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Bernd Prange

CDU warb mit ihm als „starkem Kandidaten“ – nun ruft Bürgermeister zur AfD-Wahl auf

Bürgermeister, Kreistagsmitglied und sogar als Bundestagsbewerber im Gespräch: Bernd Prange war jahrzehntelang fest in der CDU verankert. Noch 2024 warb die Partei mit ihm als „starkem Kandidaten“ – nun spendet er 10.000 Euro an die AfD und ruft zu ihrer Wahl auf.

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2023 gratulierte die CDU Bernd Prange öffentlich zu seiner Wiederwahl als Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe (Screenshot via X/CDULSA)

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Noch bei der Kommunalwahl 2024 präsentierte die CDU Bernd Prange als Teil ihrer „starken Kandidaten“ für den Stendaler Kreistag. Prange ist seit Jahrzehnten fest in der CDU-Kommunalpolitik verankert. Nun hat der Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe der AfD 10.000 Euro gespendet, kündigt seine eigene Stimme für die Partei an und hofft auf eine absolute Mehrheit der AfD (Apollo News berichtete). Dafür droht ihm der Parteiausschluss (mehr dazu hier und hier).

Auf der Internetseite des CDU-Kreisverbandes Stendal ist der damalige Wahlaufruf bis heute abrufbar. Unter der Überschrift „Mit starken Kandidaten in den Kreistag“ erklärte der Kreisverband: „Mit insgesamt 52 starken Kandidatinnen und Kandidaten wollen wir in den Kreistag des Landkreises Stendal einziehen.“ Im Wahlbereich Osterburg-Bismark findet sich darunter auch der Name Bernd Prange.

Nach eigenen Angaben gehört der heute 59-Jährige seit 35 Jahren der CDU an. Bereits Anfang der 1990er Jahre wurde er Bürgermeister der damaligen Gemeinde Heiligenfelde. Seit der Bildung der Gemeinde Altmärkische Höhe im Jahr 2010 steht er dort an der Spitze. Im Oktober 2023 wurde er ohne Gegenkandidaten erneut zum Bürgermeister gewählt. Der CDU-Landesverband gratulierte ihm anschließend öffentlich zur Wiederwahl.

Auch im Landkreis ist Prange seit Jahrzehnten politisch aktiv. Dem Stendaler Kreistag gehört er seit vielen Jahren an. Bei der Kommunalwahl 2024 erhielt er 1.426 Personenstimmen und zog erneut für die CDU ein. Der Kreisverband führte ihn anschließend auf seiner Internetseite unter den gewählten CDU-Kreistagsmitgliedern auf.

Die Partei hatte Prange zuvor auch für höhere Ämter ins Auge gefasst. 2012 stellten örtliche CDU-Verbände ihn als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Seehausen auf. 2020 nominierte ihn der CDU-Ortsverband Verbandsgemeinde Seehausen zudem als Bewerber um die Bundestagskandidatur. Prange erklärte damals, Parteifreunde hätten ihn auf eine Kandidatur für den Bundestag angesprochen.

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Inzwischen hat sich der langjährige CDU-Kommunalpolitiker offen gegen den Kurs seiner Partei gestellt. In einem Brandbrief, den die Ostdeutsche Allgemeine vollständig veröffentlichte, erklärte Prange, in den vergangenen Wochen zweimal jeweils 5.000 Euro an die AfD Sachsen-Anhalt gespendet zu haben. Bei der Landtagswahl am 6. September will er selbst die AfD wählen.

„Ich wünsche mir, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt so stark wird, dass sie alleine regieren kann“, schreibt er. Damit solle die CDU „endlich aufwacht“. Im vollständigen Wortlaut fordert Prange zudem, dass die Brandmauer fällt, sich die CDU gegen ihren aus seiner Sicht eingeschlagenen Linkskurs wehrt und Friedrich Merz abgesetzt wird.

Seinen Bruch mit dem Kurs der CDU begründet Prange mit einer zunehmenden Entfremdung von der eigenen Partei. Konservative Werte wie Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und den Schutz der kulturellen Identität sehe er dort immer weniger vertreten.

Im Stendaler Kreistag funktioniere dagegen die Zusammenarbeit mit der AfD nach seiner Darstellung seit Jahren. Die Kooperation sei „gut und konstruktiv“. Prange schreibt sogar, dass „alle Kollegen im Kreistag – auch die der CDU“ demokratisch und sachbezogen mit den anderen Fraktionen zusammenarbeiteten. Auch AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sitzt im Stendaler Kreistag.

