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Sie werden es nie lernen

Zu den erleuchteteren CDU-Politikern gehören noch diejenigen, die zumindest in ihrer Rhetorik schon so weit sind, dass sie ihre Politik jetzt nicht mehr einfach nur besser erklären wollen. Doch eine wirkliche EInsicht fehlt auf ganzer Linie.

IMAGO/Chris Emil Janßen

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Wir schreiben das Jahr 2026. Es sind sieben Tage seit der Apokalypse vergangen. Das Worst-Case-Szenario, vor dem Forscher, Experten und Talkshow-Gäste zuvor gewarnt haben, ist eingetreten. Die Tore zur Hölle sind aufgegangen und in den Flammen kocht die Welt noch mehr, als sie es durch den Klimawandel ohnehin schon getan hat. Das ist die Wahrheit, der Spiegel hat davon exklusive Fotos! 

Seit Jahren kämpfen der gesamte „Mainstream“, Hunderte, ja wohl schon Tausende gut (von Steuern) bezahlte Politiker im Bundestag und in den Landesparlamenten, Journalisten in zahllosen deutschen Medienhäusern und im (zwangsgebührenfinanzierten) ÖRR, Aktivisten in den (auch von Steuern bezahlten) NGOs und Influencer, A- bis Z-Promis, Omas und Soziologiestudenten gegen Rechts. Und sie machen sich dabei ungefähr so gut, wie es für sie in der echten Wirtschaft laufen würde: ziemlich scheiße.

Bitte entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, doch jeder gesittete Begriff würde es doch schönreden. Sie heulen jetzt alle vor der Kamera herum, weil die Welt so gemein zu ihnen sei, doch fragen sich keine einzige Sekunde, ob das nicht auch ein persönliches Versagen ist. Offenbar gibt es nicht mal im Kampf gegen den Faschismus Leistungsdruck. „Wir sind mehr!“, lautete mal das Motto oder vielmehr der Schlachtruf von Luisa Neubauer und Co. im Protest gegen die AfD. Daraus ist eher ein „Wir sind immer weniger“ geworden. 

Denn auch das muss man sich noch mal so klar vor Augen führen: Sie sind nicht nur erfolglos darin, die AfD und ihre Wähler aufzuhalten, es werden ja auch immer mehr. In was für einem Land würden wir leben, wenn sich niemand groß dem Kampf gegen die AfD verschreiben würde? Kein seichtes Geseier von Luisa Neubauer, keine zuckenden Kampfansagen von Heidi Reichinnek, keine pseudoverständnisvolle Predigt von Hendrik Wüst, einfach kein Kommentar. Wäre unser Land komplett AfD-regiert? Oder hätte die Partei mit dem Desinteresse zu kämpfen, auf das sonst jede Partei stößt?

Dieses Gedankenexperiment geht nicht so ganz auf, denn nur Gelaber treibt die Menschen natürlich nicht an die Wahlurne. Doch das Gelaber unterstreicht die klare Botschaft, die die Politik an die Menschen sendet: Es wird sich nichts ändern. Absolut gar nichts. Nein, es wird sogar noch schlimmer. Je mehr ihr klarmacht, dass ihr euch Veränderung wünscht, desto mehr steuern wir in die entgegengesetzte Richtung. Schauen Sie sich Merz doch an. Alles, was als Kanzler aus seinem Mund kommt, kann mit alten Videos von ihm mit ein paar mehr Haaren auf dem Kopf widerlegt werden. Ich verstehe schon, weshalb er Social Media nicht mag.

Man muss aber sagen, dass dieses Wahlergebnis auch für viele AfD-Wähler eine brutale Niederlage ist. Jedenfalls für diejenigen, die die Partei als Denkzettel für die Etablierten gewählt haben, die „Protestwähler“. Die AfD könnte nun zum ersten Mal ein Land regieren. Daran haben doch die Linken noch mehr geglaubt als die AfD-Wähler selbst. Vorher wurde noch durchexerziert, was denn die Optionen wären, wenn in Sachsen-Anhalt wirklich 1933 ausbricht. Da müsste doch jetzt eigentlich Panik ausbrechen, die für mehr als ein paar traurige Social-Media-Videos sorgt. Vielleicht sogar ein bisschen Umdenken? 

