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Verlagerung nach Asien

„Kosteneffiziente Standorte“  – BASF kehrt Deutschland den Rücken

BASF verfolgt derzeit einen strikten Sparkurs, der umfangreiche Stellenstreichungen und Produktionsverlagerungen vorsieht. Ziel ist es, Kapazitäten an „kosteneffiziente Standorte“ zu verlagern. Erst Ende Februar wurde bekannt, dass Arbeitsplätze vom Berliner Standort nach Indien und Malaysia verlegt werden sollen. Auch in China baut BASF seine Präsenz weiter aus. Noch in diesem Monat soll dort ein neuer Verbundstandort mit rund 2.000 Mitarbeitern den Betrieb aufnehmen. 

BASF Standort in Friedrichshain, Berlin (IMAGO/Jan Huebner)

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BASF plant Arbeitsplätze vom Berliner Standort ins Ausland zu verlagern. Finanz- und Personalservices sollen künftig in einem neuen globalen Hub in Indien gebündelt werden. Tätigkeiten mit Bezug zu Lieferketten sollen dagegen am Standort Kuala Lumpur in Malaysia zusammengeführt werden. Ausgenommen bleiben Aufgaben, „die in unmittelbarer Nähe zu den Standorten erbracht werden müssen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Angaben dazu, wie viele Stellen in Berlin abgebaut werden sollen, macht der Konzern nicht.

Am Hauptstadt-Standort sind derzeit insgesamt rund 2.800 Menschen beschäftigt. Die geplanten Kürzungen sorgten bei den Beschäftigten für Überraschung, denn die BASF hatte im Jahr 2005 eine Art Standortzusage gegeben. Damals sei der Gewerkschaft IGBCE zufolge, durch einen speziellen Tarifvertrag ermöglicht worden, „dass die BASF ihre konzerninternen Dienstleistungen wie Finanzen, Personal oder IT-Aufgaben in Berlin konzentrierte“, statt sie wie ursprünglich geplant in die Slowakei auszulagern.

Um den Berliner Standort zu schützen, hatten die Mitarbeiter damals sogar geringere Löhne akzeptiert. Umso verständlicher ist der Unmut der Beschäftigten, der sich zuletzt in Form von Protestkundgebungen äußerte. In der vergangenen Woche nahmen rund 300 BASF-Mitarbeiter an einer Protestaktion vor dem BASF-Servicezentrum Prenzlauer Berg teil. 

Die Beschäftigten wollen die Unternehmensführung dazu bewegen, über mögliche Alternativen zu verhandeln. Der Berliner Standort sei eine Erfolgsgeschichte, erklärte Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin des IGBCE-Landesbezirks Nordost, in einer Mitteilung. „Gemeinsam wurde sich vor über 20 Jahren zum Standort bekannt, gemeinsam haben wir den Standort aufgebaut, die Beschäftigten Verzicht geübt, gemeinsam werden wir den Standort verteidigen.“ Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin war vor Ort und hielt eine Rede.

Der Konzern hält jedoch an seiner Strategie fest und betont, dass die Maßnahmen Teil eines umfassenden Transformationsprozesses seien. Ziel sei es, die Automatisierung weiter auszubauen und verstärkt auf „kosteneffiziente Standorte“ zu setzen. Deutschland gilt nicht als kosteneffizient, so viel steht fest. Hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie sowie eine rigide Steuer- und Abgabenlast – im Fokus steht dabei vor allem die CO₂-Bepreisung – machen dem Chemieriesen, aber auch der übrigen heimischen Unternehmenslandschaft das Wirtschaften schwer.

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Unter anderem bedingt durch diese ungünstigen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland verzeichnete BASF im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang um drei Prozent auf etwa 59,7 Milliarden Euro. Beim EBITDA vor Sondereinflüssen, musste BASF sogar einen Rückgang von fast zehn Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro hinnehmen.

Vor diesem Hintergrund hat BASF zuletzt nicht nur in Berlin zu Kürzungen gegriffen. Im Konzern wurden in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 4.800 Stellen abgebaut. Etwa die Hälfte davon entfiel auf Deutschland. Die Zahl der Führungskräfte ging zudem um 11 Prozent zurück, erklärte Finanzvorstand Dirk Elvermann gegenüber dem SWR.

Während zunehmend Kapazitäten aus Deutschland abgezogen werden, baut der Konzern seine Aktivitäten verstärkt in Ländern in Fernost aus – neben Indien und Malaysia, steht primär China im Fokus. Noch für das erste Quartal dieses Jahres plant BASF die Eröffnung seines großen Verbundstandorts in Zhanjiang, China, der rund 2.000 Arbeitsplätze schaffen soll.

