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Nächste Werksschließung – wie die Mobilitätswende die Autozuliefererindustrie zerstört

Die Mobilitätswende zwingt den nächsten großen Automobilzulieferer zum Aufgeben. Nach drastischen Gewinneinbrüchen muss Magna sein deutsches Werk schließen. Hunderte Mitarbeiter verlieren ihren Job – Hunderttausende könnten in der Industrie folgen.

IMAGO/Zoonar

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Nun steht es fest: Der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer Magna wird seinen Standort in Rosenberg (Baden-Württemberg) schließen. Wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, soll das Werk „in den kommenden zwei Jahren schrittweise heruntergefahren“ werden.

Bereits im Oktober 2024 hatte der Konzern die Aufgabe des deutschen Standorts angekündigt. Seitdem setzte die Belegschaft ihre Hoffnung darauf, dass ein Investor die Stilllegung noch verhindern könnte. Das Unternehmen führte entsprechende Gespräche, unter anderem mit der Münchner Private-Equity-Gesellschaft Mutares. Wie mehrere Medien berichten, blieben diese Bemühungen letztlich jedoch ohne Erfolg. Die Mitarbeiter wurden inzwischen offiziell über die Schließung informiert.

Derzeit sind am Standort Rosenberg noch rund 220 Beschäftigte tätig, nachdem bereits Anfang 2025 etwa 100 Stellen im Rahmen eines Freiwilligenprogramms abgebaut worden waren. Nach Angaben der IG Metall Tauberbischofsheim wurde bereits 2024 ein Sozialplan für die Beschäftigten ausgearbeitet. Die verbleibenden Mitarbeiter haben nun die Möglichkeit, das Unternehmen gegen Zahlung einer Abfindung zu verlassen.

Magna mit Hauptsitz in Aurora (Ontario, Kanada) und in Wien (Österreich) beschäftigte Ende 2024 weltweit rund 170.000 Mitarbeiter. Neben Rosenberg unterhält die Konzernsparte in Deutschland noch Werke in München, Neuenstein, St. Georgen und Untergruppenbach.  

Das nun von der Schließung betroffene Werk in Rosenberg ist Teil der Sparte Magna Powertrain (Magna PT). Diese Division verantwortet die Entwicklung, Fertigung und Montage von Antriebssystemen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Zum Produktportfolio zählen unter anderem Getriebe – manuelle, automatisierte, Doppelkupplungs- und Hybridgetriebe – aber auch Kupplungsmodule.

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Hintergrund der Werksschließung sind nach Angaben des Unternehmens vor allem die allgemein schwachen Geschäftsaussichten. Für 2026 erwartet Magna keine nennenswerte Dynamik beim Konzernumsatz und prognostiziert Erlöse in einer Spanne von 41,9 bis 43,5 Milliarden US-Dollar.

2025 war der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 826 Millionen US-Dollar auf 42 Milliarden US-Dollar zurückgegangen. Auch beim Ergebnis zeigte sich eine rückläufige Entwicklung: Der Nettogewinn sank von 1,1 Milliarden auf 883 Millionen US-Dollar. Entsprechend verringerte sich der Gewinn je Aktie von 3,52 US-Dollar auf 2,94 US-Dollar. „Leider konnte vor diesem Hintergrund keine tragfähige Alternative gefunden werden.“ Damit ist das endgültige Aus des größten Arbeitgebers in Rosenberg besiegelt.

Dass die Geschäftszahlen bei Magna zuletzt eher verhalten bis schwach ausgefallen sind und Einsparmaßnahmen – in Form von Werksschließungen – ergriffen werden, ist zentral auf die tiefgreifenden Umbrüche zurückzuführen, die sich in den vergangenen Jahren in der europäischen Automobilbranche abgezeichnet haben. Im Zentrum steht dabei die Mobilitätswende. Ein Strukturwandel, unter dem Autozulieferer europaweit leiden.

Die auf EU-Ebene vorangetriebene Verschiebung in Richtung E-Mobilität – Automobilhersteller sind im Rahmen der Flottengrenzwerte verpflichtet, den Absatz von Verbrennerfahrzeugen zu reduzieren und gleichzeitig den Anteil von Elektroautos zu erhöhen – lässt die Nachfrage nach klassischen Komponenten für Verbrennungsmotoren deutlich sinken. Betroffen sind unter anderem Schaltgetriebe, Katalysatoren, Zylinderblöcke, Kolben, Ventile oder Turbolader. 

Zulieferer stehen daher vor der Herausforderung, ihre Produktionsstrukturen grundlegend umzubauen und in neue Technologien zu investieren. Ein Prozess, der mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden ist. Erschwerend kommt die Wettbewerbssituation hinzu. Europäische Automobilkonzerne wie Volkswagen, Stellantis oder Mercedes-Benz sind mit ihren Elektrofahrzeugen im internationalen Vergleich nur eingeschränkt konkurrenzfähig.