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64 Kommentare

  • „Seinen Bruch mit dem Kurs der CDU begründet Prange mit einer zunehmenden Entfremdung von der eigenen Partei. Konservative Werte wie Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und den Schutz der kulturellen Identität sehe er dort immer weniger vertreten.“

    Bei klarem Verstand kann man das auch nurmehr so sehen wie er.

    175
    • Völlig richtig.

    • Ihr Kommentar spart mir meinen!

    • Ich teile seine Meinung und bin ebenfalls konservativ eingestellt. Kein Konservativer würde seine Haltung und Einstellung jedoch als „klaren Verstand“ bezeichnen. Das machen eher Linke, um sich moralisch über andere zu stellen und dabei ihre eigene Schwäche zu kompensieren.

      Gina, warum bist du so links? Warum so schwach?

      -21
      • Na, heute ist ja wieder mal nicht eine so ganz helle Kerze in der Atlas-Schicht an der Tastatur zugange. Auf solch Blödsinn kann man so gar nichts erwidern. Trink erstmal einen Kaffee.

      • Das können Sie Ihrer grünen Jugendgruppe erzählen.

    • Alles Käse. Der Mann ist blos ein Glücksritter. Die AfD hat ihm einen luckrativen Posten angeboten während die CDU Ansprüche stellt die er nicht erfüllen kann.

      -23
      • „während die CDU Ansprüche stellt die er nicht erfüllen kann.“

        Richtig wer sich und das Gesetz biegen soll, wie Pinocchio und seine Seilschaften, die sich durch die Gesetze aalen, der kann das mit Rückgrat nicht schaffen. Aber mal ehrlich, das will auch keiner, der Rückgrat hat . . .

  • Das was Prange macht, ist für mich total logisch, wenn man das Land nicht untergehen lassen will, trotzdem vollen Respekt…

    105
    • eigentlich hoffe ich auf Übertritte von CDU-Mitgliedern nach der Wahl wenn sie in den Landtag eingezogen sind.
      Siegmund wird das sicher gerne annehmen, aber er wird schlau genug sein, denen keine Ämter oder Ministerien zu geben.

  • Er ist WEITERHIN ein starker Kandidat,
    ABER KEIN unterwürfiger Parteisoldat mehr.

  • Prange verdient alle Hochachtung und kämpft gegen den CDU Filz mit seiner Brandmauer.

    Das braucht Mut und wer die Wahrheit erzählt braucht schnelle Beine.

    CDU Anschluss wird kommen. Dann kann er zur AfD wechseln und steht auf der richtigen Seite. Dieser Wechsel wird für die CDU schmerzhafter und Image schädlicher sein als seine 10’000 Euro Spende an die AfD-

    107
    • Und im ÖRR natürlich NICHTS davon. Im Radio kam heute morgen irgendwas mit den britischen Königskindern … An welche Grundschule jetzt die Enkel gehen usw. UNFASSBAR!
      Ich klage ja bereits wie viele andere.
      Aber die allermeisten zahlen stumpf weiter …

    • @Robert Loeffel, Bern: Vor allem sein Schachzug, nicht von selbst den verkommenen Haufen zu verlassen, sondern sich rausschmeißen zu lassen, ist phantastisch. Bei einem Austritt wäre die Sache schnell unter dem Teppich verschwunden, nun muss sich die Bande wochenlang damit beschäftigen und das Tribunal auch auf seinen offenen Brief reagieren.

  • Ich finde Bernd Prange ist immer noch ein starker Kandidat.Danke dafür.

  • Was bleibt denn langjährigen CDU-Politikern anders übrig?

    Sehr viele CDU-Parteimitglieder haben in der Merkel-Ära die Faust in der Tasche zusammengeballt. Sie haben aus Treue „in guten und in schlechten Zeiten“ das Parteibuch behalten, zum Teil auch aus Gewohnheit, weil sie gehofft hatten, dass auch so eine Ära wie die von Merkel irgendwie endlich ist und dass man hoffentlich danach wieder eine CDU-Politik der „reinen Lehre“ nach erhalten könnte.

    Der Ausschluss der „Werteunion“ bzw. die Verweigerung der Anerkennung dieser als offizielle CDU-Parteigruppierung hätte sie hellhörig machen müssen, dass die Partei in Wirklichkeit die wichtigsten Politikfelder der linken Merkel-Ära nicht ändern, sondern fortführen will (z. B. Kriegszug gegen Dieselmotoren, sozialistisches „Bespielen“ der Marktwirtschaft usw.).

