen Faxnummern?

        • Kann vieles sein. Verwendete Cryptoprotokolle, Frequenzen, sogar Adressen für deaddrops und und und…

          0
    • Weshalb sollen Betroffene Anzeige erstatten ?? Das Land Berlin wurde gehackt und nun soll sich gefälligst der Senat um seine Fehler kümmern. Oder ist etwas eine Anzeige gegen das Land Berlin gemeint ?? DAS ergäbe dann schon einen Sinn.

    • Wer jährlich zig Mrd. rauspulvert und nicht belegen kann wohin und wofür, den jucken doch der Verbleib von Daten herzlich wenig.

      Es ist eben ein riesiges Problem das in D. KEIN Privateigentum faktisch gibt.

      Die Daten, das Vermögen, Sachgüter etc. sind jederzeit physisch, digital, inflationär durch Behörden (ab)greifbar.

      Der Mensch hat eben keine Kontrolle und Mittel sich gegen Zugriff zu wehren.

      Ob nun die Krankenakte, Finanzdaten, später der digitale Euro, die EU-id, die Wallet etc., der digitale Faschismus und das digitale Gefängnis liefert den Mensch bzw. dann ist er ja nur noch ein „Datensatz“ den ReGIERungen und kriminellen Strukturen und Täter vollkommen aus.

      Die gehören alle in den Knast, würden manche fordern und zwar nicht rhysida sondern die Politiker, die die Menschen entmündigen UND entmenschlichen zu einem digitalem Wesen.

      • Privateigentum bedeutet PrivatEIGenTlichdUmM

        viel Spass

  • ich habe vor einiger Zeit bei der Krankenkasse meinen Widerspruch gegen die EPA niedergelegt. Jetzt fühle ich mich bestätigt.
    Alles richtig gemacht,

    • Christiane D.: Das habe ich sofort gemacht, als das dahingehende Schreiben der Krankenkasse bei mir einging. Und jetzt kommt der Klops: Etwa 3 Monate, nachdem ich die Bestätigung der DAK dafür bekam, erhielt ich ein weiteres Schreiben: Durch einen „Computerfehler“ sei eine EPA für mich angelegt worden. Ich könne mich aber darauf verlassen, dass die jetzt gelöscht sei…. Allein diese Wirtschaft hat mich noch einmal davon überzeugt – egal wem und für was – ich nie meine persönlichen Daten freigeben würde.

    • Jetzt erst? Nicht schon seitdem ein privater Dienstleister in BaWü ein Datenleck hatte oder in einer einzelnen Praxis fälschlicherweise tausende eAUs eingetrudelt sind? Naja, besser spät als nie 🙂

  • Das Darknet ist ein Overlay-Netzwerk vergleichbar mit dem VPN der Berliner Verwaltung. Zugang erhält man im allgemeinen über den Tor-Browser und die wohl bekannteste Overlay-Domain ist .onion.

  • „Bürgern, die unabhängig davon von der Veröffentlichung persönlicher Dokumente erfahren, empfiehlt die Stadt, Strafanzeige zu erstatten.“
    Es wird eine ganze Menge Strafanzeigen gegen Stadt und Land Berlin geben 🤕

  • Was sagt Merz dazu? Berlin ist immerhin Sitz der Bundesregierung.

  • Man kann wohl dvon ausgehen, dass auch der finanzielle Schaden jetzt wesentlich größer ist als wenn man der Forderung nachgekommen wäre.

    • Es gibt keinen Grund nach der Zahlung, die Daten nicht trotzdem weiterzuverkaufen.

    • Und wer konnte sicher gehen, dass es nur der Anfang einer Serie war?

  • Ich finde „gut“, dass immerhin kein Lösegeld bezahlt wird. Es gibt bei so was keinen Vertrag, den man einklagen kann.

    • richtig und keine Gewähr, daß die Daten nicht trotzdem weitergegeben werden

  • Sind es nicht eher um die 5,7TB? Berlin hat auf jeden Fall einen Masterplan. Ich bin gespannt!

  • Gut nun sind sie halt weg, die Daten.
    Eine alternative Form von Bürokratieabbau würde ich sagen.

    • Die sind nicht weg, die sind nur woanders 😉

      • schlaue Leute werden die Daten auf eigene private Server umleiten und dauerhaft speichern.

        • das haben der KGB, die CIA und wie sie alle heißen doch schon längst…

          1
    • Die einen sind halt weg
      und die anderen sind halt da.

  • Gibts auch was über Merkel?

  • Ich verbitte mir, dass jemand „klammheimliche Freude“ hat. Ehrlich.

    • Der spielende Tennisspieler von Berlin hat noch am 20.08.26 erklärt, dass keine sensiblen Daten betroffen sind.
      Ein echter „Kai“.

  • Die Akten die wir nicht sehen dürfen aus der ehemaligen DDR auch?

  • Wo Schatten ist, das muss auch Licht sein. Positiv ist, dass Berlin nicht auf die Erpressung einging. Angeblich ist in Berlin ja vieles verfilzt. Durch den Datenleak können findige Journalisten möglicherweise weitere Verfehlungen aufdecken. Wäre das ein Kollateralschaden oder ein Kollateralnutzen?

  • Sowas passiert wenn „..,überall fähige Leute mit der richtigen Haltung…“ eingesetzt werden.

  • Wo sind denn die Haftbefehle gegen Wegener und Co?
    Wo die eigeleteten Ermittlungsverfahren gegen alle Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung?
    Man kann gerne Wetten eingehen, was Gutachten über die Sicherheit der IT-Struktur in Berlin Aussagen würden? Ich tippe mal auf Ergebnisse wie : „fehlende Investitionen, veraltete IT Infrastruktur und Software. Keine wirklichen Sicherungskonzepte, nicht geregelte vielfältige Zuständigkeiten und,und,und.“

  • …. vielleicht sollten die Daten veröffentlicht werden . . . und das Ganze ist eine getarnte Aktion deutscher Geheimdienste . . .

