Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank  Apollo A Icon Freunden von Apollo News »

Apollo A Icon
Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank Freunden von Apollo News »

Werbung:

Immerhin: Die 99 Prozent wird die SED diesmal verfehlen

Berlin wählt und die Linkspartei könnte ihren bisher größten Triumph einfahren. In meiner Familie weiß man, wohin so etwas führt.

IMAGO/Anadolu Agency

Werbung

Es ist tatsächlich passiert. An einem Samstag vor zwei Wochen hatte ich es eilig. Ich hatte zu einer völlig unmenschlichen Zeit (9 Uhr, aber an einem SAMSTAG!) einen Termin, hätte beinahe verschlafen und rannte zur S-Bahn-Station. Von Weitem sah ich zwei Dinge. Zuerst: einen Infostand der Linken mit zwei Parteimitgliedern, die sich so positioniert hatten, dass kein ungehindertes Vorbeikommen möglich war. Dann, als ich etwas näher herangerannt kam: dass die S-Bahn, die an der Station stand, sich bereit zum Aufbruch machte. Ich entschied also, dass sich das Laufen jetzt nicht mehr lohnte. 

Außer Atem, immer noch zielstrebig und zügig gehend und sehr darauf bedacht, keinen Blickkontakt aufzunehmen, wollte ich gerade an dem Stand vorbeieilen, um zumindest die nächste Bahn noch zu bekommen, als mich einer der beiden doch tatsächlich fragte, ob ich nicht mehr über seine Partei erfahren wolle. An einem ruhigeren Tag hätte ich vielleicht etwas weniger ungehalten reagiert. Ich habe nichts Strafbares gesagt oder getan! Nur den Herrn zum selbstkritischen Hinterfragen seiner Menschenkenntnis eingeladen, allerdings vielleicht etwas lauter als in normaler Sprechlautstärke.

Wenn Sie das hier lesen, habe ich wahrscheinlich schon gewählt. Es sei denn, Sie gehören zu den frühen Vögeln, die an einem Sonntag um 6 Uhr morgens schon wach und politisch interessiert sind. Ich habe auch heute wieder einen Terminkalender, der voller ist, als mir lieb ist, doch weder Briefwahl noch gar nicht zu wählen stehen für mich zur Debatte. Dann muss ich da eben um 8 Uhr morgens antanzen. Mal schauen, ob Oma Erna mit seniler Bettflucht und ich dann auch den Schlüsseldienst rufen müssen, wie es in einigen Fällen in Hannover nötig war, wo Wahlhelfer am Tag der Kommunalwahlen verschlafen hatten. 

Die Wahl ist geheim und soll es auch bleiben. Dass ich aber jedenfalls nicht die Linke gewählt habe, brauche ich wohl nicht geheim zu halten. Der Grund dafür sind nicht die ewigen Gehwegbelästigungen, die man in Berlin in den letzten Wochen durch diese Partei erleiden musste und denen ich bereits eine Ansprache in meiner Kolumne gewidmet habe. Nein, der Grund ist, dass ich meinen Eltern oder meiner Großmutter danach wohl nicht mehr in die Augen schauen könnte, und am Grab meines Großvaters bräuchte ich mich erst gar nicht blicken zu lassen. 

Mein kleiner Bruder und ich bilden die kleine Minderheit in unserer Familie, die die DDR nicht erlebt hat. Ich bin die Erste, die in eine Demokratie geboren wurde. Das habe ich hier schon oft geschrieben, weil ich es mir aber auch oft selbst wieder vor Augen führe. In meiner Generation nimmt man Freiheit und Wohlstand sehr gerne für selbstverständlich. Im Westen ist das klar, bereits ihre Eltern kannten immerhin schon nichts anderes. Doch so lange ist es noch nicht her. Wir sind gerade einmal die erste Generation, in der alle Deutschen nichts anderes als Demokratie kennen. 

Lesen Sie auch:

Der Grund, weshalb es mich aber so prägt, ist auch, dass meine Eltern es mich nie haben vergessen lassen. Es gehört nämlich auch zur Wahrheit dazu, dass es ziemlich nervig ist, Eltern zu haben, die in einer Diktatur gelebt haben. Man kann sich als Kind nie so richtig beschweren, weil sie immer Geschichten haben, die alles toppen. Wenn man nichts vorzubringen hat, was „Freiluftgefängnis, in dem auf das Verlassen des Landes die Todesstrafe stand“ überbietet, dann muss man wohl einfach einsehen, dass man es doch ganz gut hat. 

