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Nahostkonflikt

Drei Euro pro Liter: Dieses Diesel-Szenario könnte nicht nur in Italien bald Realität werden

Seit dem Auslaufen des Tankrabatts steigen die Preise an den deutschen Zapfsäulen weiter ungebremst an. Doch was Autofahrer derzeit erleben, könnte erst der Anfang sein. Bis die Drei-Euro-Marke geknackt wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit.

Zumindest mittelfristig droht ein weiterer Anstieg des Dieselpreises (IMAGO/Michael Gstettenbauer)

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Die Preise an Deutschlands Zapfsäulen kennen seit der Aufhebung des Tankrabatts Ende Juni wieder nur eine Richtung – und zwar nach oben. Preise jenseits der Zwei-Euro-Marke sind im August die Regel: Super kostete am Sonntag im bundesweiten Durchschnitt 2,28 Euro. Diesel notierte bei 2,25 Euro (mehr dazu und zu den Gründen für die politisch induzierte Preisspirale hier). Doch diese Preise dürften noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Prognosen gehen inzwischen davon aus, dass die Literpreise für Benzin und insbesondere für Diesel mittelfristig weiter stark steigen werden – womöglich sogar über die Marke von drei Euro. Dafür sind maßgeblich die Besteuerung und die steigenden CO2-Abgaben verantwortlich. Doch auch weitere Faktoren befeuern den rasanten Preisanstieg.

Die wohl konkreteste Warnung kommt derzeit aus Italien. Michele Marsiglia, Präsident des Öl- und Gasverbands FederPetroli Italia, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Adnkronos, der Dieselpreis könne binnen weniger Monate auf bis zu drei Euro je Liter steigen, sollte die Krise im Nahen Osten anhalten und die Straße von Hormus blockiert bleiben: „Wenn es so weitergeht, könnte es innerhalb weniger Monate zu einer dramatischen Veränderung kommen.“

Aktuell liegt der italienische Dieselpreis (Stand: 18. August) Berichten der Italian Times zufolge bei 2,099 Euro pro Liter, also auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland. Als weiterer Preistreiber kommt das Auslaufen der italienischen Verbrauchsteuerermäßigung um 17 Cent auf Diesel hinzu, die am Dienstag endete. Wie hierzulande nach dem Ende des Tankrabatts droht damit auch in Italien ein unmittelbarer Preissprung.

Für deutsche Verbraucher ist die Warnung aus Italien alles andere als ein fernes Nachbarschaftsproblem. Italien und Deutschland hängen am selben europäischen Kraftstoffmarkt. Beide Länder sind Nettoimporteure und beziehen ihre Ware – sowohl Rohöl als auch Diesel – zu großen Teilen über dieselben Handelsrouten aus den USA und der Golfregion. Steigt dort der Einkaufspreis, kommt der Aufschlag zeitversetzt an italienischen, aber auch an deutschen Zapfsäulen an. Was Marsiglia für Italien beschreibt, ist im Kern ein Szenario für den gesamten europäischen Dieselmarkt.

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Dass die Preise langfristig hoch bleiben oder weiter steigen, ist vor allem deshalb wahrscheinlich, weil der Krieg im Nahen Osten nicht abflaut, sondern sich eher ausweitet – und eine Öffnung der Straße von Hormus, durch die vor Beginn des Konflikts rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls und Flüssiggases transportiert wurden, daher in naher Zukunft unwahrscheinlich erscheint.

Seit Ende Februar bekämpfen die USA und Israel die Islamische Republik Iran. Wiederholt wurden Energieanlagen in der gesamten Golfregion von Raketen und Drohnen getroffen, die iranischen Revolutionsgarden weisen Handelsschiffe ab und Washington erwägt die Entsendung Zehntausender zusätzlicher Soldaten – die Verhandlungen über eine Wiedereröffnung des Seewegs treten derweil auf der Stelle.

Nicht nur aus Italien kommen vor diesem Hintergrund düstere Prognosen für die künftige Entwicklung der Treibstoffpreise. Der Automobilclub ADAC etwa geht davon aus, dass 2026 das teuerste Tankjahr der deutschen Geschichte werden und damit den bisherigen Rekord aus dem Ukraine-Kriegsjahr 2022 übertreffen könnte.

Autozeitung.de warnte schon im April vor drohenden Ölpreisschocks an der Tankstelle und schloss die Drei-Euro-Marke pro Liter ebenfalls nicht aus: „Ein Spritpreis von bis zu drei Euro pro Liter ist kein Selbstläufer, aber auch kein unrealistisches Szenario“, schrieben die Autoren.

Der Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland, Michael Haberland, erklärte der Bild-Zeitung bereits im März, dass es möglich sei, „dass sich der Literpreis an Normaltankstellen in Richtung drei Euro bewegt. An Autobahnen könnte diese Marke sogar gerissen werden.“ Voraussetzung für diese Argumentation war, dass sich der Preis für ein Barrel Rohöl auf 180 Dollar erhöht.

