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Demokratie „fraglich“

„Keinen Unterschied mehr zur NSDAP“ – Charlotte Knobloch fordert „radikale Mittel“ im Kampf gegen die AfD

Charlotte Knobloch zieht Parallelen zwischen AfD und NSDAP vor deren Machtübernahme. Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden fordert „radikale Mittel“ gegen die Partei. Deutschland sei ins Wanken geraten, warnt die Holocaust-Überlebende

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Charlotte Knobloch ist Präsidentin der israelitischen Kultutsgemeinde München und eine der relevantesten jüdischen Stimmen in Deutschland. (IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

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Charlotte Knobloch hat vor einem weiteren Erstarken der AfD gewarnt und ein entschlosseneres Vorgehen gegen die Partei gefordert. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sieht Ähnlichkeiten zwischen dem Auftreten der AfD und der NSDAP vor deren Machtübernahme. „Ich sehe in vielen Bereichen keinen Unterschied mehr zur NSDAP, bevor diese an die Macht gekommen ist“, sagte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden dem Stern.

Eine Gleichsetzung beider Parteien lehnte Knobloch zwar ab. Zugleich erklärte sie: „Man kann es nicht gleichsetzen, aber vergleichen sollte man.“ Nach Ansicht der 93-Jährigen erprobe die AfD fortlaufend, wie weit ihre Vertreter mit radikalen Positionen gehen könnten. Auch die NSDAP habe zunächst klein angefangen und die Grenzen des politisch Durchsetzbaren ausgetestet.

Bei der AfD sei nun zu beobachten, dass sie mit wachsender Radikalität zugleich an Zustimmung gewinne. Knobloch bezeichnete die Partei als gefährlicher als frühere rechte Parteien wie die NPD, die Republikaner oder die DVU. Diese seien nach einer gewissen Zeit wieder aus der politischen Bedeutungslosigkeit verschwunden. Von der AfD gehe dagegen eine weiterreichende Bedrohung aus. Deutschland sei inzwischen politisch derart ins Wanken geraten, dass fraglich geworden sei, ob es dauerhaft eine Demokratie bleiben werde.

Im Umgang mit der AfD verlangte Knobloch ein härteres Vorgehen. „Wir müssen in der Bekämpfung dieser Radikalen selbst zu radikalen Mitteln greifen, anders werden wir es nicht schaffen“, sagte sie. Dabei solle grundsätzlich alles geprüft werden, was die Partei zurückdrängen könne. Knobloch sprach sich deshalb auch dafür aus, ein Verbotsverfahren in Erwägung zu ziehen. Zwar zweifle sie daran, dass ein solches Verfahren unter den derzeitigen Bedingungen erfolgreich wäre; möglicherweise müsse der Versuch dennoch unternommen werden.

Zugleich betonte die Holocaust-Überlebende die Bedeutung politischer Aufklärung. Es gelte insbesondere, mit Jugendlichen zu sprechen und Menschen anzusprechen, die für Radikalisierung empfänglich seien. Bereits einmal hätten große Teile der deutschen Bevölkerung eine Partei unterstützt, ohne sich mit den möglichen Folgen für andere auseinanderzusetzen. Eine solche Entwicklung dürfe sich nicht wiederholen.

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Damit hat Knobloch ihre frühere Zurückhaltung gegenüber einem AfD-Verbotsverfahren aufgegeben. Im September 2024 hatte sie noch erklärt, nicht ein Verbot, sondern die Wahlentscheidung der Bürger müsse die Partei stoppen. Die Menschen müssten sich aufraffen und die AfD schlicht nicht wählen.

mro

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95 Kommentare

  • Ich bin nach den Vorwürfen von Frau Knobloch ratlos, woran sie das festmacht? Welche Programmpunkte, welche Forderungen der AFD stören sie konkret? Das ist mir von ihr zu allgemein gehalten.

