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Schuldenexplosion: Im Pakt mit den Sozialisten bleibt Frankreich unreformierbar

Frankreich taumelt durch eine Haushaltskrise und hat sich in einem politischen Patt verhakt. Hier zeichnet sich ab, was bald in der gesamten Eurozone droht. Am Anleihenmarkt tickt die Uhr angesichts der wachsenden Staatsschulden.

Macron hat größte Schwierigkeiten, eine Mehrheit in der Nationalversammlung hinter notwendige Reformen zu bringen. (IMAGO/ABACAPRESS)

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Frankreichs Regierungschef Sébastien Lecornu feierte in dieser Woche einen klassischen Pyrrhussieg. Am Dienstag stimmte die Nationalversammlung seinem Entwurf zum Sozialetat mit knapper Mehrheit zu. Ein Sieg mit Hilfe der Sozialisten, der teuer erkauft wurde: Die umfassenden Zugeständnisse werden die brandgefährliche Haushaltslage des Landes weiter verschärfen.

Mit 247 Ja-Stimmen bei 234 Gegenstimmen und 93 Enthaltungen verabschiedete die Assemblée Nationale einen Entwurf, der für das kommende Jahr im Sozialetat ein Defizit von 20 Milliarden Euro vorsieht – deutlich mehr als die von der Regierung ursprünglich geplanten 17 Milliarden Euro. Gegen den Entwurf stimmten der Rassemblement National (die Partei von Marine Le Pen) sowie die extreme Linke um Jean-Luc Mélenchon. Durch ihre Enthaltung hatte die Rechtspartei im November sogar einem Vorschlag der Linksfront zur Verstaatlichung von Unternehmen zur Mehrheit verholfen.

Es ist bizarr: In Frankreich hat der politische Stillstand dazu geführt, dass die extreme Linke gemeinsam mit der Rechten abstimmt – und damit die Regierung über den Haushalt letztlich ins Stolpern bringt. Für Präsident Emmanuel Macron könnte dies bedeuten, schon bald erneut eine notdürftig zusammengestellte Regierung bilden zu müssen. Denn dass sich das Land aus der gegenwärtigen katastrophalen Lage befreien kann, ist nicht zu erwarten.

Der Entwurf des Sozialetats wandert nun in die nächste parlamentarische Kammer, in den Senat. Dort verfügt die Regierungskoalition über eine eigene Mehrheit. Aller Voraussicht nach wird der Vorschlag der ersten Kammer das Parlament ohne größere Hindernisse passieren. Am 23. Dezember stehen im Senat die Haushaltsverhandlungen für das Jahr 2026 an. Dann wird es noch einmal spannend – wenngleich nicht davon auszugehen ist, dass sich an der politischen Blockade Substanzielles ändern wird.

Reformunfähigkeit als Dauerzustand

Schon die geplante Rentenreform, die eine Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre vorsah, musste Lecornu einfrieren. Künftig soll das Renteneintrittsalter in Frankreich bei 62 Jahren und neun Monaten liegen. Das Land leistet sich den größten Sozialetat aller EU-Mitgliedstaaten und zugleich eines der niedrigsten Renteneintrittsalter überhaupt. Frankreich umdribbelt damit erneut das schwelende Rentenproblem und folgt Deutschland auf dem Pfad einer sich immer weiter auftürmenden Krise des Umlageverfahrens. Auch Paris verweigert sich einer Debatte um die Folgen der illegalen Migration in sein Sozialsystem – das ist der soziale Sprengstoff, dessen Lunte längst brennt.

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Die Parlamentsentscheidung nun ist Ausdruck einer tief verwurzelten Realitätsverweigerung in der französischen Politik: Man lebt weiterhin auf Kosten der kommenden Generation und hat seine wirtschaftliche Substanz längst verfrühstückt. Frankreich erweist sich als vollkommen reformunfähig und taumelt so ungebremst einer schweren Haushaltskrise entgegen.

