Werbung:

Werbung:

Bayern

AfD-Kulturreferent nach Protesten von Künstlern wieder abgewählt

In Tittmoning war der AfD-Stadtrat Sebastian Gruttauer zum ehrenamtlichen Kulturreferenten ernannt worden. Nachdem mehrere Künstler dagegen protestierten, wurde ihm dieser Posten wieder entzogen.

Von

Der Kulturreferent soll sich für das bayerische Brauchtum einsetzen. (Symbolbild, Quelle: unsplash.com, Markus Spiske)

Werbung

In Tittmoning in Bayern wurde dem AfD-Stadtrat Sebastian Gruttauer der Posten des Kulturreferenten wieder entzogen. Zuvor hatte es Proteste von lokalen Künstlern gegen seine Ernennung gegeben. Das ehrenamtliche Referat wurde nun auf Bürgermeister Andreas Bratzdrum von der CSU übertragen. Wie die Süddeutsche Zeitung am Mittwoch berichtete, ist es in Tittmoning Tradition, dass jeder Stadtrat ein Referat übernimmt. Doch Gruttauer steht nun ohne eines da.

Er war mit 12 zu 9 Stimmen gewählt worden. Doch der Bürgermeister will nicht einmal von einer Wahl sprechen. Denn es sei lediglich abgestimmt worden, und das Ergebnis einer Abstimmung könne in folgenden Ratssitzungen jederzeit revidiert werden. Bratzdrum sagte, dass man dem AfD-Politiker zuerst eine Chance habe geben wollen, doch dieser habe seine Chance durch sein Auftreten verwirkt. Zugleich meinte er, dass man die Diskussion um die Personalie im Vorfeld unterschätzt habe.

Nachdem über 50, vor allem lokale Künstler gegen die Ernennung des AfD-Politikers protestiert hatten, war Gruttauer am Dienstag das Amt wieder entzogen worden. Der Stadtrat teilte gegenüber der Bayerischen Staatszeitung mit, dass Referate normalerweise nicht wieder entzogen würden. Doch nach den Protesten habe man sich dazu entschlossen, die Entscheidung vom 12. Mai noch einmal zu überdenken.

Äußerungen des AfD-Politikers hätten laut dem Stadtrat das Ansehen des 6.000-Einwohner-Ortes belastet und die örtliche Kulturszene gefährdet. Bürgermeister Bratzdrum bezeichnete die Personalie selbst als Fehler. Dieser Eindruck habe sich bei einem Telefonat mit Gruttauer verstärkt, berichtete er der Süddeutschen Zeitung. „Jetzt beginnt der Kulturkampf“, habe der AfD-Stadtrat zu ihm gesagt und erzählt, dass es gerade gut für ihn laufe.

Der AfD-Politiker kommentierte im Vorfeld die Abstimmung am Dienstag: „Das wird entweder ein Sieg für die Demokratie oder es wird ein Tiefschlag für die Demokratie.“ Der SPD-Stadtrat Dirk Reichenau stimmte bereits bei der ersten Abstimmung gegen Gruttauer. Er erklärte seine Ablehnung des Politikers so: „Meine Sorge ist, dass uns die Künstler nicht mehr erscheinen. Das kann man ja nachvollziehen“, sagte er dem BR.

Lesen Sie auch:

Der andere AfD-Stadtrat ist in Tittmoning für die Abwasserbeseitigung zuständig. In Bayern gibt es weitere Städte, in denen AfD-Politiker ehrenamtliche Referate übernehmen, zum Beispiel Bad Kissingen, Königsbrunn, Rottenburg an der Laaber, Gersthofen oder Vohburg.

mra

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

45 Kommentare

  • Man hätte es sich fast denken können.

  • Die „Künstler“ leben allesamt von staatlichen und kommunalen Zuschüssen und Aufträgen. Wer zahlt schafft an und nicht wer nur nimmt.

