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Benjamin Netanjahu sollte politisch am Ende sein. Viele deutsche Medien beschworen seine Abwahl bereits herauf. Doch der israelische Ministerpräsident macht seinen Zweiflern einen Strich durch die Rechnung: Trotz Verlusten bleibt der Likud stärkste politische Kraft des Landes. Doch was jetzt?

Eine Analyse •

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Benjamin Netanjahu blickt auf der Wahlfeier seiner Partei über die jubelnde Menge, die sich im Hauptquartier seiner Partei im Herzen Jerusalems versammelt hat. Immer wieder stimmen die Parteileute Gesänge an, Netanjahu muss seine Rede mehrmals unterbrechen. „Der Iran ist schwächer als je zuvor, Israel ist stärker als je zuvor“, lässt er zu Beginn seiner Rede wissen. Diese Botschaft ist der Inbegriff seiner Politik der letzten Jahre, die das Land, die Region und die Welt nach dem 7. Oktober maßgeblich geprägt hat. Es ist ein Comeback, das der etablierten Politik- und Medienlandschaft in Europa einen Strich durch die Rechnung macht.

Als sich der erbitterte Wahlkampf in den vergangenen Tagen zu Ende neigte, waren die Prognosen sowohl für Netanjahus Likud als auch für seine Partner verheerend. Seine Partei, die bei der vergangenen Wahl 32 Sitze holte, wurde in mehreren Umfragen unmittelbar vor der Wahl auf unter 20 Sitze geschätzt, bei Kanal 13 waren es sogar 18 Sitze. Auch die medialen Attacken auf den Ministerpräsidenten, der zunehmend die Unterstützung westlicher Nationen zu verlieren schien, mehrten sich in diesem Jahr.

Auch weite Teile des westlichen Medien-Mainstreams stellten sich bereits höhnisch auf Netanjahus Wahlniederlage ein und feuerten ein mediales Dauerfeuer gegen die israelische Regierung ab. Die Wahlen der vergangenen Woche schienen bei ihnen das Gefühl eines unaufhaltsamen politischen Monsuns zu wecken: Er begann mit der Wiederwahl des Sozialisten Lula in Brasilien, schwappte mit der Abwahl des Präsidenten Aleksandar Vučić nach Europa über und sollte nun in der Abwahl Benjamin Netanjahus in Israel münden – jener Figur, die für sie als Wurzel allen Übels gilt.

Denn wie so oft teilt der deutsche Mainstream die Politik anderer Länder auf simpelste Weise in zwei Gegenpole ein: links oder rechts, Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse. Wer bei Eisenkot einen propalästinensischen Freiheitskämpfer erwartet, der den Konflikt so schnell wie möglich beenden möchte, dürfte sich jedoch wundern. Denn der ehemalige Stabschef der israelischen Streitkräfte will weder den Krieg gegen den Iran und die Hamas beenden noch den Israelis eine Zweistaatenlösung aufoktroyieren.

Für all jene, die das Ende Netanjahus herbeigeschrieben haben, dürfte das vorläufige Wahlergebnis am Mittwochmorgen ernüchternd ausgefallen sein. Der Likud hat Stimmen verloren, Netanjahus Lager ist geschwächt und kann keine eigene Mehrheit mehr bilden. Eindeutig ist jedoch auch, dass Netanjahu weit weniger eingebüßt hat, als es die Prognosen erwarten ließen. Seine Partei bleibt die stärkste politische Kraft des Landes.

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Auch Netanjahus wichtigste Partner am rechten Rand haben kaum an Boden verloren. Die Partei Otzma Jehudit von Itamar Ben-Gvir und der Religiöse Zionismus von Bezalel Smotrich, zwei Vertreter des religiösen Nationalismus in Israel, kommen zusammen auf etwa 13 Sitze – lediglich einen würden sie nach jetzigem Stand verlieren.

