Werbung:

Berlin

Nach SPD-Wahldebakel: Fraktionschef Saleh gibt Posten auf – und rechnet mit Krach ab

Nach fast 15 Jahren gibt Raed Saleh den Vorsitz der Berliner SPD-Fraktion ab. Seinen Rückzug verbindet er mit einer kaum verhohlenen Abrechnung mit Spitzenkandidat Steffen Krach und dessen gescheitertem Wahlkampf.

Von

Raed Saleh war 15 Jahre lang Fraktionsvorsitzender der SPD in Berlin (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Werbung

Nach der historischen Wahlniederlage der Berliner SPD hat Fraktionschef Raed Saleh seinen Rückzug angekündigt. Der 49-Jährige will bei der anstehenden Wahl des Fraktionsvorstands nicht erneut für den Vorsitz kandidieren. Damit endet nach fast 15 Jahren seine Zeit an der Spitze der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus.

„Ich habe diesen Wahlkampf weder als Spitzenkandidat geführt noch die zugrundeliegenden Entscheidungen getroffen“, erklärte Saleh. Dennoch habe er den eingeschlagenen Kurs mitgetragen und übernehme deshalb seinen „Teil der Verantwortung“, wie der Tagesspiegel berichtet. Zugleich machte er deutlich, dass er die Hauptverantwortung für die Niederlage bei den Verantwortlichen des Wahlkampfs sieht.

Saleh rechnete in seiner Erklärung scharf mit dem Kurs von Landeschef und Spitzenkandidat Steffen Krach ab, ohne ihn ausdrücklich beim Namen zu nennen. Die SPD habe „weder sachlich noch personell überzeugt“. Trotz des großen Einsatzes der Parteimitglieder sei es der Kampagne nicht gelungen, die Erfolge der vergangenen Jahre herauszustellen oder den Berlinern eine glaubwürdige sozialdemokratische Zukunftsvision zu vermitteln. Die Aussagen sind offenkundig als Angriff auf Krach und dessen Wahlkampfführung zu verstehen.

Der Wahlkampf habe sich „im Kleinklein“ verloren und bei zentralen Streitfragen einen widersprüchlichen Eindruck hinterlassen. Als Beispiel nannte Saleh den Umgang mit der Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Die SPD habe einen „personalisierten Wahlkampf ohne jede sachliche Polarisierung“ geführt.

Zudem spielte Saleh auf die Auswahl des Spitzenkandidaten an. Die Annahme, „eine Frau mit Migrationshintergrund sei in Berlin nicht mehrheitsfähig“, sei durch das Wahlergebnis widerlegt worden. Gemeint war offenbar Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe, für deren Spitzenkandidatur sich Saleh starkgemacht hatte. Letztlich stellte die Partei jedoch Krach auf.

Lesen Sie auch:

Die SPD war bei der Abgeordnetenhauswahl auf nur noch 12,1 Prozent abgestürzt und erzielte damit ihr schlechtestes Ergebnis in Berlin. Sie landete hinter der Linken, der CDU, der AfD und den Grünen lediglich auf dem fünften Platz. Die bisherige Regierungskoalition mit der CDU verlor ihre Mehrheit.

Saleh stand seit 2011 an der Spitze der Fraktion und gehörte damit über Jahre zu den mächtigsten Politikern der Berliner SPD. Nach der Wahlniederlage hatten mehrere Parteivertreter eine personelle und inhaltliche Neuaufstellung gefordert. Die deutlich geschrumpfte Fraktion muss nun erstmals seit fast 15 Jahren einen neuen Vorsitzenden bestimmen.

rs

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

24 Kommentare

  • Nun wird er sich den interkulturellen Beziehungen in die Politik widmen…

  • Schnell noch das Fell sichern, bevor es weg ist.

  • Der Herr Krach hat hier in der Region Hannover genug NICHTS getan. 🙂 Versager auf der ganzen Linie.
    Ich vermute mal, die SPD in Niedersachsen ist ganz froh, Krach an Berlin verloren zu haben.
    Insofern kann ich die Argumente von Herrn Saleh gut nachvollziehen.

  • SPD? Kann weg.

    • …und der hinterlistige Saleh auch.

  • Die SPD ist wie die Linke auf dem Weg zur reinen Migrantenpartei.

  • Das Beste an der Wahl in Berlin ist, dass Pipsi nicht mehr ins Abgeordnetenhaus gewählt wurde.

  • Ein Musel weniger.
    Gut so!

    Was ich eigentlich schreiben wollte, kam nicht durch die Zensur.

    • Ich glaube, die meisten hier verstehen sie auch so.

  • Sollen er und seine SPD doch mit Ach und Krach untergehen. „Gekilled“ haben die sozialdemokratische Idee nicht zuletzt solche Figuren wie diese Kiziltepe und so weiter. Solche Sozis braucht kein Mensch.

    • Der ist ja auch in der SPD ( Scharia Partei Deutschland), da passt es …

      s ein short bei NiUS
      ganz nah an der Thematik

      der Hass auf Juden hat in Berlin die Wahl gewonnen

      https://www.youtube.com/watch?v=TU2o7bS7lYw

  • Soll er doch zur SED wechseln.

  • „Die Annahme, „eine Frau mit Migrationshintergrund sei in Berlin nicht mehrheitsfähig“, sei durch das Wahlergebnis widerlegt worden.“
    NEIN BITTE NICHT!
    In Deutschland sollte es um können gehen nicht um Herkunft! Außerdem war mir die Hausdurchsuchung bei dem SPD Kandidaten zeitlich zu nahe am Wahltag! Aber, dass ist nur meine Meinung….

    • Die Linke-Kandidatin hat 25% bekommen – das ist zwar viel, aber bei weitem nicht die Mehrheit. 75% der Wähler wollen sie nicht.

  • Die ersten Ratten verlassen schon das sinkende Schiff. ☺️

  • Schlimme Gestalten, welche die Luft im Reichstag nachhaltig verpesten.

    • Nicht im Reichstag. Im Senat.

  • Raed Saleh will seit 15 J. schon
    Regierender Bürgermeister von
    Berlin werden. Er ist polit. Zögling
    von Heinz Buschkowsky, der
    massenweise Moslems einbürgerte,
    um sie zu integrieren, wie er sagte.

    Da die SPD 2014 die Macht im
    Berliner Senat hatte durfte sie den
    Regierenden Bürgermeister wählen
    u. schlug drei Kandidaten vor:
    Saleh, Müller, Stöß.

    Die SPD wollte nicht wieder einen mit
    Neigungen wie Wowereit u. verwarf
    deshalb Stöß. Für einen islamischen
    Regierenden Bürgermeister war es
    noch zu früh.

    Also wurde es Michael Müller, der
    extra einen Posten für Sawsan Chebli
    schuf und, um die Moslems für den
    entgangenen Saleh zu trösten.

  • Wer interessiert sich eigentlich noch für diese Rest-SPD?

  • Arriverdverci.

    • Der kommt wieder! 🤮

      • LEIDER!

Werbung