Werbung:

Werbung:

Mecklenburg-Vorpommern

Anhand vorläufiger Zahlen: Landesregierung feierte sich erst für Wachstum – und registrierte später einen Einbruch

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat sich in der Vergangenheit in mehreren Fällen öffentlich für positive, aber bloß vorläufige Zahlen zum regionalen Wirtschaftswachstum gefeiert. Tatsächlich verzeichnete das Land jedoch einen Rückgang.

Seit 2021 im Amt: Die rot-rote Regierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern (IMAGO/pictureteam)

Werbung

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein Streit über die Darstellung der Entwicklung der regionalen Wirtschaftsleistung entbrannt. Während, wie zunächst der NDR berichtete, die Landesregierung aktuell wie schon in der jüngeren Vergangenheit vorläufige Zahlen zum Wirtschaftswachstum als Beleg für einen positiven Kurs wertet, wirft die Opposition ihr vor, damit ein geschöntes und realitätsfernes Bild der Wirklichkeit zu zeichnen.

Auslöser der Debatte sind aktuelle Zahlen des Statistischen Amtes, wonach die Wirtschaft des Bundeslandes im Jahr 2025 preisbereinigt um 1,4 Prozent gewachsen ist. Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Jochen Schulte (SPD), sprach am Montag in einer Pressemitteilung von einem „starken Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“ und erklärte: „Unsere Wirtschaft steht unter Druck – aber sie wächst. Das ist die entscheidende Botschaft.“

Auch aus der SPD-Fraktion kamen ähnliche Signale. Die wirtschaftliche Entwicklung zeige, dass sich das Land „auf dem richtigen Weg“ befinde und der eingeschlagene Kurs bestätigt werde, hieß es aus der Partei. Die rot-rote Landesregierung aus SPD und Linken verweist dabei regelmäßig darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern beim Wachstum über dem Bundesdurchschnitt liege. Grundlage dieser Einschätzungen sind jedoch lediglich vorläufige Berechnungen – ein Umstand, der in der aktuellen Debatte eine zentrale Rolle spielt.

Die CDU-Opposition kritisiert genau diesen Umgang mit den Daten scharf. Der wirtschaftspolitische Sprecher Wolfgang Waldmüller wirft der Regierung vor, „die Menschen im Land für dumm verkaufen“ zu wollen. Waldmüller verweist dabei insbesondere auf die Jahre 2023 und 2024, in denen sich die zunächst kommunizierten Wachstumszahlen im Nachhinein als deutlich zu optimistisch herausgestellt haben.

So hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Herbst 2024 eine Pressemitteilung mit den Worten überschrieben: „Schwesig: MV ist erneut Spitze beim Wirtschaftswachstum“. Grundlage war ein zunächst gemeldetes Plus von 3,1 Prozent. Nach einer späteren Überarbeitung der Daten wurde daraus allerdings ein Minus in Höhe von 0,3 Prozent.

Lesen Sie auch:

Noch deutlicher fiel die Diskrepanz für das Jahr 2023 aus: Auch hier wurden vonseiten der Landesregierung öffentlich zunächst positive Zahlen verlautbart. Nach endgültiger Berechnung schrumpfte die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern dann sogar um 1,4 Prozent. Die Staatskanzlei weist derweil den Vorwurf zurück, Zahlen bewusst zu beschönigen. Der Chef der Staatskanzlei, Patrick Dahlemann, erklärte: „Niemand redet die Zahlen schön.“ Man stütze sich auf „offizielle Zahlen der Statistischen Ämter, die auch alle anderen Bundesländer nutzen“.

Revisionen und nachträgliche Korrekturen seien ein übliches Verfahren in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, insbesondere in kleineren Volkswirtschaften. Auch in der aktuellen Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums wird darauf hingewiesen, dass frühere Daten nachträglich angepasst wurden. Dennoch betont die Regierung, die „aktuelle Entwicklung zeigt klar nach oben“.

Neben der CDU äußert auch die regionale Wirtschaft Zweifel an der Darstellung der Lage. Der Vize-Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände, Sven Müller, kommentierte die Entwicklung gegenüber dem NDR mit den Worten: „Vorsicht an der Bahnsteigkante.“

Müller verweist darauf, dass die wirtschaftliche Realität vieler Unternehmen deutlich angespannter sei als das von der Politik gezeichnete Bild. Zwar könnten einzelne vorläufige Zahlen positiv ausfallen, doch hätten sich diese in den vergangenen Jahren regelmäßig nach unten korrigiert.