Für das laufende Jahr liegt das Haushaltsdefizit bei etwa 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die viel zu optimistischen Schätzungen der französischen Regierung für das kommende Jahr sehen ein Defizit von 5 Prozent vor. Angesichts der aufreißenden Lücken in den Sozialetats ist völlig unklar, wie diese Zahl zustande kommen soll. Sie ist schlicht realitätsfern.

Die politische Krise des Landes findet ihren Widerhall in einer ökonomischen Paralyse. Auch in Frankreich schrumpft die gesamtwirtschaftliche Produktivität seit Jahren. Der Staat blockiert mit einer Staatsquote von 57 Prozent den freien Kapitalmarkt und absorbiert mit immer weiteren Staatsschulden jene Ressourcen, die nötig wären, um die Ökonomie wieder ans Laufen zu bringen. Frankreich wurde nie wirklich warm mit der Marktwirtschaft und drängt, wie ein siamesischer Zwilling der Berliner Katastrophenpolitik, in immer stärkerem Maße und mit zentraler Planung in die zentralen Bereiche der Wirtschaft vor.

Frankreich erlebt eine Insolvenzwelle biblischen Ausmaßes, der in diesem Jahr höchstwahrscheinlich 400.000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen werden. Mit 68.000 Firmeninsolvenzen in den vergangenen zwölf Monaten und einer Industrieproduktion, die nicht mehr aus dem kontraktiven Bereich herausfindet, steuert das Land unaufhaltsam auf eine schwere soziale Krise zu, die sich längst in eine unübersehbare fiskalische Klemme übersetzt hat.

Das Land liegt ökonomisch am Boden, und die Franzosen flüchten sich in die Illusion der Wiederherstellbarkeit ihres Wohlfahrtsversprechens durch immer neuen Kredit. Was das konkret für die Stabilität der Eurozone bedeuten kann, dafür haben wir bereits vor anderthalb Jahrzehnten einen Vorgeschmack erlebt: Als das kleine Griechenland seine Staatsschulden nicht mehr unmittelbar bedienen konnte, fegte eine existenzielle Schuldenkrise wie ein Lauffeuer durch die Eurozone.

Unter Angela Merkel und Nicolas Sarkozy wurde im Prinzip die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik der Eurozone geopfert, um die eng verflochtenen Kreditmärkte mit einer enormen geldpolitischen Intervention und jahrelanger Rettungspolitik liquide zu halten. Sollte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone am Anleihenmarkt ein sogenanntes Airpocket erleben – also einen Nachfragezusammenbruch für ihre immer höheren Schuldenemissionen – wird dies nicht mehr durch die traditionellen Rettungsinstrumente der Europäischen Zentralbank aufzufangen sein.

Für den Fall einer akuten Krise am Anleihenmarkt stünde die Europäische Zentralbank Gewehr bei Fuß. Das wichtigste Instrument zur Stabilisierung der Staatsfinanzen wäre der Ankauf von Staatsanleihen im Rahmen des sogenannten PSPP-Programms – des Public Sector Purchase Programme. Ergänzend könnte Liquidität über gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte injiziert werden oder in Verbindung mit direkter Stützung des Bankensystems und der Institute, die große Volumina französischer Staatsanleihen halten.

Mit den Outright Monetary Transactions, dem OMT-Programm, stünde zudem ein Instrument bereit, das den direkten Ankauf von Staatsanleihen einzelner Krisenländer erlaubt – allerdings nur unter strikten Bedingungen der Fiskaldisziplin. Auf diese Einschränkungen dürfte in der kommenden Krise geflissentlich verzichtet werden, wenn es darum geht, den Kollaps der Eurozone abzuwenden. Dafür lieferte seinerzeit die EZB die Blaupause, als ihr Präsident Mario Draghi das „Whatever it takes“-Versprechen zu Protokoll gab.

Die Interventionsfähigkeit der EZB ist aber nicht unlimitiert. Beim sogenannten langen Ende des Anleihenmarktes, den Staatsanleihen mit Laufzeiten von über zehn Jahren, handelt es sich um ein besonders volumentiefes Marktsegment. Eine einzelne Notenbank kann hier nur begrenzten Einfluss ausüben.