Die Regierung wurde also abgewählt, die Opposition hat jedoch auch nicht gewonnen. Der israelische Wähler hat die vernichtenden Analysen des Gaza-Krieges, die man in Europa gerne hört, wohl nicht ganz abgekauft. Das harte Durchgreifen der Regierung in der Außenpolitik wird in Israel viel eher als Notwendigkeit angesehen, als es viele westliche Medien gerne hätten.

Innenpolitisch scheint Netanjahus Block mittlerweile auf feste gesellschaftliche Gruppen zählen zu können: Die ultraorthodoxen Parteien können auf ihre religiösen Stammwähler ohnehin zählen und Netanjahus Likud hat den Block der traditionell orientierten sephardischen und mizrachischen Juden fest im Griff. Gleiches gilt jedoch auch zunehmend für die Opposition.

Deshalb erwartet Israel in den kommenden Wochen und Monaten der Weg ins Unbekannte: Die Fronten sind verhärtet – keiner der beiden Blöcke scheint Aussicht auf eine stabile Mehrheit zu haben, zumindest nicht ohne die umstrittenen arabischen Parteien.

Ein Bündnis zwischen Eisenkots Anti-Netanjahu-Lager und den arabischen Fraktionen gilt politisch als kaum umsetzbar. Zu tief sitzen die Gräben zwischen jüdischen und arabischen Israelis, zu groß sind die politischen und gesellschaftlichen Gegensätze. Für Teile der Wählerschaft könnte eine solche Zusammenarbeit zudem wie ein Bruch zentraler Wahlversprechen wirken.

Doch bereits am Morgen nach der Wahl wurden Stimmen laut, die genau dafür werben. Yair Golan, Vorsitzender der Demokraten, erklärte, das Oppositionslager verfüge unter Einbeziehung der arabischen Parteien über 65 Sitze und müsse diese Mehrheit nutzen. „Wir haben eine Mehrheit. Wir haben Verantwortung und die Möglichkeit, eine Regierung des Wandels in Partnerschaft mit Israels arabischen Bürgern zu bilden“, schrieb er.

Die festgefahrene politische Lage erinnert an die Jahre vor dem 7. Oktober, als Israel über lange Zeit keine stabile Regierungsmehrheit zustande brachte. Damals endete die Krise erst, als sich 2021 ein ungewöhnliches Bündnis aus rechten, liberalen und linken Parteien sowie einer arabischen Partei auf eine gemeinsame Regierung verständigte. Es löste Netanjahu nach zwölf Jahren ununterbrochener Amtszeit als Ministerpräsident ab. Doch die Koalition hielt nur rund anderthalb Jahre.

Selbst wenn es Netanjahu nicht gelingt, eine neue Koalition zu schmieden, führt seine Regierung die Geschäfte zunächst weiter. Erst wenn sämtliche Versuche einer Regierungsbildung scheitern, könnten Neuwahlen folgen. Ein konkreter Termin steht dafür noch nicht fest.

In vielerlei Hinsicht würde Netanjahu von einem weiteren Wahlkampf und einer Neuwahl durchaus profitieren. Zum einen bliebe er bis auf Weiteres geschäftsführend im Amt, zum anderen würde das Oppositionslager in einen neuen Einigungsstreit geraten, der Kompromisse, Zugeständnisse und womöglich den Bruch zentraler Wahlversprechen erfordern würde. Zwar steht auch Netanjahus eigenes Lager immer wieder unter erheblichem Druck. Vor allem die religiösen Fundamentalisten strapazieren die Koalition regelmäßig bis an ihre Grenzen. Doch Ben-Gvir und Smotrich wissen, dass sie ihre politischen Ziele am ehesten gemeinsam mit dem Likud und Netanjahu durchsetzen können.

Während sich Teile der europäischen Politik und des Mainstreams seine Niederlage regelrecht herbeigesehnt hatten, haben die Israelis anders entschieden, als von der Leyen, ihre EU-Schergen und die israelhassende Linke es sich gewünscht hatten. Seit der Staatsgründung befindet sich Israel im Belagerungszustand – die Uhren ticken dort anders, Sicherheit geht vor Moralpredigten aus dem sicheren Europa. Netanjahu mag vorerst zwar geschwächt sein, doch geschlagen ist er noch lange nicht.