Die anhaltende Kritik scheint inzwischen Wirkung zu zeigen. Anders als in den Vorjahren äußert sich Ministerpräsidentin Schwesig derzeit nicht mehr öffentlich zu vorläufigen Wachstumszahlen. Dies könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass das Vertrauen in die wirtschaftspolitische Kommunikation der Landesregierung durch die wiederholten Diskrepanzen zwischen zunächst kommunizierten vermeintlichen Erfolgszahlen und später korrigierten tatsächlichen Ergebnissen nachhaltig erschüttert wurde.

Werbung

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

25 Kommentare

  • klingt nach enormer fachlichen Qualität und Expertise

    • dann ist es doch klar „Alles zeigt nach oben“

      • du sexueller belustiger

    • Stimmt. Die Regierungsmitglieder haben alle abgeschlossene Studien in Volks-und Betriebswirtschaft und mehrere Jahre Berufserfahrung in größeren Unternehmen.
      Das ist doch bei allen Führungskräften der Linken und der SPD so üblich.

    • Respekt! So gekonnt versagen, wie das die aktuelle (und die letzten) Regierung(en) machen, dass muss schon gelernt sein!

    • Ich habe gerade in euer Forum gefurzt

      • Tun Sie sich bitte keinen Zwang an. Seien Sie ungeniert.

      • Den Manta gab es nicht als 500er.

        • Ooooooooooh Boooooomer hat endlich sein Fachgebiet gefunden
          Demnächst in diesem Theater:
          „Warum Patek Philippe so viel besser ist als Rooooooooolex“
          „Die besten Rotweine unter 100 €“
          „In diesem Hotel in Tailand bin ich seid 55 Jahren Gast“

          0
  • Und wenn man die Subventionen zB für Windräder raus rechnet ist es wahrscheinlich noch weniger

  • Die Manuelle freut sich schon ganz dolle…
    Sie hat ab Herbst eine Menge Freizeit,denn fliegt aus ihrem Amt!!!!

    • warum sollte sie?

  • So wie im Bund haben die Genossen in MV keine Chance. Und das ist gut so. Hier stehen die meisten Windmühlen, haben dafür aber die höchsten Strompreise. Die Ausgangassperren und andere schikanen während Corona von der sind unvergessen.
    Deutschland wird sich verändern und ich freue mich darauf 💙🇩🇪

  • Ich hoffe die Ossis wählen im Herbst den Wechsel. Die SPD kann Geld verbrennen, aber sonst hält sich Ihre Kompetenz in sehr, sehr engen Grenzen.

  • So etwas ist typisch für Ideologie im prefinalen Stadium — Die selbst fabrizierten Lügen werden zum Goldstandard für die Blasen-Realität

  • Timmy stirbt, die leben, Gott ist tot.

  • Kennt man noch aus DDR Zeiten. Bis die Meldung von unten nach oben durchgedrungen waren, war der Plan zu 100 % erfüllt und die Geschäfte leer. Was geht bei diesen Politikern im Kopf ab?

  • Die Stalinisten, Ex SPD Splitterpartei befindet sich im Endkampf..
    Nach dem Stalingrad in Rheinland Pfalz verwest man jetzt munter bei den Rückzugsgefechten .
    Im Bunker der Sekte brennt kein Licht mehr..

  • Au Backe. Wenn man diese verschrobenen Gestalten sieht, kann man nur beten, dass es sich um eine Verwechslung handelt und sich ein Foto vom Betriebsausflug einer Geisterbahn hineingemogelt hat.

  • Das Foto – die Elite unseres Landes 😅 allein wenn ich den Schneider schon sehe, kommt mir mein Essen hoch

  • Die parasitären Sozialisten meinten mutmaßlich das Wachstum auf ihren privaten Bankkonten…

  • Wachstum Wachstum Wachstum…
    Als wären die Booooomer Bäuche nicht schon fett genug, da mus nichts mehr wachsen!
    Hauptsache die Zukunft der kommenden Generationen durch den Schonstein blasen als Rache für die Unverschemtheit das wir euch überleben werden, gelle?

    -14
    • Dumm wird man nicht, dumm bleibt man

    • Ach BoomerPunk…du schon wieder. Deine Zukunft wird von dem Schuldenexzess von Merz durch den Schornstein geblasen. Wir Boomer haben bessere Chancen noch die Rente davon zu bekommen als deine Generation und speziell für dich tut mir das nicht mal leid. Wobei du auch noch nicht wissen kannst wie lange du noch hast…gelle?

      • ich lass das gleich löschen
        icg kann sowas!

Werbung