Immer wenn wir auf Ausflügen auf der Autobahn durch Deutschland über die ehemalige Grenze gefahren sind, hatte mein Vater den gleichen Spruch: „Peng! Jetzt wärt ihr damals erschossen worden“. Wie Sie sich vorstellen können, war unser Familientrip in Berlin sehr martialisch. Ich will mich aber nicht beschweren. Die wirkliche Bedeutung von Freiheit, Wohlstand und Demokratie ist mit das Wertvollste, was meine Eltern uns beigebracht haben. Niemand wird leugnen, dass diese Werte Bedeutung haben, doch die wenigsten fühlen es wirklich. Das vielleicht Tragischste an der menschlichen Wahrnehmung ist wohl, dass wir die Dinge nie wirklich zu schätzen wissen, bis wir sie verlieren. 

Die Wahl in Berlin ist inmitten des Wahlkampfes in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern völlig untergegangen. Es ist ja auch nur unsere Hauptstadt, in der heute die Partei gewählt werden könnte, die damals dafür gesorgt hat, dass man das Überqueren der Mauer nicht überlebt hätte. Nicht so schlimm, die heißt ja jetzt anders. Außerdem hat sie gesagt, dass ihr das von damals schon irgendwie leidtut und dass sie das nicht mehr machen will. Überhaupt liegt ihr Fokus auch gerade mehr darauf, Juden zu hassen und es Israelkritik zu nennen. Also schauen Sie lieber wieder auf Ulrich Siegmund, hier gibt es nichts zu sehen!

Der Wahlsieg der Rechtsnachfolgerin der SED in Berlin wäre wahrlich historisch, doch auf einem Spiegel-Cover würde man davon wohl nichts erfahren. Es hat nicht einmal eine Generation gebraucht, bis man vergessen hat, was diese Partei so vielen Menschen angetan hat. Heute fragt man sich doch bereits, warum die Linke überhaupt anders behandelt werden sollte als die anderen Parteien. Auch in der CDU gibt es vermehrt eine Aufbruchsstimmung, sich der Linken anzunähern. Alles natürlich im Kampf für die Demokratie. Es gibt in den Parlamenten in Deutschland gerade genau eine Partei, die sich offiziell und rechtlich als Nachfolgerin einer Partei versteht, die in einem Unrechtsstaat geherrscht hat. Die für den Tod und das Leid von Menschen verantwortlich war. Für die ein freies, demokratisches Deutschland der erklärte Feind war. 

Als Kind war die Wahl etwas Besonderes. Wir mussten uns alle gut anziehen und dann einen sehr wichtigen Sonntagsspaziergang machen. Unsere Eltern sind immer zur Wahl gegangen. Und sie haben uns immer mitgenommen. Und sie haben uns von den Wahlen von früher erzählt oder vielmehr davon, dass man keine hatte. Jetzt bin ich erwachsen und muss diesen wichtigen Spaziergang alleine machen. Er ist heute noch wichtiger als sonst. Ich lebe heute in Berlin, einer Stadt, die meine Eltern früher nur zum Teil betreten konnten. 

Ich wohne nicht allzu weit von der Mauer entfernt, sie zu überqueren ist für mich alltäglich und ich denke nicht mehr wirklich daran. Doch manchmal, wenn metallene Linien auf der Straße an den Verlauf der ehemaligen Grenze erinnern, denke ich: „Peng! Jetzt wärst du damals erschossen worden.“ In dieser Stadt will eine Partei, die meinen Verwandten und so vielen anderen Menschen über Jahrzehnte eine Stimme verwehrt hat, dass ich sie wähle. Meine Aufgabe ist es, das nicht zu tun. Ich hoffe, dass sich Berlin heute nicht aufgibt. Doch selbst wenn, ist die letzte kleine Genugtuung wenigstens das: 99 % wird sich die SED heute nicht wieder zuschreiben können. 

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

53 Kommentare

  • „Die Linke“ ist laut Eigenaussage nicht nur eine Nachfolgepartei oder Rechtsnachfolgerin der alten SED.
    Sie IST juristisch die mehrmals umbenannte und mit dem WASG fusionierte SED.
    „Die Linke“ = SED.