Seit Monaten beobachtet man jedoch gerade hier ansteigende Zinsen – vor allem in Japan, aber auch in einzelnen Bereichen der Eurozone. Nun materialisiert sich der generelle Vertrauensverlust der Investoren in die Schuldentragfähigkeit der zunehmend fiskalisch undisziplinierten Staaten. Eine säkulare Trendwende am Anleihenmarkt hat sich bereits vollzogen. Sie wird – Argentinien lässt grüßen – den endgültigen Schlusspunkt hinter jede Haushaltskrise setzen wird. Die Zeit der Kettensägen rückt womöglich näher.

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65 Kommentare

  • Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet ihr sie brauchen, um zu weinen.

    • Engelland und Fronkreich zeigen, wo unsere Reise hingeht.

    • Sehr weiser Spruch, den werde ich mir merken!
      Ich denke in letzter Zeit oft an Jordan Peterson und seine Schilderungen des ägyptischen Gründungsmythos zur Erläuterung der Gefahren, „willfully blind“ zu sein. Die Kapitalfluchtwelle dürfte demnächst einsetzen.

    • Also wer sieht dem wird auffallen, dass Frankreich ein sehr großes Problem hat. Und das betet gen Mekka.

  • In Paris ist die Zukunft Europas schon heute zu sehen.

  • Frankreich wird fallen. Es ist zu groß, die Verschuldung im Vgl. zur sinkenden Wirtschaftsleistung zu massiv das selbst D nicht rettend eingreifen kann. Wenn F fällt, fällt der Euro. Rien ne va plus.

    • So schnell geben die nicht auf.
      Wenn Frankreich fällt, fällt die EU.
      Das wird unter allen Umständen verhindert werden.

      • „Das wird unter allen Umständen verhindert werden.“

        Ah ja? Und wie genau soll diese wundersame Rettung aussehen? Demos gegen „rechts“?

        • Die Eliten wollen den Krieg!

          12
        • Man muss schon sehr blind sein …

          2
      • Wie denn?

        • Das ist jetzt nicht euer Ernst !

          0
    • Da werden private „Vermögen“ zugezogen. Gelder auf Sparkonten von den vielen Sparern; Gold (Edelmetalle auch Eisen). Die Großvermögen sind außer Reichweite.

      • Und die EZB kauft französisches wertloses Papier und gibt unbegrenzt selbstgedruckte EUR.

    • 夏草や 兵どもが 夢の跡.
      (natsukusa ya tsuwamonodomo ga yume no ato)
      „Sommergras, nichts sonst ist geblieben von den Heldenträumen.“
      – Matsuo Bashō, 1689

  • Was für ein toller Artikel; geschrieben von jemand, der die wirtschaftlichen Zusammenhänge versteht. Außerhalb der neuen Medien (neben Apollo z.B. auch Tichys Einblick) kann man mit der Lupe suchen, noch Journalisten zu finden, die sachkundig über Wirtschaft schreiben. Weiter so. Was Frankreich betrifft: Traurig, traurig. Die Herren ENA-Absolventen wissen schon, weshalb sie eine französische Sozialistin an die Spitze der EZB gehievt haben (mit Hilfe der deutschen CDU). Die macht, was Macron und Sozen-Fritze sagen und druckt über die im Artikel beschriebenen Mechanismen einfach Geld. Irgendwann platzt das alles und das ist gut so.

  • „Die Parlamentsentscheidung nun ist Ausdruck einer tief verwurzelten Realitätsverweigerung in der französischen Politik: Man lebt weiterhin auf Kosten der kommenden Generation und hat seine wirtschaftliche Substanz längst verfrühstückt.“

    Ich denke nicht unbedingt, dass es sich bei diesem Gebaren um Realitätsverweigerung handelt, sondern vielmehr um die Angst vor dem Eingestehen der Wahrheit gegenüber dem Wahlvolk.

