Der Papst belehrt Macron – und das laizistische „Frankreich liebt Jesus“
Frankreich gilt als atheistische Nation, wo Kirche und Staat strikt getrennt sind – und der Islam immer mehr an Einfluss gewinnt. Doch der Besuch des Papstes zeigt, dass das Christentum in Frankreich wieder stärker werden kann.
Das traditionell katholische Frankreich wird heute vor allem mit dem Laizismus, der strikten Trennung von Staat und Kirche, in Verbindung gebracht. Durch die fortschreitende Säkularisierung und die islamische Einwanderung schien vom einstmals christlichen Frankreich nicht mehr viel übrig zu sein. Doch wer sich für den Glauben interessiert, wird mitbekommen haben, dass die Zahl der Erwachsenentaufen in Frankreich bereits seit Jahren wieder steigt. Auch der Besuch des Papstes zeigt, dass eine Rückbesinnung auf das Christentum möglich zu sein scheint.
Einer Umfrage des französischen nationalen Demografieinstituts zufolge gaben 2020 53 Prozent der 18- bis 49-Jährigen an, keiner Religion anzugehören. Während der Anteil der Katholiken 2010 noch bei 49 Prozent lag, lag er zehn Jahre später nur noch bei 29 Prozent. Der Anteil der Muslime stieg im gleichen Zeitraum von einem auf zehn Prozent.
Obgleich die Zahl der Christen in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist, ist zugleich die Anzahl der Erwachsenentaufen gestiegen. Während es 2016 lediglich rund 4.000 Erwachsenentaufen gab, waren es in der diesjährigen Osternacht 13.000. Bereits im Vorjahr ließen sich zu Ostern 10.000 Menschen taufen. Wie Vatican News berichtete, stammt rund die Hälfte der Taufanwärter aus atheistischen Familien. Der Anteil der Täuflinge, die ehemals Muslime waren, liegt seit Jahren zwischen drei und sieben Prozent.
Diese Zahlen geben Hoffnung, dass das Christentum in Frankreich noch nicht tot zu sein scheint. Die riesige Begeisterung über den Besuch des Papstes unterstreicht dies. Hunderttausende Menschen säumten die Champs-Élysées, jubelten dem Papst zu und schwenkten Fahnen des Vatikans. In einem Land, in dem es keinen staatlichen Religionsunterricht gibt, Schüler keine religiösen Symbole wie Kreuzketten tragen dürfen und mehr als die Hälfte der jungen Menschen angibt, atheistisch zu sein, sind diese Bilder bemerkenswert.
Der Besuch von Leo XIV. in Frankreich stand ganz im Zeichen der Erinnerung an die katholische Geschichte des Landes. Besonders die Vigil am Freitagabend mit 80.000 jungen Menschen machte das deutlich. In einer aufwendigen Inszenierung mit stattlichen Kostümen, Reitern, Wagen und Schauspielergruppen wurde an die christliche Geschichte Frankreichs erinnert.
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Die Märtyrer wurden bei der Vigil mit Palmenzweigen dargestellt, während sie die Hymne „Christus vincit“ (Christus siegt) sangen. Auch die französische Nationalheilige Jeanne d’Arc war in dem Schauspiel zu sehen: Die Reiterin in Ritterrüstung wurde von mehreren Rittern begleitet. Sie kämpfte im 15. Jahrhundert für Frankreich gegen England und wurde im Alter von 19 Jahren lebendig verbrannt.
Auch die Messe des Papstes am Samstag auf dem Place de la Concorde, der 800.000 Menschen beiwohnten, rückte das Bekenntnis zu Jesus Christus in den Vordergrund. Macron blieb ihr wegen des Laizismus, der strikten Trennung von Staat und Kirche, fern. Doch seine Frau war anwesend, ebenso die rechte Oppositionspolitikerin Marine Le Pen.
