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Deutschland

Inflation außer Kontrolle: Teuerung steigt erneut massiv an

Die Teuerung in Deutschland zog im September den dritten Monat in Folge an. Treiber ist erneut die Energie. Die Bundesregierung reagiert mit einem neuen Tankrabatt. Doch die Entlastung ist befristet, und der Steuerzahler muss dafür aufkommen.

Christine Lagarde ist als EZB-Präsidentin für die Bekämpfung der Inflation zuständig. (IMAGO/Hannelore Förster)

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Das Leben in Deutschland wird immer teurer, die Inflation zieht wieder deutlich an. Im September lagen die Verbraucherpreise nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes um 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat – der höchste Wert seit Dezember 2023. Gegenüber dem August zogen die Preise um 0,6 Prozent an. Das sind annualisiert sogar mehr als sechs Prozent.

Hauptverantwortlich dafür, dass die Inflation in der Bundesrepublik nun wieder derart stark anzieht, sind die Energiepreise, die gegenüber September 2025 um 14,9 Prozent gestiegen sind. Dies entsprach dem höchsten Anstieg seit Februar 2023. Ohne Energie und Nahrungsmittel lag die Teuerung, die auch als Kerninflation bezeichnet wird, im vergangenen Monat vorläufig bei 2,4 Prozent. Auch das ist zu hoch. Noch deutlicher wird das Inflationsproblem mit Blick auf Bitcoin und Gold (mehr dazu hier).

Kraftstoffe verteuerten sich im September um 37,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach ADAC-Daten war der September der teuerste Tankmonat überhaupt. Besonders stark fiel der Anstieg jedoch beim Heizöl aus, das sich gegenüber September 2025 um 74,9 Prozent verteuerte. Auch Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe (plus 15,6 Prozent) wurden gemessen am Vorjahresmonat deutlich teurer. Strom (minus 5,5 Prozent), Erdgas ohne Betriebskosten (minus 2,8 Prozent) und Fernwärme (minus 1,0 Prozent) wurden billiger.

Ursache für diese gewaltigen Preissprünge ist in erster Linie der anhaltende Krieg im Nahen Osten. Seitdem die Straße von Hormus – über die vor Beginn des Konflikts noch etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wurde – Ende Februar geschlossen wurde, sind die Ölpreise förmlich in die Höhe geschossen.

Der Hintergrund: Geht das Angebot auf dem Weltmarkt bei gleichbleibend hoher Nachfrage zurück, entsteht ein sogenannter Nachfrageüberhang, auf den starke Preissprünge folgen. Um zu verdeutlichen, wie stark sich dieser Verknappungseffekt tatsächlich auf die Ölpreise ausgewirkt hat, hilft ein Blick auf die Preischarts. TradingView-Daten zufolge kostete ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent im Großhandel vor Kriegsbeginn Ende Februar noch etwa 70 US-Dollar. Derzeit kostet ein Barrel hingegen rund 107 US-Dollar (Stand: 13.10.).

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Neben der Schließung der Straße von Hormus trägt aber auch die Erhebung einer Reihe von Steuern und Abgaben auf Bundesebene dazu bei, dass sich diese Produktgruppen immer weiter verteuern. Vor allem der nationale CO₂-Preis, der sukzessive angehoben wird, treibt die Energiekosten für deutsche Verbraucher. Dass sich infolgedessen Mineralölprodukte wie Benzin, Diesel und Heizöl verteuern, ist nur logisch.

Besonders hart zu schlucken: Der starke Anstieg der Inflation, der sich im September abgezeichnet hat, ist kein Ausreißer, sondern Teil eines starken Aufwärtstrends, der seit Anfang des Sommers anhält. Im Juni lag die Inflationsrate noch bei 2,3 Prozent, im Juli bei 2,8 Prozent und im August bei 2,9 Prozent. Noch aussagekräftiger ist die fortlaufende Entwicklung bei den Energiepreisen: plus 3,4 Prozent im Juni, 8,3 Prozent im Juli, 10,5 Prozent im August und nun plus 14,9 Prozent im September. Einen vergleichsweise starken Sprung im Juli löste das Auslaufen des ersten Tankrabatts Ende Juni aus (mehr dazu hier).

Ab dem 1. Oktober soll erneut ein Tankrabatt kommen: Bis zum Jahresende soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter gesenkt werden. An der Zapfsäule soll sich dies in einer Entlastung von knapp 16,7 Cent je Liter niederschlagen. Berenberg-Ökonom Holger Schmieding rechnet damit, dass die Inflation im Oktober dadurch um etwa 0,3 Prozentpunkte niedriger ausfällt. Die Entlastung ist jedoch befristet und wird vom Steuerzahler finanziert. Wie schon beim ersten Tankrabatt werden dabei voraussichtlich keine nachhaltigen und langfristigen Preissenkungen herauskommen.

Wie teuer solche Symptombehandlungen für den Bundeshaushalt werden können, zeigte bereits der erste Tankrabatt dieses Jahres, der für die Monate Mai und Juni galt. Für diesen veranschlagte die Koalition Steuermindereinnahmen von rund 1,6 Milliarden Euro – und nach dessen Ende sprang die Inflationsrate wieder um einen halben Prozentpunkt.

Die Zukunftsaussichten mit Blick auf die Teuerung sind letztlich nicht allzu positiv. In der Herbst-Gemeinschaftsdiagnose, an der unter anderem das ifo Institut, das IWH Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle sowie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) teilnahmen, wird für das Gesamtjahr 2026 eine durchschnittliche Teuerung von 2,8 Prozent prognostiziert und für 2027 sogar mit einem weiteren Anstieg auf 3,2 Prozent gerechnet. Das geringe Wirtschaftswachstum ist teuer erkauft.