  • Nun, in Frankreich ist noch jede Reform der öffentlichen Finanzen gescheitert:

    Vincent Ragot de Beaumont und Marschall Vauban erarbeiteten um 1700 das Konzept eines königlichen Zehnten. Alle Einkünfte – auch die bis dahin steuerfreien der Kirche und es Adels – sollten gleichermaßen mit 10% besteuert werden. Dies hätte die Steuereinnahme auf annähernd das dreifache gesteigert. Adel & Klerus waren dagegen und nach dem Tode Vaubans mußte Beaumont nach Holland fliehen, wo er bald darauf mittellos verstarb.

    John Law gründete auf Betreiben deder Krone mit deren fast wertlosen Schuldverschreibungen 1718 die „Banque Royale“, um das Münzgeld (Gold & Silber) gegen Banknoten zu tauschen. Nach Übernahme der „Mississippi-Compagnie“, (kaum Gewinn in 100 Jahren), wurde den Investoren versprochen, daß sie auf Zeichnung eines Anteils von 1000 Livres nur 10% in Papiergeld einzahlen müssten, wähernd die Restschuld durch die erwarteten Gewinne von mindestens 20% p. a. gedeckt wäre.

    • Forts.:
      Nur gab es keine Gewinne, nach 1720 platzte die Mississippi-Blase und der Regent Philippe d´Orléans hinterließ seinem Großneffen Louis XV. völlig zerrüttete Finanzen, weil sich die Hoffnung, diese durch Spekulationsgeschäfte zu sanieren zerschlagen hatten.

      Louis XVI. berief 1776 den schweizer Bankier Jaques Necker zum Finanzminister, der versuchte den Etat zu stabilisieren, indem er die Pensionen für überflüssige Hof- und sonstige Ämter kürzte, die Kopfsteuer (taille) auch von Adel und Klerus einhob und der Hofhaltung strenge Sparsamkeit auferlegte. Damit gab es praktisch keinen Franzosen mehr, den er sich nicht zum Feinde gemacht hätte, so daß sein Sturz 1781 praktisch unvermeidlich war. Der Versuch, sich mit der Veröffentlichung des „Compte rendu au roi“ zu rechtfertigen verhinderten seinen Sturz nicht, gaben aber erstmals der Öffentlichkeit umfassenden Einblick in die Staatsfinanzen, was nicht unerheblich zur Revolution 8 Jahre später beigetragen hatte.

      Auch in Frankreich scheint man aus der Geschichte nichts zu lernen …

      • Interessant, Agrippa.

  • Seit Anfang November steigt der Euro wieder. Er pendelt in einer Range zwischen 1,15-1,19 zum Dollar. Wenn er nach oben ausbricht sind Kurse im Bereich 1,22-1,25 drin. Der Bund-Future ist auf 127 gefallen-die Zinsen ziehen also an. Ziel wäre 125. Dort ist eine stärkere Unterstützung durch das Tief vom März.
    Die Zinsen in den USA wurden das dritte Mal in Folge gesenkt aufgrund des Arbeitsmarktes. Wenn sie weiter sinken und in EU weiter steigen, wird das „vermutlich“ den Euro gegenüber Dollar stützen.
    Bei 3,75% hat die Fed noch Spielraum nach unten. Bei der EZB ist dieser mit 2% nicht mehr so groß.

    • … und das alles sagt uns jetzt was?
      Long/Short in €/$? Alles gut? Alles schlecht? (das sowieso 😉

    • Was wollen Sie sagen? Der Euro ist stark, der Dollar ist schwach. EU macht es gut; US ist mies?

