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Gasspeicher auf Tiefstand: Privatkunden droht Preisschock von bis zu 20 Prozent

Deutschlands Gasspeicher sind so schwach gefüllt wie nie zuvor zu dieser Jahreszeit. Für Privatkunden könnte das im kommenden Winter teuer werden: Branchenportale rechnen bei Gas mit Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent und damit deutlich höheren Heizkosten.

Der Gaszähler könnte den deutschen Kunden diesen Winter Schmerzen bereiten (Symbolbild) (IMAGO/W2Art)

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Der kommende Winter wird für deutsche Verbraucher wohl deutlich teurer, vor allem für jene, die mit Gas heizen. Daniel Puschmann, Chef des Vergleichsportals Verivox, erklärte jüngst im Gespräch mit der Rheinischen Post, dass zwar erst wenige Versorger Preiserhöhungen angekündigt hätten. Verivox rechnet jedoch damit, dass weitere Anbieter spätestens zum Jahreswechsel nachziehen werden – und das mit satten Aufschlägen von bis zu 20 Prozent.

Doch nicht nur Neukunden, auch Bestandskunden sollen davon betroffen sein. Da in Deutschland jede zweite Wohnung durch Gas beheizt wird, wäre am Ende ein Großteil der Bevölkerung hiervon betroffen. Für eine Familie in einem Einfamilienhaus könnte die jährliche Gasrechnung nach Berechnungen des Vergleichsportals im Schnitt von derzeit rund 2.000 Euro auf rund 2.400 Euro steigen. Je nach Tarif könnte die Belastung sogar noch deutlich höher ausfallen. Auch das Heizen mit anderen Energieträgern könnte sich im Winter deutlich verteuern (mehr dazu hier).

Doch nicht nur beim Heizen kommen auf Verbraucher im Winter höhere Preisbelastungen zu. Wie Lundquist Neubauer, Energieexperte bei Verivox, im Gespräch mit dem MDR erklärte, dürfte auch Strom zum Winter hin teurer werden. Der Energieexperte rechnet auch hier mit Mehrkosten, die in dreistelliger Höhe liegen könnten. Neubauer gibt an: „Wir lagen im März noch bei rund 0,26 Euro die Kilowattstunde. Jetzt sind es schon 0,31 Euro – also ein Anstieg um 20 Prozent.“

Dass die Energiepreise im Winter – vor allem für die Verbraucher, die mit Gas heizen – deutlich steigen könnten, liegt vor allem an der angespannten Lage bei den deutschen Gasspeichern.  Die Befüllung läuft derzeit sehr langsam ab. Nach der Lagebewertung der Bundesnetzagentur vom 5. Oktober sind die deutschen Speicher gerade einmal zu 58,7 Prozent gefüllt, das entspricht 145,3 Terawattstunden. Es handelt sich um einen historischen Tiefstwert zu diesem Zeitpunkt im Jahr.

Anfang Oktober 2025 lag der Füllstand noch bei gut 76 Prozent. In den Jahren 2017 bis 2021 lag der durchschnittliche Füllgrad zu dieser Jahreszeit sogar bei knapp 86 Prozent. Die gesetzliche Vorgabe von 80 Prozent je Speicheranlage zum 1. November dieses Jahres gilt als kaum noch erreichbar. Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hatte dies Ende September eingeräumt.

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Vor diesem Hintergrund sind auch Engpässe bei der Versorgung nicht mehr auszuschließen. Wie aus Angaben der Initiative Energien Speichern (INES), dem Verband der Speicherbetreiber, hervorgeht, könnte es bei extrem tiefen Temperaturen im Januar zu einem Gasmangel kommen, der aufgrund des geringen Angebots und der jahreszeitbedingt hohen Nachfrage erwartungsgemäß die Preise auch an den Großhandelsmärkten in die Höhe schnellen lässt.

Der niedrige Füllstand in diesem Jahr ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Winter 2025/26 die Speicher stark beansprucht hat. Anfang März lag der Füllstand laut INES-Verband zeitweise nur noch bei 21 Prozent. Das ist auf die weitreichenden Ausspeicherungen am Ende des vergangenen Winters zurückzuführen, die nicht zuletzt auf den kalten Jahresbeginn zurückgehen – trotz der vielbeschworenen Klimaerwärmung.

Ein weiterer Faktor hängt indirekt mit dem Iran-Krieg und der Beeinträchtigung des sogenannten „Sommer-Winter-Spread‟ zusammen. Üblicherweise kaufen Händler im Sommer günstig Gas ein, lagern es ein und verkaufen es im Winter teurer. In diesem Jahr ist der Spread aber negativ. Das heißt, dass Gas für den Winter am Terminmarkt billiger zu haben ist als Gas für den Sommer.

Das nahm Händlern den üblichen Anreiz, im Sommer Gas einzukaufen, einzuspeichern und im Winter teurer zu verkaufen. Nach Berechnungen von INES verlor Anfang September jeder, der Gas einspeicherte, 3,14 Euro je Megawattstunde. „Es wäre im Moment unwirtschaftlich, Gas vorzuhalten, einzuspeichern“, erklärte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Energieverbands BDEW, im Gespräch mit Deutschlandfunk. Kein Unternehmen könne dauerhaft mit Verlust einkaufen.

