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Vorpommern-Rügen

„Wir erfinden Bürger erster und zweiter Klasse“: Aus der SPD ausgetretener Landrat fordert Ende der Brandmauer

Der parteilose Landrat Stefan Kerth fordert vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern einen realistischeren Umgang mit der AfD. Über Jahre hätte man ohne Grundlage große Teile der Wählerschaft offen ausgegrenzt.

Der parteilose Landrat von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth, fordert das Ende der Brandmauer (IMAGO/BildFunkMV)

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Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sorgt der parteilose Landrat von Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth, mit seinen Aussagen zur AfD und zur Migrationspolitik für Aufmerksamkeit. Der frühere SPD-Politiker plädiert dafür, eine Regierungsbeteiligung der Partei nicht grundsätzlich auszuschließen. Die politische Auseinandersetzung dürfe sich seiner Ansicht nach nicht allein auf die Brandmauer konzentrieren.

Stattdessen müsse stärker darüber gesprochen werden, warum die AfD bei vielen Wählern Zustimmung finde. Kerth sieht vor allem in der Migrationspolitik ein Feld, das andere Parteien vernachlässigten. Als Gegenbeispiel nennt er die dänische Sozialdemokratie, die restriktivere Positionen vertrete und damit Themen besetze, die in Deutschland weitgehend der AfD überlassen würden. Den Vorwurf, eine Zusammenarbeit mit der AfD könne angesichts rechtsextremer Strömungen in der Partei gefährlich sein, weist Kerth nicht grundsätzlich zurück.

Er unterscheide jedoch zwischen den politischen Funktionären und den Menschen, die die Partei wählen. Durch die pauschale Einordnung der AfD als rechtsextrem würden im Osten aus seiner Sicht große Teile der Wählerschaft ausgegrenzt. „Wir erfinden Bürger erster und zweiter Klasse – solche, die richtig wählen, und solche, die falsch wählen“, sagte Kerth. Auch Forderungen nach einem Verbot der AfD lehnt der Landrat ab. Er bezeichnete diese Haltung als „unfassbar“. Das Grundgesetz kenne keine politisch weniger mündigen Bürger, argumentiert Kerth.

Überhaupt würden die Wähler der AfD vollkommen falsch dargestellt: „Das Klischee des ostdeutschen Skinheads war von Anfang an falsch“, sagte er. Vielmehr würde die faktische politische Lage viele Wähler zur AfD treiben: „Migration ist für mich das Thema, das den Menschen zeigt, dass im Land nichts verstanden wurde“. Hier verwies er auf die amtierende Bundesarbeitsministerin: „Wenn Frau Bas sagt, es gebe keine Einwanderung ins Sozialsystem, dann sagen sich die Leute: Die haben doch alle einen an der Klatsche.“

Zugleich kritisierte er die Energie- und Außenpolitik der Bundesregierung. Ein Gaskraftwerk aus Lubmin an die Ukraine abzugeben, hält er für falsch, weil dadurch wichtige Reserven für die Energieversorgung verloren gehen könnten. Die Debatte über das Verhältnis zu Russland sei zudem zu schematisch. Kerth, der 2023 nach 22 Jahren aus der SPD austrat, sieht weiterhin Bedarf an linker Politik. Allerdings müsse diese stärker an praktischen Problemen ausgerichtet sein. Eine Rückkehr zur SPD schließt er aus.

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29 Kommentare

  • Können uns die Ostdeutschen noch retten? Ich hoffe es inständig. Sie haben es schon einmal geschafft, sich zu befreien. Jetzt müssen wir darauf bauen, daß sie auch uns Westdeutsche vor dem Sozialismus bewahren.
    U. Siegmund ist hoffentlich nur der Anfang.

    • Nein, ganz Deutschland muss sich selbst retten! Im Osten ist die Linke nachweislich auch sehr stark, das zeigt auch im Osten ist nur ein Teil aufgewacht. Die Deutschren haben es in der Hand, aber die müssen die Demokratie auch nutzen und dürfen nicht in diesem sozialistischen Abgesang der Altparteien verweilen. BUNDESWEIT!

    • Ich hoffe das genauso wie sie! Aber wenn ich mich so im Westen umschaue brauchen wir hier einen kräftigen Tritt aus dem Osten damit die Altparteienwähler endlich mal aufwachen.

