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Stefan Düll

Deutscher Lehrerverband warnt: Verwechslungsgefahr von „Schweigefuchs“ und Wolfsgruß

Nach dem Wolfsgruß-Jubel des türkischen Fußballers Merih Demiral warnt der Deutsche Lehrerverband vor möglichen Verwechslungen mit dem in Grundschulen gebräuchlichen „Schweigefuchs“. Der Verbandspräsident Stefan Düll fordert eine Sensibilisierung des Lehrpersonals.

Der türkische Nationalspieler Demiral im Spiel gegen die Niederlande

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Nachdem der türkische Nationalspieler Merih Demiral bei einem Treffer gegen Österreich mit dem Wolfsgruß jubelte, warnt nun der Deutsche Lehrerverband vor der Verwechslungsgefahr des Wolfsgrußes und des „Schweigefuchs“. Letzteres würde von Lehrkräften insbesondere in Grundschulen verwendet.

Stefan Düll, Präsident des Verbandes fordert nun das Lehrpersonal für die potenzielle Verwechslungsgefahr beider Symbole zu sensibilisieren, wie er gegenüber der Zeit erklärt. Es ist von entscheidender Bedeutung, das pädagogische Personal auf diese Problematik hinzuweisen, „sodass sie Missverständnissen vorbeugen und nachvollziehen können, wenn Kinder oder Eltern mit Fragen dazu auf sie zukommen“, so Düll weiter.

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Sollte der „Schweigefuchses“ in der jeweiligen Schule oder auch Kita Anwendung finden, müsse die Bedeutung des Symbols gegenüber den Kindern und Jugendlichen klar kommuniziert und erläutert werden, so der Lehrerpräsident. Wenn die Elternschaft jedoch ein Problem mit dem Symbol habe, so sollte der „Schweigefuchs“ im Zweifel aus dem Unterricht verschwinden.

„Wir plädieren dafür, dass dabei auf die Sicht von Kindern oder Eltern, die das Handzeichen problematisch finden, Rücksicht genommen und der „Schweigefuchs“ dann nicht eingesetzt wird“, so Düll. Schließlich gebe es genügend Alternativen, um eine Klasse zur Ruhe zu bringen.

Nach dem kontroversen Torjubel von Demiral reagierte das deutsche Auswärtige Amt und der türkische Botschafter wurde einbestellt. Mit ihm habe man „den Vorfall thematisiert“. Demiral selbst beteuerte, dass seine Geste lediglich Ausdruck seines türkischen Nationalstolzes gewesen sei und keinerlei versteckte Botschaft beinhaltet habe. Die UEFA nimmt ihm das aber offenbar nicht ab. Demiral wurde für die kommenden zwei EM-Spiele gesperrt.

Der Wolfsgruß gilt als Erkennungszeichen der türkischen rechtsextremen Ülkücü-Bewegung. In der Türkei wird sie zudem häufig von der ultranationalistischen MHP-Partei verwendet, die mit Präsident Erdogans Regierung kooperiert. Erdogan scheint die aktuelle Situation ebenfalls für sich nutzen wollen. Für das EM-Viertelfinale in der die Türkei gegen die Niederlande in Berlin spielt, hat er seinen Besuch angekündigt. Im Vorfeld des Spiels gibt es Aufrufe während der türkischen Hymne den Wolfsgruß zu zeigen.

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