Es handelt sich dabei um das größte Einzelprojekt des Konzerns mit Investitionen in Höhe von etwa 8,7 Milliarden Euro. Der Standort – nach Ludwigshafen und Antwerpen der drittgrößte von BASF – soll die wachsende Nachfrage in China bedienen und künftig rund 80 Prozent des Branchenwachstums in der Region Asien-Pazifik abdecken. Schon heute entfällt auf das Reich der Mitte rund die Hälfte des globalen Chemie­marktes. Mit Blick auf diese Entwicklung ist BASF im vor Ort bislang noch vergleichsweise schwach vertreten: 2024 erzielte der Konzern in China rund 13 Prozent des Gesamtumsatzes der BASF-Gruppe.

Neben der Bedeutung des chinesischen Marktes sprechen vor Ort vor allem die deutlich niedrigeren Betriebskosten für Investitionen. Anders als in Deutschland sind Energiepreise vergleichsweise günstig, Steuer- und Abgabensätze sowie bürokratische Hürden geringer: Während Unternehmen in der Bundesrepublik unter strengen Auflagen leiden, sind die regulatorischen Anforderungen in China weniger umfangreich. Genehmigungszeiten und Kosten verkürzen sich dadurch erheblich.

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25 Kommentare

  • Ist bestimmt die AfD dran schuld.

    • Die Unternehmerverbände warnen gerade einen Tag vor den Wahlen in Beben-Wütendberg vor der AfD, denn die würde die Wirtschaft ruinieren.

      • Diese Äußerungen der Verbände erklären dem Aufmerksamen Beobachter aber auch kurzerhand alles was in diesem Land schief läuft und warum Unternehmer eben nicht Automatisch auch Clevere Politiker oder Volkswirte sein müssen !
        Erinnert an die Geschichte von dem Bauern dem Gott die Macht verliehen hat das Wetter zu machen . Weil er ewig am Jammern über das schlechte Wetter war .
        kleiner Spoiler .Die Geschichte hatte kein gutes Ende .

  • Vollkommen richtig, was BASF und Co, machen: Die Segel streichen und Weitersegeln.

    Wer will in diesem von Geisteskranken reGIERten Land noch unternehmerisch tätig sein ? Unternehmer sind keine Selbstmörder.

    • Kapital ist wie ein scheues Reh !
      Das ist aber auch nun wirklich keine neue Erkenntnis von Ursachen und Wirkungen politischer Endscheidungen auf Wirtschaftsunternehmen !

      Neue scheint nur der doch sehr Unterdurchschnittliche IQ Bildungstand Moralisch Etischer Unterbau und das Verantwortungsbewusstsein der führenden Protagonisten in den Altparteien zu sein .

  • Die Aktie ist schon auf meiner Watchlist.

  • Die ganzen SPD-Vorfeldorganisationen „IG“ ernten nun, was sie gesät haben. Der Bogen ist überspannt.

    Das passiert, wenn Gewerkschafter nach Popularität statt wirtschaftlicher Kompetenz ausgewählt werden.

  • „Um den Berliner Standort zu schützen…“
    Erst alles dafür tun damit es soweit kommt um es dann schützen zu müssen? Und das betrifft ja nicht nur die Wirtschaft! Das Land steckt voller „Eperten“, „Wirtschaftsweisen“, „Berater“, „Beauftragter“……., es gibt unzählige Arbeitskreise, Kommissionen, Verbände……., es wird geprüft, getagt, vertagt….. bis es irgendwann, demnächst? nichts mehr gibt was man weder schützen muß noch lohnt sich darüber im Stuhlkreis „auszutauschen“! Zum Glück aber gibts ja das Ausland, wofür es sich lohnt einzusetzen, gell Herr Merz?

  • Hoffentlich sind hier bald alle arbeitslos. Gewählt, geliefert.

    • Ab ins woken Tinihaustreiben mit Lastenfahrrad und Windrad.

  • Jetzt macht BASF eine (große) Transformation und dann ist es auch nicht recht…

  • Wie gewählt, so gekriegt

  • Ist das mit dem VDMA abgesprochen? Die sagen doch, es sei die – noch nirgends regierende – AfD, die uns ruiniert. Harte Realität, die aber die BW-Wahl nicht ändern wird. BASF macht alles richtig – es geht nicht mehr anders.

  • Die Macht des Faktischen.
    Was tue ich (BASF) wenn von meinen
    weltweit 239 Betrieben nur der Betrieb in Ludwigshafen Verlust macht?
    Genau – schliessen.