    „An Eides Statt erklärte Bundesschatzmeister Karl Holluba:
    „,Die Linke‘ ist rechtsidentisch mit der ,Linkspartei.PDS‘, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.“
    https://www.welt.de/politik/article3649188/Prozess-Die-Linke-Wir-sind-Rechtsnachfolgerin-der-SED.html
    (niicht vom juristisch fehlerhaften Titel täuschen lassen)

    Es hätte in der Tat einen seltsam-ironischen Twist, wenn die Berliner sich für die Partei entschieden, die seinerzeit die Mauer um Berlin gebaut hat.
    https://www.bpb.de/themen/deutsche-teilung/60-jahre-mauerbau/

    • Traditionen….
      Archiv:
      :::::
      „Den Antisemitismus mit Stumpf und Stiel ausgerottet“

      Jüdisches Leben wurde in der DDR erneut unterdrückt. Dass es im zweiten deutschen Staat keinen Antisemitismus gegeben hätte, ist eine Lebenslüge, die bis heute fortwirkt. ….

      Ricklef Münnich, 9. November 2018

      …Um die DDR und ihre Judenfeindschaft soll es in meinem Beitrag gehen. Ich bin kein Historiker. Darum ist meine Zielrichtung, durch einen Blick auf die DDR ein besseres Verständnis für unsere Gegenwart zu gewinnen. Deshalb will ich zunächst diese Gegenwart beleuchten, indem ich auf vier Nachrichten der vergangenen Wochen eingehe. …
      (langer Text-Auszug)

      https://eulemagazin.de/den-antisemitismus-mit-stumpf-und-stiel-ausgerottet/

      …!!

    • Die neue Demographie entscheidet die Wahl.
      Ich denke nicht, dass sich echte Berliner für die Nachfolger der SED entscheiden.
      Es sind die über die Jahre eingeschlichenen „Neubürger“ die sich für die Linken entscheiden.
      In Wahrheit sind es defacto bereits Islamparteien…

      • Und zum Zweiten:
        :::
        Feindbild Israel
        13. Oktober 2019

        Von Hubertus Knabe

        …..Eine Wurzel könnte in der jahrzehntelangen antizionistischen Propaganda in der DDR liegen, deren Geheimpolizei auch arabische Terrororganisationen unterstützte. Darüber wollte eine Veranstaltung in Berlin aufklären – ausgerechnet mit einer ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin.

        Das Neue Deutschland würdigte die Visite auf der ersten Seite: PLO-Chef Jassir Arafat, so berichtete das Zentralorgan der SED am 8. August 1974, habe palästinensische Kinder in der „Pionierrepublik“ am Werbellinsee besucht. Thälmannpioniere aus allen DDR-Bezirken hätten dem Mann, der sein ganzes politisches Leben der Vernichtung Israels gewidmet hatte, einen „herzlichen Empfang“ bereitet. ……

        https://hubertus-knabe.de/feindbild-israel/

  • Liebe Frau David, es ist einfach nur schrecklich. Enteignungen, Antisemitismus, Bevormundung… und die Leute wählen das. In unserem schönen Berlin, das so langsam aber sicher wieder zum Babylon wird. Gut, dass es auch Apollo News hier gibt, da ist die Stadt noch nicht ganz verloren! Viele Grüße und vielen Dank für Eure Arbeit, besonders heute Ihre J.E. Moneypenny

  • Das ist ein toller Kommentar, der zum Nachdenken anregt.
    Im Westen aufgewachsen, war so viel immer so selbstverständlich.
    Ich erinnere mich, dass wir uns damals, Anfang der 1990er Jahre, über einen neuen Mitschüler lustig gemacht haben. Er kannte so vieles nicht (vom Mars-Schokoriegel bis zu bestimmten Filmen/Serien), was für uns langweilig und ein alter Hut war…

    „, dass wir die Dinge nie wirklich zu schätzen wissen, bis wir sie verlieren.“

  • 99,5 % werden es zwar nicht, aber auch bei dieser Wahl in Berlin wird sicherlich ein wenig „nachgeholfen“, damit der Sozialismus den Endsieg feiern kann.

    • Die Wahlkommission hat Egon Krenz und Sven Hüber als Vorsitzende.