      • Ich hab nur beschrieben wie der Euro aussieht und wie die Zinssituation aussieht. Die Kommentare beschreiben einen Untergang des Euro aber wenn der Euro nach oben aus der Range ausbricht macht er das Gegenteil. Von der Zinssituation her scheint mir dies aktuell (noch)wahrscheinlicher als ein Absturz nach unten. Ein Kauf oder Verkaufsignal entsteht aber erst wenn er die Range verlässt. Mit Gut/Schlecht/Mies hat das nix zu tun. Es ist wie es ist.
        Ich finde den Artikel super. Aber die Schlußfolgerung daß der Euro demnächst untergeht ist solange übertrieben und zu pessimistisch bis man dies auch charttechnisch sehen kann. Und das ist eben bisher noch nicht der Fall.
        Anleger die Anleihen oder Aktien halten sollten die Situation danach beurteilen wie sie ist und sich nicht von Panik anstecken lassen.
        Nix anderes wollte ich sagen.

  • Also kommt es fast genau so wie es Hans Werner Sinn prophezeit hat: der Euro wird eine inflationäre Mittelmeerwährung wo die Druckerpresse der Notenbank den Politikern unangenehme Entscheidungen erspart.
    Und dafür haben wir unsere solide Deutsche Mark hergegeben. Schande.

    • Absehbar allerdings. Man sagt, als „Reparation“ für die Wiedervereinigung. Evtl. hätte Kohl NUR mit Bush und Gorbatschow verhandeln sollen und F/UK außen vor lassen. Aber tempi passati.

  • Da werden die Leute auch bis 67 arbeiten müssen….oder bis 70…….
    mit Aktivrente…..
    Oder?

    • Nein, in Frankreich bekommt keine Regierung eine Erhöhung des Renteneintrittsalters durch. Die Bevölkerung leistet Widerstand.

    • Lachhaft. Sie kennen die Franzosen nicht.

  • Das Einzige was Sozialisten wirklich perfekt beherrschen, ist, das Geld anderer Leute im hohen Bogen aus dem Fenster zu schmeißen und zu verprassen, zügellos, skrupellos und schamlos.

    • Wer gibt denen die Macht? Überlegen Sie mal. Die Sozis sind max; 30 % vertreten in der EU. Woher also die Macht?

  • Brandmauer halt……. Allerdings, dort hat sich die Konservative Partei bereits gespalten, in „Vernünftige“ und „Bornierte“.

  • „Durch ihre Enthaltung hatte die Rechtspartei im November sogar einem Vorschlag der Linksfront zur Verstaatlichung von Unternehmen zur Mehrheit verholfen.“

    Da fällt mir nix mehr ein. Was geht da ab ?

    • Was da abgeht? Zersetzung.

    • Warum sollten die Rechten der „Mitte“ das Leben leicht machen, solange die „Mitte“ sich der Linken andient? Und was die Linke (weltweit, immer) angeht – wie schon Sam1 schreibt – Zersetzung. In D etwa durch SED/SPD/Grüne.

      • Wenn die Rechten den Linken zuarbeiten, braucht man die Rechten noch wofür genau ?

  • Sie werden es über Hebel machen, die zu Ultra-Niedrigzins und zu Ultra-Inflation führen werden. Damit Frankreich kurzfristig liquide bleibt und langfristig der Wert des Geldes schneller sinkt, als neue Schulden aufgebaut werden.

    Und weil bei sowas immer nur die Dummen und die Schlaf-Schafe bluten, werden Aktien, Immobilien, Gold, Bitcoin und andere Sachwerte geradezu mit Warp-Antrieb durch die Decke schießen. Selbst die größten Hasenfüße sollten sich dringend damit beschäftigen, zumindest einen Teil ihres Geldes anzulegen, wenn sie sechsstellige Summen irgendwo herumliegen haben.

    • Bei Gold bin ich nach wie vor ebenfalls bullish. Bei Silber rechne ich aufgrund der Angebot/Nachfragesituation mit 3stelligen Kursen. Sachwerte scheinen mir ebenfalls „sicherer“ als Anleihen. Beim Bitcoin scheint mir erwähnenswert, daß er stark von der Risikoneigung der Märkte insgesamt abhängt. Bei Turbulenzen jedweder Art also zu Schwäche neigt. Ein typischer „Sachwert“ ist er meiner Ansicht nach nicht. Und derzeit ist er auch durch regulatorische Maßnahmen zu Recht unter Druck. Da ist Vorsicht geboten.
      Selbstgenutzte Immobilien sind immer gut. Das Geschäft damit läuft bei bezahlbaren Zinsen. Die Möglichkeit, daß Anleihen keine Abnehmer finden könnten wird ja im Artikel beschrieben und dieses Risiko ist nicht zu unterschätzen-steigende Zinsen!
      Aktien können je nach Marktsituation schnell gehandelt werden. Bei Immobilien geht das nicht so schnell.