    • Das gleiche Kaliber wie Friedmann…Die einzige Partei, die wirklich für die Juden eintritt, ist die AfD und nicht die Altparten, die den Kniefall vor den größten Feinden der Juden machen.

      • Immer und immer wieder werden Juden und Zionisten in eine Schublade gesteckt. Wem nützt das?

    • Gut Ausgedrückt ! Da fehlten mir aus Respekt der Frau gegenüber einfach die passende Worte meinem Unverständnis und bedauern über diese Wahrnehmung der Partei als solche und den tatsächlichen politisch gewolltem und aktiv gefördertem neuem Antisemitismus der Kartellparteien angemessen Ausdruck zu verleihen !
      Auch ich persönlich habe noch nie auch nur Ansatzweise etwas Antisemitisches von der AFD vernommen .
      Dafür aber permanent von den Protagonisten der Kartellparteien !

      • Jene spuckt wörtlich auf andere Überlebende UND ALL die Opfer.

        Das ist KEINE Meinung mehr, sondern ideologische Verblendung und rechtlich einzuordnendes und abzuurteilendes Statement.

        Wo sind die Ähnlichkeiten bzw. was hat die AfD umgesetzt,
        welch neues Dachau etc.,
        welch Kampftruppen,
        welch Benutzung von Schädlingsbekämpfungsmittel,
        welch besondere Behandlung,
        welch Parteienverbot
        welch Aufrufe bei Kaufverhalten
        welch (neue) Reichsfluchtsteuer

        usw.

        Jene können froh sein, das man nicht jede Äußerung sofort rechtliche Schritte nachziehen.

    • Und kein Wort über den offenen Antisemitismus der linken Parteien und die massenhafte einfuhr weiterer Antisemiten ??

    • Das Problem habe ich grundsätzlich wenn ich mit Gegnern der AfD rede. Da kommt nichts konkretes rüber, nur so ein „Gefühl“.

  • Knoblochs Vergleich ist eine groteske Verharmlosung des Nationalsozialismus. Wer behauptet, zwischen einer heutigen Oppositionspartei und der NSDAP vor 1933 „keinen Unterschied mehr“ zu sehen, verwischt die historische Einzigartigkeit einer Bewegung, aus der Terrorherrschaft, Vernichtungskrieg und Holocaust hervorgingen – und verhöhnt damit die Opfer, deren Leid zur politischen Kampfanalogie degradiert wird.

    Noch verstörender ist die Forderung nach „radikalen Mitteln“ gegen eine von Millionen Bürgern gewählte Partei. Demokratie verteidigt man mit Rechtsstaat und Argumenten, nicht mit maßlosen NS-Vergleichen und politischer Ausgrenzungsrhetorik. Wer so argumentiert, beschädigt genau die demokratische Kultur, die er angeblich retten will.

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    • Sorry, aber ich finde, wir leben in einer sehr ähnlichen Zeit, nur sind die Bösen nicht in der AfD zu finden. Wer den Islam verherrlicht, spuckt wieder auf Juden. Man muss sich fragen, ob diese Gestalt Jüdin, oder Zionistin ist, ein großer Unterschied.

      • Exact! Jüdin oder Zionistin – ein grosser Unterschied!

      • Welcher Zionist argumentiert wie Knobloch?

  • Klassisch linke Taktik. Werfen dem Gegner das vor, was sie selbst beabsichtigen zu machen.

    • Womit schwächen Frau Knobloch und die Israelitische Kultusgemeinde die Demokratie? Was sind deren Motive? Ich bitte um Erläuterung.

  • Daran zu zweifeln, daß Deutschland wegen der AfD noch eine Demokratie bleibe, gleichzeitig aber der Meinung zu sein, daß ein Verbotsverfahren wohl derzeit nicht erfolgreich sein könne, scheint mir ein wenig widersprüchlich zu sein.

    • Das verdeutlicht: Die Bedenken sind größer als die Argumente.

      Aber ich glaube, für eine dreiundneunzig Jahre alte Frau geht das schon in Ordnung.