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Nein. Wie das Schicksal so will, findet der Deutsche Fernsehpreis kurz nach der Wahl statt. Und wer darf sich da mit Preisen behängen lassen? Markus Lanz gewinnt in der Kategorie „Beste Information“ und kündigt den großen Wiederaufbau in einer Post-AfD-Zeit an. Es bleibt eben nicht nur Politikern vorbehalten, reparieren zu wollen, was man selbst mit kaputt gemacht hat. 

Noch besser ist aber Fabian Köster, der in der Kategorie „Beste Comedy/Late Night“ gewann. Sie wissen schon, dieser Möchtegern-Böhmermann, der es tatsächlich schafft, noch unlustiger und peinlicher zu sein als er. Er bekam laut Tagesschau viel Applaus für den Satz: „Gerade in diesen Tagen müssen wir uns das immer ins Gedächtnis rufen, müssen laut sein gegen Hass, gegen Hetze und gegen die Feinde der Demokratie, die so was abschaffen wollen“. Als ob die AfD sich nicht ohnehin schon vor Wahlwerbung kaum retten könnte.

In der CDU, der Partei, die vor dieser Entwicklung die meiste Angst haben müsste, lassen sich zwei Umgangsweisen mit diesem Ergebnis ausmachen. Da sind Leute wie Merz, die ganz einfach den Schuss nicht gehört haben. Er selbst hatte die Leute vor Kurzem noch mit „Links ist vorbei“ geködert. Jetzt erklärt er, „Remigration“ – worunter die meisten einfach Abschiebungen verstehen – sei eine ethnische Säuberung. Wie viele Wähler man mit solchen platten Aussagen wohl zurückgewinnen kann? Und ob er mitbekommen hat, dass die Correctiv-Story über das Potsdam-Treffen weitestgehend gerichtlich kassiert wurde? 

Zu den erleuchteteren CDU-Politikern gehören noch diejenigen, die zumindest in ihrer Rhetorik schon so weit sind, dass sie ihre Politik jetzt nicht mehr einfach nur besser erklären wollen. Das scheint gerade das neue Wording zu sein. Darauf folgt aber auch nichts. Ich glaube, die Worte von Hendrik Wüst waren „Nachdenklichkeit und Einkehr“. Man will jetzt noch fünf Jahre meditieren und „mit den Menschen ins Gespräch kommen“ und vielleicht noch das Ouija-Brett und die Sterne befragen, was denn die Menschen bloß wollen könnten. Bis die AfD dann nicht mehr an der eigenen Mehrheit scheitert. Sie werden es eben nie lernen. 

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13 Kommentare

  • Wer seinen über Jahre gescheiterten Politkurs nicht ändern will und hofft irgendwann wird alles schon besser. muss sofort aus den Regierungsämtern entfernt werden. Mit Aussagen: „es war ein Fehler aus Atomkraft auszusteigen“ oder „Habe nicht gesehen, wie schwierig es ist, Ausreisepflichtige auch wieder außer Landes zu bringen“ (Merkel) sind es Bekenntnisse, durch die den Bürger Milliardenschwere Belastungen auferlegt wurden. Merkel, die dafür gefeiert wurde, dass sie angeblich alles vom „Ende“ her sieht.

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  • Elisa, ich liebe Dich

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  • In Schweden haben Sie seit vier Jahren eine Regierung mit den rechten Schwedendemokraten (wie AFD) und niemand hat sich aufgeregt. Jetzt mal ernst: Wie kann es ein Problem sein wenn die AFD einem CDU-Gesetz zustimmt? Macht man sich keine Sorgen, dass die Leute im Ausland anfangen zu kichern, wenn Sie Deutsche Touristen sehen?

