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Berlin

„Ich bin immer erreichbar”: Kai Wegner versucht weiterhin Kritik an Tennisspiel zu entkräften

Berlins Regierender Bürgermeister lehnt Kritik an seinem Tennisspiel während des Stromausfalls ab. „Mein Smartphone ist nie abgeschaltet”, sagt er. Allerdings hatte die Innensenatorin Spranger gesagt, dass sie Wegner zuerst nicht erreichen konnte.

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Verschiedene Parteien haben den Rücktritt von Kai Wegner gefordert. (IMAGO/Stefan Zeitz)

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Im Gespräch mit dem Spiegel rechtfertigt Kai Wegner seine Tennisstunde am 3. Januar, als in rund 44.500 Haushalten im Südwesten Berlins der Strom wegen eines linksextremistischen Brandanschlags ausfiel. „Ich bin immer erreichbar”, sagte er. Das Handy habe er während der Sportstunde auf eine Bank neben seine Tennistasche gelegt. Es sei auf laut gestellt gewesen. „Wenn das Handy da liegt”, sagt er, „hört man es selbstverständlich. Ich bin dann immer mal wieder zur Bank gegangen und habe nachgesehen: Gibt es eine Nachricht? Ist was passiert? Gibt es was Neues?”

Sein Handy habe er stets bei sich. Er sagt, dass viel Unsinn berichtet worden sei. Beispielsweise, dass die Innensenatorin Iris Spranger ihn nicht habe erreichen können, weil sein Handy abgeschaltet gewesen sei. „Mein Smartphone ist nie abgeschaltet”, hält er entgegen. „Auch nachts bin ich immer zu erreichen.” Wenn er im Fernsehen auftrete, gebe er sein Handy einer Mitarbeiterin, die es im Auge behalten soll. Es ist der Versuch des Regierenden Bürgermeisters, seiner Sicht der Dinge mehr Gehör zu verschaffen.

Doch ändert Wegners Aussage nichts daran, dass Spranger selbst sagte, dass sie den Regierenden Bürgermeister an dem Samstag zuerst nicht erreichen konnte. Um 8:05 Uhr habe Spranger den Bürgermeister angerufen. Doch am Telefon Wegners tat sich nichts, denn das Telefon des Bürgermeisters war ausgeschaltet. „Das war noch ausgeschaltet, samstags nicht unüblich“, beschreibt Spranger diesen Vorgang (mehr dazu hier).

Wegner selbst sagte, dass er gegen 8:07 Uhr von der Innensenatorin informiert worden sei. „Dann habe ich ihr geschrieben: Wie viele Haushalte sind betroffen, war es ein Anschlag?”, schildert er dem Spiegel. Seinem Bauchgefühl nach könnte es ein Anschlag gewesen sein. Beim Gespräch mit dem Magazin legt er sein Handy auf den Tisch. „Es liegt immer in meiner Nähe.”

Er stellt sich die Frage, ob sich die Menschen weniger aufgeregt hätten, wenn er joggen gegangen wäre. Er habe die Tennisstunde nicht ausdrücklich erwähnt, weil es für ihn normal sei, zum Tennis zu gehen. Stattdessen hätte er sich Gedanken darüber gemacht, wie man den Stromausfall schneller beheben könne. Dass er am Samstag nicht gleich in die betroffenen Gebiete gefahren sei, erklärt er so: „Es wäre wahrscheinlich für mich persönlich besser gewesen, am Samstagabend dorthin zu fahren. Den Menschen vor Ort hätte das aber nullkommanull geholfen.” Er verweist auf einen Mitarbeiter des Roten Kreuzes, der sagte, dass es gut war, dass der Regierende Bürgermeister am ersten Tag nicht da war, weil er nur im Weg herumgestanden hätte.