    • Wie die Künstler können sich das aussuchen ?!
      Die werden vom Bürger und auch AFD Wähler gesponsert . Wenn die Horde gut genug währe um davon selbst zu leben brauchte es wohl keine Kulturreferenten !
      Das ganze Auflösen einstellen und fertig .
      Die Wirtschafft und Gesellschaft braucht eh mehr Hilfskräfte als selbsternannte Künstler mit Haltungsproblemen .

  • Wieso funktioniert das bei einem AfD Kulturreferenten, wenn gegen ihn protestiert wird, aber bei Merz nicht? 🙂 🙂 🙂

    • Der Kulturreferent hat sich im Gegensatz zu Merz nichts zu Schulden kommen lassen, er ist nur in der falschen Partei.

  • Wenn die Künstler sich den Dezernenten aussuchen dürfen, möchte ich mir meine Kanzlerin auch aussuchen!

    • @DirkiDog:
      Nicht nur den Kanzler, auch den Bundespräsident, den wir aber sowieso nicht brauchen, die Parlamentarier, wovon zwei Drittel über die Landeslisten in den Bundestag gekommen sind, also vom Volk nicht gewählt und nicht zu vergessen: Frau VdL in der EU, die von niemanden gewählt wurde.

  • Die Wahl war demokratisch, das Geschreie der „Künstler“ nicht.

  • Nun, Bürgermeister „Andreas Bruntzdumm … will nicht … von einer Wahl sprechen … denn es sei lediglich abgestimmt worden …“.

    „Wahl“ oder „Abstimmung“ setzen beide eine Personengesamtheit als entscheidungsbefugte Körperschaft voraus.

    Der terminologische Unterschied beider liegt jedoch im Gegenstand der körperschaftlichen Willensbildung:

    Durch „Wahl“ wird einer Person eine von der Entscheidungskörperschaft zu vergebende Aufgabe anvertraut, während mit einer „Abstimmung“ eine personenunabhängige Sachentscheidung getroffen wird.

    Aber auch bei Bürgermeistern gilt eben: Nomen atque omen!

  • Verstehe ich das also richtig?

    1) Mann wird in einem legitimen demokratischen Verfahren auf diesen Posten gewählt
    2) Einige Künstler echauffieren sich darüber
    3) Mann wird aufgrund des Protests unter Missachtung des demokratischen Verfahrens und ohne persönliches Fehlverhalten des Postens enthoben

    So richtig? Ist das UnsereDemokratie(TM)?

  • Tittmoning und Kultur: Ein echter Brüller.

  • Also wird das Ergebnis einer demokratischen Abstimmung rückgängig gemacht, weil das Wahlergebnis einigen steuerfinanzierten Künstlern nicht passt? Eine höchst interessante Auslegung von Demokratie. Die Argumentation des Bürgermeisters wirkt wie ein nachträgliches Zurechtbiegen der Regeln. Vermutlich wird dieses agierende ‚Demokratie-Korrektur-Gremium‘ der AfD am Ende nur noch mehr Wählerstimmen bescheren – denn so transportiert man das Gefühl, dass unliebsame Wahlergebnisse einfach passend gemacht werden. Vielen Dank für diese Steilvorlage.

  • War ja klar, dass wieder die SPD Politiker Randale wegen des AfD-Stadtrats machten. Wo steht eigentlich die SPD? Ist die schon einstellig? 🤔

  • Dann keine Kohle mehr. Von alleine kann da keiner leben

  • Ja ja, die „Künstler“ und die Demokratie …

  • Wenn man sieht, dass die Deutschlandhasserin Claudia Roth mal Kulturstaatsministerin war, zeigt das die ganze Kulturpolitik in Deutschland mit Links-Grünen Ideologen durchsetzt ist. Der AFD Mann hatte nie eine Chance im Amt.

  • Künstler sind meist links und haben mit der Demokratie nichts am Hut.

    • Künstler sind auch häufig von der arbeitenden Gesellschaft über Steuern finanzierte Zivilversager, die aus mir nicht erfindlichen Gründen mehr hofiert werden als Landwirte, Handwerker und andere Leute, die wirklich etwas für die Gesellschaft leisten.

