Werbung:

Stefan Kornelius

Schlechte Werte für Merz: Regierungssprecher zweifelt Umfragen an – Meinungsforscher sprechen von „Wirklichkeitsverweigerung“

Regierungssprecher Stefan Kornelius stellt die Seriosität häufiger Umfragen infrage, nachdem Forsa Bundeskanzler Friedrich Merz nur noch zehn Prozent Zufriedenheit bescheinigt. Forsa-Gründer Manfred Güllner weist die Kritik zurück. INSA-Chef Hermann Binkert spricht im Apollo-News-Interview von einem „neuen Niveau der Wirklichkeitsverweigerung“.

Regierungssprecher Stefan Kornelius bezweifelt die Seriosität der schlechten Umfragewerte für Friedrich Merz. (IMAGO/Bernd Elmenthaler)

Werbung

Regierungssprecher Stefan Kornelius hat die Seriosität von Umfragen infrage gestellt, die Bundeskanzler Friedrich Merz schlechte Zustimmungswerte bescheinigen. Nun widersprechen gleich zwei führende Meinungsforscher: Forsa-Gründer Manfred Güllner weist die Kritik zurück. INSA-Chef Hermann Binkert spricht im Interview mit Apollo News von einem „neuen Niveau der Wirklichkeitsverweigerung“.

Auslöser war eine Frage in der Regierungspressekonferenz am Mittwoch. Ein Journalist konfrontierte Kornelius mit einer aktuellen Forsa-Umfrage für RTL und ntv, nach der nur noch zehn Prozent der Befragten mit der Arbeit von Merz zufrieden sind. Kornelius erklärte zunächst, Umfragewerte seien lediglich „Momentaufnahmen“, die den Kanzler bei seiner Arbeit „nicht irritieren“ würden.

Man könne zwar „jeden dritten Tag eine Umfrage hervorziehen“, so Kornelius. Er wolle allerdings „sehr infrage stellen, wie sie vernünftig und seriös zustande kommen“. Und weiter: „Keines der Institute, die in dieser Frequenz Umfrageergebnisse auf den Tisch legen, haben die nötigen Finanzressourcen, um solche Umfragen durchzuführen.“

Auf Nachfrage präzisierte Kornelius, die „demoskopischen Grundlagen“ vieler Erhebungen würden eine nähere Betrachtung vertragen. Sie gäben es teilweise nicht her, in dieser Häufigkeit „valide Ableitungen“ zu ziehen.

Forsa-Gründer Manfred Güllner widerspricht dem Regierungssprecher nun deutlich. „Die Kritik von Kornelius an der Arbeit seriöser Institute ist unberechtigt“, sagte er gegenüber The Pioneer. Statt die Umfragen infrage zu stellen, solle Kornelius „vielmehr auch dem Kanzler nahelegen, die große Unzufriedenheit der Bundesbürger mit seiner bisherigen Arbeit ernst zu nehmen“.

Lesen Sie auch:

Die Ergebnisse der Institute seien keine Erfindung der Meinungsforscher, sondern gäben wieder, was die Befragten ihnen mitteilten. Eine Politik, die dauerhaft über die Köpfe der Menschen hinweg betrieben werde, sei auf Dauer nicht mehrheitsfähig, erklärte Güllner.

Noch deutlicher reagiert INSA-Chef Hermann Binkert im Gespräch mit Apollo News. Er finde es „putzig“, wenn sich ausgerechnet der Sprecher der Bundesregierung „um die Liquidität von Meinungsforschungsinstituten Gedanken macht, die ja kommerziell und gewinnorientiert arbeiten müssen“.

Binkert empfiehlt der Bundesregierung, selbst Umfragen in Auftrag zu geben, „die ein echtes Stimmungsbild der Bevölkerung deutlich machen“. Die Kritik von Kornelius vergleicht er mit dem Versuch, einen Spiegel zu zerstören, weil einem das eigene Spiegelbild nicht gefalle.

Die Bundesregierung wolle nach Ansicht des INSA-Chefs nicht wahrhaben, „wie die Stimmung ist“. Wenn man den Umfragen nicht glaube, müsse man zumindest die tatsächlichen Wahlergebnisse zur Kenntnis nehmen. „Ich denke, diese Aussage des Regierungssprechers ist ein neues Niveau der Wirklichkeitsverweigerung“, sagte Binkert gegenüber Apollo News.

„Ich kenne kein Institut, das positive Beliebtheitswerte für Herrn Merz gemessen hätte“, sagte er weiter. Wer dennoch meine, „alles wäre in Ordnung und die Leute wären zufrieden mit der Bundesregierung“, bewege sich in einer „Berliner Blase“.

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

31 Kommentare

  • Das Menetekel stand schon lange an der Wand, aber die CDU hat es nicht entziffert.

    Sie hat sich eine Scheinwelt aufgebaut, in der sie immer noch die führende politische Kraft ist wie zu Adenauers und Kohls Zeiten und hat nicht begriffen, dass politische Führung nicht ihr Anrecht ist, sondern von den Bürgern des Landes auf Zeit verliehen wird.

