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Fürth

SPD-Oberbürgermeister kritisiert eigene Partei und rechnet mit der Sozialpolitik der Bundesregierung ab

Der Fürther SPD-Oberbürgermeister rechnet mit seiner Partei ab: Sie wolle den Zugang zu Sozialleistungen erleichtern und sei in der Migrationspolitik viel zu lasch. Von der Bundesregierung fordert er deshalb klare Reformen – die auch den Jüngeren nützen.

Von

Thomas Jung ist seit 2002 Oberbürgermeister der Stadt Fürth. (IMAGO/HMB-Media)

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Der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung kritisiert die zunehmenden Ausgaben für den Sozialstaat. Für seine Partei, die SPD, sei das nicht der zukunftsweisende Weg, wenn man zu alter Stärke zurückfinden wolle, sagt er im Interview mit Welt. „Man muss sich als Partei der Arbeit und der arbeitenden Bevölkerung definieren. Wenn nämlich die Arbeit gut läuft und die Wirtschaft gut läuft, dann kann man logischerweise auch im Sozialen mehr tun, als wenn die Wirtschaft schlecht läuft.” Das sei ein Fakt und kein Glaubenssatz. 

Er habe aber das Gefühl, dass die SPD die Regierungsarbeit nur widerwillig erledige. Das sei sowohl beim Thema Sozialstaat als auch bei der Migrationspolitik so. „Man müsste eigentlich mit Freude das Recht durchsetzen. Und das bedeutet eben sichere Grenzen.” Der klassische SPD-Wähler wolle einen starken Staat, der sich für Sicherheit und Ordnung einsetze – auch bei den Themen Migration und Sozialstaat. „Und wenn man das dann macht, dann muss auch die SPD das freudig begrüßen.”

Für die Bundesregierung hat Jung noch weitere kritische Bemerkungen übrig – beispielsweise im Zusammenhang mit der Diskussion um neue Abgaben auf Kapitalerträge. „Aber indem man jetzt die Gelder einfach immer weiter erhöht, die ins Sozialsystem fließen, löst man die Probleme nicht“, sagt der seit 2002 amtierende Oberbürgermeister der bayerischen Stadt.

Auch beim Thema Rente kritisiert Jung das Vorgehen der Bundesregierung: Nicht durch Zwang, sondern nur durch Attraktivität könne das Renteneintrittsalter erhöht werden. Er habe aber den Eindruck, dass die SPD und die Union zu sehr auf die Älteren als Wählerklientel achten. An solche Politiker gerichtet sagt er: „Leute, denkt doch daran, dass die Älteren auch wollen, dass es ihren Kindern und Enkeln gut geht. Die ältere Generation ist keine Generation von lauter Egoisten oder Dummen, die nicht erkennen, dass Reformen auch bei der Lebensarbeitszeit unumgänglich sind.”

Es sei richtig, dass beim Bürgergeld Sanktionen eingeführt wurden, hob Jung lobend hervor. Man müsse überlegen, ob diese auch rückwirkend für Ukrainer eingeführt werden. Denn es sei auffällig, dass in Deutschland weniger arbeiten als beispielsweise in Polen. 

mra

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25 Kommentare

  • Ein Berufspolitiker, seit mehr als 20 Jahren bereits OB in Fürth und will in 2 Jahren wieder zur Wahl antreten.

    Warum ist er denn trotz der skandalösen Politik seiner Partei und den desaströsen Folgen für die Wirtschaft und die Bürger immer noch Mitglied in der SPD ?

    • Am Geld liegt es nicht. Ganz sicher nicht.

    • Er tritt bereits am 8. März zur Wiederwahl an. Nicht in 2 Jahren, sondern in 2 Wochen.

    • Bei der CDU sieht es noch viel schlimmer aus. Die sind alle trotz der vielen Lügen und Täuschungen von Merz in der CDU geblieben und klatschen diesem Merz an einem Bundes-Parteitag auch noch frenetisch Beifall. Sie alle machen sich damit mitschuldig am Abstieg Deutschlands. Auch vor den Landtagswahlen wird wieder gelogen, was das Zeug hält, um nach den Wahlen genau das Gegenteil zu tun.

    • Vermutung: Er will halt nicht wahrhaben, es ist nicht mehr die SPD in der er damals eingetreten ist. Es ist jetzt die Antifa-SPD.

      Wahrscheinlich tritt er deshalb (noch) nicht aus. Allerdings lassen die Aussagen vermuten, es dämmert ihm so langsam.

  • Was sagt er da, ist er aus der Zeit gefallen?

  • Offensichtlich ein kluger und realistischer Mann – was man von seiner Partei SPD NICHT sagen kann.
    Die abwertenden Kommentare für ihn hier im Forum sind überflüssig!!

    • Dem kann ich nur absolut zustimmen! Solchen Leuten sollte man den Rücken stärken, statt an Allem herum zu kritisieren.

      • Die Worte des Mannes sind schon richtig aber die Probleme die er moniert sind nun bei Leibe nicht neu .
        Das hätte er auch schon vor Jahren anmerken können .
        Der Mann erzählt nur das mittlerweile offensichtliche und will nur seinen Allerwertesten retten .

    • Pauline G.
      Du weißt schon, dass Fürth in Bayern liegt? In Bayern finden 2026 Kommunalwahlen statt! Den Rest bekommst alleine zusammen, denke ich!