      • Alles, was Sie zu Bitcoin schreiben, stimmt. Er ist kein Sachwert, sondern ein nicht beliebig vermehrbarer, dezentraler digitaler Wertspeicher, was seine ganz eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringt.

  • Das dürfte bald große Teile der EU treffen. Kräppelnde Wirtschaft und Steuereinnahmen mit steigender Arbeitslosigkeit trifft nicht nur auf leere (geplünderte) Kassen sondern auch auf Rüstungsausgaben die 5% vom BIP betragen sollen. Hinzu kommen jährlich 1 Mio Flüchtlinge die zu ca. 50% als Sozialhilfebezieher enden. Das durch Schulden abzufedern wird nicht mehr lange möglich sein.

  • Den französischen Sozialismus in seinem Lauf hält nur das Ende deutscher Kreditwürdigkeit auf…

  • Deutschland sollte den Verbündeten bedingungslos stützen. Genauso wie die Landsleute aus der UA!

    -12
    • Nein das ist eine Schulden-Union die es so nie geben sollte, also Vertragsbruch und deshalb Dexit jetzt.

  • Da wird die Realität schon wieder zuschlagen, wie der wütende Ehepartner.

    [Huch. Kommentar ging, trotz Wortwahl, ohne Freigabe direkt durch. Seltsam.]

  • Die ganze EU/Euro(=ECU)-Kiste wurde doch NUR auf Wunsch und zu Gunsten Frankreichs durchgezogen. D bekam die Wiedervereinigung, UK den Brexit, der Rest nix. Und nun haben wir eben die *absehbare* Folge, daß alle, v.a. aber D, A,NL Frankreich durchfüttern. GR war ein Klacks dagegen.

  • Gegen alle Widerstände werden sie den Russen das Geld stehlen und in die Ukraine schicken. Das Geld muss entweder nach einem Friedensvertrag oder den anstehenden Prozessen, (Belgien, Euroclear, die Russen etc. ) wieder erstattet werden. Dann ist Deutschland und Frankreich wirklich pleite, wahrscheinlich kollabiert auch der Euro. Unsere ehemaligen Partner, die USA werden uns nicht helfen.
    Übrigens: Russengeld liegt auch in den USA und in Japan, die stehlen das Geld nicht. Nicht einmal im 2. Weltkrieg wurde das Geld von Hitler-Deutschland gestohlen.

    • Ca. 90 Prozent davon liegt in Belgien.

      • Sind Sie sich da sicher? Genauso wie die Bankenkrise in der EU? Griechenland stützen? Es wurden die Banken aus Deutschland und Frankreich gerettet; niemand sonnt in Griechenland. Sollte eigentlich jeder wissen, der sich mit dem Thema „Bankenrettung“ befasst hat.

        • Pensionsrückstellungen von NRW haben sich in Luft aufgelöst.

          1
    • Mal abgesehen von allen anderen Aussagen die Sie tätigen, Idfis (teils stimme ich Ihnen zu, teils halte ich sie für spekulativ): Sie reden mir etwas zu viel von Geld, daß man „den Russen stiehlt“): zum einen: Ich halte die Wahrscheinlichkeit nicht für sehr hoch, daß es sich bei den (vorerst) beschlagnahmten Geldern um die Sparguthaben braver Russen handeln. Genaueres wird man erfahren. Und zum anderen: Ganz abgesehen davon, daß diese ganze Sch… heute kein Thema wäre, wenn Rußland seine Nachbarn nicht überfallen hätte: Auch die Russen stehlen Geld. Meine Aktien eines (privaten, damals effizient mit deutschen, niederländischen und amerikanischen Firmen zusammenarbeitenden) Gaskonzerns wurden mal eben „blockiert“. Ich gehe davon aus, daß das Geld weg ist. Ihre Prognose, daß der Euro kollabieren wird, teile ich. Allerdings hat das wenig bis nichts mit Rußland und/oder dem Krieg zu tun.

