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Verteidigungsministerium

Pistorius’ Desasterprojekt: Fregatte F126 verzögert sich wegen deutscher Bürokratie um etliche Jahre

Die Fregatte F126 gilt als Prestigeprojekt der deutschen Marine. Doch das Vorhaben liegt bereits vier Jahre hinter dem Zeitplan. Ein niederländisches Unternehmen, das ursprünglich mit dem Bau beauftragt war, beklagt die überbordende Bürokratie und die schlechte Kommunikation der Deutschen.

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Verteidigungsminister Boris Pistorius will die deutsche Marine ausbauen (IMAGO/Achille Abboud)

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Das F126-Fregattenprojekt der deutschen Marine war ursprünglich als Prestigeprojekt gedacht. Inzwischen hat sich das Vorhaben jedoch zunehmend zu einem schweren Beschaffungsdesaster für das Verteidigungsministerium entwickelt. Die neue Fregattenklasse liegt mittlerweile rund vier Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan, berichtete die Financial Times. Das Bauunternehmen beschwert sich über übermäßige deutsche Bürokratie und Misskommunikation.

Mit der Großfregatte F126 sollte in Deutschland die größte Fregattenklasse der Welt entstehen. Das erste Schiff dieser Klasse, die Niedersachsen, befindet sich bereits im Bau, liegt jedoch schon jetzt deutlich hinter dem Zeitplan.

Die neue Fregatte ist für langfristige Einsätze konzipiert. Statt auf einzelne Kampfeinsätze setzt man auf eine vielseitige Nutzung. Im Zentrum steht ein modulares System, das sich für unterschiedliche Aufgaben umrüsten lässt. So könnte das Schiff etwa für die U-Boot-Jagd, Spezialeinsätze oder Drohnenoperationen eingesetzt werden. Zudem soll die F126 dank wechselnder Besatzungen bis zu zwei Jahre im Einsatzgebiet verbleiben können.

Die Verzögerungen sind vor allem auf technische und organisatorische Schwierigkeiten zurückzuführen, insbesondere im IT-Bereich. Ursprünglich wurde das Projekt an das niederländische Schiffbauunternehmen Damen vergeben. Das Verteidigungsministerium entzog Damen jedoch die operative Verantwortung als Hauptauftragnehmer. Eine endgültige Entscheidung steht zwar noch aus, soll aber bis Ende April 2026 ausgehandelt werden. Dabei geht es offenbar nur noch um Formalien. Politisch und operativ hat Damen die Führungsrolle weitgehend verloren.

Die Projektführung wurde inzwischen an die deutsche Werftgruppe NVL übertragen, die vom Rüstungskonzern Rheinmetall unterstützt wird. Während die Probleme zunächst vor allem auf die von Damen eingeführte neue Konstruktionssoftware geschoben wurden, weisen Berichte inzwischen auf grundlegende Mängel im deutschen Beschaffungssystem hin. Genannt werden unter anderem übertriebene Bürokratie, extrem detaillierte Anforderungen und langsame Genehmigungsprozesse. Hinzu kommt, dass die Kommunikation offenbar nicht konsequent digital, sondern in erheblichem Umfang noch über Papierdokumente erfolgte.

rs

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55 Kommentare

  • Die Bismarck und die Tirpitz wurden innerhalb von fünf Jahren gebaut. Und das gänzlich ohne Computer.

  • Kein Problem… bis die Fregatte fertig ist, solange reicht doch noch die Gorch Fock😀😀😀

  • Aber deutscher Behördenwahnsinn hat auch etwas Gutes: So wird man den Krieg um etliche Jahre verschieben müssen, mangels Kriegstüchtigkeit…

    • Putin hat sicher Verständnis. Er kennt die Deutschen lang genug…

    • Putin braucht bekanntlich ja auch noch bis 2029, bevor er dann aus heiterem Himmel angreift.

  • Pistorius liefert genau die Ergebnisse die von ihm zu erwarten waren. Gute Güte, der Typ ist von der SPD!