    • Nicht vergessen, SED waren SPD und KPD, jetzt die Linke. Auch im Westen wurde ja von der SPD die Vereinigung mit der KPD angestrebt aber durch das Verbot der KPD verhindert. Nach der Wiedervereinigung gab es auch immer wieder Stimmen für einen Zusammenschluss, sehr intensiv von Stegner. Auch wenn man es nicht gerne an die große Glocke hängt, die SPD war Teil der SED und steht den Linken mehr als nah.

      • Eine Vereinigung von SPD und KPD stand in den Westzonen 1945/46 im Raum aufgrund der Erfahrung, dass eine Einheitsfront 1933 eben nicht gebildet worden war.
        Im Westen wurde allerdings innerhalb der SPD recht schnell erkannt, dass die „neue“ KPD im Wesentlichen der verlängerte Arm der Sowjets war. Besonders Kurt Schumacher sprach sich – wie auch schon vor dem Krieg – vehement gegen eine Zusammenarbeit mit der KPD aus. Die Kommunisten sah er als „rotlackierte Faschisten“ an.
        Bereits auf der Reichskonferenz der SPD in Wennigsen im Oktober 1945 setzte Schumacher die West-SPD auf einen klaren Abgrenzungskurs.
        Als man dann im Westen das Schicksal noch der Ost-SPD sah – Vereinigung mit der KPD unter sowjetischem Druck zur SED -, hatte sich die Frage eines Zusammengehens mit der KPD im Westen endgültig erledigt: Klare Absage seitens der West-SPD.

        Das Verbot der KPD im Westen erfolgte dann 1956 durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

  • Im Juli 1983 ging die Abschlußfahrt unserer Abiturklasse nach Ostberlin. Ich hielt mich abseits, schlich in der Nähe der Mauer entlang und verbrachte die Nächte in Kneipen – in der irren Hoffnung, einen Weg in den Westen zu entdecken. Freilich idiotisch. Als ich im Morgengrauen, schwankend, zu unserem Quartier, einer Schule, zurückkehrte, erwartete mich vor dem Eingang unser Klassenlehrer, kreidebleich. Das hatte ich nun auch nicht gewollt. Aber er schüttelte nur mit dem Kopf und schwieg.

    • Erzählen Sie das weiter!
      … Ihren Kindern, Enkeln, Nachbarn, allen Leuten, die Sie treffen und bei denen Sie den Eindruck haben, die könnten sich dafür interessieren, wie es „früher“ war.
      Wir befinden uns – so fürchte ich – grade an der Schwelle des Vergessens:
      DDR? Ja, da war mal was … nicht schön … aber sooo schlimm nun auch wieder nicht … und bei der nächsten Wahl wähle ich „Die Linke“, weil „die wollen soziale Gerechtigkeit“.

      DANKE, dass Sie hier berichtet haben.

      • Danke für Ihr Ermunterung!
        Ende Juli 1983 fuhr ich dann mit der Eisenbahn nach Budapest. Campingplatz Romaifürdö. Das Visum hatte ich längst besorgt. In Budapest dieselbe Hoffnung wie in Berlin: jemanden finden, der einen Weg weiß, jemanden finden, der mir helfen kann, in den Westen zu kommen… Vergebens.
        Ultima Ratio: Camping nahe der jugoslawischen Grenze; die Flucht wagen. Was leider schief ging. Verhaftet wurde ich, ohne die Grenze erblickt zu haben. Ein modernes Gefängnis in Budapest, wo auch die Stasi residierte. Rücktransport nach Ostberlin im Flugzeug – der erste Flug meines Lebens. In Handschellen. An Bord: etwa zwei Dutzend junge Zonis (in Handschellen) und zwei Dutzend Stasileute.
        Daheim in der Zone wurden die juvenilen Verbrecher in die Stasizentrale der jeweiligen Bezirksstadt gekarrt. Stasi-U-Haft bis Anfang November, eine Woche vor dem Prozeß der erste Besuch vom Anwalt (Merke: DDR war ein Rechtsstaat). Der Prozeß – höflich, sauber, zügig. Drei Jahre Haft. Punkt.

      • In Ostberlin hat sich die Stasi-SED und ihre privilegierte Brut heute für 1989 GERÄCHT und West-Berlin hat mit Hilfe der Moslems die gesamte Opposition der DDR an die Stasi VERRATEN.

