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Brasilien

Nach Wahlniederlage: Bolsonaro muss Pässe abgeben – Angst vor Verhaftung wächst

Einen Tag nach seiner Wahlniederlage verhängt Brasiliens Oberster Gerichtshof ein Ausreiseverbot gegen Flávio Bolsonaro. Aus Angst vor einer Verhaftung verzichtet er auf eine vollständige Wahlanfechtung. Auch in seinem Umfeld wächst die Furcht vor der Justiz.

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Darf Brasilien nicht mehr verlassen: Flávio Bolsonaro (IMAGO/Fotoarena)

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Einen Tag nach der Stichwahl um das Amt des brasilianischen Präsidenten hat die Partei von Flávio Bolsonaro öffentlich dessen Niederlage eingeräumt – nun sieht sich dieser mit weitreichenden juristischen Maßnahmen konfrontiert: Der 45-jährige Senator und Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro darf Brasilien vorerst nicht mehr verlassen und muss seine Reisepässe abgeben. Die entsprechende Anordnung erließ ein Richter am Obersten Gerichtshof bereits am Sonntagabend, kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses.

Wie brasilianische Medien unter Berufung auf den Beschluss berichten, ordnete das Gericht die Annullierung sämtlicher brasilianischer Reisepässe Bolsonaros an, darunter auch seines Diplomatenpasses. Mögliche Reisepässe anderer Staaten muss der Politiker innerhalb von 24 Stunden abgeben. Zudem wurde ihm untersagt, Kontakt zu dem ebenfalls beschuldigten Rechtsanwalt Willer Tomaz aufzunehmen.

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Hintergrund sind laufende Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit Unternehmen und dem Geschäft mit Online-Sportwetten. Sowohl Bolsonaro als auch Tomaz bestreiten die Vorwürfe.

Bolsonaro wurde nach eigenen Angaben am Montag von der Bundespolizei über die Anordnung informiert, als er gerade von einem Besuch bei seinem unter Hausarrest stehenden Vater zurückkehrte. In einem anschließend veröffentlichten Video wies er den Verdacht zurück, Brasilien verlassen zu wollen. „Ich habe nie daran gedacht, das Land zu verlassen. Ich werde meine Reisepässe abgeben und mich gegen diese Absurdität wehren, die ein klarer Versuch ist, mich einzuschüchtern“, erklärte er.

Die zeitliche Nähe zur verlorenen Wahl wertet Bolsonaro als Hinweis auf eine politische Motivation. „Diese Entscheidung wurde am Sonntagabend getroffen, direkt nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses“, sagte er. Die Maßnahme sei aus seiner Sicht vom Wahlausgang beeinflusst worden. Daneben führte Bolsonaro die Anordnung auf Äußerungen seines in den USA lebenden Bruders Eduardo zurück. Dieser hatte vor der Stichwahl erklärt, eine Ausreise Flávios im Falle einer Niederlage zu befürworten.

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Unabhängig davon ermittelt die Bundespolizei in einem weiteren Verfahren wegen möglicher Korruption und Geldwäsche im Zusammenhang mit der Finanzierung des Films „Dark Horse“ über Jair Bolsonaro. Auch diese Vorwürfe bestreitet Flávio Bolsonaro.

Bei der Stichwahl am Sonntag hatte Bolsonaro gegen den linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva, genannt Lula, verloren. Nach Angaben des Obersten Wahlgerichts erhielt Lula 51,8 Prozent der Stimmen, Bolsonaro kam auf 48,2 Prozent. Damit kann der 81-jährige Amtsinhaber im Januar seine vierte Amtszeit antreten.

Unmittelbar nach der Wahl hatte Bolsonaro zunächst angekündigt, das gesamte Wahlergebnis annullieren lassen zu wollen. Seine Liberale Partei (PL) stellte sich jedoch gegen diese Forderung und erkannte den Wahlsieg Lulas unter Vorbehalt an. „Wir erkennen das vom Obersten Wahlgericht (TSE) verkündete Ergebnis der Präsidentenwahl an, sind jedoch der Ansicht, dass die aufgeworfenen Fragen angemessen geklärt werden müssen“, erklärte Parteichef Valdemar Costa Neto.