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42 Kommentare

  • Apollo wäre ein wirklich tolles Medium….Aber dieser fade Beigeschmack wird LEIDER immer stärker…Deutschland heißt Deutschland weil es das Land der DEUTSCHEN ist…

    • Und ehemals das Land von ca. einer halben Million deutscher Juden, die die Deutschen geruht haben zu deportieren und zu ermorden.

      • … und trotzdem kein Grund, diese Thema selbst nach 100 Jahren 24/7 auf allen ÖR-Sendern hoch und runter abzuspulen … welchem ab 1930 geborenen kann daran eine Schuld unterstellet werden? keinem !!!

      • Du glaubst auch jeden Unsinn, der in den MSM verbreitet wird.

      • Und? Alte Geschichten die nur selbst Hassende Narren als Vorwand vorbringen, die eigene Auslöschung schön zu reden.

        Weg mit dem Schuldkult, her mit Deutschland zuerst.

  • Herzlichen Dank für diese nüchterne Bewertung mit einem „klaren Blick“ aus israelischer Sicht, ohne unsere europäische, moralisch erhobene Zeigefinger-Mentalität zu bedienen. Es stimmt, die Sicherheit des eigenen Überlebens geht vor. Das haben viele in Europa nicht begriffen. Nochmal herzlichen Dank!

    • Mit Feuer und Stahl?

      Najut sind ja nur die anderen, wem jucken die schon…

  • Bibi wird erst abtreten wenn die Hamasterroristen erledigt sind.
    Je weniger Islam, je besser für den Planeten.

  • Bibi ist einfach der beste Mann für Israel. Seine großen Taten für das Wohl des jüdischen Volkes sind einfach nur großartig

  • Ich finde es ja nur noch kafkaesk.
    Der „religiöse Nationalismus in Israel“ wird total verteufelt, aber in „Palästina“ ist er ein Heiligtum. Leute, solche Denke ist krank!

    • Willst Du den jüdischen Faschismus, also Zionismus, gut heißen?

      • Ich wähle Israel vor den Islamistenstaaten.

        • Ich wähle mit meinem Wahlscheibentelefon

          1
      • Du bist ein Islamist und Antisemit.
        Ende der Story!

      • Das jüdische Volk ist halt sehr klug und denkt zuerst an sich selber. Außerdem weiß es genau, dass der Islam der Todfeind ist. Hier bei uns hingegen wierden die islamistischen „Gäste“ besser behandelt als das eigene Volk.

        • Nachtrag: Ich denke auch immer nur an mich selber!

          3
        • So ist es !!! Brilliante Analyse !!!!!!111

          0
        • Natürlich denke ich immer nur an mich selber. Ich bin ja der beste und tollste und klügste Superheld. Wie jeder in der AfD.

          0
  • Herzlichen Glückwunsch, Bibi!

    • Habe ich schon wieder Geburtstag?

      • Und ist schon Weihnachten? Oder Ostern? Oder Zuckerfest? Das finde ich toll. Da gibt es immer lecker Mittagessen.

      • … nein, es sind ganz andere Probleme, von denen Sie offensichtlich nichts merken …

  • So drehens des auch hier hin!!

    • Ich drehe an der Scheibe meines Wahlscheibentelefons – das ist Stasi Abhör erprobt!

      • Hoffentlich ist die Wählscheibe linksdrehend.

  • Eizenkot war ja schon in der Vergangenheit bei einigen strategischen Entscheidungen nicht glücklich. Eine Wehrpflicht für arabische Israelis wäre aber ein Gau für die IDF. Ähnlich wie die Aufnahme hiesiger Migrantifa in BW oder bei der Polizei.

