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USA

Generalstaatsanwalt klagt Pfizer wegen „irreführender Behauptungen“ über Impfstoffe an

Wegen „irreführender Behauptungen“ über die Covid-Impfstoffe hat der Generalstaatsanwalt in Kansas eine Klage gegen Pfizer auf den Weg gebracht. Der Anwalt sprach von unerwünschten Nebenwirkungen, Schwangerschaftskomplikationen und sogar Todesfällen durch die Vakzine.

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In den USA hat der Bundesstaat Kansas Pfizer wegen „irreführender Behauptungen“ über die Corona-Impfstoffe verklagt. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Pharma-Unternehmen vor, Risiken und Nebenwirkungen verschwiegen und falsche Daten zur Wirksamkeit der Präparate verbreitet zu haben. Damit habe Pfizer gegen das Verbraucherschutzgesetz in Kansas verstoßen, meint die Anwaltschaft.

Vor dem Bezirksgericht in Thomas County wurde deswegen am Montag eine Klage eingereicht. Kansas möchte damit eine undefinierte Summe an Schadensersatzzahlungen bewirken. Pfizer habe behauptet, die Impfstoffe würden die Übertragung von Covid-19 verhindern, obwohl das Unternehmen den Schutz vor Ansteckungen nicht ausreichend erforscht hatte, steht in der Anklageschrift geschrieben.

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Des Weiteren bemängelt die Generalstaatsanwaltschaft die Sicherheit der Impfstoffe: Kurz nach dem Start der Impfkampagne soll es demnach zu Schwangerschaftskomplikationen gekommen sein, die mit der Impfung in Verbindung stehen sollen, schreiben die Anwälte. Auf einer Pressekonferenz teilte Generalstaatsanwalt Kris Kobach mit, Pfizer habe über die Berichte von 458 schwangeren Frauen verfügt, die während der Schwangerschaft gegen Covid-19 immunisiert worden waren.

Laut Kobach meldete mehr als die Hälfte unerwünschte Nebenwirkungen während der Schwangerschaft, in zehn Prozent der Fälle soll es sogar zu Fehlgeburten gekommen sein. Zudem seien vermehrt Entzündungen aufgetreten, so zum Beispiel Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen.

Das erkannte auch die amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) und fügte den Vakzinen ein halbes Jahr nach dem Start der Impfkampagne im Juni 2021 einen Warnhinweis hinzu, in dem auf das erhöhte Risiko einer Entzündung im Herz-Bereich hingewiesen wird. Laut Kobach haben die Impfstoffe im schlimmsten Fall sogar zu Todesfällen geführt.

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Die Generalstaatsanwaltschaft führt in ihrer Klage aus, Pfizer habe eine eigene Datenbank für unerwünschte Nebenwirkungen geführt, die außerhalb der offiziellen Datenbank (VAERS) – welche von der amerikanischen Arzneimittel- und Gesundheitsbehörde (FDA und CDC) betrieben wird – operierte.

Hier sammelte Pfizer laut Generalstaatsanwaltschaft Daten aus dem VAERS, aus der Fachliteratur sowie Spontanmeldungen. Pfizer habe deswegen mehr Daten über unerwünschte Ereignisse gesammelt als das VAERS, schreibt die Behörde in einer Stellungnahme. Mit anderen Worten: Das Pharma-Unternehmen wusste von dem erhöhten Auftreten der Nebenwirkungen, blieb aber tatenlos.

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Pfizer wiederum hält die Klage für unbegründet. Die Darstellungen über die Covid-Impfstoffe seien „akkurat“ gewesen, teilte das Unternehmen in einer Stellungnahme mit. Im Dezember 2021 hatten Pfizer und BioNTech die Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit über 40.000 Probanden veröffentlicht, wonach die mRNA-Impfstoffe eine Wirksamkeit von 95 Prozent aufweisen.

Spätestens nachdem die Delta-Welle gebrochen war und sich die Omikron-Variante verbreitet hatte, galt diese Wirksamkeit nicht mehr. Das schreiben auch hierzulande offizielle Quellen wie das Robert-Koch-Institut. Demnach würde die BioNTech-Präparate ihre Wirkung nach wenigen Monaten verlieren. Auch unerwünschte Nebenwirkungen wurden mittlerweile näher gehend untersucht.

So kam eine im April veröffentlichte Studie, die die Daten von 99 Millionen geimpften Personen auswertete, zu dem Schluss, die Pfizer-Impfstoffe würden ein erhöhtes Risiko für Herzmuskel- oder Herzbeutelerkrankungen aufweisen. Je nach Dosis ergab die Studie ein zwei- bis dreimal so großes Risiko für kardiovaskuläre Beschwerden.

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Auch für die Verabreichung der Präparate bei schwangeren oder stillenden Frauen gab es Warnsignale, die Datenlage hier ist jedoch uneindeutiger. Wenngleich Studien hier zu dem Schluss kommen, dass sich die Wirkstoffe in Form der mRNA im Mutterleib ausbreiten und auch Einfluss auf die Entwicklung des Fötusses nehmen, behaupten andere Studien wiederum, die Präparate hätten keinen Einfluss auf die gesunde Schwangerschaft.

Damit ist klar: Die angepriesene Sicherheit der Impfstoffe konnte keinesfalls bedenkenlos versichert werden. Das sieht auch die Generalstaatsanwaltschaft in Kansas so. In ihrer Klage beruft sich die Behörde auf das Verbraucherschutzgesetz, das die Verbraucher unter anderem „vor nicht vereinbarten Gewährleistungsausschlüssen zu schützen“ soll.

Alleine in Kansas, wo knapp drei Millionen Menschen leben, wurden bis Februar dieses Jahres 3,5 Millionen Dosen des Pfizer-Präparats, das von der deutschen Firma BioNTech hergestellt wird, verabreicht. In den gesamten USA waren es mehr als 360 Millionen Dosen.

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Kansas folgt mit dieser Klage dem US-Bundesstaat Texas, der Pfizer in Person von Generalstaatsanwalt Ken Paxton aus ähnlichen Gründen verklagte. Auch hier ging es um „irreführende Behauptungen“, die Pfizer aufgestellt haben soll, um die Vakzine zu bewerben. Pfizer habe zudem „Personen zensiert, die drohten, die Wahrheit zu verbreiten“.

Auch Kobach sprach auf der Pressekonferenz einen ähnlichen Punkt an: interner Mailverkehr habe enthüllt, Pfizer habe in Abstimmung mit sozialen Medien kritische Aussagen über die Impfstoffe zensiert. Des Weiteren sei Pfizer nicht dem Impfstoffentwicklungsprogramm der USA, der „Operation Warp Speed“ beigetreten.

Laut Kobach habe der CEO von Pfizer, Albert Bourla, diesen Schritt damit begründet, man wolle die Wissenschaftler von der staatlichen Aufsicht befreien. In einem Interview mit CBS ging Bourla 2022 auf „Operation Warp Speed“ ein. Damals sagte er, „wenn man das Geld (der Regierung, Anm. d. Red) annimmt, dann hat man den bürokratischen Druck.“ Und Bourla wollte die „Wissenschaftler von jedwedem bürokratischen Druck befreien“, sagte der Pfizer-Chef 2020 der amerikanischen Nachrichtenseite Axios.

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