Ein weiterer preistreibender Faktor, der nichts mit der Speicherproblematik zu tun hat, ist der nationale CO₂-Preis. Die Abgabe, die in den Bereichen Abfallverbrennung, Gebäude und Verkehr anfällt und somit auch auf das Heizen mit Gas und anderen fossilen Energieträgern erhoben wird, bewegt sich 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne.

Zum Vergleich: Im Jahr der Einführung 2021 kostete eine Tonne noch 25 Euro. Seitdem kam es fast jährlich zu Anhebungen. Rechtlich zahlen ihn zunächst die Unternehmen, die diese Brennstoffe in den Verkehr bringen – etwa Gasversorger oder Heizöllieferanten. Sie müssen dafür Emissionszertifikate abgeben. Die Kosten geben diese aber üblicherweise über den Brennstoffpreis an ihre Kunden weiter.

Für 2027 wurde dieser Korridor verlängert, die Abgabe bleibt in etwa gleich. Ab 2028 droht dann ein gewaltiger Preisschock für die Verbraucher. Ab diesem Zeitpunkt soll der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) den nationalen Preis ablösen; der Preis bildet sich dann grundsätzlich europaweit am Markt. Es gibt dann keine Festpreise für Zertifikate mehr.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, zuzüglich der EU-Maßnahmen, durch die die Obergrenze der sich im Umlauf befindenden Zertifikate regelmäßig reduziert wird. Dies wird eine deflationäre Wirkung auf die Menge der verfügbaren Zertifikate haben und die Preise für Emissionszertifikate sowie die Endkosten für Verbraucher beim Heizen und Tanken in die Höhe treiben.

Der Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach, rechnet ab dann mit einem CO₂-Preis von bis zu 200 Euro je Tonne. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit Gasheizung wären das nach seiner Rechnung rund 1.000 Euro höhere Heizkosten pro Jahr, bei einem Liter Benzin rund 60 Cent mehr. Selbst wenn sich die Lage an der Straße von Hormus entspannt, mehr Gas eingelagert wird und die Gas- und Spritpreise sinken, bleibt Energie für deutsche Haushalte damit auf absehbare Zeit teuer.

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15 Kommentare

  • Sie werden arm und unglücklich werden.
    Läuft alles nach Plan.
    VdL und WEF wollen es so.

    • Hoffentlich wachen auch die noch „Schlafenden“ bald auf.
      Man munkelt, Uschi hält womöglich schon ihre Eurogendforce (Paramilitäre Einheit auf EU-Ebene) bereit, um Bürgeraufstände niederzbügeln.

      • The Purge….locker weg Malte und Jana zu entwaffnen

  • Daher der Spruch von Frau Reiche „Es ist genügend Gas vorhanden“
    Sie hat nur vergessen zu welchem Preis!

  • „ Die gesetzliche Vorgabe von 80 Prozent je Speicheranlage zum 1. November dieses Jahres gilt als kaum noch erreichbar.“
    Gesetze spielen somit keine Rolle mehr?
    Wer hat den gegen das Gesetz verstoßen und ist somit haftbar zu machen?

  • Lasst uns hoffen, dass es bei diesen +20% bleibt!

  • Naja, 20% mehr hin oder her, das kann man meistens bezahlen.
    Aber wenn es ungünstig kommt, dann ist einfach kein Gas mehr da. Und wenn in diesem Fall die Privatkunden bevorzugt beliefert werden, dann gibt es erhebliche Schäden in der Wirtschaft und Industrie, die uns alle auf Dauer noch viel mehr kosten als diese 20%.

  • Frau Reiche sagte erst heute wieder „es wird nicht kalt“ und „die Speicher sind ausreichend gefüllt“. Dann ist doch alles gut, oder??? ^^

  • Hohe Preise und Abgaben sind der Sinn der Übung.

  • Russisches Gas gibt es genügend und sehr billig ,aber das dürfen wir nicht haben…..weil??????

    • Doch doch…wir dürfen es nur nicht billig und gasförmig haben. Wenn es LNG und teuer ist dann geht das schon.

  • Nur 20 % +??????? 200 % + wären besser!
    Nur fleißig weiter Links, Grün, Rot & CDÜ wählen! Das Erwachen wird kommen! 😝

  • Laut den Georgia Guidestones, die zur Coronazeit noch jeder kannte, aber die man dann lieber gesprengt hat, sollte doch die Weltbevölkerung um 95% reduziert werden. Auch wenn es mit der Impfung fehlgeschlagen ist, wollen sie es wohl weiterhin probieren.

  • Euer Geld ist nicht weg , es hat nur jemand Anders !
    Gena das ist das Programm dieser Polit Darsteller !
    Wer was anderes glaubt , dem ist nicht zu helfen !
    Hochverrat !
    Siehe auch Ukraine !

  • Häh, nachdem alle d- Deppen immer noch die Schwachmaten wählen, die auf EU und Bürokratie setzen, sehe ich ich in meiner , Nachbarschaft , weiter so Ihr …..aber aber ganz viele wählen hier weiter so…LOL

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