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Designer-Mobiliar

Eine halbe Million mehr als geplant: Jobcenter Bremen gibt 600.000 Euro für „Kreativraum“ aus

Das Jobcenter Bremen hat sich für 600.000 Euro einen „Kreativraum“ eingerichtet, in dem Mitarbeiter-Workshops stattfinden sollen. Ursprünglich hätte das Steuergeld-finanzierte Projekt eine halbe Million Euro weniger kosten sollen.

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Der Workshop-Raum im Jobcenter Bremen hätte nur 90.000 Euro kosten sollen. (Symbolbild) (IMAGO/Henricus Lüschen)

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Das Bremer Jobcenter hat 600.000 Euro für einen „Kreativraum“ ausgegeben, in dem Schulungen, Workshops sowie „teamübergreifende Formate“ stattfinden sollen. Damit kostete das Projekt 500.000 Euro mehr als ursprünglich geplant – zu Beginn waren nämlich nur 99.000 Euro veranschlagt worden. Ein sowieso schon stattlicher Preis, denn für den gleichen Zweck gibt es bereits einen Raum im Hauptgebäude – und zwar das sogenannte „Praxislabor“ im Dachgeschoss.

Doch eine Pressesprecherin betont gegenüber dem Weserkurier die vermeintlichen Vorteile des neuen Raums. Denn neben einem Hauptraum gebe es zwei Nebenräume für Arbeiten in Kleingruppen. „Das flexible Mobiliar und die flexible Technik erlauben es, sowohl in klassischen Besprechungsformaten zu arbeiten als auch in agilen Workflows.“ Man wolle „moderne Formen der Zusammenarbeit, Qualifizierung und Führung im Jobcenter Bremen“ ermöglichen.

Wie der Weserkurier berichtet, stammt zumindest ein Teil der Sitzeinrichtung vom hochpreisigen Hersteller Vitra. Ein Anhaltspunkt dafür, wie der Betrag von 600.000 Euro zustande gekommen ist. Diese Summe wollte das Bremer Jobcenter gegenüber der Zeitung erst nach der Androhung rechtlicher Schritte bestätigen. Eine formelle Ausschreibung für die Ausstattung der Inneneinrichtung fand nicht statt.

Wie die Bereichsleiterin für Personal und Infrastruktur mitteilt, sei das Vorhaben über das Gebäude-, Bau- und Immobilienmanagement (GBI) der Bundesagentur für Arbeit koordiniert worden. Das GBI habe die Firma „Designfunktion“ mit einem Entwurf und der Ausführung des Projekts beauftragt.

Dass das Projekt knapp eine halbe Million Euro mehr kostet als ursprünglich geplant, rechtfertigt das Jobcenter damit, dass sich der Betrag von 90.000 Euro auf den Planungsstand von 2022 bezogen habe, als das Vorhaben begonnen wurde. „Die später realisierten Maßnahmen am Standort umfassten darüber hinaus zusätzliche bauliche, brandschutzrechtliche, infrastrukturelle sowie ausstattungsbezogene Maßnahmen mit eigenständigem Umfang und eigener Kostenstruktur.“

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Es sei weder gesetzlich vorgesehen noch formal notwendig gewesen, sich über die Kostensteigerungen mit den Trägern des Jobcenters – der Bundesagentur für Arbeit und der Stadt Bremen – abzustimmen. Die Pressesprecherin des Jobcenters betont, dass die Raumausstattung zur Attraktivität des Arbeitgebers beitrage. Denn man befinde sich mit der freien Wirtschaft im Wettbewerb um Personal. Andeutungen von Mitarbeitern, dass der Raum nie benutzt werde, widerspricht sie. Der Raum sei stets gut ausgelastet.

mra

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45 Kommentare

  • Nicht schlecht…von 99000 auf 600000 Euro….das ist Inflation pur 🙂 🙂 🙂
    Bin gespannt, ob die Beamten jetzt auch 6 mal produktiver sind in ihrem Kreativraum…

    • Beamte und „produktiv“ – 2 Begriffe die sich ausschließen…

      • Es sind idR Angestellte im öD.
        DAMIT ist die Frage rhetorisch und die Antwort korrekt.

      • Sehr voreilig diese Bemerkung. Agile workflows werden die Effizienz in Zukunft ändern.

    • Um ein ganz altes Vorurteil wieder aufzuwärmen: Der Schlaf der beamten wird 6 mal tiefer und 6 mal erholsamer sein.

  • Für mich ist das kriminell und sollte dringend untersucht werden wer vom Jobcenter hier mitverdient hat. Anders ist es eigentlich nicht zu erklären.

  • „Andeutungen von Mitarbeitern, dass der Raum nie benutzt werde, widerspricht sie. Der Raum sei stets gut ausgelastet.“
    Solche Räume kenne ich auch …. die nennt man Besenkammer 🙂 🙂 🙂

    • Darkroom?

  • Ja, werft das Steuergeld einfach raus. Hier ist eh bald Ende, dann jetzt noch Party machen.

  • Um das (scheinbar) unterschiedslos geltende Recht unterschiedlich anzuwenden, z.B. keine Vermögensprüfung bei Ausländern oder Sparkassen-Safe-Inhabern, muss man schon kreativ sein. Da brauchts offenbar solche „Räume“.

  • Kannst du dir nicht ausdenken!
    Probier das mal in der freien Wirtschaft.