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Die Tennisstunde will er nicht explizit als Fehler bezeichnen. „Wie ich bereits gesagt habe: Im Rückblick wäre es besser gewesen, schon am Sonntag zu sagen, dass ich eine Stunde Sport gemacht habe.” Im September stehen Landtagswahlen in Berlin an. Ob Kai Wegner wiedergewählt wird, ist ungewiss. Es wurden bereits von AfD, BSW und FDP Rücktrittsforderungen erhoben.

mra

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46 Kommentare

  • Übrigens haben viele Betroffene bis heute noch immer keine Heizung, weil nämlich die Heizung durch den Anschlag zerstört worden ist.
    Die Notdienste arbeiten rund um die Uhr um wiederum das Schlimmste zu verhindern.

    • Die Außentechnik ist nicht dauerfrostsicher, die Innentechnik nicht stromschwankungssicher. Und es platzen Rohre, wenn die Flüssigkeit nicht fließt bzw. nicht fließen kann. Schäden sind substantieller Natur, Reparaturen werden Monate dauern.

  • Ich kritisiere nicht Wegners Tennisspielen. Ich kritisiere seine Lügen.

    • Er lügt nicht. Das ist seine ausgedachte Wahrheit.

      • Jaaneee… iss klar 😉

    • “ Ich kritisiere seine Lügen.“

      Und hier entlarvt er sich selbst: „Stattdessen hätte er sich Gedanken darüber gemacht, wie man den Stromausfall schneller beheben könne.“

      Kein Mensch, der nicht absoluter Fachmann ist, auch kein normaler Elektriker, würde sich solche Gedanken machen.

      • Als gestandener Elektromeister hätte ich an der Baugrube stehend gesagt: „Jungs! Ich kann euch leider nicht helfen, da ich davon keine Ahnung habe. Viel Erfolg!“

    • NOCH SCHLIMMER! Er checkt es immer noch nicht. Ob er ERREICHBAR war, ist doch völlig EGAL, weil sowieso SELBSTVERSTÄNDLICH. Er soll ETWAS TUN!!!
      Z. B. der 97-jährigen einen Tee bringen oder deren Kinder dahin fahren ODER WAS AUCH IMMER!
      Dass das Rote Kreuz schon sagt: „Ne, bleiben Se man besser weg!“ SPRICHT DOCH BÄNDE. Und er nimmt das noch als Rechtfertigung!
      Aber er hat laut Fritze und Rest-Union ja „hervorragende Arbeit“ geleistet.
      Das ist alles so unfassbar …

  • Jeder halbwegs gebildete Mensch weiß, je mehr man versucht, eine Lüge in Wahrheit zu verdrehen und je mehr man sich für ein Fehlverhalten rechtfertigt, desto schlimmer wird es.
    Jegliche Glaubwürdigkeit ist auf Dauer verloren.
    Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. (Altes deutsches Sprichwort).

    • Ich meine zwar, im Sprichwort heißt es 3x, aber das hat er ja wohl auch schon erreicht.

  • Natürlich ist er immer erreichbar.
    Er ist nur nicht ans Telefon gegangen.

    • Die Frage lautet aber doch:
      ist er nicht ran gegangen oder hatte er es abgeschaltet?

      Das ist in der Situation (Position?) schon ein gewaltiger Unterschied!

    • Dort ist vermutlich eh Handyverbot, oder kein Empfang ….

  • Ich bin immer erreichbar, außer ich bin es nicht.

  • „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.“

    Altes deutsches Sprichwort und der Dolch ins Herz eines jeden Politikerherzen. Oder auf neudeutsch: „Verarschen können wir uns auch alleine.“

  • Wie ist der Ermittlungsstand, gibt es Ergebnisse? Wird die Vulkangruppe als Terrororganisation eingestuft? Wie wird die Sicherheit der Bürger und Infrastruktur erhört, sichergestellt?
    Die telefonische Erreichbarkeit, die Rückrufquote interessiert mich nicht.

    In dieser Gehaltskategorie zählen nur Ergebnisse, nicht Anwesenheit, und die sind leider ungenügend.