      Respektvoll zuhören, einordnen, weitermachen.

  • Für Knoblochs Meinung spricht, dass man Gefahren für eine friedlich zusammenlebende Gesellschaft erkennen und ernst nehmen sollte. Die deutsche Geschichte zeigt, dass man nicht zu spät reagieren sollte. Außerdem darf sich eine Demokratie mit legalen Mitteln gegen Parteien schützen, die gegen die Verfassung arbeiten. Das sollte klar sein.

    Dagegen spricht, dass der Vergleich der AfD mit der NSDAP sehr stark ist. Die NSDAP war eine Diktaturpartei und für den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Deshalb sollte man solche Vergleiche nur machen, wenn es dafür klare Beweise gibt. Hier könnte Frau Knobloch noch etwas deutlicher werden.

    Mein größtes Problem dabei ist: Wenn man „radikale Mittel“ einsetzt, um einen möglicherweise gefährlichen oder undemokratischen politischen Gegner auszuschalten, wird man dadurch selbst die demokratische Kultur schwächen und die gesellschaftliche Spaltung weiter verstärken. Garantiert.

  • EILMELDUNG: Klingbeil fordert Sanktionen gegen Ben-Gvir

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  • „Deutschland sei inzwischen politisch derart ins Wanken geraten, dass fraglich geworden sei, ob es dauerhaft eine Demokratie bleiben werde.“

    Da stimme ich Frau Knobloch ausdrücklich zu. Mit einem Gruß und Dank an Angela Merkel. Sie hat Deutschland in vielerlei Hinsicht auf einen falschen Weg geführt, den ihre Nachfolger konsequent weitergehen. Die AfD ist nicht Ursache, sondern Symptom einer nicht mehr zu überbrückenden gesellschaftlichen Spaltung. UnsereDemokraten wollen mit „Rechten“ nicht mehr reden und die AfD am liebsten verbieten. Ich – und da bin ich nicht allein – lasse mir von UnserenDemokraten nichts mehr sagen und lehne den aufgezwungenen Total-Umbau meiner Heimat zum kunterbunten Multikulti-Wokeland rundheraus ab!

    • Ein sehr guter und zutreffender Kommentar!
      Ihre Ansicht entspricht voll und ganz der meinen!

  • Sehr schade, daß Karl Lagerfeld nicht mehr lebt.Dieser hätte Frau Knobloch sicher gerne erklärt,aus welcher Ecke der heutige Antisemitismus kommt!

  • Ich hätte niemals gedacht, dass ein Jude den Nationalsozialismus relativiert und eine demokratische Partei damit diffamiert.
    Unvorstellbar war das bisher für mich!

    • Kalergi-Plan googeln…!

  • Das ist alles nur noch schwer zuertragen

  • Nach dem Kalergi-Plan machen Frau Knobloch’s Einlassungen durchaus Sinn…!

  • Auch wenn man einen hohen Posten hat bedeutet das nicht automatisch das man auch intelligent ist.

    • Sieht man aktuell in unsrer Politlandschaft.
      Angefangen beim Kanzler.

  • Welche Parallelen die Dame zur NS Zeit und der AFD sieht, bleibt ihr Geheimnis. Die AFD hat auch jüdische Mitglieder, das gab es bei der sozialistischen NSDAP wohl nicht. Dass aber in Berlin und anderen Großstädten tausende Araber Israel und den Juden den Tod wünschen, erwähnt diese Dame nicht. Auch das Juden nur noch ohne Kippa rumlaufen können, erwähnt sie nicht. In Universitäten werden jüdische Studenten mit dem Tode bedroht. Und diese antisemitischen Araber wurden von Merkel nach Deutschland eingeschleust, wie schon der verstorbene Karl Lagerfeld treffend ausführte.

    • „Die AFD hat auch jüdische Mitglieder, das gab es bei der sozialistischen NSDAP wohl nicht.“

      Jain! Um keine Juden in seinen „Verein“ zu lassen, hat der Österreicher damals in Berlin ca. 1000 Juden „arisiert“. Warum? Weil sie ihm in den Kram gepasst haben, oder weil es Angehörige seiner Getreuen waren.