    Von lediglich kleinen Konzessionen an konservative Sichtweisen lassen sich die Wähler nicht blenden (z. B. Verbot der Gendersprache in der hessischen Verwaltung).

  • Der Mann ist erwacht. Ich hoffe es folgen noch viel mehr.

  • Echte CDUler können nur AfD wählen.

    • Echte CDUler wählen die Werte Union.

      -14
      • Ach, die Werte Union. Ist das nicht die Partei, die sich in der Stunde ihrer Geburt direkt selbst umgebracht hat?

        Ja, die sind wirklich richtig pfiffig.

  • Meine konservativen Werte – Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und der Schutz unserer kulturellen Identität – finde ich in der CDU immer weniger vertreten. Stattdessen erlebe ich eine Partei, die sich Schritt für Schritt nach links bewegt, ihre Brandmauer zur AfD immer höher zieht und gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit linken und linksradikalen Kräften akzeptiert oder sogar forciert.

  • Hoffentlich werden seinem Beispiel noch viele folgen.

  • Herzlichen Glückwunsch für seinen Mut!

  • Die AfD ist die CDU von früher, bevor die CDU/CSU zur Links-Grün-Extremistischen Partei wurde. Jeder CDU-Wähler müsste deshalb grundsätzlich die AfD wählen, um die CDU/CSU zurück zur Vernunft, zur Demokratie- und Rechtstaatlichkeit zu bringen.

  • Ich denke, die CDU steht vor einem Dilemma: Geht man nur nach den Buchstaben des Parteistatutes, hat sich Prange parteischädigend verhalten. Ihm könnte der Ausschluss drohen.

    Aber nun kommt das Dilemma: Prange will die CDU aufrütteln und von einem Irrweg abbringen, der (inzwischen deutlich erkennbar) in den Abgrund der Bedeutungslosigkeit führt.

    Es ist also eigentlich nicht er als Kommunalpolitiker in unterer Ebene, sondern die Parteispitze im CDU-Olymp, die sich im Ergebnis parteischädigend verhält, denn sie verfolgt stur und beratungsresistent einen Kurs, der die CDU massiv Wählerstimmen kostet und die politische Konkurrenz stärkt.

    Frage: Ist das nicht dasselbe, als wenn man einer anderen Partei eine Spende macht?

    Fazit: Sollte die CDU ein Verfahren gegen Prange einleiten, wird sie in Erklärungsnot geraten und mglw. einen Nachahmungseffekt erzeugen, der Massenaustritte und vll. sogar Übertritte zur AfD zur Folge hat.

    • Als langjähriges Mitglied und mit seiner Entscheidung, an der ursprünglichen CDU festzuhalten statt zur AfD zu wechseln, zwingt Prange meines Erachtens die CDU zu einem – endlich offenen – Eingeständnis, ob sie sich dem linken Lager zugehörig fühlt oder noch dem konservativen.
      Ein Parteiausschlussverfahren wäre das Bekenntnis zum linken Lager.
      Ich kann mir ebenfalls sehr gut vorstellen, dass es, je nachdem, wie die Geschichte ausgeht, zu einer Austrittswelle bzw. sogar Spaltung der CDU kommen wird. Wird allerdings auch höchste Zeit…

      • @MeineMeinung: Das Wahlforum der IHK Halle-Dessau gestern war das reinste Debakel für die CDU. Der unternehmerische Mittelstand läuft nahezu komplett zur AfD über.

    • @Es kann nur eine Effi Ost geben: Ihm könnte nicht nur der Ausschluss drohen, der CDU bleibt gar keine andere Wahl. Das ist ja gerade das Highlight bei dieser Causa, sie muss sich erklären. Das wusste natürlich Prange von Anfang an und will genau das.

  • Respekt: Anders als Herr Bosbach, dessen politische Aufgabe offenbar darin lag, potenzielle AfD-Wähler im Lager der CDU zu halten, steht dieser Mann zu seinen Überzeugungen und handelt entsprechend.

  • Lieber spät, als nie Herr Prange . . . die Richtung stimmt.

  • In MV hat genau das gleiche gerade ein Linker für Frau Schwesig in der SpD gemacht. Steht gross in der Ostseezeitung. Da wird gejubelt… Traurig alles.