  • Meine Familie litt auch unter der SED… Mein Vater, geboren in Weimar, flüchtete in den 1960er Jahren mit drei Geschwistern in die BRD. Die anderen sieben Brüder und Schwestern, meine Onkel und Tanten, sowie die Mutter, meine Oma, blieben in der DDR. Sie durften sich dank Honecker & Co. viele Jahre nicht sehen. Erst in den 1970ern durfte mein Dad straffrei in DDR reisen, zur Beerdigung seiner Mutter. Ich wurde Mitte der 1960ern geboren und meine Eltern reisten öfter mit mir in die DDR, um unsere Verwandten zu besuchen. Es war gruselig am Grenzübergang, wie die SED uns behandelte. Wer kann diese SED+Nachfolgepartei mit gutem Gewissen wählen? Niemals würde ich die antisemitische, undemokratische Linke wählen. Ich hoffe, die meisten in MV und BER wählen die nicht sondern die AfD. Ich habe die DDR hautnah kennenlernen dürfen. Never again.

  • Ein Freiluftgefängnis wird es in Zukunft wohl nicht geben, aber das Vermögen der schon länger hier lebenden wird sich demografisch auf immer weniger Menschen verteilen. Eine demokratische Umverteilung ist unausweichlich. Wer in ferner Zukunft noch ins Ausland wegziehen möchte sollte mit einer erheblichen Wegzugsbesteuerung rechnen. So gesehen darf man wohl im Gegensatz zur DDR in Zukunft noch auswandern, aber vermutlich nicht mehr alles mitnehmen.

    • Nannte man früher Reichsfluchtsteuer.

    • In der Weimarer Republik wurde in der Tat 1931 unter Brüning die Reichsfluchtsteuer eingeführt – die von den Nationalsozialisten gerne aufgenommen und verschärft wurde, insbesondere zur systematischen Ausplünderung jüdischer Emigranten und anderer auswanderungswilliger Verfolgter.

      In der DDR gab es zwar keine offizielle „Fluchtsteuer“, aber ein System der systematischen Vermögensentziehung bei unerlaubtem oder auch genehmigtem Verlassen des Landes. Das zurückgelassene Eigentum wurde in der Regel durch den Staat „zwangsenteignet“ und dem „Volkseigentum“ zugeführt. Denn der zentralverwaltende Staat hatte eigentlich wöhrend seiner gesamten Existenz Geldprobleme, die er so oder so zu beheben suchte.

  • Frau David, das ist ein sehr guter Text. Vielen Dank dafür.

  • Ha! Vor Acht fertig gelesen!

  • Ich muss hier warnen. In Westdeutschland (!) treffe ich immer mehr Leute, die sich folgendes wünschen: 1. Alle guten Parteien arbeiten harmonisch zusammen. 2. Die böse Opposition wird verboten (wer braucht schon Opposition?) 3. Der „Sozialismus“ muss eingeführt werden (damit die Arbeiter nicht wieder falsch wählen), Diese Leute sind bass erstaunt, wenn man ihnen sagt, das war das Rezept für die Gründung der DDR..Um 1949 hätten sie Ulbricht zugejubelt.

  • „Die 99 Prozent wird die SED diesmal verfehlen“. Das nennt man dann wohl – bitteren – Galgenhumor, liebe Frau David. Aber danke für die „Erinnerungen“. Ich bin „Wessi“, kenne aber die Geschichten von meiner DDR Verwandtschaft/Bekanntschaft. Unisono höre ich heute von denen „Ich will es ja nicht beschreien, aber manchmal fühlt es sich schon wieder so an, wie damals …..“

  • Mit den 99,5 % wäre ich mir nicht so ganz sicher.
    Mit der Briefwahl, den linken Auszählern, den vorher ausgetauschten Wahlzetteln und den neuen Pisa-Größen beim Manipulieren, Addieren und dem Fehlen des Erfassens realer Zahlen könnte der Annalena-Effekt eintreten – und wir hätten locker Zustimmungsraten für linkswokerotgrün von 120% und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr…

    • Genauso etwas wollte ich auch schreiben 😉
      Daher ergänze ich: Wenn die Zustimmungsraten auf 110% sinkt, dann steckt sicherlich Ozeanien dahinter.

  • Linke, Linke, Popinke.