      Schon lustig, wie Leute sich begeistern lassen, weil irgendein Politiker (hier SPD) mal in einem Interview ein paar gute Sätze sagt! Und jetzt ist alles gut! Bloß nicht an Merz denken, der im Wahlkampf 2025 auch mehrere gute, richtige Sätze sagte! Nur um dann unmittelbar nach dem Wahlsieg genau das Gegenteil zu machen!
      Es ist erschreckend und belustigend zugleich, wie einfach man Deutsche Wähler und Wählerinnen mit den billigsten Taschenspielertricks über den Tisch ziehen kann….

    • 20 Jahre „Sicherste Großstadt in Bayern“
      https://www.fuerth.de/service-fuerther-rathaus/politik/stadtrat/stadtraetinnen-und-stadtraete/ schöne Jugendstil-Häuser
      Wohne im Dreieck Erlangen-Fürth-Nürnberg
      Bin öfter in Fürth, fühle mich dort in einer anderen Welt;
      Der Ausländeranteil in Fürth beträgt etwa 44,5 % der Bevölkerung, wobei Menschen aus 170 verschiedenen Ländern leben.
      Der OB Jung ist beliebt wg. seines ausgleichendes Miteinander
      Im Gegensatz der SPD OB in Erlangen, seeehr grünlastig

  • Spielt er den bad Cop?

  • „Er habe aber den Eindruck, dass die SPD und die Union zu sehr auf die Älteren als Wählerklientel achten.“ – Ich habe eher den Eindruck, dass diese Herrschaften in erster Linie darauf achten, ihre Pöstchen zu behalten. Immer mehr dieser Politdarsteller hat nie in nennenwertem Umfang in einem Beruf gearbeitet und ist quasi darauf angewiesen, seinen Posten zu behalten. Dafür stellen sie alles andere zurück.

  • Der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung ist ein mutiger Mann! Ihm sollte nachdrücklich & kreativ geholfen werden! Die großen Prozesse des Finanzsystems machen die EU-Industriestaaten arm!
    Es hat mit Finanzpolitik, internationalen Wettbewerb und mit eine neuen systemischen, freiheitlich-rechtskonformen Zivilisationssystempolitik zu tun, die die Finanzmärkte nach Subsidiaritätsprinzipien und freiheitlichen Investitionsprinzipien neu ordnen muss.

    Der Wert des Euro muss an den Strompreis gekoppelt werden. Statt Golddeckung muss es Grundbuch-Deckung für Kommunen geben, die wieder mehr Finanzautonomie bekommen.
    Neue Wertschöpfung & lokale Volkswirtschaft beginnen mit agilen, handlungsfähigen Kommunen, mit vitalen Sparkassen & Volksbanken.

    Hier ist die schädliche Entwicklung, mit FINANZIELLER REPRESSION:
    https://www.youtube.com/watch?v=Mzt5U6oMUos

    (Quelle: Autorenteam mit KI-Accounts aus dem Agentslab in Amsterdam)

    Grundzüge neuer EU-Kommunal-Finanzpolitik: „Europa fit for 2833!“

  • Ist noch immer Fasching?

  • Wahlkampf!!! Er könnte ja zur AfD übertreten und damit helfen, dass sich etwas ändert.

  • Eine “ Halb lebige Schwalbe “ macht noch lange keinen Frühling !
    Klima , Migration , Umverteilung , Selbstbedienung , Machterhalt und
    Kampf gegen den klaren Menschenverstand !
    Sozialismus wird enden wie er immer endet !

  • Nanu, ein zartes Stimmchen der Vernunft aus der linken Ecke?? Vielleicht sollte der Gute mal über einen Parteiwechsel nachdenken.

  • Er will auch nur die Sozialdemokratie retten, das Grundübel, und das Konzept von „Arbeit“ aufwerten, egal wie viel Schaden die am Volk anrichtet.

  • Auch er will die alten Leute bis zum Umfallen arbeiten lassen, bzw. die erbärmlichen Armutsrenten noch weiter kürzen.

  • Ein Land, das Fachkräfte in Vereine & Organisationen ohne wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe lockt und dies als Ehrenamtstätigkeiten huldigt, ist nicht zu retten!

  • Der Sozi ist nicht grundsätzlich dumm, er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken.

  • Das wollte ich von unserem SPD-Bürgermeister auch mal hören, aber der gesellt sich lieber ins Lager der Linken und verurteilt „rechte Straftaten“ die in Wahrheit von Migranten begangen wurden. Nach der öffentlichen Aufklärung durch die Polizei, hüllte er sich in Schweigen.

  • „ Wenn nämlich die Arbeit gut läuft und die Wirtschaft gut läuft, dann kann man logischerweise auch im Sozialen mehr tun, als wenn die Wirtschaft schlecht läuft.” Das sei ein Fakt und kein Glaubenssatz. “

    Diese Aussage ist so dämlich, dass man sich schon fragt, was für Leute man da Politiker simulieren lässt! Die „Arbeit“ in einer Supermarkt-Filiale läuft auch gut, wenn letzte Woche 509 Leute in der Fabrik im Nachbarort ihren Job verloren haben!
    Wenn die „Wirtschaft gut läuft“ gibt es natürlich höhere Gewerbesteuereinnahmen und die Stadt kann dann für eine kranke Summe ein tolles „Spaßbad mit Spa und Sauna“ bauen, was sich leider wirtschaftlich nicht lohnt und daher komplett von der Stadt/Gemeinde finanziert werden muss! Und Wohnungen für Flüchtlinge und „Deutsch lernen beim Kuchen backen“ Kurse kann man dann auch ganz toll finanzieren!
    Sprich, das zusätzlich eingenommene Geld wird für völlig unrentable Projekte ausgegeben, einfach weil man es hat!

  • Taqiyya

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