    • Toll, die Wirklichkeitsverweigerung ist nun wirklich nichts Neues! Und Niveau hatte die noch nie!

      • Oh, doch! Dieses Niveau gab’s schon, als Merz was von „halbieren“ fantasierte…

  • Zum Beliebtesten Politiker wird Merz nicht mehr. Aber wenn Amthor, Frei und Kornelius weiter immer bei Reden von Merz kräftig klatschen, hat Merz wenigstens noch den Eindruck er wäre beliebt.

  • Soll Kornelius denn offen zugeben, dass sein Chef bei den Bürgern unten durch ist? Der Mann möchte seinen Job doch noch bis Montag oder Dienstag behalten 🙂

  • So muß das im Führerbunker in den letzten Stunden auch gewesen sein.

    • Klasse, nur der eine hatten die komplette Zerstörung Deutschlands schon beendet.

    • Die hatten da damals wenigstens noch Waffen, und ein „Edelmann“ wusste damals noch, wann er sich zu erschiessen hatte.
      Heute winkt der Latte, der Industriejob, die Abfindung, die NGO…

      • Ja ja, die Edelmänner. Vor allem die Edelmänner die sich über die Rattenlinie und mit Hilfe vom Roten Kreuz und Vatikan nach Südamerika verpissen konnten. Alles hochanständige Edelmänner gewesen damals….. Und alle anderen Edelmänner hatten alle nur Befehle ausgeführt und konnte ja nicht Wissen was da alles getrieben wurde. Diese Edelmänner …..

  • Wenn in Deutschland das Ideal nicht mit der Realität übereinstimmt, dann ist die Realität falsch.“ (Dieter Nuhr)

  • Die Ergebnisse der Umfragen sind nicht die einzige Realität die Merz und Co. verweigern. Inzwischen gilt das für nahezu alle Bereiche.

  • Ich weiss gar nichts was ihr habt, Merz hat ja auch die Migrationswende geschafft, passt doch.

  • Spieglein Spieglein an der Wand…

  • Bei der Sachsen-Anhalt-Wahl waren die Umfragen für die CDU teilweise 5 Prozent höher als das Wahlergebnis. (Was nicht die Schuld der Institute, sondern des taktischen Wählens war.) Herr Kornelius sollte die Zahlen also vorsichtshalber etwas nach unten korrigieren …

  • Weiter so CDU. So werden wir Euch los!

  • Die Regierungen in D-EU decken die Abzocke der Erdölkonzerne, weil sie selbst prächtig daran mitverdienen – woanders nennt man so etwas organiserte Kriminalität.
    Hier heißt es von der der Regierung lapidar: „da können wir nichts dagegen machen“.

  • Wir deutschen Bürger sind Merz schlicht und einfach egal. Er ist lieber der Kanzler der Ukraine. Merz, wann arbeiten Sie endlich mal wieder für das deutsche Volk??????

    • @Holger.P … das „wieder“ scheint mir fehl am Platze, dafür ist der mir aber auch völlig egal…

  • Nun hat der arme Mann gerade derzeit ja auch einen Sch**** Job. Er wird dafür bezahlt, auch Merz zu verkaufen. Vermutlich tritt der morgens bereits mit Kopfschmerzen seinen Dienst an. Kein Wunder, dass ihm nichts mehr einfällt, außer solchen Absonderlichkeiten ……

    • Egal, wie gut bezahlt: Ich könnte das nicht.

  • Ja, wenn ein Journalist für ein Pöstchen seine journalistischen Grundsätze verrät, ist er gescheitert und wird zu einem schwachbrüstigen Herold.

  • ….sagt ein Regierungssprecher, dessen Bosse Milliarden für NGO’s verpulvern.

  • Hat Kornelius vielleicht die selbe „Krankheit “ wie Merz? Irgendetwas mit Realitätsverweigerung?

  • Ich stelle hier mal die Seriosität von Regierungssprecher Stefan Kornelius in Zweifel. Er ist m.E. der schlechteste Regierungssprecher seit Günter Schabowski und noch deutlich schlimmer. Die Verlautbarungen werden nämlich nicht besser ! Wir dürfen nun darauf hoffen, dass das Politbüro diesen austauscht um das Ansehen unseres larmoyanten Kanzlerdarstellers zweiter Wahl nicht noch zusätzlich zu beschädigen .

  • Realitätsverlust ist sympthomatisch für Linke.

  • Regierungssprecher zu sein ist eine furchtbare Aufgabe: Wenn man einen Haufen Sch… vor sich hat, muss man ihn mit Worten in einen Haufen Gold verwandeln.

  • Diese Versagertruppe ist unglaublich. Was wird das bei der nächsten Bundestagswahl für ein Gejaule.

  • Meinungsforscher sind Lügner von Beruf.

    • Muss nicht sein. Kommt darauf an, wie ernst man seinen Beruf nimmt. Aber für Deutschland: JA sie haben recht. Politiker allerdings auch. Da wächst zusammen, was zusammen gehört.

Werbung