Insbesondere Hersteller aus China bieten ein deutlich attraktiveres Preis-Leistungs-Verhältnis als viele heimische Anbieter. Das ist nicht zuletzt auf die günstigeren Standortbedingungen, die in der Volksrepublik vorherrschen, zurückzuführen. Während in Deutschland und auch in anderen EU-Staaten hohe Energie- und Personalkosten anfallen und Bürokratie, Steuer- sowie Abgabenlast die Profitabilität belasten, sind die Produktionskosten im Reich der Mitte deutlich niedriger.

Infolgedessen setzen heimische Hersteller immer weniger Elektrofahrzeuge ab. Umsatz und Gewinn vieler europäischer Autobauer sind infolge rückläufig. So musste etwa Mercedes-Benz im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen (mehr dazu hier).

Die schwache Geschäftsentwicklung der Hersteller wirkt sich unmittelbar auf die Zulieferindustrie aus. Wenn Automobilkonzerne weniger Fahrzeuge verkaufen, vergeben sie entsprechend weniger Aufträge an ihre Zulieferer. Da diese in hohem Maße vom Geschäft mit den Herstellern abhängig sind, geraten sie dadurch unter erheblichen Druck. Auch bei ihnen kommt es vor diesem Hintergrund zu deutlichen Umsatz- und Gewinneinbußen.

Wie stark die heimische Zulieferindustrie in den vergangenen Jahren unter der Mobilitätswende gelitten hat, zeigen aktuelle Insolvenzzahlen deutlich. Allein in Deutschland wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 insgesamt 41 größere Insolvenzen von Zulieferunternehmen mit einem Jahresumsatz von jeweils über 10 Millionen Euro registriert. Das entspricht einem Anstieg von 70 Prozent im Vergleich zu den Jahren 2023/2024.

Auch eine aktuelle Umfrage des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zeichnet ein besorgniserregendes Bild. Demnach planten im November 2025 bereits 61 Prozent der mittelständischen deutschen Zulieferer einen Stellenabbau – im Mai waren es noch 57 Prozent. VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt: „Die anhaltende wirtschaftliche Stagnation in Deutschland und die schwache Entwicklung des Automobilmarkts in Europa wirken sich immer stärker auf die mittelständischen Unternehmen der deutschen Automobilindustrie aus.“

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29 Kommentare

  • Ein weiterer voller Erfolg also 🙄

    • Warum? Der Mehrheit wählt bundesweit Altparteien, wird Zeit das weitere Millionen Ihren Arbeitsplatz verlieren. Ob es dann ein Umdenken bei den Wahlen gibt? Ich denke, selbst dann nicht.

  • Grünes Schrumpfen läuft, nennt sich Deindustrialisierung.

  • Robert Habeck hat schon Entwarnung gegeben. Die Arbeitsplätze sind nicht weg. sie sind jetzt nur außerhalb von Deutschland. Ein Teil des „grünen Wirtschaftswunders“

  • Es sind nicht nur die Arbeitsplätze der Zulieferer, welche wegfallen sondern der vielen Produktionsausrüster und Dienstleister. Letztendlich werde noch einmal 50% dazukommen.

  • Umfragen zeigen dass die nächste BW Regierung schwarz&grün wird.
    Der Wähler ist mit der Politik zufrieden.

  • Noch Eines:
    Die deutsche Autoindustrie kauft schon sehr lange, solche Teile nicht mehr von deutschen Herstellern ein!
    Und wenn doch, dann sind die Hersteller mit renomiertem Namen, nicht mehr in Deutschland angesiedelt.

  • Vielen Dank an unsere Super-Regierungen!
    Es ist zum Kotzen, was diese Stümper angerichtet haben!

    Aber schaut euch die Prognosen für die Wahl in BW an.
    Fürchterlich einfach schrecklich, wie viele seltsamen Menschen noch diese Stümper wählen!

    • hat hier nicht immer ein leser herumgetoent, die AFD werde in BW die gruenen locker ueberholen…?
      manche wachen eben nie auf.
      die waehler wollen mehrheitlich keine AFD !
      schon der demographische ueberhang an aelteren traditionswaehlern verhindert das.

      • Nein, das ist nur der Typ mit seinem Sektenlink.

        Und wieviele junge Links Wähler werden an den Schulen und Unis herangezüchtet?

  • Grün-Schwarz oder Schwarz-Grün, weiter in den Untergang, so ist der Wählerwille nun mal.

  • Da werden demnächst viele Gewerkschaftsmitglieder mehr Zeit für Demos gegen Rechts haben. Das sind doch gute Nachrichten.