    Was sehr viel erschütternder ist, ist dass es in Berlin-Mitte kein Spaghetti-Eis gibt! Vollständig absurd. Ne schöne Kugel Huflattich-Tofu im Jutehörnchen, dass kriegen se da an jeder Ecke – aber Spaghetti-Eis, komplette Fehlanzeige. Begründung: Nee, wir sind ja hier in Mitte.

    Dieses Erlebnis mag jetzt so 6 bis 8 Jahre her sein. Da war mir schnell klar, Berlin ist ein absurder Moloch.
    Daheim in meiner Stadt, wie vermutlich in jeder anderen Stadt der Welt, nimmt die Spaghetti-Eis-Dichte Richtung Stadtmitte massiv zu.

    Liebe Frau David, wenn Sie wirklich was verändern wollen, dann stellen Sie sich mit einem Schild auf dem geschrieben steht „Ich fordere Spaghetti-Eis für Mitte!“ mitten nach Mitte und senden mir ein Foto davon!

    -33
    • Das kann daran liegen, dass die klassschen italienischen „Gewerbetreibenden“ längst von der Mafia aus Politik, Gerichten und Clankriminellen vertrieben wurden.

      • Bei uns hat die libanesische Mafia fast alle italienischen Eisdielen „übermommen“.
        Eis ist teuer, aber schmeckt nicht mehr.

  • Die LINKE heute ist nicht links. Das könnte noch auf Teile des BSW zutreffen. Mit dieser möglichen Bürgermeisterin wird Berlin sicher nicht sozialer. In jedem Fall nicht für die wertschöpfende Bevölkerung, die es schon jetzt nicht mehr gibt.
    Als Kreuzberger habe ich ein gutes Verhältnis zu Muslimen. Das meine Heimat, meine Kultur und auch meine Religion zerstört werden wird, werde ich nie akzeptieren.
    Auch, wenn eine Umkeht nicht mehr möglich und damit realitätsfern scheint.

  • Die SED feiert also Auferstehung mitten in Berlin, und die woke Hauptstadtclique applaudiert frenetisch. Es ist ein historischer Witz: Da klopfen einem die Mauermörder-Nachfolger am Infostand auf die Schulter, faseln von Integration und fischen in arabischen Parallelgesellschaften nach Stimmen.

    Die CDU kuschelt schon mit den Linken, alles im Namen der Demokratie. Die 99 Prozent holen sich die Genossen zwar nicht, aber für Berlin reicht der Irrsinn allemal.

  • Wird eigentlich auch der für eine AfD-Regierung angedrohte „Bundeszwang“ ausgeübt, wenn in Berlin diese Linksfaschisten an die Macht kommen und mit der Judenverfolgung dort weitermachen, wo die NSDAP 1945 aufgehört hat?

  • Wenn ich der Linken zuhöre, geht es heute bei der Berlin-Wahl eindeutig um Gaza und die restliche Welt der Muslime, aber nicht um die deutsche Hauptstadt, und wie man sie z.B. gegen linksterroristische Infrastrukturanschläge konsequent schützt.
    Dass mehr über Meck-Pomm als über Berlin berichtet wird, liegt einfnach an der völlig besoffenen AfD-Fixierung in diesem Land. Allen ist wichtiger, wie dort AfD und CDU abschneiden, als wer künftig die Hauptstadt regiert. Dabei sind in Berlin fast doppelt so viele wahlberechtigt.
    Viel Erfolg nachher beim Wählen! 🙂

    • In Berlin steht das Wahlergebnis ja praktisch schon fest. Es gibt da nichts Spannendes oder Überraschendes. Es wird ein furchtbar linkslastiges Wahlergebnis geben.
      In McPom stehen zwei sehr gegensätzliche Parteien an der Spitze, die auch noch gleich auf liegen. Ausserdem besteht die Chance, dass die CDU unter die 5% Hürde fällt, was wohl weitreichende Konsequenzen hätte.

    • Ich würde mich gern anbieten, die Mauer um Berlin zu erneuern…
      Bin vom Fach, für einen Deckel obendrauf wäre wahrscheinlich auch noch Geld da.
      Schätze, wenn genug Menschen Zeit und Motivation mitbringen, sollte das Ganze in drei bis vier Monaten erledigt sein.

  • Danke für diesen brillianten Kommentar! In erster Linie ist das Aufleben der SED-Nachfolger eine skandalöse moralische Bankrotterklärung ihrer Wähler, Unterstützer und Verharmloser.