  • „Denn man befinde sich mit der freien Wirtschaft im Wettbewerb um Personal.“

    Hätte man mich gefragt, ich hätte gedacht, das Jobcenter ist dafür da, Personal in die freie Wirtschaft zu vermitteln. Wegen irgendwas mit Wachstum und so.

  • Ich stelle mir gerade die Frage, wofür bei einer Behörde eigentlich genau ein Kreativraum gebraucht werden könnte….da ist doch eigentlich kein Platz für Kreativität, weil doch für alles Vorschriften und Dienstanweisungen existieren, oder?
    Das wäre ja in fast so, als würde man von einem Panzer der Bundeswehr erwarten, das er schwangerschaftsgerecht für Gebährpersonen ist….oh…Moment…warte mal kurz…. 🙂 🙂 🙂
    Jetzt hab ich’s….er wird benötigt für „kreative Buchführung“, richtig? 🙂 🙂 🙂

  • Was dem einen die Entenpastete, ist den anderen der „Kreativraum“.

  • Wieder ein Argument, den Länderfinanzausgleich abzuschaffen.

  • Veruntreuung!

  • Ein weiterer Beweis: Keine Rettung für D mehr möglich. Selbst wenn ein Genie jetzt übernehmen würde, der Beamtenapparat wird es verunmöglichen, mit seinem Kreativraum.

    Abermals: nix wie weg, rette sich wer kann!

  • Der Begriff, um den hier herumgeeiert wird, lautet „Veruntreuung“.

    In funktionierenden, nicht dysfunktionalen Rechtssystemen mit zurechnungsfähigen Organen ein Straftatbestand, der bei Behörden aufgrund deren exponierter Verantwortungsposition verschärft geahndet wird.

    Tja.

  • Bremen sollte wg. Unfähigkeit eh einem anderen Bundesland zugeschlagen werden. Die konnten noch nie mit Geld umgehen und wäre ohne den Finanzausgleich finanziell schon mausetot.
    Genau wie Hamburg.

    • Trollmantel. kann weg

      • Gerdolfo mag Trollmantel nicht mehr nachmachen und will lieber L.U. sein🤣

    • Du Luser kappierst gar nichts.
      Hamburg ist Nettoeinzahler.

      -21
      • Stand: 2025 (laut Handelsblatt)
        ~11,660 Milliarden € – Bayern
        ~04,010 Milliarden € – Baden-Württemberg
        ~04,000 Milliarden € – Hessen

        ~00,331 Milliarden € – Hamburg !!!

      • Gerdolfo kappirt deutsche Sprache nicht🤣

        • L.U. Ich bin Gerdolfo!

          5
  • Einen kreativraum für den Preis eines Einfamilienhauses ?
    Wo fehlt angeblich das Geld und für was für lebenswichtige Aufgaben des Staates ?
    Das ist in Deutschland unter den Sozialisten mittlerweile schlimmer als in der französischen Monarchie unter Ludwig dem XIV !

    • Einen kreativraum für den Preis eines Einfamilienhauses: Sehr guter Vergleich!!

  • Irrsinn! Für die Kohle bekommt man in Bremen ein ganzes Haus. Und die Beamten verballern das für nen popeligen Besprechungsraum. Wann hat so etwas mal disziplinarische Konsequenzen?

  • Wenn der Staat etwas snfssst, kommt zu 99% Müll raus.
    Grund: Die Verwalter verwalten nicht ihr eigenes Geld.

  • Die Kalkulation möchte ich mal sehen. Ich würde mir die Kosten für Beratung und Planung als erstes anschauen. Und dann die Beziehungen zu Politikern und Beamten genauer prüfen .

    • Nicht zu vergessen, die Herkunftszertifikate … kein Scherz, kostet richtig.

  • Für was brauchen die einen Kreativraum? Damit sie diskutieren können, wie sie ja niemand in Arbeit vermitteln, aber immer mehr Bürgergeld auszahlen? Das kann man auch im Keller denn da ist nichts wertschöpfendes dran.

  • Gibt es auch ein goldenes Klo? Das ist doch auch Standard…wie in der Ukraine, oder? Wofür sonst haben wir denn gefroren? 🙂 🙂 🙂

  • Bremen = ganz weit links

    Keine weiteren Fragen.

    • Bremen lebt vom Länderfinanzausgleich, oder? Wann stoppen das die zahlenden Länder und begehren ihre Gelder zurück?

  • die ausgeber brauchen es nicht zu erarbeiten.

  • Völlig sinnlos.
    Kleine Malocher lassen sich nicht auf kreative Tätigkeiten umschulen.

    • Gerdolfo hält sich für kreativ🤣

      • E.L. Ich bin Gerdolfo

  • „Die Pressesprecherin des Jobcenters betont, dass die Raumausstattung zur Attraktivität des Arbeitgebers beitrage. Denn man befinde sich mit der freien Wirtschaft im Wettbewerb um Personal. “
    Welcher freien Wirtschaft, bei der Wirtschaftsflaute? Etwa in Konkurrenz, die vor lauter Freude gar nicht an sich halten kann und ihren Mitarbeitern 1000 Euro steuerfrei zahlt? Oh….halt…warte mal kurz… 🙂 🙂 🙂

  • 600000 € für einen Raum. Ist es das Bernsteinzimmer oder wer hat daran gut verdient? Wahnsinn wie die Kohle hier rausgehauen wird.

    • Für Kreativräume in Kiev werden noch ganz andere Summen von uns gezahlt!

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