  • Die Fachkräfte aus Indien sollten sich beeilen, dass sie hier noch aufschlagen, bevor der letzte Industriezweig das Licht ausmacht.

  • Und wieviele Subventionen hat er erhalten

  • Wer die Zeichen der Zeit verschläft muß halt schließen. Chinesen sind halt mittlerweile schlauer als der Deutsche Michel. Muß ich leider feststellen wenn wir Studenten aus Fernost haben, gegenüber unseren Studenten. Was die Chinesischen Maschinenbaustudenten bereits für Wissen ins Praktikum einbringen, ist echt beachtlich, selbst ein ausgeprägtes handwerkliches Geschick.

  • Derzeit sind am Standort Rosenberg noch rund 220 Beschäftigte tätig,
    220 CDU Wähler,kein Mitleid.

  • Die Autoindustrie und damit eine der wichtigsten Säulen der deutschen Wirtschaft zu zerstören, war schon IMMER das Ziel der Grüninnen. Diese bewusste Sabotage war Vorsatz.

    Dass dabei Millionen Existenzen und Familien zerstört werden ist für die Grüninnen ein bejubelter Beifang.

    Solange wir diese bösartigen Zerstörerinnen nicht aus den Parlamenten wählen, geht es für Deutschland nicht wieder aufwärts.

    • Sie haben es aber offen kommuniziert , vor allem Ulrike Herman, und getan. Es gab keinen Widerstand! Man hat freudestrahlend mitgemacht. Wer kritisiert hat, wurde als rechts gebrandmarkt.

    • Was sind Grüninnen?

      • Das sind die Koryphäeen der, wie FJS sagen würde, Melonenpartei.

      • Die „Faschingskommandanten auf dem Narrenschiff Utopia“
        (FJS)

  • Fangt endlich an, die Mitarbeiter vor die Türe zu setzen. Vorher setzt in DE scheinbar kein Nachdenken ein, sonst würden ja nicht 2/3 immer noch den alten Stiefel wählen.
    Das geht alles zu langsam.

  • Ich hoffe das das deutsche Narrenschiff bald abgewählt wird.
    Nur noch AfD.

  • Die Börse und das Aktiensystem mit Fokus auf alles zum Vorteil der Shareholder Nutznießer, bildet ein durch und durch kriminelles Wirtschaftssystem ab und ist Arbeitsplatzkiller Nummer Eins.

    • Ein subventiontiertes Wirtschaftsystem vom Steuerzahler 44 Milliarden Subventionen

  • Ein Trauerspiel, wenn solche Hochtechnologie vom China oder Indienschrott gefressen wird.
    Die Groko wirds schon richten mit Importen von Hightech und vorallem Fachpersonal aus besagten Ländern.
    Es sei noch zu erwähnen, das in Europa immer mehr chinesische und koreanische Fahrzeuge gekauft werden. Das „Warum“ ist somit selbsterklärend.

  • Was meinen die da oben wohl , wer denen dann ihr fettes Leben finanziert ??? Die Neubürger …. selten so gelacht

    • Das ist ein unerklärbares Phänomen bei Linken. Geld kommt aus dem Automaten, niemand muss es erarbeiten und wenn es knapp wird, druckt man einfach neues.
      Irgend so eine linke Blitzbirne hat doch tatsächlich behauptet : In seiner eigenen Währung kann man gar nicht pleite gehen.
      Das sagt doch schon alles.

  • Nun, wird mein Kommentar wieder zurückgestellt und mit ein bißchen Glück morgen oder übermorgen ganz unten zu finden sein!

    Und auch Das, wieder vollkommen unsinnig, weil Alles stimmt, was ich schreibe. Zuviel Wahrheit verträgt ein zum Kontrollstaat mutierender „unsere Demokratie“ – Staat nicht.

    Egal, next one:
    Ja, was soll ich sagen: Macht Ihr es dieses Mal wirklich besser? Perfider, sicher. Aber, besser nur in dem Sinne der linken und anderen Kapitalisten, die den Hals mal wieder nicht voll genug bekommen können.
    Sozial gerecht, sicher nicht! Das, was diese Regierung hier abliefert ist ja schon nicht mehr unteridisch, sondern direkt auf dem Weg in die Hölle des Raubtier-Kapitalismus, des Wegwerfens von humanem bestens ausgebildetem Kapital gleich einer Wegwerfgesellschaft, die diese Werte von diesen Leuten in schlimmster Manier aufgesogen hat, und der De-Humanisierung des Transhumanismus, dass einem nur noch schlecht werden kann! Es ist menschenverachtend!
    Ihr tretet die Seelen der Menschen mit Füßen!

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