Bolsonaro selbst änderte daraufhin seine Strategie. Statt die gesamte Abstimmung anzufechten, will er nun juristisch gegen die Wahlkampfführung Lulas vorgehen. Er wirft dem Amtsinhaber vor, staatliche Mittel und politische Macht für seinen Wahlkampf missbraucht zu haben. Hintergrund ist unter anderem die vorgezogene Auszahlung von Sozialleistungen kurz vor der Wahl.

Hinter Bolsonaros Strategiewechsel steht offenbar auch die Angst vor einer möglichen Inhaftierung. Wie die Washington Post unter Berufung auf einen anonymen Berater der Familie Bolsonaro berichtet, fürchtet der unterlegene Präsidentschaftskandidat erhebliche strafrechtliche Konsequenzen. „Flávio hat aufgegeben“, erklärte der Vertraute. Bolsonaro sei verängstigt und habe Sorge, dass sein Vater im Gefängnis sterben und er selbst noch in dieser Woche inhaftiert werden könnte. Zudem fürchte er, mit einer langjährigen Haftstrafe belegt zu werden.

Auch innerhalb seines politischen Umfelds fand die Forderung nach einer vollständigen Annullierung der Wahl kaum Unterstützung. Ein weiterer enger Vertrauter erklärte der Zeitung, Bolsonaro habe sich nach Beratungen mit seinen Verbündeten von dem Vorhaben verabschiedet, weil die meisten staatlichen Institutionen das Wahlergebnis bereits anerkannt hätten und die Erfolgsaussichten einer Anfechtung äußerst gering seien.

Bolsonaro kündigte an, beim Wahlgericht beantragen zu wollen, Lula und dessen Vizepräsidenten Geraldo Alckmin von einer erneuten Amtsübernahme auszuschließen. Zugleich will er die parlamentarische Opposition gegen Lula mobilisieren. Bei den Parlamentswahlen hatte das rechte Lager deutlich hinzugewonnen und stellt künftig die stärkste Kraft in der Abgeordnetenkammer.

mmx

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43 Kommentare

  • Aber Hauptsache, von der Leyen hat den „Demokraten“ gratuliert…

    • Die bräuchte selber Handschellen und ihre Clique gleich mit.

      • Wer, Weidel?

        • Klaust schon wieder Nicks.
          Wie erbärmlich willst du linker Idiot noch werden!?

          1
    • vdl und die EU arbeiten ja schon laenger mit lula zusammen, da man die gleichen *europaeischen werte* vertritt.

      ausserdem will sie natuerlich auch mercosur, auf dass sie so stolz ist, nicht in gefahr bringen.

  • Komische Demokratie, wenn der Herausforderer, welcher verloren hat, den Pass verliert und demnächst aus dem Verkehr gezogen wird. Simbabwe in Südamerika?
    Die USA sollten ihn und seinen Vater in einer Aktion da rausholen.

  • Schade, sehr schade.
    Ich möchte in den nächsten Monaten, Jahren, nach Brasilien auswandern. Allerdings möchte ich nicht vom absoluten Sozialismus in den absoluten Sozialismus auswandern.

    • Argentinien!

    • dann warte lieber ab, welche situation nach dem ableben des uralt-lula folgt.

      was aus brasilien zu coronazeiten, aber auch danach zu hoeren war, war fast noch aerger als in der EU.

      solange lula und alexandre de moraes zusammenarbeiten, herrschen dort ebenso willkuer und angst wie in der EU.

    • Ich werde auch auswandern, nach Russland!

  • So agierten auch die Nazis.
    Und es waren auch damals Linke.

    • Brav das Weidel-Narrativ nachgeplappert…

      • Welchen Teil hast du nicht verstanden Trollchen?

        • Nicht den Troll füttern! Einfach links liegen lassen. Nicht mal downvoten.

          1
        • Ich bin keine Troll. Warum beleidigst du hier?

          0
    • Die Bolsonaros haben gesagt, dass die Nazis zu lasch gegenüber ihren inneren Feinden waren.

      -17
      • @Gallowz
        Quelle?

      • Danke. Mit der Bitte um Quellenangabe.