    Aber nächste Woche feiert ihn die BLÖD-Online wieder als beliebtesten Politiker. Das wird er vermutlich auch sein, z.B. am Hindukusch, im Iran oder auch in Russland… 😂😂😂

    • In Russland lacht man sich ’nen Ast über den.

      • Der Herr Obergefreite, der jetzt Generalfeldmarschall spielen darf.

        Hatten wir nicht schon mal einen Gefreiten aus einem südlichen Nachbarland ?

        • Der hatte aber einen Rotzfänger an seiner Oberlippe…

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  • Ach, wo gibt es keine überbordende Bürokratie? Für die Männer im Wehrpflicht-Alter wurde gerade neue Bürokratie erfunden.

  • Kann es sein, dass die extreme Bürokratie in Deutschland ein beabsichtigtes Element für das Zerstörungshandeln der Bundesregierung externer Interessen ist?

  • „Genannt werden unter anderem übertriebene Bürokratie, extrem detaillierte Anforderungen und langsame Genehmigungsprozesse. Hinzu kommt, dass die Kommunikation offenbar nicht konsequent digital, sondern in erheblichem Umfang noch über Papierdokumente erfolgte.“

    Glückwunsch – war bei der Wehrmacht damals genau das gleiche. Vielleicht sogar auch noch bei den Preussen unter Wilhelm Zwo. Warum soll sich beim deutschen Militär über die vielen Jahrzehnte was positiv geändert haben? Vielleicht mit dem kleinen Unterschied, das man mit „analogem Papier“ damals wenigstens noch etwas zustande gebracht hat.

    • Bei einem Rüstungsbetrieb wie bei der Bundeswehr derzeit hötten Wehrmacht und die Preußen nur Fahrräder und Gulaschkanonen gehabt!

      • Fahrräder mit platten Reifen und Gulaschkanonen mit veganem Erbsenbrei nach Oma Dröge.

        • Friedrich März und Reinhard Mai die beiden Sympathieträger und deine persönlichen Favoriten. Wann kommt ein Lied von April Lavigne?

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  • Eine Fregatte von 10.000t, die über nur 16xSenkrechtstartsysteme verfügt und auch sonst wieder zu schwach bewaffnet ist – selbst für ein U-Jagd-Fregatte. Immerhin, die F126 verzögert sich so lange, dass man als Zwischenlösung die MEKO A-200 DEU als F128 geordert hat – mit einer Verdrängung von 4.000t ist sie kleiner, günstiger, mit 32xVLS-Startern besser bewaffnet und bereits in zahlreichen Ländern einsatzerprobt.

    • Haben nicht die Israelis auch welche davon ?

  • Nun, unter den Bedingungen analoger Kommunikation wurde die übergroße Fregatte USS Constitution mit einer Hautbewaffnung von 30 24-Pfund-Geschützen 1794 in Boston auf Kiel gelegt und 1797 vom Stapel gelassen. Mit Reservezeiten und Reparaturen war sie im aktiven Dienst zunächst bis 1880. Nach längerer Werftliegezeit wurde sie 1925 wieder in den aktiven Dienst der US Navy gestellt, in dem sie noch heute – auf eigenem Kiel schwimmend – ist.

    Dieses Schiff ist vor bald 230 Jahren nach gut dreijähriger Bauzeit vom Stapel gelaufen und ist immer noch – incl. Bewaffnung – einsatzfähig. Da müsste man doch denken, daß sich in 230 Jahren nicht nur die Anforderungen an ein Kriegsschiff vermehrt haben, sondern auch die Fähigkeiten, es zu bauen …

    • Dort gelten die EU-Regeln und der deutsche Dilettantismus offenbar nicht.

  • Wie sieht es eigentlich mit den Marine Helikoptern aus? Darf man die mittlerweile mit Kampfstiefel betreten, oder rostet der Boden immer noch vom Salzwasser? Dann wären Taucherflossen wohl angebrachter😀😀😀

  • Der Umbau des Kriegsschiffes auf Elektroantrieb erfordert die Verdoppelung der Kosten und das Weglassen wichtiger Waffensysteme damit das Schiff trotz riesiger Batterien noch schwimmfähig bleibt.
    Neuer Plantermin für Fertigstellung 2079….