  • Keine Bange. In solchen Situationen, auch in Deutschland, hat immer nur ein Krieg die Lösung gebracht. Die Planer wissen das, sitzen in den Regierungen und können so unbeschwert draufloswirtschaften. Warum wohl handelt unsere Regierung so irrational?

  • Das ist ja wie in D. Nur eine andere Sprache.
    Ok, in D kann man eine Opposition wegen der Vorgeschichte niedermachen als Nahtsy.
    Das geht in F eher nicht.

    • Der Front Nationale ist dort genauso Paria wie die AfD in Deutschland es ist.

    • Collaborateur?

  • Schon seltsam, da kommen Millionen an unfähigen Leuten aus Entwicklungsländer und wir wundern uns, wieso es bergab geht. Eins und Eins ergibt nicht Zwei im Sozialismus, weil der ja nicht funktionieren kann.
    Das Hauptthema der Politik im Westen ist rechts aussen, wobei das rein gar nichts bedeutet. Statt über Themen zu diskutieren, wird nur über Parteiausschluss diskutiert. Der Bürger fühlt sich zurecht nicht ernst genommen und will ein Ende dieser Politik. Was die Politiker endgültig in Dauerrage versetzt.
    Der Wähler hat fast in ganz Europa nur noch zwei Richtungen zu entscheiden. Wie in Amerika, der ältesten Demokratie, beruhigt das ein wenig die Hysterie. Also Zeit mal über den Sinn der Vielparteiendemokratie nachzudenken.

  • Das Neuvolk in Frankreisch macht jetzt Käse, Ziegenkäse und sonstigen Käse, ganz zentralistisch von den Banlieus aus. Also alles wie immer. Daumen hoch.

  • La Grand Nation. Danach ist Deutschland fällig. Die EU auf dem Scheiterhaufen der Geschichte. Alle hatten so große Pläne; Denkmäler, Statuen, Staatsbegräbnisse… Ein Sauhaufen der Täter wird es werden.

    • Und die Schuldigen werden sich rechtzeitig absetzen.

  • Mélenchon: Seit die Sozialisten implodiert sind, hat er seinen gewohnten Einfluß verloren. Er ist ein wirklicher Teufel, der auf jede Gelegenheit wartet, seine Macht zu fühlen, etwas (egal was) zerstören zu können. In jedes brennende Problem muß er noch ‚Öl‘ nachgießen. Mal seine Reden anhören: Er hat keinerlei Plan für die französischen Nöte. Vielleicht träumt er (in kommunistischer Tradition) davon, die französische Kultur (oder Institutionen) zu zersetzen, um danach die Macht zu übernehmen. Seine Wähler? Keine Ahnung. Rachsüchtige aus dem Kreis der Sozialisten?

    Es muß einen Zusammenhang mit der merkwürdigen Installation des Macron – aus dem Nichts – geben. Macron war kurz im Kabinett von Hollande, verschwand, und wurde, ohne eine richtige Partei hinter sich zu haben, zum Präsidenten gewählt.

    • Macron ist Freimaurer von J. Attalis Gnaden. Das ist – gerade in F – etwas mehr als „aus dem Nichts“.

      • Von zeitgenössischen Freimaurern verstehe ich nichts. Wäre interessant. Aber der Attali ist einer, der sich zu Zeiten von Mitterand in der Rolle des spin-doctors oder ‚Vordenkers‘ gefallen hat. Und er hat relativ ungehemmt über Euthanasie geschrieben (l’avenir). (Wenn Correctiv urteilt, er hätte es nicht so gemeint, dann gehe ICH inzwischen davon aus, daß er es so gemeint hat …)

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