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17 Kommentare

  • Einfach Nichts tun, gar Nichts … und einfach mal ein paar Tage Zuhause bleiben. Wir sind das Volk ….. Mal sehen, was dann so passiert :o((

    • darum ist ja auch ein Generalstreik so gut wie verboten

      Ist der Arbeiter daheim herrscht Chaos,
      ist der Parlamentarier daheim herrsch Ruhe.

  • Die Linken haben dafür schon eine Lösung: Die Reichen enteignen und möglichst viele Unternehmen „vergesellschaften“. Vorwärts immer – rückwärts nimmer.

    • Enteignung ist sozial ausgewogen und gerecht. Warum sollen Erben Millionen erhalten und andere kaum Geld zum Leben haben?
      Grundsicherung wird auch nicht erhöht?

      -13
      • Was kreierst du in deinem Leben statt nur zu schauen was andere vermeintlich haben? So kommt man auch raus aus der Opferrolle.

      • Selber nichts in deiner Zeit auf die Beine kriegen, aber in die Taschen von fleißigen Menschen greifen. Für dich kommen auch noch andere Zeiten.

      • Das SGB in den Müll! H4 abschaffen! Sollen arbeiten oder …

  • Der Steuerzahler der sich SELBST einen Rabatt gibt, den er dann bezahlen muss, ist wie die Katze die sich selbst in den Schwanz beißt.

    … erst wenn der Zugriff auf Gelder der Menschen ALLEN Parteien entzogen wird, erst dann wird man eine freie Gesellschaft OHNE Raub.

  • Das ändert sich auch wieder. Enteignungen zerstören nur, sie erschaffen nichts neues. Selbst schauen, dass man kreiert statt nur zerstört und sich als unfähiges Opfer sieht, sonst ist man leichtes Opfer für kommunistische Gesinnungen.

  • Tja, eine Regierung, die offen zugibt, Energie massiv künstlich verteuern zu wollen (und das auch ohne Rücksicht auf Verluste durchzieht), treibt natürlich die Inflation nach oben.
    Und die Unternehmen/Produzenten können so jede Preiserhöhung erstmal auf gestiegene Energiekosten schieben.

    Dem Staat nützt das natürlich, da so die hohe Staatsverschuldung entwertet wird. Bezahlt wird das durch massiven Kaufkraftverlust……ein Glück, dass die Diäten an die Inflation gekoppelt sind, nicht dass noch jemand verhungern muss.

  • Da ist nicht nur die Inflation außer Kontrolle, da scheint die gesamte Regierung außer Rand und Band zu sein. 🙂

  • Egal, die EZB kümmert sich bei der Kreditvergabe endlich um das Klima.
    Immer dieses Gejammer über Inflation und steigende Kreditzinsen.
    Spuren von Sarkasmus

  • Das Problem ist: Viele Konzerne haben gesehen, wie andere die Preise hochtreiben
    und danach ungeniert absahnen können.
    Beispiel Mondelez (Milka) im letzten Jahr. Wegen gestiegener Kakaopreise das
    Tafelgewicht reduziert und den Preis auf 1,99€ hochgeschraubt, was in Summe
    etwa einer Verdoppelung entspricht. Absatz um 20% gesunken, macht bei einer
    Preisverdoppelung ein Umsatzplus von 60%. Die Kakaopreise sind inzwischen
    wieder gesunken, aber der Preis bleibt oben.
    Bsp. Samsung. Wer heute eine SSD kaufen will und bei Idealo den Preischart
    über 1Jahr anschaut, bekommt feuchte Augen. Bei Samsung heißt es: „Knappheit
    wegen KI Ausbau“, der Gewinn im 2.Quartal ´26 verACHTfacht !
    Beispiel Ölkonzerne: Immer neue Rekordpreise bei Heizöl. 2027 kommt dann der
    „freie“ Handel von CO2 Emmissionsrechten am Markt.
    Investoren scharren schon mit den Hufen, auf diesen Zug mit aufzuspringen und
    euer Heizölhändler wird auf Preis den er für das Zertikfikat bezahlt hat, gleich
    noch was obendrauf schlagen !

  • Wenn Ideologie und Gier über Vernunft steht braucht man sich nicht wundern. Wer ist Finanzminister? Kann die Regierung nicht mit den Steuereinnahmen umgehen? An den Einnahmen liegt es nicht, eher an den vielen Ausgaben, welche den Anschein der Umverteilung haben.
    *“Finanzpolitik auf Abwegen“
    Das staatliche Defizit steigt nach den Prognosen von 4,1 Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr auf 4,7 Prozent im Jahr 2028. Gleichzeitig wachsen die Zinslasten des Staates. Immer größere Teile des Haushalts müssen künftig für die Bedienung von Schulden aufgewendet werden.* https://www.dw.com/de/wirtschaft-im-aufschwung-aber-auf-unsicherem-fundament/a-79411863

  • Wieso muss der deutsche Steuerzahler dafür aufkommen?
    Der Staat bekommt nur weniger Geld zum verschwenden!

  • Nach 23 Jahren ClubMed-Spezis an der EZB-Spitze ist das doch nicht verwunderlich. DEXIT, inkl. Euroxit!

  • Reptiloide, die sich als Vampire der Finanzbrut verkleiden, sind unter uns.

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