      Im Ernst: Wenn es sich nicht auf wirtschaftlichem Weg von allein tragen kann, ganz besonders, wenn es nicht so wichtig ist für die Gesellschaft wie Essen und Trinken, dann – weg damit!

  • Wählen bis es passt…Demokratie Made in Germany.

  • Man kann sich nur noch schämen für dieses Verhalten. Einfach widerlich.

  • Den Faschismus in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf!

  • und wo kann man den NICHT vom Volk gewählten Kanzler und ReGIERung wegen Missfallen und Misstrauen wieder loswerden, würden manche fragen.

    Wahlen sind Farce wenn Mächtige VORHER, NACHHER eigentlich IMMER bestimmen wie die Regeln lauten oder „angepasst“ werden.

    Auch was eine Wahl ist, bestimmen jene Kreise.

    Es ist und bleibt eine FIKTION, die sich seit mehr als 100 Jahren Demokratie nennt, aber von winzig kleinen Eliten, hier besonders Parteien, wie Jahrhunderte zuvor über die Masse/Bevölkerung dominiert.

  • 😲🥺… das wollen ‚Künstler‘ sein?

    Es gab eine Zeit, da hieß es ‚kauft nicht bei…‘
    Jetzt heißt es ‚Kulturreferent darf nicht sein, wer…‘

  • Der Tittmoninger Protest zeigt die ganze Absurdität der bayerischen Debatte. Da schwingt sich ausgerechnet Hans Well, das ewig nörgelnde Urgestein der Biermösl Blosn, zum moralischen Oberschiedsrichter auf. Er predigt Zusammenhalt, obwohl er sich mit seinen eigenen Brüdern so spektakulär zerstritten hat, daß die Kult-Band schon 2012 nach 35 Jahren krachend implodierte. Seit 14 Jahren herrscht Funkstille und Zersplitterung im Familien-Clan. Wer im eigenen Haus nur verbrannte Erde hinterlässt, sollte beim Thema „Gräben zuschütten“ ganz leise sein!

    Flankiert wird er von einer regionalen Künstlerblase, die den Untergang des Abendlandes probte, obwohl viele gar nicht im Ort wohnen. Diese eingeschworene Künstlergemeinde feiert nun ihren Sieg am grünen Tisch. Doch im echten Dorfleben haben diese moralisierenden Kulturaktivisten die Gräben zwischen der hippen Kunstszene und den traditionsbewussten Bürgern nur noch tiefer gegraben. Reine Heuchelei!

    • Bravo! Seit wann wohnt der Leierkasten Well denn in Tittmoning? Der war doch immer irgendwo in FFB. Die ganze frühere CSU-Kritik hat er anscheinend erfolgreich überwunden. Gegen Windindustrie hat er auch nichts. Dafür darf er jetzt immer im BR auftreten. Ein scheinheiliger Pharisäer ist er.

  • Sind das die „Künstler“ die bei einer digitalen Vergewaltigung die Fresse aufreissen und bei einer echten Selbige halten???

    • Fast….es sind die die bei echten Vergewaltigungen jubelnd daneben stehen…

      • …bis es die eigene Tochter trifft, aber soweit können diese „Künstler“ nicht denken…

  • Die AfD soll endlich mal damit anfangen, eine Parallelgesellschaft mit allen möglichen Strukturen aufzubauen. Segregation heißt Frieden!

  • Mit dem CSU-Bürgermeister als Kulturreferent kann sich Tittmoning jetzt wenigstens über schöne „geschlechtsneutrale Regenbogenkultur“ freuen

    • 🤢🤮🤮🤮🤮

  • Solche „Künstler“ braucht kein Mensch. Subventionen streichen und dann sollen sie von brotloser Kunst leben.

    • Tischerlein Lindenzwerg und Co ab zur Suppenküche.

  • Eingeknickt vor dem „Künstlerkollektiv“ …

Werbung