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Dauerkrise

Massiver Gewinneinbruch bei Mercedes-Benz – Sparkurs wird verschärft

Mercedes-Benz musste im vergangenen Jahr erneut einen massiven Gewinneinbruch hinnehmen. Auch die Margen gerieten deutlich unter Druck. Vor allem rückläufige Absatzzahlen sowie die zunehmende Konkurrenz aus China setzten den Stuttgarter Autobauer unter Zugzwang. Um der anhaltenden Konzernkrise entgegenzuwirken, plant Mercedes nun umfassende Einschnitte beim Personal.

Der Stuttgarter Autobauer verzeichnete 2025 einen massiven Gewinneinbruch (IMAGO/Sven Simon)

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Mercedes-Benz befindet sich in einer anhaltenden Dauerkrise. Im vergangenen Jahr enttäuschte der Autobauer aus Stuttgart erneut mit schwachen Geschäftszahlen. Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahr um 57 Prozent ein. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) belief sich lediglich auf 5,82 Milliarden Euro. Einen noch niedrigeren Überschuss hatte Mercedes zuletzt im Jahr 2019 ausgewiesen.

Bereits 2024 war für den Premiumhersteller mit dem Stern ein äußerst schwieriges Jahr. Damals sank der Gewinn um 28 Prozent auf 13,59 Milliarden Euro – in den Jahren zuvor hatte er noch überwiegend bei rund 20 Milliarden Euro gelegen. Parallel dazu verringerte sich 2025 auch der Umsatz des Unternehmens um neun Prozent auf nur noch 132,2 Milliarden Euro (mehr dazu, erfahren Sie hier).

Margen und Aktie unter Druck

Auch die Profitabilität geriet infolgedessen sichtlich unter Druck. In der Pkw-Sparte erzielte Mercedes – bereinigt um Sondereffekte – lediglich eine Marge von fünf Prozent. Damit bewegte sich der Wert zwar innerhalb der zuvor kommunizierten Spanne von vier bis sechs Prozent. Mit Blick auf die vergangenen Jahre stellt dies jedoch eine echte Enttäuschung dar: 2024 hatte die Marge noch bei 8,1 Prozent gelegen, 2023 sogar bei 12,6 Prozent.

Am Kapitalmarkt lösten die schwachen Geschäftszahlen des vergangenen Jahres spürbare Reaktionen aus. Die Mercedes-Aktie gehörte am Donnerstag mit einem zwischenzeitlichen Minus von bis zu fünf Prozent zu den größten Verlierern im DAX.

Die erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen sich der Autobauer derzeit konfrontiert sieht, sind nicht zuletzt auf die stagnierenden Absatzzahlen zurückzuführen. Der Premiumhersteller verkaufte 2025 erneut weniger Elektrofahrzeuge (Pkw und Vans) als im Vorjahr. Insgesamt wurden 197.300 batterieelektrische Fahrzeuge abgesetzt – ein Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits 2024 war der Absatz von Stromern im Vergleich zu 2023 um 22 Prozent eingebrochen.

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Ein zentraler Grund für die rückläufigen Verkaufszahlen bei Mercedes-Benz ist die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit. Unvorteilhafte Standortbedingungen in Deutschland – darunter hohe Energie- und Arbeitskosten, ausgeprägte Bürokratie sowie hohe Steuer- und Abgabenlasten – treiben die Betriebskosten deutlich in die Höhe. Infolgedessen kann der Konzern seine Elektrofahrzeuge auf dem Weltmarkt nicht zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten. Dieses Problem betrifft im Übrigen nicht nur Mercedes, sondern nahezu alle deutschen Hersteller.

Internationale Produzenten hingegen, in erster Linie aus China, profitieren von deutlich günstigeren Standortbedingungen. Darüber hinaus erhalten sie staatliche Unterstützung, unter anderem in Form von Subventionen sowie privilegiertem Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen. Dies ermöglicht es ihnen, Elektrofahrzeuge zu vergleichsweise niedrigen Preisen – teilweise sogar zu Dumpingkonditionen – anzubieten. Während Hersteller aus Fernost wie BYD, Nio, SAIC oder Zeekr auf diese Weise kontinuierlich Marktanteile gewinnen und ihre Absatzzahlen steigern, zeigt sich bei Mercedes-Benz, Volkswagen, BMW & Co. eine gegenläufige Entwicklung.

