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Eskalation im Kaukasus

Aserbaidschan beschießt Stellungen in Bergkarabach

Das aserbaidschanische Militär hat Stellungen in der umstrittenen Region Bergkarabach beschossen. Es handle sich um eine „Anti-Terror-Operation", heißt es dazu aus Baku.

Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt um die Region Bergkarabach in Kaukasus ist heute eskaliert, nachdem aserbaidschanische Truppen das Feuer auf armenische Stellungen in der Region eröffnet haben. Laut dem Verteidigungsministerium in Baku „wurden lokale Anti-Terror-Aktivitäten eingeleitet“. Man wolle armenische Streitkräfte in der Region entwaffnen und zum Rückzug zwingen sowie „ihre militärische Infrastruktur zu neutralisieren“, die „Sicherheit unseres militärischen Personals gewährleisten und schließlich die verfassungsmäßige Ordnung der Republik Aserbaidschan wiederherzustellen.“ Grund für den Angriff sollen Attacken auf aserbaidschanische Polizisten sein. „Im Rahmen der Maßnahmen werden Stellungen an der Frontlinie“ sowie andere Ziele „der Verbände der armenischen Streitkräfte sowie Kampfmittel und militärische Einrichtungen mit Hilfe von Präzisionswaffen außer Gefecht gesetzt.“, heißt es in der Erklärung weiter. „Wir bekräftigen, dass die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktureinrichtungen nicht ins Visier genommen werden. Es werden nur legitime militärische Ziele außer Gefecht gesetzt.“

Laut dem armenischen Verteidigungsministerium sind die Truppen, die in der Region beschossen werden, keine Verbände unter dem Kommando der nationalen Streitkräfte. Meldungen aus Aserbaidschan, nach denen man aktuell armenische Truppen beschieße, seien Falschinformationen, teilte das Ministerium über die sozialen Medien mit.

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Die Region, die auch als Artsakh oder Nagorno-Karabach bekannt ist, ist seit Jahrzehnten ein Streitobjekt zwischen Armenien und Aserbaidschan. Das Gebiet ist von Armeniern bevölkert, gehört völkerrechtlich allerdings zu Aserbaidschan. Nach dem Ende der UdSSR führten die beiden Sowjetrepubliken einen Krieg um das Gebiet, der zuletzt 2020 wieder aufflammte. (Eine umfassende Einordnung der Geschehnisse in Bergkarabach vor dem Angriff finden Sie hier.)

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Die armenische Selbstverwaltung der Region macht der internationalen Gemeinschaft schwere Vorwürfe. „Das Versagen internationaler Akteure, die Blockade von Artsakh (Bergkarabach, Anm. d. Red.) zu beenden und den dortigen Genozid zu verhindern, hat man in Aserbaidschan als Grünes Licht für eine Militäroffensive gegen die Hundertzwanzigtausend Menschen in Artsakh gesehen“ erklärte die Separatistenregierung von Bergkarabach.

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