  • Eine Geschichte aus dem Playbook der Demokratie-Retter auch in Deutschland.

  • Machtergreifung und Gleichschaltung von Lula

  • Linker Lula tut eben linke Dinge.
    Da wo VdL gratuliert, ist Islamismus und Linktextremismus nicht mehr weit.

    • Vorallem Korruption. Ihre sieben Wänster hatte sie ja lukrativ untergebracht. Pfizer, McKinsey, …

  • Erstaunlich, wie zügig sich die Justiz gedreht hat. Wäre hierzulande sicherlich nicht zu erwarten. Oder?
    #weremember

  • Es ist immer das selbe, wo Linke regieren verarmt zuerst die Bevölkerung, dann verfällt die Infrastruktur und die Kriminalität steigt. Und damit keiner sich über das offensichtliche beschweren kann, wird die Opposition verboten und verhaftet.

  • „Er wirft dem Amtsinhaber vor, staatliche Mittel und politische Macht für seinen Wahlkampf missbraucht zu haben. Hintergrund ist unter anderem die vorgezogene Auszahlung von Sozialleistungen kurz vor der Wahl“

    Hui, wenn das ein Grund ist eine Wahl anzufechten… dann sollte man besser keinen Blick in die USA werfen… dort verkauft der Präsident ein ganzes Land um kurzfristig zu versuchen die Brennstoffpreise in den USA zu senken… und das vom Wahlversprechen 5000 USD für jeden US Bürger, wenn die Reps die Wahlen gewinnen sollten.

    • Warum gehst du nicht in den Gaza?
      Dort herrscht deine Denokratie.

      • Meine Demokratie gibt es nur in Russland. Deshalb AfD wählen.

        • Klau nicht immer Nicks du linker Idiot!

          2
  • Hat in Brasilien Tradition, dass der Verlierer in den Knast geht. Lula kennt den Laden schon von innen. Wären alle korrupten Brasilianer gleichzeitig im Knast, wäre das Land halb leer.

  • Ohne Rechtsgrundlage in einem beispielosen Akt der Politanmaßung lässt Lula einfach mal 2 Stunden nach Wahlschluss, von seinem persönlichen Richterfreund die Wahllokale offen. Im Anschluss gibt es vom gleichen Gericht die ersten Repressionen gegen die Opposition. Unsere linken Politiker jubeln über ihre Demokratie. Volk wach auf!

  • diese vorbildliche demokratische handhabung könnte doch ein muster auch für D werden.
    in berlin etwa könnten die genossen der SED zunächst mal die pässe aller AFD-kandidaten einziehen. dabei muss es natürlich nicht bleiben, die SED hat in ihrer geschichte gezeigt das ihr auch deutlich weitergehende massnahmen einfallen.

  • Wen haben die da gewählt?
    Pol-Pot, Stalin oder Mao ?

    • die hatten sowieso nur die wahl zwischen 2 haufen.

      lula = soros
      bolsonaru = netanjahu

      wer gewinnt also in jedem fall ? 😁

  • Ursula aus der EU, gratuliert dem Linken Arsch auch noch!

    • gleich und gleich gesellt sich eben gern.

      klimakrise und agenda 2030 sind *werte*, die man gemeinsam teilt.

  • Der hat soviel Pässe und Namen wie bei uns die Raketenwissenschaftler. Für jedes Bundesland 3-4. Der einzigste Unterschied?? Er mußte seine abgeben…

    -12
    • Wer Lula?

  • Schön zu sehen, dass diese dämlichen MAGA Klone überall verlieren.

    -14
    • Letztes Aufbäumen mit Nazimethoden der Linken.
      Danach wünsch ich dir eine gute Reise in den Gaza.

      • Hast du wieder einen neuen Namen? Kommentare bleiben immer gleich dumm.

        • Wieso dumm? Nur weil ich Putin mag???

          -1
    • Sozialismus heisst Freiheit.
      Verhöhnung des Menschenverstandes.
      Siehe Buchtitel #FREIHEIT# der FDJ Kartenabreisserin
      Orwells reality show.

    • @GalleATLAS
      Der Kahane Jünger mit Cerebral Insuffizienz.

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