Rückzug von der „Electric only“-Strategie

Dass sich Elektroautos derzeit nicht wie erhofft verkaufen, wiegt schwer, denn Mercedes-Benz hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf den Stromer-Absatz versteift. Bereits 2021 kündigte der Autobauer seine „Electric only“-Strategie an. Diese sah vor, bis zum Ende des Jahrzehnts (2030) ausschließlich vollelektrische Pkw zu produzieren. Schon ab 2025 sollten sämtliche neuen Fahrzeugarchitekturen rein elektrisch ausgelegt sein.

Im Jahr 2024 erkannte Konzernchef Ola Källenius jedoch die Probleme, die mit der Strategie einhergingen, und ruderte entsprechend zurück. Dennoch setzt Mercedes weiterhin im großen Stil auf den Absatz von Elektrofahrzeugen. Statt einer vollständigen Elektrifizierung strebt der Konzern nun einen Anteil von 40 Prozent Elektro- und Hybridfahrzeugen bis 2030 an. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sollen bis in die 2030er-Jahre hinein verkauft werden. Ob dieses Ziel realistisch ist, erscheint fraglich – aktuell liegt der Anteil elektrifizierter Modelle bei lediglich 19 Prozent.

Erwähnenswert ist dennoch, dass Mercedes-Benz seine Elektrifizierungsstrategie unter erheblichem politischen Druck vorangetrieben hat. Die EU-Klimaziele schreiben sogenannte Flottengrenzwerte vor, die heimische Hersteller dazu verpflichten, den Anteil an Elektrofahrzeugen am Gesamtabsatz kontinuierlich zu erhöhen, während Modelle mit Verbrennungsmotor schrittweise aus dem Portfolio gedrängt werden.

Auch die von Källenius verfolgte Luxusstrategie – der konsequente Fokus auf hochpreisige Oberklassemodelle – erwies sich angesichts der realen Marktbedingungen als nicht tragfähig und drückte auf Gewinn und Margen. Vor dem Hintergrund einer schwachen Weltkonjunktur stellte sich diese Ausrichtung als riskante Fehlentscheidung heraus. Insbesondere auf dem wichtigen chinesischen Markt, der seit mehreren Jahren unter Deflation und einer schwachen Binnennachfrage leidet, konnte Mercedes im vergangenen Jahr nur wenige Luxus-Fahrzeuge absetzen.

Sparprogramm belastet Ergebnis

Hinzu kommen belastende Wechselkurseffekte sowie das Effizienzprogramm „Next Level Performance“, das Mercedes-Benz angesichts der schwachen Geschäftszahlen umsetzt. Bestandteil des Sparprogramms ist unter anderem ein Freiwilligenprogramm, mit dem die Zahl der in Deutschland Beschäftigten außerhalb der Produktion reduziert werden soll. Bevor sich hier positive finanzielle Effekte abzeichnen, entstehen jedoch zunächst erhebliche Kosten, die den Gewinn stark belasten. Allein im vergangenen Jahr minderten diese Maßnahmen das EBIT um rund 1,6 Milliarden Euro.

Um der anhaltenden Konzernkrise entgegenzuwirken, will Mercedes-Benz den Sparkurs nun weiter verschärfen. Auch die Beschäftigten müssen sich auf zusätzliche Einschnitte einstellen – insbesondere bei der Erfolgsbeteiligung. Nachdem im Oktober noch darüber spekuliert worden war, ob der Bonus für 2025 vollständig gestrichen wird, herrscht nun Klarheit.

Bereits für das Jahr 2024 war die Prämie spürbar auf 5.220 Euro reduziert worden. Nun folgt die nächste Absenkung: Für 2025 soll die Gewinnbeteiligung nur noch bis zu 3.139 Euro je Mitarbeiter betragen. Die endgültige Höhe steht jedoch weiterhin unter dem Vorbehalt der formellen Feststellung des Jahresabschlusses im März. Im Geschäftsjahr 2023 hatte die Sonderzahlung noch bei bis zu 7.300 Euro gelegen.