    Ezenkot ist zwar auch keine Taube, Kritik an Netanjahu in Teilen berechtigt. Für Israel gibt es aber nur eine Frage, entweder man regelt die Probleme jetzt und nutzt das Momentum, welches sich auch mit dem Partner Trump bietet oder man gerät in die Defensive. Die antiisraelischen Kräfte im eigenen Land wachsen aber wie überall und die Islamisierung Europas ist eine weitere Herausforderung. Eine Zusammenarbeit mit Arabern wäre der Anfang vom Ende. Kann Eizenkot das wollen?

  • wichtig ist zunächst mal das keine linken traumtänzer an die macht kommen welche das land an die terrroristen übergeben würden.
    danach sieht es zum glück ja nicht aus.

  • Wenn deutsche Rechte die Sytemfrage stellen, wird die Antwort nicht pro Israel sein…

    • Deutsche Rechte werben ja gerne um türkische Stimmen auf türkisch wie Krah, erklären eine Kurdin zum Gesicht des Wiedertandes wie Höcke oder plappern einfach DDR Narrative wie Chrupalla. Strategisches Denken ist zumindest beim Solpat-Flügel nicht sonderlich ausgeprägt. Gweinnt jener innerhalb der AfD noch mehr an Oberhand, war es das aber auch mit dem Apparatrückbau. Mileis Kettensäge wird man kaum vom Berufsbeamten Höcke erwarten dürfen. Das zu debattieren ist aber müßig. Auch das oppositionelle Lager ist kritikresistent.

      • „Auch das oppositionelle Lager ist kritikresistent.“

        Was zu beweisen war.

      • „… war es das aber auch mit dem Apparatrückbau.“
        Als sei ein solcher bei denen je ein ernsthaftes Anliegen gewesen… Wer einfache Verwandte zu Gehältern von angestellten Geschäftsführern im Mittelstand anstellt, der hat ein Interesse daran, dass staatliche Mittel je versiegen.

      • Du redest gequirlte Scheiße. Du bist ein übler Stasi-Agent

        • Was hast du gegen die Stasi?

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        • Na und, früher waren wir alle bei der Stasi.

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        • Nichts, solange sie nur hinter dem paranoiden Yossi her ist

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        • Ich bin auch Stasi-Agent und auf Dich angesetzt. Rate mal, wer in dem schwarzen Kleinbus sitzt, der gegenüber deiner Wohnung parkt. Muhahahaha!!!

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      • Ich finde keine andere Partei der ich so etwas wie eine Kettensäge zutrauen würde. Die AfD sehe ich als die einzige Partei welche die Fehlentwicklungen und Steuergeldverschwendungen des Kartellregimes hart und schonungslos anprangert. Und wie wenig sie sich dabei einschüchtern lässt scheint mir durchaus auch bemerkenswert.
        Wenn Chrupalla DDR Wähler gewinnen wollte sieht es für mich so aus als wäre ihm dies gelungen ohne den DDR-Kurs des Kartell zu fahren und wenn die AfD von gut integrierten Türken und Kurden gewählt wird schadet das auch nicht. Deutschland wird nie wieder rein biodeutsch werden. Das ist realitätsfern. Viele integrierte Migranten wollen die Hardcore-Muslime von 2015 hier auch nicht haben. Mir ist es lieber wenn sie die AfD wählen als wenn sie die linken Parteien wählen.
        Welche Partei wählst du denn?

        • Die Frage ist nicht mit dem Datenschutz hier vereinbar. Bitte bleiben Sie sachlich.

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        • Ich wähle APPD. Jugendrente statt Altersrente. Arbeit ist Scheiße! Diese Aussagen finde ich sehr gut und haben mich überzeugt.

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        • Das hast Du aber toll auswendig gelernt. Ich bin stolz auf Dich.

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  • Die Antwort ist einfach.
    Entweder Israel mit Bibi oder Israel wird vernichtet.
    Israel wird nur überleben, wenn sie gegen die Islamisten vorgeht.
    Wer sich mit Arabern ins Bett legt, wird nicht überleben

    • Sag das erstmal den Deutschen. Die machen das mit den Arabern sogar freiwillig.

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