  • Trifft Globalismus auf Krieg, bricht das System. Dann sind Produzent und Konsument plötzlich Feind zueinander oder vom Feind getrennt.

  • BASF macht alles richtig,in ein Nicht EU Land auslagern.Den Rest bekommen sie auch noch hin.
    Ich hoffe die Automobilkonzerne machen das nach.BMW und Mercedes dürfen laut Deutscher Umwelthilfe ab 2030 keine Verbrenner mehr verkaufen.
    Ich fordere daher das BMW und Mercedes die restliche Zeit nutzt um Deutschland in ein Nicht EU Land neue Zelte aufzschlagen.

  • Rien ne va plus! Der einzige Sektor der noch gut läuft und Arbeitsplätze schafft, ist die Rüstungsindustrie. Um da noch ordentlich Kohle zu machen, müsste D exportieren wie ein Weltmeister. Exportbeschränkungen müssten fallen, keine Exportbarrieren mehr. Die linksgrünen würden Purzelbaum schlagen und auf die Barrikaden gehen. Vorschlag: Mit Retro- Modellen aus dem II. WK könnte man die kleineren Länder bedienen. Es dürften doch noch Baupläne vorhanden sein für Tiger, Panther, Me 109 u.a.

    • Das ist der WEF-Plan. Rüstung, Rüstung über alles und dann mit Hurra gegen den Russen, Barbarossa 2.0. Dank an alle WEF-Marionettenwähler!

  • Läuft wie geplant. Alles wird dem Erdboden gleichgemacht.

  • Mit 50 Euro im Monat zur sechsstelligen Rente?
    Merz fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, Geld auf die hohe Kante zu legen – und will keine Ausreden gelten lassen.
    Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hat vor allem junge Menschen im Land mit Blick auf die private Altersvorsorge zum frühzeitigen Ansparen aufgerufen.
    „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen früh genug beginnen, für ihr Alter auch zu sparen“, sagte Merz beim Wahlkampfabschluss der BW CDU in Ravensburg. „Und dann sag bitte niemand: Das könnten wir ja nicht. Natürlich können wir das.“
    …Und wenn Sie mit 50 Euro im Monat anfangen, dann haben Sie eine sechsstellige Altersversorgung, wenn Sie dann mit 65, 68 in den Ruhestand gehen.
    Das sei die entscheidende Botschaft, die man mit der SPD verabredet habe!
    Horst Lüning (UnterBlog)
    Game Over – Deutschland hat keine Zukunft
    https://www.youtube.com/watch?v=4kJTgVpcyzQ 41 Min.

    • Mit der 6-stelligen Rente ist wohl folgendes gemeint: Wann man 40 Jahre lang monatlich 50 € am Kapitalmarkt anlegen würde, dann hätte man bei einer angenommenen Rendite von 7% am Ende ca. 115.000 € Endkapital.

      Wie lange man allerdings von 115.000 € in 40 Jahren leben kann und welche Kaufkraft die dann noch haben, steht auf einem ganz anderen Blatt.

      Es ist einfach nur das arrogante Gewäsch von Multimillionären wie dem Blackrock-Angestellten aus dem Sauerland.

  • Bin mal gespannt ob das bester Deutschland aller Zeiten 2035 überhaupt noch in der Lage sein wird 85 Millionen Menschen zu ernähren oder auch nur Rudimentäre Aufgaben eines Staates ohne das Geld aus der Wirtschaft aufrecht erhalten zu kann .

    Der Massive Abbau von Grundlegenden Leistungen des Staates ist ja bereits im vollen Gange . Rente Sozialleistungen Kranken und Pflegeversicherungen sind bereits im freien Fall !
    Nur Michel scheint es wieder einmal nicht zu bemerken dass die Reise der Sozialisten wie immer in der Geschichte im Untergang endet .

  • Endlich ist es Geschafft. Blindwütige Linksextremisten vertreiben die pöhsen Bonzen, denen unsere weitsichtige Regierung schon lange den Kampf angesagt hat. Die produzieren sowieso nur giftiges Zeugs, das die Bauern, die wir natürlich auch dringend loswerden wollen, auf unser schönen Gänseblümchen-Wiesen schütten.

    Nichts bereitet den Boden für den Sozialismus so gut wie Armut. Deswegen sind es gute Nachrichten für unsere Regierung. Wir brauchen mehr davon.

    • Nichts bereitet den Boden für die Armut so gut wie Sozialismus.

  • Besten Dank ihr „TOP“-Altparteien-Po…….

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