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20 Kommentare

  • Ich fahr Benz und gern aber nur die ältere Modelle….😄🤣😊

    • Mal schauen ob Ola auch aus Benz einen Jaguar machen kann ?

  • Standortbedingungen?
    Hat Mercedes nicht vor ein paar Jahren Hurra geschrien zur grünen Wende?

    • …und die AfD hatten die Oberen von dieser Firma auch verteufelt. Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen. Die Arbeiter tun mir natürlich leid.

  • Mal sehen ob die bei Mercedes dann auch Milliarden finden wie bei VW wenn es um die Boni der Manager geht. 😀

  • Ich hab mir mal die Aktionärsstruktur angeschaut.
    Die beiden größten Einzelaktionäre mit jeweils ca. 10% kommen aus der chinesischen Fahrzeugindustrie..

  • Früher war Mercedes ein Auto – besser als viele Mitbewerber.
    Heute ist es nicht mehr besser, es ist nur noch teurer, komplizierter und teilweise länger in der Werkstatt als auf der Straße.
    Und dann das Aussehen dieser Autos – wo ist die Eleganz geblieben?

  • Na Hauptsache Ola Källenius hat die AFD als schuldigen schon im Voraus erkannt und benannt ! Eine Partei die in Deutschland noch nicht ein Gesetz oder eine Verordnung zu verantworten hat !
    Kann ja auch nicht sein das Ola vielleicht als Managerversagt oder die Rahmenbedingungen einer Sozialistischen Planwirtschaft und Katastrophalen Energiewende der Altparteien irgendetwas damit zu tun hätten .

  • Go woke, go broke. Woke ist teuer.

  • Warum arbeiten sie nicht einfach mehr, wie es ihr Chef von den deutschen Arbeitnehmern fordert?

  • Ernte, wie gesät.
    Aber leider doch noch zu langsam.

  • Ich habe Herrn Källenius kürzlich so verstanden, dass es die AfD sei, die den Niedergang der Wirtschaft und damit auch des von ihm geführten Unternehmens zu verantworten habe. Was stimmt denn nun, war es Herr Källenius oder Frau Weidel. Fragen über Fragen.

  • Das AfD- Bashing des Mercedes- Chefs führte wohl endgültig in die falsche Richtung. Mal andersrum versuchen. Vielleicht wird es noch was.

  • An diesem wirtschaftlichen Misserfolg ist selbstverständlich die AfD schuld, richtig, Herr Källenius??

  • Interssant dürfte in diesem Zusammenhang auch eine eventuelle saftige Rückzahlung an zuvor vereinnahmter Gewerbesteuervorauszahlung durch den vergrünten Moloch Stuttgart sein.

  • JP Morgan und Blackrock haben bzw. hatten auf chinesische und nicht auf deutsche Autos gesetzt. Und auf Krieg. Deswegen werden VW, Porsche & Co. jetzt Panzer und nicht mehr Autos in Deutschland bauen…

  • Warum ist der linke Ola noch im Amt?
    Ein Kriecher, der betriebswirtschaftlich eine Doppelnull ist!!!
    Und Mercedes fahre ich nur noch als Oldtimer ( E200 T Modell 1994), heutige Modelle sind fahrende Handys, völlig überteuert und hässlich wie ein Grottenolm..

    • …und ich den C240 (W202) Baujahr ’98.
      Den letzten richtigen Benz, den Mercedes gebaut hat!

  • und das wohlverdient: Benz = überteuerter Schrott der einem wegrostet wie ein VW in den 80er Jahren.

  • Go woke, go broke !

    Wie es ausschaut bricht alles ein, nur NICHT die obszönen Manager-Boni. Wie es wohl kommt ?

    Nun ja, die Raute, Grinse-Olaf und der Topfpflanzenbewacherkönig mit Führeranspruch haben natürlich auch noch ein bisschen mitgeholfen.

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