  • Ob Herr Wegner das Amt eines Sparkassenvorstandsvorsitzenden erfolgreich ausüben könnte, weiß ich nicht. Für ein politisches Amt ist er jedenfalls nicht geeignet, und zwar, weil er die falschen Prioritäten setzt.
    Wenn irgendwo eine Katastrophe ausbricht, ob durch einen Terroranschlag oder Naturgewalten verursacht, spielt keine Rolle, hat der Chef an Ort und Stelle zu sein. Er braucht dazu keine Gummistiefel und keinen schief sitzenden Monteuranzug. Aber er muß da sein, er muß darauf hören, was die Leute vor Ort, die Helfer und die Betroffenen, brauchen. Und er muß die Hilfe koordinieren. Das geht nicht, wenn man den ganzen Tag daheim sitzt. Und wenn er das gut macht und gerade mal ein wenig Leerlauf ist, dann darf er auch sagen: „Leute, ich muß mal weg, um meinen Kopf frei zu kriegen, ein bißchen Sport machen oder mich auf die Couch legen. Hier meine Telefonnummer, wenn’s dringend ist. In zwei Stunden bin ich wieder da.” Und kein Mensch würde etwas sagen.

    • In einer solchen Situation braucht man (Fach-)Leute vor Ort UND (Fach-)Leute im „Backoffice“!
      Und diese Leute sollten sich nicht gegenseitig im Wege stehen.

      Also muss das Backoffice auch nicht vor Ort rumlungern, sondern im Hintergrund die nötigen Schritte beraten und entsprechend einleiten.
      Ein Bürgermeister ist dann ja (meist) als Hauptverwaltungsbeamter verantwortlich, sollte er da nicht im Backoffice sitzen, statt auf dem Bagger?

      Also:
      – was ist passiert?
      – wieviele Bürger / Institutionen sind betroffen?
      – wann kann die Reparaturdauer abgeschätzt werden?
      – sind Institutionen vorrangig zu behandeln?
      – wo/wie kann Strom „beschafft“ werden?
      – ggfs. Notquartiere?

      Das sind Aufgaben genug, die mehrere Fachgebiete betreffen. Daher wäre es ev. sinnvoll, einen Einsatzstab einzuberufen.
      Wenn diese Chose dann endlich „läuft“, dann kann der HVB im Medienrummel erscheinen und „sich wichtigtun“.
      Ob er in Tennisschuhen oder Gummistiefeln auftritt, interessiert dann Niemanden mehr …

  • Er ist immer für seine Bildungssenatorin erreichbar und steht auch im ständigen Austausch mit ihr. Auch in Krisen

  • Keine PK zu Fahndungsbemühungen?

  • Wie sagte der Grünen-Politiker Lux 2020:“Wir haben in den entscheidenden Stellen ziemlich gute Leute reingebracht, bei der Feuerwehr, der Polizei, der Staatsanwaltschaft, beim Verfassungsschutz.“ Noch Fragen?

  • „Immer erreichbar“, aber nicht erreicht. Weder morgens um 6 Uhr noch mittags beim Tennis. Regierende müssen nicht nur erreichbar, sondern präsent sein. Besonders in Notlagen.
    Diese nachträglichen Rechtfertigungsversuche beweisen:
    Für das Amt des OB nicht geeignet.

  • Mei Smartphone ist auch immer eingeschaltet,gehe nur nicht ran.

  • immer erreichbar sein, ist nicht ausreichend!
    Man muss in einer prekären Situation auch einmal aus dem Quark kommen!

  • Nun, „ich bin immer erreichber“ – außer ich bin es nicht.

    So läßt sich das wohl kurz und knapp zusammenfassen.

  • Ach so, der Berliner OB Kai Wegner sagt damit also, daß die Innensenatorin Spranger lügt, wenn sie sagt, daß er nicht erreichbar war, weil sein Handy wie meist samstags ausgeschaltet war?

    • War ja nicht aus nur der Flugmodus an. Das Mache ich Abends auch immer weil wenn ich schlafe muss ich nicht erreichbar sein.

  • Herr Wegner, auch wenn sie es noch so oft erklären wollen:

    Der Drops ist gelutscht.