  • Vielleicht sollte man zu Papier und Bleistift zurückkehren. Wenn man dann unbedingt eine Unterlage haben will, muß man sie richtig klauen mit so nachts einbrechen, Scheiben einschlagen, rumschleichen, Tresor aufbrechen usw. Dürfte schwerer sein, als einfach von zuhause per Computer sich alles online zu besorgen.

  • 2.000.000 wäre SPOTTBILLIG gewesen, wenn Verlaß wäre, daß damit gut ist. Kolossale Fehlentscheidung!

    Warum kann auf sensible Daten überhaupt von außen zugegriffen werden? Galvanische Trennung wäre hier sinnvoll. Aber wenn IT-Sicherheit von Spezis und Amigos statt Experten betrieben wird …

    Richtig „witzig“ wird es aber erst, wenn die Hacker das nächste Mal Daten MANIPULIEREN, etwa Kontonummern umleiten, Beträge um +/- 10% „anpassen“ usw. … und sich NICHT melden.

    • Man hätte die Daten ja nicht physisch zurück bekommen, sondern lediglich eine Zusage diese nicht zu veröffentlichen. Was solch eine Zusage wert ist, können Sie sich deken – jedenfalls keine 2 Mio. Euro.

      • Nun. Es wäre einen Versuch wert gewesen. B gibt 2230 Millionen (also gut 2 Mrd.) p.a. alleine für Flüchtlinge aus. Wenn die Hacker kooperieren, wäre alles „gut“.

        • @Pegasus7: Und wie kann man so naiv sein, über zwei Milliarden für Migranten auszugeben ?? Da fallen zwei Millionen nun wirklich nicht ins Gewicht.

          2
        • WENN. Wie naiv kann man sein?

          -8
    • Genau… das ist so ähnlich wie mit Drohnen die auf Antonows „zeigen“… ..oder „Waffenlager“ mit 2 Pistolen…

      Und die russischen V-Waffen nehmen Gestalt an…

      „Laut der Zeitung Guardian erreichen die strahlgetriebenen Geranie-4-Drohnen eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 400 km/h, was doppelt so schnell ist, wie kolbenmotorgetriebene Modelle. Ukrainische Abfangsysteme hätten es extrem schwer, sie zu bekämpfen, betonte die Zeitung. Russland habe im Frühjahr mit der Massenproduktion und dem Einsatz der neuen Drohnen begonnen.“

    • Quatsch, Erpressern nachzugeben, ist IMMER falsch!
      Der Skandal ist, dass Shithole-City – genau wie alle anderen Verwaltungen – am Fenster-Fetisch festhalten und damit zum einen die DSGVO missachten, weil die Leute in Seattle sowieso mitlesen, was ja in den Lizenzbedingungen auch ausdrücklich erwähnt wird, und zum anderen ihre ganze Bräsigkeit demonstrieren, weil Linux ja angeblich „zu kompliziert“ sei.
      Ich habe NOCH NIE von einem „gehackten“ Linux-Server gehört …

    • Hä? Galvanische Trennung? Was bitte haben elektrische Potenzialunterschiede mit Datensicherheit zu tun? Meinst du wenn ich ein Glasfaserkabel zwischen zwei Switche oder Router ziehe stell dies eine Barriere für den Datenfluss da? 😀

    • NIEMALS mit Terroristen verhandeln! Diese Leute kann man aufspüren, wenn man denn will!

  • Sind auch C-Zeit Daten dabei? Das würde wohl diese Regierung Vollständig Sprengen!!

  • Vermutung: Und am Montag wird die Wahl anoliert, weil Hacker das Ergebnis zu Gunsten der AFD manipuliert haben, das würde passen.

  • Aha, die haben tatsächlich mql irgendwas digitalisiert. Und jetzt kommt es so: Berlin ein hoffnungsloser Sanierungsfall….

  • Diese bösen Hacker mach jetzt publik, was die Öffentlichkeit nicht erfahren darf.

  • Berlin beweist mal wieder eindrucksvoll, was es unter digitaler Vorreiterschaft versteht. Über 1,4 Millionen hochsensible Daten der Senatsverwaltung landen im Darknet – inklusive privater Geburtsurkunden, Passwörtern und geheimen Notfallplänen für den Verteidigungsfall. Aber Hauptsache, Bürgermeister Kai Wegner verkündet stolz, man lasse sich nicht erpressen. Natürlich nicht! Warum auch zwei Millionen Euro Lösegeld zahlen, wenn man den maximalen Schaden für die Bürger und die kritische Infrastruktur komplett umsonst haben kann? Jetzt ermitteln IT-Forensiker „mit Hochdruck“, um die Betroffenen irgendwann in den nächsten Jahrzehnten zu informieren. Wer braucht schon Cybersicherheit, wenn man stattdessen staatlich alimentierte Antifa-Projekte finanzieren kann? Während die Kartellparteien das Land digital in die Steinzeit verwalten, liefert Berlin die perfekte Blaupause für einen gescheiterten Staat. Aber keine Sorge, die elektronische Patientenakte ist bestimmt absolut sicher.

  • Zitat: „Darunter befinden sich zudem die Telefonnummern und Adressen der Verantwortlichen, die im Ernstfall einschreiten sollen.“

    Wäre es nicht wichtiger sämtliche Tennisplätze zu kennen?

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