  • „Wir müssen in der Bekämpfung dieser Radikalen selbst zu radikalen Mitteln greifen, anders werden wir es nicht schaffen“
    Könnte aus einer Rede im damaligen Sport-Palast stammen.
    Damit hat sich diese „Dame“ selbst Disqualifiziert.

  • Wahrscheinlich hat man ihr im selben Atemzug erzählt, dass Moslems Juden in Deutschland vor der AFD und Anhängern schützen….

  • Nun, bei allem Respekt, aber in der AfD einen „Wiedergänger“ der NSDAP zu sehen, deutet auf ein schweres Augenleiden hin.

    Seit 1925/26 „Mein Kampf“ publiziert war, konnte jeder die kruden Ansichten und politischen Absichten des „Führers“ nachlesen – wenn man die in sprachlichen Bombast verpackte gedankliche Einfalt länger ertrug.

    Nichts davon findet sich in den programmatischen Aussagen der AfD oder in Äußerungen ihrer Funktionsträger. Wer das dennoch behauptet, hat sich wohl nie die Mühe gemacht, selbst zu lesen. Und – mit Verlaub – auch Überlebende der Shoah scheinen nicht gegen linke Manipulationen gefeit.

  • Erst dämonisieren, dann die selbst an die Wand gemalten Dämonen bekämpfen.

    • Das dient der eigenen Selbsterhöhung. „Schaut, wie todesmutig ich den neuen Hitler bekämpfe!“

  • Die AFD ist die einzige Partei, die die Palästinenser noch bändigen könnte. Ich denke, sie ist schon ein wenig alterskrank, bzw vergessen, wer ihr das wirklich angetan hatte – oder wird gut bezahlt …

  • Man wird wohl doch nicht unbedingt weiser im Alter.

  • G%“:

  • Sehr geehrte Frau Knobloch, während die Nationalssozialisten keinen Hehl aus ihrer Alehnung allen Jüdischen machten, kann ich bei der AfD nichts dergleichen erkennen. Keine Pläne KZs zu errichten, keine Pläne eine Geheimpolizei zu schaffen und auch keine Pläne um „Lebensraum im Osten“ militärisch zu erobern. Ihre Beispiele, die Sie nennen, sind nicht stichhaltig. Nationalismus, Selbstbewußtsein und all´das sind weitverbreitete Erscheinungen, die aber auch in Ländern zu finden sind, die keiner von uns jemals als NS-verdächtig einschätzen würde. Das, was man der AfD heute so alles zuschreibt, sind Verdächtigungen, keine Beweise, auf deutsch: Man hat einen Popanz erschaffen.

  • Was soll sie sonst auch schon sagen? Es ist ihr Broterwerb.

  • Radikal scheint ein sehr weiter Begriff zu sein…

    Ein Minister Namens Ben-Gvirs in Israel fällt sicher auch darunter:

    „Es gebe im Gazastreifen vielmehr Menschen, die es nicht verdient hätten, zu leben.“ Von denen – also die Zivilbevölkerung – sollten nach dessen Meinung täglich 40 „entfernt“ (ermordet) werden.

    Bis zu dem Stand der „Radikalität“ fehlen bei der AfD aber noch Lichtjahre…

  • Mich hat es gerade tüchtig geschüttelt…
    Die und ihr Verein zocken die Steuerzahler ab, da ist es Pflicht gegen die einzige Partei zu hetzen, die das GG achtet und nicht antisemitisch ist, im Gegenteil zu den Altparteien.

    • Unglaublich. Erst haben die Hallerforden aus der Gruft geholt und jetzt….
      Und alle seiern nur um den heißen Brei. Keiner wird konkret…

  • NSDAP-Verharmlosung!?
    Das hätte ich nicht von ihr gedacht.
    … oder ist es das Alter?

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