  • Mir kommt da gerade das Lied von Reinhard Mey in Erinnerung, in dem es u.a. heißt:

    Ein Antrag auf Erteilung eines Antragformulars, zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschlagexemplars.

    Damit ist alles gesagt, was in deutschen Amtsstuben täglich so vor sich geht.

    • Man bedenke noch, wie alt dieses Lied schon ist und um wieviel es schon „besser“ geworden ist seit dem.

      • Reinhard Meys „Narrenschiff“ ist auch uralt und aktueller denn je.

        • immer wieder das selbe Lied…

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        • „Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm
          Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
          Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine
          Und Rollen und Stampfen und schwere See
          Die Bordkapelle spielt: Humbatätärä
          Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine

          Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert
          Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert
          Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten
          Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
          Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum
          Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten

          Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
          Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken
          Die Mannschaft, lauter meineidige Halunken
          Der Funker zu feig um SOS zu funken
          Klabautermann führt das Narrenschiff
          Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!“

          0
  • „Politische Probleme sind wie Camembert: Wenn man sie zu lange liegen lässt, laufen sie einem davon.“ – Edgar Faure

    • In Deutschland Harzkäse? Igitt, wenn der Vater die Glocke abnahm…fielen wir Kinder in Ohnmacht.

  • Wir haben da doch ein paar alte Fregatten, die aber noch sehr aktiv sind. Die sind zur Zeit in Brüssel und in Straßburg angedockt. Die könnte man doch zwischenzeitlich einsetzen.

  • Super Mann Super Mann

  • Gibt es noch irgendeine Sparte in D die Funktioniert?
    (Steuern abgreifen mal ausgelassen!)
    Täuscht das, oder geht der Untergang jetzt im Zeitraffer…?

  • Wir Deutschen könnten ja auch einfach am 3. Weltkrieg nicht teilnehmen und dann beim 4. Weltkrieg wieder mitmachen, wenn alles kriegstüchtig ist.

  • Könnte es sein, dass diese Fregatte, möglicherweise als Teil eines Geheimprojektes zur Feindtäuschung, tauchfähig gebaut wird?

    • Pfandfreie Einmalware.

  • Mir entziehen sich die Gründe warum die nicht in einer deutschen Werft gebaut werden. Glaube nicht das, die soviel Arbeit haben, das die abgelehnt hätten. Wahrscheinlich zu wenig vermittlungs Gebühren bezahlt. Normal werden deutsche Rüstungsaufträge auch nur an deutsche Werften vergeben.

  • Demnächst auch einmal U-Boote… Die reichen für einmal abtauchen😀😀😀

  • Das Problem scheint sich von oben bis unten wie ein roter Faden durchzuziehen. Wie der Herr, so ’s Gescherr. Wahrscheinlich hätte sich kaum einer der Paragrafenreiter in der freien Wirtschaft durchsetzen können, Auffangbecken Staat. Der Kompetenzzuwachs dürfte aufgrund der Mangellage an Führung nicht so schnell zu beheben sein.

  • Wenn die fertig ist ist die veraltet.

  • ich sehe schon, wenn sie irgendwann fertig ist, die Wiederholung der Stapellauf -aktion von Nordkorea voriges Jahr…Blubblubblub

  • Das sollte auch nicht vergessen werden
    Pistorius wird zum Problem-Minister: 2 Milliarden Euro
    für nicht funktionsfähiges Bundeswehr-Funksystem versenkt
    Was wird wohl letztendlich die Fregatte kosten, 20Milliarden

  • Einfach noch 500000 Vorschriftenprüfer einstellen. Dann gehts schneller. ÖRR – Experten sagen, Putin greift in 3 Jahren an. Und dann ist vorbei mit Schleswig Holstein und mit der Zuckersteuer auch.

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