    Vergangenheit lässt sich nicht rückgängig machen.

  • Ja ist doch gut jetzt.
    Alle haben gesehen, wo die Prioritäten liegen.
    Geh‘ mal Feuerteufel fangen. So kannst du dich vielleicht rehabilitieren.

  • Ohne Personenschutz in der Halle ? Häufig zum Telefon gegangen? Die Dinger hallen dort übrigens äußerst unangenehm …. Irgendwie…. egal, soll der doch machen und erzählen was er will.

  • Wie lange wollen die sich eigentlich noch mit diesem Thema beschäftigen? Die erhalten am Monatsende allesamt ihr Solär und haben nur rumdiskutiert, gelabert, schwadruniert von oben nach unten und umgekehrt.
    Der Fall ist doch längst klar: Entlassung und fertig. Kein Bürgermeister hat das Recht in einer solchen Notlage Tennis spielen zu gehen, fertig. Da spielt es keine Rolle, ob ein Handy angeblich auf laut gestellt war oder was auch immer. Tennis spielen kann er abends nach eindeutigem Feierabend, da gibt es nichts zu diskutieren.
    Ist das ein Affenzirkus, ein Theaterspiel – beim rumdiskutieren Geld erhalten (Monatssolär) – was soll das – als Bürgermeister hat man zu tausend Prozent für seine Bürger da zu sein und Schluss, sonst soll er seinen Job niederlegen – fertig.
    Sind das alles Kinder in einem Erwachsenenkörper??

    • Genau, ein Bürgermeister hat IMMER neben dem eingschalteten und eingeloggten Handy zu sitzen.
      Und wenn Irgendwas passiert, hat er Alles stehen und liegen zu lassen, um vor Ort eine PK zu inszenieren.
      Dem Baggerfahrer Mut zusprechen und den frierenden Anwohner das warme Händchen zu reichen.
      Alles Andere geht von allein!

      Echt??? Glaubt ihr Das wirklich?
      Mit eurer Einstellung wäre der KatS noch schlechter dran als er es in den letzten Jahren geworden ist …

      Aber wie heißt es so treffend:
      die besten Kapitäne stehen immer an Land!

    • „…er abends nach eindeutigem Feierabend…“
      Kann es sein, dass Du Dir da gerade selbst widersprichst?

      Vielleicht hatte er ja am Samstag gerade Feierabend?
      Soll aber trotzdem entlassen werden?

      Vielleicht mal NACHdenken, aber VORHER?

  • Ja jetzt ist er erreichbar…. Nachdem alles vorbei ist… Nur zum Zeitpunkt als er gebraucht zumindest als Statist vor den Kameras da war er nicht da , da nicht erreichbar. Erst sehr viel später…. Zurück treten ist angesagt.

  • „Wenn das Handy da liegt”, sagt er, „hört man es selbstverständlich. “

    Aber klar doch, Herr Wegner.

    „Ich bin dann immer mal wieder zur Bank gegangen und habe nachgesehen: Gibt es eine Nachricht? Ist was passiert? Gibt es was Neues?”

    Warum das denn jetzt? Spielunterbrechung? Hat er denn die Nachrichten-Töne nicht auch auf laut gestellt?
    Wenn doch, muss er doch nicht immer mal wieder zur Bank gehen. Hört man doch selbstverständlich auch.

    Der Mann lügt uns die Hucke voll und merkt nichts mehr. Völlig überfordert.

    • Selbst beim Lügen überfordert.

    • Falls er lügt ist er ein Ehrenmann

  • Wenn die Schweinereien ans Licht kommen, dann wird gelogen und gebogen bis zum Erbrechen. Siehe auch Lanz und „Zensur“. Es ist ein Glück, dass es Portale wie AN und NIUS gibt. Immer mehr stellen das fest.

  • Hat er sich jetzt sein „AUF LAUT GESTELLTES“ an den Hintern geklebt ?

  • Es wurde wohl alles andere gespielt als Tennis weil für Tennis ist Wegner schlicht zu unsportlich.

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