  • Eigentlich sollte das ganze Parteiensystem längst überholt sein. Politiker sollten in erster Linie ihrem Land und seiner Bevölkerung im Allgemeinen und vielleicht dem eigenen Bundesland und seinen Leuten im Speziellen verpflichtet sein – nicht irgendwelchen abstrakten Idealen, die dann im schlimmsten Fall völlig den Interessen des eigenen Landes zuwiderlaufen.

    Und dann könnte man Minister auch wieder nach ihren Begabungen auswählen, nicht nach ihrer Parteizugehörigkeit. Ich bringe mein Auto bei einem Motorschaden auch nicht zum Tierarzt, bloß weil der meine politischen Ansichten teilt.

    Vielleicht hatten Parteien mal ihren Berechtigung, aber mittlerweile sind es nur noch Clubs, die keinem anderen Zweck mehr dienen als dem Unterhalt und der Bereicherung ihrer Mitglieder.

  • Herr Prange, endlich mal jemand der aufgewacht und bei klarem Verstand ist. Dann werden wir Sie sicher bald bei der AFD begrüßen.

  • Irgendwie ein bisschen suspekt das ganze

  • Ein CDUler mit Rückgrat, der muss schnell aus der Partei ausgeschlossen werden.

  • Ich hoffe das bröckeln beginnt, wie haben nicht mehr unendlich viel Zeit

    • Es ist doch längst zu spät! Alle Änderungen werden viele Jahre brauchen, um wirkliche Veränderungen zu schaffen…..leider …. Murksel &Co. haben ihren JOb eider gut gemacht. Das alte D wird es nie mehr geben.

      • Was ist der Sinn von Defätismus?

      • He-Ra….vor einer Koalition mit den Schwarz- grün-roten, genannt CDU kann man die Blauen nur warnen.
        Binnen 1 Jahr wäre für die ganze angesammelte Katastrophe der letzten 20 Jahre nur einer schuldig. Die Blauen.
        Sollte die gesamte neue EinheitsMischpokenPartei den Sieg der Blauen verhindern, stehen diese vereinten „Neu-Demokraten“ einer gewaltigen Opposition gegen über.
        Das könnte man dann auch Schattenregierung nennen.

  • Möge ihm nichts passieren, wie abgefackeltes Auto, Anschläge auf die Wohnung, frühmorgendlicher Polizeibesuch etc.
    Eine Partei, die jetzt versuchen wird, ein Partei-Urgestein loszuwerden – kann es sich wohl erlauben.
    So wie, gerade die Tage, die Diakonie die fristlose Kündigung einer langjährigen Mitarbeiterin.

  • Prange demonstriert den Unterschied zwischen Konstruktivität und Destruktivität. Ich hoffe, D. Hallervorden liest mit. Anstatt nach einem AfD Parteiverbot zur schreien, schaut er auf die parteieigenen Fehler der CDU. Was für ein erfrischender Unterschied zur idiotischen Brandmauer.

  • Herzlichen Glückwunsch, Herr Prange! Sie zeigen, daß gesunder Menschenverstand nicht an ein Parteibuch gekoppelt ist (ungesunder Verstand leider doch oft). Und, was für mich noch erstaunlicher ist, daß es in der CDU aufrechte und mutige Mitglieder gibt. Mein Blick war wahrscheinlich von dem rückgratlosen Stimmvieh in Berlin, das über die Landeslisten eingezogen ist, verstellt. Ich hoffe, daß sich die Vernünftigen aus allen Parteien zusammenfinden, um das Land wieder nach vorne zu bringen (wobei ich bei manchen Parteien wenig Hoffnung habe, dort Vernünftige zu finden). Sollte die CDU an dieser Grenzlinie zerbrechen, so sollte sich der konservative Flügel mit den Wirtschaftsliberalen der FDP (ungefähr 2/3 der Mitglieder) zusammentun und eine neue Partei gründen. Die andern CDUler können dann gerne mit den linksliberalen der FDP zu den Grünen und der SPD wechseln, wo sie ohnehin hingehören. Hoffentlich ordnet sich die Parteienlandschaft neu für eine echte Wahl!

  • Das Zünglein auf der Waage, wird bei dieser Wahl die Briefwahlsein.
    Vermeidet unbedingt die Briefwahl, hier kann massiv beschissen werden!
    Eine Briefwahl muss beantragt werden, folglich wissen die Ämter wieviele Wahlscheine (eventuell?) ausgetauscht werden müssen, bevor die Auszählung beginnt.

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