Dass die Messe auf dem Place de la Concorde stattfand, ist in gleich zweifacher Hinsicht bedeutsam: Zum einen fanden dort während der Französischen Revolution die Hinrichtungen durch die Guillotine statt; etwa 1.000 Menschen wurden dort enthauptet. Auch Ludwig XVI. und seine Frau Marie Antoinette sind dort getötet worden. In der Messe predigte der Papst, dass die Menschen mit materiellen Dingen den Durst ihrer Seele nicht stillen könnten, sondern dass dies nur durch den Glauben möglich sei.
Dass 800.000 Menschen sich dort versammelten, kann als Indiz dafür gewertet werden, dass sich viele Menschen nicht mehr in einer Traditionslinie mit den Revolutionären und deren Laizismus sehen. In der Revolutionszeit war der Katholizismus durch eine politische Ersatzreligion, den „Kult des höchsten Wesens“, verdrängt worden. Er sollte die Revolution und den auf Gewalt fußenden Umbau der Gesellschaft legitimieren.
Bei der Eröffnung der Olympischen Spiele 2024 präsentierte sich der französische Staat noch offiziell in der Geisteshaltung der Revolutionäre: Die Hinrichtung Marie Antoinettes wurde auf regelrecht groteske Weise gefeiert. Vor dem Gefängnis, in dem die Königin gefangen gehalten wurde, trat eine Opernsängerin als geköpfte Marie Antoinette auf. Rote Luftschlangen, die das spritzende Blut symbolisieren sollten, schossen in die Luft. Mehr Menschen scheinen sich diesem Deutungsrahmen entziehen zu wollen.
Der Papstbesuch hat nun gezeigt, dass es auch ein anderes Frankreich gibt. „Von dieser wunderschönen Stadt Paris aus bete ich inständig darum, dass sich das lebendige Wasser des Heiligen Geistes in ganz Frankreich ausbreitet“, sagte Papst Leo XIV. Auch in Lourdes, das er am Samstag besuchte, rief er alle Menschen zur Umkehr auf und ermunterte sie zum Glauben. Auch hier begrüßten den Papst Hunderttausende.
Bei seinem Treffen mit Emmanuel Macron am Freitag belehrte der Papst den Staatspräsidenten: „Gerechter Laizismus besteht nicht daraus, die Religion aus dem öffentlichen Raum zu verbannen.“ Außerdem kritisierte er ein Gesetz, das den assistierten Suizid für Schwerkranke erlaube. 2024 wurde gar eine „Freiheit zur Abtreibung“ in die Verfassung geschrieben. Beides lehnt die katholische Kirche strikt ab. Auf einem Plakat war der Satz „Frankreich liebt Jesus“ zu lesen.
Die steigende Zahl der Erwachsenentaufen und die vielen Menschen bei dem Papstbesuch deuten darauf hin, dass Frankreich wieder christlich werden kann. In Paris waren auch abseits des Papstbesuches zahlreiche Priester auf den Straßen, die den Menschen die Beichte abnahmen. Videos in den sozialen Medien zeigen, dass viele Menschen das Angebot annahmen.
Die muslimische Gruppe Miséricorde pour l’Humanité France, die vor allem Katholiken in Frankreich missionieren will, warnte angesichts der Begeisterung über den Papstbesuch: „In 45 Jahren wird Frankreich wieder katholisch und wir werden nur noch unsere Augen zum Weinen haben.“ Doch wollen die Menschen der Aufforderung des Papstes tatsächlich folgen und zum Glauben zurückkehren oder war die Begeisterung rund um den Papstbesuch nur ein einmaliger Hype? Ob die französische Bevölkerung tatsächlich wieder christlich wird, ist in der freiheitlichen Gesellschaft die Entscheidung jedes Einzelnen.
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Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Vielleicht ist die Ausbreitung einer als invasiv empfundenen Religion weniger die eigentliche Ursache als vielmehr ein Symptom und eine zwangsläufige Folge davon, dass die nachkommenden Generationen zunehmend verlernen, zwischen Atheismus und Säkularisierung zu unterscheiden (s. o.). Vielleicht liegt der eigentliche Grund für die eigene Gottlosigkeit gerade in der Unwissenheit über das, was Gottlosigkeit überhaupt bedeutet und letztlich anrichtet.
