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In Washington D.C.

Palästinenser-Protestgruppe wollte Holocaustmuseum besetzen

Eine pro-palästinensische Gruppe namens „Doctors against Genocide“ wollte das Holocaustmuseum in Washington D.C. besetzen. Nach heftiger öffentlicher Kritik machte die israelfeindliche Truppe einen Rückzieher - und inszeniert sich nun als Opfer einer Kampagne.

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Eine Gruppe US-amerikanischer Ärzte hat eine geplante Demonstration gegen den angeblichen „Völkermord in Gaza“ vor dem US-Holocaust-Museum abgesagt. Zuvor hatte eine Welle der internationalen Kritik gegen die geplante Aktion für Aufmerksamkeit gesorgt.

Die Gruppe „Ärzte gegen Völkermord“ bezeichnet sich selbst als „globale Gesundheitsallianz, die sich für die Beendigung von Völkermord einsetzt“. Sie wurde vor kurzem als Reaktion auf die israelische Operation im Gazastreifen nach den Terroranschlägen der Hamas am 7. Oktober gegründet und verbreitet den Vorwurf des Genozids an den Palästinensern, die seit der fortschreitenden Intensität der israelischen Anti-Terror-Offensive immer wieder von israelfeindlicher Seite bemüht wird. Sie hatten geplant, am 28. Dezember um 11 Uhr vor dem Museum in Washington DC zu protestieren, gefolgt von einer Versammlung um 15 Uhr vor dem Weißen Haus.

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Offenbar wollten die Demonstranten in das Holocaust-Museum eindringen und für ihre Proteste besetzen. Im Nachhinein bestreitet die Gruppe dies zwar, aber in der Ankündigung wurden die Teilnehmer aufgefordert, sich Freikarten für das Museum zu besorgen. „Läuten Sie das Jahr 2024 nicht mit einem andauernden Völkermord ein“, hieß es. „Die Aktion ist offen für alle. Wir ermutigen Mitarbeiter des Gesundheitswesens, weiße Kittel/Uniformen zu tragen.“

„Beleidigung“ aller Holocaust-Opfer, „krank“: Massive Kritik an Besetzungsplan zwingt Organisatoren zum Rückzug

Die Empörung über diesen geplanten Schritt ließ nicht lange auf sich warten. Ein Shitstorm ergoss sich in den sozialen Medien. Das Holocaust-Museum erklärte in einer Stellungnahme: „Unser Museum ist die nationale Gedenkstätte für die 6 Millionen Juden, die von Nazi-Deutschland und seinen Kollaborateuren ermordet wurden. Es ist eine tiefe Beleidigung für die Überlebenden und die Erinnerung an die Opfer, die Geschichte des Holocaust zu instrumentalisieren.“ Weiter hieß es: „Unsere langjährige Politik gegen Proteste in unserem Museum bewahrt diesen Raum für das feierliche Gedenken an die Opfer, die Reflexionen der Überlebenden und seinen Bildungsauftrag.“ Die amerikanische, überparteiliche Organisation „Stop Antisemitism“ nannte den geplanten Protest „krank“.

Nach der massiven öffentlichen Kritik sagte die Gruppe „Doctors against Genocide“ ihre für Donnerstag geplante Aktion ab. Die Organisatoren sehen sich nun als Opfer einer Kampagne in den sozialen Medien. „Das Ziel unserer Veranstaltung war es, das Holocaust-Museum zu besuchen, um unser Mitgefühl für die Schrecken dieses Völkermordes auszudrücken“, so die Gruppe in einer Erklärung auf X. „Außerdem wollten wir auf den anhaltenden Völkermord in Gaza aufmerksam machen.“ „Doctors against Genocide“ beklagte „Anschuldigungen von Parteien mit bösen Absichten“.

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