  • In der Tat ist es erschreckend, was in Berlin erneut heranwächst. Wie viel Leid und Unrecht ging in den letzten 200 Jahren von dieser Stadt und dem dort ansässigen Personal aus. Liegt es an der Berliner Luft?

    Für den aufkeimenden und durch links-grün beförderten Antisemitismus schämt man sich aus der Ferne fremd. Und dennoch werden zig-Tausende Berliner genau dieses Programm wählen und halten sich gleichzeitig als Teil der besseren Gesellschaft, welche angeblich tolerant und weltoffen ist.

    Das ist nicht mehr lächerlich, sondern einfach nur ekelhaft!

  • Sehr geehrte Frau David,
    ich kann so gut nachvollziehen, wie die Geschichte gewordene Erfahrung ihrer Eltern ins Leben der nächsten Generation verankert wurde! Meine Eltern waren Vertriebene aus Schlesien und haben dieses transgenerationale Päckchen an mich weitergegeben. Ist das nun Schatz oder Ballast?

    • Es ist die Frage wie ihre Eltern damit umgegangen sind. Mein Vater ist 1986 aus dem Westen, durch die DDR nach Polen gefahren um seinen Geburtsort zu besuchen. Sein Haus war nicht mehr da, aber die Schule gegenüber gab es noch und wurde wieder als Schule benutzt. Er hat die Schule besucht und es ist eine Freundschaft mit der polnischen Lehrerin entstanden. Zuhause hat er polnisch gelernt um den Kontakt über Briefe aufrecht zu halten. Über 20 Jahre, bis zu seinem Tod, hat diese Freundschaft gehalten. Wir „normalen“ Bürger sind nur Spielsteine im politischen Spiel, aber man kann seine eigenen Weg gehen und sich nicht gegeneinander aufhetzen lassen. Das habe ich daraus erkannt. Wenn ich sehe wie die aktuelle Politik Heimat und Gesellschaft vorsätzlich zerstört ist mir klar „nie wieder“ SED oder NSDAP. Wie gut das die AFD beides nicht ist.

  • Elisa, vielen Dank.

    Ich war vor 2 Wochen in der „Verbotenen Stadt“ und habe unter meiner damaligen Zelle gestanden und geheult. Noch nie war meine Verachtung und meine Abscheu gegen diese Stasi-SED der Folterer und Mörder, der Schläger und Schließer größer und tiefer als in diesen Minuten.

    Und diese – jetzt moslemisierte – 3× umbenannte Partei der Mauermörder, Stasifolterer und Wahlfälscher schickt sich an, wieder die Macht un meiner Geburtsstadt an sich zu reißen.

    Berlin, mach et jut, wir werden uns nie mehr wiedersehen.

  • Die Linke, also die SED, hat ein Gedankengut, welches 100 Millionen Menschen (m/w) getötet hat. Die DDR war kein „Arbeiter und Bauernparadies“ sondern ein Armenhaus mit 1/3 der Wirtschaftsleistung pro Kopf verglichen mit der „BRD“, dem nach SED-Propaganda „gefährlichsten Staat der Welt“.

    Nun werden diese Menschenfeinde wieder frech und jüdisches Leben so sicher wie am 9. November 1938, denn Antiverschissten sind immer auch Antisemiten.

    In der Demokratie sitzen Kommunisten im Parlament, im Kommunismus sitzen Demokraten im Arbeitslager.

    • Absolut zutreffend! Und Ihr Schlußsatz ist perfekt.

  • Also jetzt stellt sich eigentlich nur noch die Frage: wenn Frau David schimpfen kann wie ein Seemann oder Bauarbeiter 😆 was hat sie der kommunistischen Jugend an den Kopf geknallt und was haben sie geantwortet…😃

  • Oh, so ein Stand der Linken lädt geradezu dazu ein, mit Lauterer Stimme genau diese Themen anzusprechen. Was ein Fest. Das stehen ja in meiner Nachbarschaft eher so GenZ-Menschen, die schon in Tränen ausbrechen, wenn sie Gänseblümchen zertreten werden. Die kann man schon aufklären über die von den Russen weiterbetriebenen KZs, Schießbefehl, Menschenversuche in Krankenhäusern, Menschenhandel mit den eigenen Bürgern, etc.pp

Werbung