Amen. So ist’s.
Es ist eine mehr als erfreuliche Entwicklung, wenn die Menschen in Frankreich sich tatsächlich wieder mehr Jesus zuwenden.
Ob die katholische Kirche dabei eine gute Vermittlerin des biblischen Jesus ist, lasse ich mal dahingestellt.
Unabhängig religiöser Vorlieben und persönlicher Glaubensbekenntnissen !
Stellen sie sich alleine mal einen Pabst besuch in Berlin vor !?
Sehr diplomatisch, Respekt. 😀 😀
„Ob die katholische Kirche dabei eine gute Vermittlerin des biblischen Jesus ist, lasse ich mal dahingestellt.“
Dann lassen Sie es halt dahingestellt.
Ich begrüße es, dass der Artikel auch diese unsägliche Inszenierung der Ermordung der Habsburgerin Marie Antoinette anlässlich der Olymp. Spiele 2024 erwähnt. Dass die Ösis sich das haben gefallen lassen?
Ihr Wort in Gottes Ohr, im sprichwörtlichen wie im übertragenen Sinne… Leider macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, und es hat gerade der Herbst angefangen…
Werden Sie eine Schwalbe, dann wird auch ein Sommer draus. Ziemlich einfach.
„Rote Luftschlangen, die das spritzende Blut symbolisieren sollten, schossen in die Luft.“ ich hatte diese gesamte Zeremonie gemieden, weil ich eine Ahnung hatte, welchen Dreck die da zelebrieren. Aber im Ernst, die haben die Enthauptung einer Frau derart gefeiert? Meine Güte ist das pervers.
Frankreich ist nicht „atheistisch“! Frankreich ist säkular – das benennt die strikte Trennung von Staat und Kirche. Etwas das sich Deutschland als Ziel bereits unter Wilhelm2 als Staatsziel auf die Fahnen geschrieben und bis heute nicht verwirklicht hat. Es ist für die „Regierenden“ halt zu verführerisch, sich die Religionen als nützliche Idioten zu halten.
In Frankreich würden sie momentan lieber mehr Lohn lieben. Dort sind gerade Proteste für mehr Lohn am Laufen. Von Religion kann man nicht leben. Es sei denn, man ist Papst oder sonstiger Würdenträger der Kirche.
Was hat denn dieser Papst mit dem Christentum zu tun? Sein Amt nutzt er doch nur für seine eigene politische Agenda und entfaltet damit lediglich weltliche Macht. Dann ist mir die Trennung von Kirche und Staat aber sehr wichtig.
Ich finde die christliche Reconquista sehr gut. Als Atheist lebe ich lieber unter Christen, als von Mohammedanern umgebracht zu werden. So einfach!
Als Atheist, der man ohne die Christen gar nicht sein könnte, die Christen arbeiten lassen. Wirklich sehr einfach.
„Wieder christlich werden kann“… Aber nicht mit diesem Papst, dem Muslime wichtiger als seine eigenen Schafe sind und der über die Christenverfolg von diesen kein Wort verliert.
Eine einfache Internetrecherche belegt das Gegenteil Ihrer unsäglichen Lüge.
Was soll das?
Ist dieser Gott wirklich so schwach, dass ein Stellvertreter auf Erden benötigt wird? Eine Bank hat einen stellvertretenden Direktor.
Nein, Gott ist weder schwach, noch ist er religiös oder katholisch/evangelisch.
Er ist, der er ist.
Werfen Sie einen Blick die Bibel, Sie werden staunen.
Ja, das ist ja erschreckend. Man bekommt Jesus nicht ohne das Alte Testament. Ausrotten der Menschheit (Flut), Zahn um Zahn-Auge um Auge, Überfall anderer Völker, damit das ausgewählte Volk besetzt, Sklaven, Frauendiskriminierung, ein eifersüchtiger Gott und und ….