Letztlich gilt es jedoch zu beachten, dass nicht nur der Rohölpreis für weitere Anstiege der Treibstoffpreise, vor allem des Dieselpreises, entscheidend ist, sondern auch Faktoren wie Raffineriekapazitäten und Importabhängigkeit. Deutschland, aber auch Europa insgesamt, stellt Diesel zu großen Teilen nicht selbst her, sondern ist struktureller Nettoimporteur. Der Anteil der Dieselimporte in Deutschland lag laut AG Energiebilanzen im Jahr 2023 sogar bei gut 43,2 Prozent des Gesamtverbrauchs.

Bis zum EU-Embargo gegen russische Ölprodukte im Februar 2023 stammte rund die Hälfte dieser Importe aus Russland. Seither liefern vor allem die USA, Indien, die Türkei und die Golfstaaten. Deren neue Großraffinerien, etwa in Kuwait oder im Oman, müssen ihre Fracht jedoch ebenfalls größtenteils durch die Straße von Hormus verschiffen. Das treibt wiederum die globalen Dieseleinkaufspreise in die Höhe und verschärft Engpässe.

Vor diesem Hintergrund warnt auch die Investmentbank Goldman Sachs, dass im Hinblick auf Diesel ein großes Risiko für Engpässe besteht – ein noch größeres als bei Rohöl selbst. Vor allem im kommenden Winter könne es zu Versorgungsengpässen kommen. Morgan Stanley erwartet für Europa ebenfalls eine historisch angespannte Dieselversorgung.

Verschärft wird die Importabhängigkeit dadurch, dass Europa seine eigene Verarbeitungskapazität über Jahre hinweg abgebaut hat: Laut dem Statistical Report 2025 von FuelsEurope wurden in der EU seit 2009 rund 30 Raffinerien geschlossen. Die angeblich klimafreundliche Transformation hat Europa auch hier in eine Sackgasse manövriert.

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14 Kommentare

  • Dann höre ich endgültig auf zu arbeiten! Gestern Zuckersteuer, heute Dieselpreise, morgen?

    • Den Gedanken habe ich auch bereits, denn am Ende gehen wir nur noch arbeiten um uns das arbeiten leisten zu können… finde den Fehler!

      • 1 Woche mal Arbeit Niederlegen und daheim bleiben. Das System muss in die Schranken gewiesen werden.Nur so geht es. Harte Banddage muss folgen.

      • Ihr wollt einen freien Markt, einen schlanken Staat und Wachstum um jeden Preis, aber nur solange es euch gut geht. Sobald Diesel oder Zucker teurer werden, heißt es direkt: „Dann höre ich halt auf zu arbeiten!“

        Ja, was denn nun? Wenn ihr so auf freien Markt und Eigenverantwortung steht, dann macht doch genau das, was ihr anderen predigt: mehr verdienen, aufsteigen, euch weiterbilden oder einen besseren Job suchen.

        Aber nein, wenn die Marktlogik mal gegen euch läuft, soll plötzlich der Staat einspringen und euch auffangen. Der Staat soll also möglichst schlank sein, außer man selbst braucht seine Leistungen.

        Markt und Eigenverantwortung predigen, aber beim ersten Gegenwind nach dem Staat rufen. Das ist schon ziemlich lächerlich.

        Und nein, die Dinge werden nicht nur künstlich verteuert, sondern zu einem großen Teil auch deshalb teurer, weil es immer mehr Menschen gibt, die über ihren Verhältnissen leben. Sie bekommen mehr, als sie eigentlich verdient hätten.

    • Plus nächstes Jahr Luftsteuer Teil 2, + Mehrwehrtsteuer

  • ALLES Absicht unserer grünen Politiker in allen Parteien Unsererdemokratie.
    In Südamerika liegt Diesel bei 1,20€, und auch da hat der Staat natürlich bereits seine Finger drin (mind. MwSt.).

    NOCH haben wir demokratische Wahlen.
    NOCH kann man den Sauhaufen einfach abwählen.

    • Die Briewahl ist der Freund der Bande. Auf der Mauer wachsen die Blümchen.
      Freiwillig räumen die das Feld nicht.

  • Mir doch egal. Ich tanke Strom aus der eigenen Solaranlage. Das Ding hat sich jetzt schon amortisiert.

    -13
    • Aha… und wie geht es dann in der dunklen Jahreszeit weiter?

    • Auch dein Essen und Deine Kleidung und alles andere muss transportiert werden. Ein hoher Dieselpreis ist auch ein hoher Preis für das Brot. Denn auch der Trecker, der dein Brot vom Acker holt, braucht Diesel. Also nicht beschweren, wenn alles teurer wird, denn Dir ist es egal!

    • Blödes Geschwätz,und im Herbst, Winter bis ins Frühjahr?keine Ahnung.

    • Rudi – du alter Egoist. Schäm dich ecke 6-.

    • …rechnet sich nicht, ohne Steuersubventionen, ist uralt Technologie und produziert feste CO2.

  • Die Lügenindustrie, CDU, SDP und Grüne sowie die Linken ( Mauerschützen Partei) sind so etwas von überfällig. Weg mit denen!

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