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Sikh-Protest

Kalifornien: Neues Gesetz macht es Ladenbesitzern fast unmöglich, gegen grassierenden Diebstahl vorzugehen

Ein geplantes Gesetz in Kalifornien macht es gerade kleinen Läden beinahe unmöglich, Ladendiebe aufzuhalten. Gegen die linke Regierung in Sacramento protestieren daher nun Sikhs – denn viele der betroffenen Geschäfte werden von Einwanderern betrieben.

In Kaliforniens Hauptstadt Sacramento war in den letzten Tagen ein ungewöhnliches Bild zu sehen: Sikhs, mit traditionellen Turbanen auf dem Kopf, demonstrierten vor dem Staatskapitol gegen die linke Regierung des Bundesstaates. 

Hintergrund ist ein kontroverses Gesetz, dass die regierenden Demokraten auf den Weg bringen möchten. Seit Jahren schon häufen sich in Kaliforniens Großstädten Los Angeles und speziell San Francisco Diebstähle. Bestärkt auch durch Gesetze, die bis knapp 1.000 Dollar einen Diebstahl nicht als Vergehen, sondern nur als Ordnungswidrigkeit klassifizieren, werden Diebe im Bundesstaat immer dreister und räumen zum Teil am helllichten Tage Regale leer.

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Die Geschäfte reagieren darauf unterschiedlich: Große Ladenketten schreiben oft ihren Mitarbeitern vor, nicht einzuschreiten, sondern den Vorfall nur für die Versicherung zu filmen. Nur um dann in entsprechenden Gegenden ihre Geschäfte zu schließen, wenn die Versicherungskosten zu hoch werden.

Kleine Geschäfte, die eben auch von vielen Minderheiten wie etwa Sikhs betrieben werden, greifen oft zu anderen Mitteln: Sie können sich teure Versicherungen nicht leisten, sondern wehren sich lieber selbst gegen die Diebe. Erst vor kurzem zeigte etwa ein virales Video, wie Mitarbeiter eines 7-Eleven-Ladens in Stockton in der Bay Area einen besonders dreisten Dieb zusammenschlugen.

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Das neue Gesetz soll nun so etwas verbieten. Der demokratische Staatssenator Dave Cortese erklärt: „Nach meinem [Gesetzesentwurf] SB 553 wäre es Arbeitgebern untersagt, ihre einfachen Mitarbeiter, die nicht dem Sicherheitsdienst angehören, dazu zu zwingen, aktive Ladendiebe zur Rede zu stellen, und alle Einzelhandelsmitarbeiter würden darin geschult, wie sie auf aktiven Ladendiebstahl reagieren sollen.“ 

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Das Gesetz würde es vielen also praktisch verbieten, Diebe selbst zu stellen – es bliebe zwar formell erlaubt, selbst die Diebe zur Rede zu stellen, aber dies dürften sie nicht von ihren Mitarbeitern verlangen, solange die kein Sicherheitspersonal sind. Einen Sicherheitsdienst können sich viele kleine Läden aber nicht leisten. 

Demonstranten vor dem Kapitol in Sacramento

Daher sehen viele der Sikhs, die nun vor dem Kapitol in Sacramento demonstrierten, das Gesetz auch als Bevorzugung großer Ketten (die genau für soetwas Geld und Personal haben) zu Ungunsten kleiner Geschäfte. „Mit SB 533 können alle Ladendiebe in den Laden kommen und sich alles holen, was sie brauchen“, sagte etwa Paramjit Khaira, einer der Ladenbetreiber, dem Lokalsender Fox 26 News.

„Jeder Geschäftsinhaber hier hat hart daran gearbeitet, den amerikanischen Traum zu verwirklichen. Wir schaffen Arbeitsplätze, zahlen Steuern und dienen unseren Gemeinden“, so Jaskaran Sahota, ein weiterer Ladeninhaber. „Aber Kalifornien scheint die Dinge auf Schritt und Tritt schwieriger zu machen. Unsere Anführer sollten uns unterstützen, nicht die Kriminellen, die es schwieriger machen, im Geschäft zu bleiben.“

„Kalifornien wird aufgrund schlechter politischer Entscheidungen, die Eigentumskriminalität und harten Drogenkonsum im Wesentlichen entkriminalisierten, immer gesetzloser“, meint auch der konservative Bezirksstaatsanwalt von El Dorado County, Vern Pierson. „Es ist an der Zeit, dass Sacramento damit beginnt, Kriminelle für den Schaden zur Verantwortung zu ziehen, den sie unschuldigen Kaliforniern zufügen.“

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