Das ist eine ziemlich gängige und zugleich widersprüchliche, fast schon kindische Sichtweise. Auf der einen Seite wird Gott als bloßes Fabelwesen abgetan, das ohnehin nicht existiert, auf der anderen Seite dient ausgerechnet sein vermeintlich unmoralisches und böses Handeln als Begründung für die Ablehnung des Christentums. Man glaubt also nicht an Gott, legt aber gleichzeitig Maßstäbe an ihn an, als wäre er dafür verantwortlich, dass das Leben kein rosaroter Ponyhof ist. Dabei setzt die Empörung über Gut und Böse bereits einen moralischen Maßstab voraus, dessen Ursprung man mit der eigenen Weltanschauung erst einmal erklären müsste, was in der Regel dann mit diesem kindischen, selbstverliebten und inkonsistenten Humanismus erfolgt. Zudem ist die Beschreibung von Gewalt in der Bibel nicht automatisch deren moralische Billigung. Wer das nicht auseinanderhält, kritisiert nicht das Christentum, sondern sein eigenes Unverständnis davon.
Ja, für viele ist es sehr schwer zu ertragen, dass Gott ein absolut souveräner und heiliger Gott ist.
Auch dass wir Menschen von ihm abgefallen sind, ist nicht leicht zu verdauen.
Aber es genügt schon ein Blick in die Welt, um das zu sehen.
Aber dann blicken Sie weiter und schauen Sie vor allem anderen auf Jesus!
Gott liebt uns Menschen so sehr, dass er ihn zu uns geschickt hat.
Weil er weiß, dass wir NICHTS mehr brauchen als Erlösung und Versöhnung.
Allein Jesus freiwilliger Tod hat das ermöglicht.
Für jeden Menschen, der das will… aber nur wer es wirklich will…
Zahn um Zahn, … ist von Luther und im Islam mißverstanden worden! Es war eigentlich die Formel die Schadensersatz legitimiert und gleichzeitig das Ausmaß begrenzt!
Frauendiskriminerung? Mhm! Wer ist Jude? Jemand der von einer jüdischen Mutter geboren wurde!
Die wahre Macht sitzt in den Banlieues, den Vierteln, die fest in muslimischer Hand sind, in denen die Scharia gilt und in die die Polizei (wenn überhaupt) nur noch in Mannschaftsstärke einfährt. Wenn den dortigen Hasspredigern und Clanbossen danach ist, ihre Muskeln spielen zu lassen, reicht ein Fußballspiel, um eine halbe französische Großstadt in ein Kriegsgebiet zu verwandeln.
Macron hat das verstanden und wirft sich bei jeder Gelegenheit vor den neuen Machthabern in den Staub (Israelpolitik), um möglichst jeden Konflikt vor den kommenden Präsidentschaftswahlen zu vermeiden.
Das Christentum spielt in dieser Auseinandersetzung keine Rolle.
Vordergrund gut begrüsse ich. Aber sie arbeiten dem Guten Geist mit Symbolik dagegen. Alleine die Platzwahl, grauenvoll, ist das eine Totenmesse, gibt noch andere Symbole. Sie feiern den Tod? Offen gesagt sie arbeiten mit negativer Energien und das kombiniert mit der Masse Menschen die das nicht sehen., arbeitet für die Papstgarde. Ja ja nennt mich Esoteriker, aber der Papst hat seine Seele verkauft. Er sollte daran denken in welcher Schuld er gegenüber Jesus und seinem Vater steht. Ob sie ihn kennen?
Und was dann? Religionskrieg?
Schon wieder….
Ich und viele andere wollen den Religionsmief nicht. Erst recht nich wenn die auch noch mit Staatsgeldern und Zwangsabgaben vom Volk gemästet werden!
Was genau möchtest du vom Leben?