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  • Das Problem ist was die Regierenden vorgeben zu tun und was sie wirklich vorhaben.
    Die geheimen Agenden von CDU, SPD und Grünen sind gemeinsam ausgeheckt und sollen gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt werden. Dabei geht es vermutlich um Globalisierung, Massenimmigration, gesellschaftlichen Umbau in Richtung Sozialismus und Zerstörung bürgerlicher Rechte. Das Volk verachten diese Leute aus tiefstem Herzen.

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    • Aber warum sollte eine Regierung Leute, die arbeiten, Steuern bezahlen und sich meistens an die Gesetze halten, eintauschen gegen das komplette Gegenteil? Ich verstehs einfach nicht.

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      • Duckmäuser und Untertanen mucken nicht auf. Ergo will man die aufmüpfigen, ekelhaften einheitsbraunen Nicht-Migranten los werden.

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  • „Und wer darf sich da mit Preisen behängen lassen?“
    Ist wie mit den Orden, die derzeit inflationär an UnsereDemokratie verliehen werden: Lächerlich.

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  • Muß es wieder soweit kommen wie damals, als auch in Stuttgart frischgebackene Diplom-Ingenieure auf dem Schloßplatz mit dem Schild „Übernehme jede Arbeit“ standen?
    Das erzählte mir früher ein Kunde meines Vaters. Er zeigte mir auch ein Photo, auf welchem er mit besagtem Schild damals abgelichtet worden ist.
    Nicht vergessen:
    „Geschichte wiederholt sich nicht, Geschichte reimt sich“ (Mark Twain).

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  • Erst wenn CDUler drohen aus dem Bundestag zu fliegen und dann wieder richtig arbeiten zu müssen, kann Druck aus der zweiten Reihe auf Merz kommen . Leute vorne auf der Liste kriechen Merz eher… rein als Druck auszuüben

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  • Sehr guter Kommentar. Diese Linksgrünen wollen den absoluten Schmerz über ihr Verlieren. Wohl bekommt es diesen geistig verwirrten.

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  • „Man will mit den Menschen ins Gespräch kommen“ – Glaube ich nicht. Ich glaube auch nicht. dass sie „es eben nie lernen“. Sie haben es gelernt, sie wissen es längst. Aber sie haben sich total eingemauert. Sie sind wie Bergsteiger, die sich verstiegen haben, die in der Wand hängen und nicht mehr vor oder zurück kommen. Zumindest in der Union wissen sie, dass sie es verkackt haben, dass der Karren tief im Dreck steckt. Aber was sollen sie tun? Annäherung an die AfD wäre politischer Selbstmord. Die Grünen sind derweil völlig in ihr Wolkenkuckucksheim abgedriftet, und die SPD will schuldenfinanzierte Besitzstandswahrung. Die Linksextrempartei ist eh indiskutabel.

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  • „Er selbst hatte die Leute vor Kurzem noch mit „Links ist vorbei“ geködert. Jetzt erklärt er, „Remigration“ – worunter die meisten einfach Abschiebungen verstehen – sei eine ethnische Säuberung. Wie viele Wähler man mit solchen platten Aussagen wohl zurückgewinnen kann?“

    Tja, da hat sich einer ordentlich verrannt. Aus diesem Lügen-Labyrinth kann er sich nur selbst befreien. Für die Unverschämtheit aber, die Wähler offensichtlich für total bekloppt zu halten, wird er vorher noch ein paar Quittungen kassieren.

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  • 👍👍👍👍👍👍 Sie bringen es mal wieder auf den Punkt. Als ich die sowas von durchgekauten Plattitüden des pubertären Köster gehört habe, konnte ich mir nur noch an den Kopf langen. Und das bepreist der ÖRR natürlich. Null Niveau über „Hitlerjugend“.

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