      • Ich glaube der Schlüssel sind tatsächlich unsere heutigen „Qualitätsmedien“ und ihr perfides Desinformationsspiel.
        Während man sich damals im Osten noch bewusst das damals noch informativere Westfernsehn anschaute um dem tendenziösen Oststaatsfunk zu entkommen fehlt dem Westen das Bewusstsein für diese Informationsselektion bzw deren zunehmende Notwendigkeit. Das Internet bricht da zwar einiges auf aber eben nicht in dem Maße wie das damals im Osten „gelernt“ wurde. Im Osten kennt man viele der Psychotricks bereits und ist kritischer. Deshalb will ja das Regime mehr Kontrolle über das Internet.
        Im Westen glauben immer noch sehr viele (bewusst oder unbewusst) die Glotze sei seriös und alles andere dubios. Die Möglichkeit absichtlicher Manipulation erscheint ihnen zu ungeheuerlich und abwegig um sie erkennen zu wollen oder zu können.

        • @under,ground, perfekt zusammengefasst. Der Kampf der „Eliten“ um die „Wahrheit“, egal ob in Deutschland oder der EU, gleicht dem der DDR Führung gegen das Westfernsehn.
          Jede Meldung oder jede Meinung, die nicht der eigenen entspricht, wurde in der DDR als imperialistische Lüge und heute als Fake News diskreditiert.
          Die Wurzeln dieses Verhaltens liegen in dem Tausendjährigem Reich, in dem es auch nur eine Meinung geben durfte.

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      • Niemals, Niemals AfD! Nicht im Osten nicht im Westen – Nirgends! Die Problemlösungskompetenz wird auch von möglichen AfD Wählern nicht der AfD zugetraut!
        Bitte nicht enttäuscht sein, wenn es am 6.9. nicht geklappt hat!

        • Claudi-2:
          Am 06.09. gegen 18:10h werden Sie ganz ganz hart geweckt werden.

          Natürlich trauen wir der AfD zu, die 3 Hauptprobleme Migration, Wohnungsmarkt (Migration) und Kriminalität (Migration) zu lösen – und sie WERDEN es. Bin AfD-Wähler, seit 2013, früher CDU-Mitglied (!) und es wird einfach Zeit, Könner ranzulassen. Auch im Bund.

          9
        • Bildung ist eine Holschuld ist eine Holschuld ist eine Holschuld.
          Bildung ist eine Holschuld ist eine Holschuld ist eine Holschuld.
          Bildung ist eine Holschuld ist eine Holschuld ist eine Holschuld.
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          Bildung ist eine Holschuld ist eine Holschuld ist eine Holschuld: Wie oft denn noch ??????????????????

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    • @Claudia No.2 (Die Erste, die Zweite hat den Namen missbraucht!), Danke für den Vertrauensvorschuss. Leider sind wir allein dazu nicht in der Lage. Ca. 10 Millionen Wahlberechtigte haben gegenüber 40 Millionen keine Chance. Ihr müsst also selbst auch ganz viel tun. Als Erstes würde ich vorschlagen, Tagesschau und heute nicht mehr zu schauen, sondern lieber selbst die Augen auf zu machen.

  • Was Merz & Co. beständig ignorieren: Die Regierung ist der Angestellte des Volkes und nicht sein Vormund.
    Man kann nicht ein Drittel der Wähler dauerhaft von der politischen Teilhabe ausschließen wollen und glauben, dass die sich das gefallen lassen, ohne aufzumucken.
    Und wenn das Volk aufsteht, dann wackelt hier die Wand.

  • „Der frühere SPD-Politiker plädiert dafür, eine Regierungsbeteiligung der Partei nicht grundsätzlich auszuschließen.“

    Ich schlage für Politiker generell vor, dass in Anlehnung bei Personen auch erwähnt wird, dass sie Migrationsgrund haben, so bei Politikern erwähnt wird z.B. SPD-Hintergrund, CDU-Hintergrund usw. haben.

  • Wenigstens outen sich einige WENIGE Politiker aus CDU/CSU/SPD , dass sie gegen die Brandmauer sind .

  • WIR sind das Volk und WIR sind der Souverän. ALLE.

    Den 1,2 Mio. Parteimitgliedern (über die komplette Unseredemokratie + AfD, BSW hinweg) stehen 63 Mio. Deutsche GEGENÜBER, die dieselben Rechte haben sollte, de facto aber von sehr vielen fett bezahlten Posten ausgeschlossen sind, da sie keine der Bonzenfabriken angehören.

  • Was im Artikel fehlt. Herr Kerth wurde als SPD Mitglied auf den Posten des Landrates gewählt. Später trat er aus der SPD aus. Bei den letzten Landratswahlen setzte er sich mit ca. 70% in der Stichwahl gegen den AfD Kandidaten durch.
    Ich will damit sagen, dass wir Ossis die Leute wählen, welche – unabhängig der Parteizugehörigkeit – unsere Interessen vertreten. Herr Kerth scheint das ja zu machen, wie sein Interview beweist.

  • Mein Wunsch ist, dass die AFD auch den Weg für die Abschaffung des Parteienstaates ebnet.
    Wohin der deutsche Parteienstaat führt sehen wir ja.
    Der Osten hatte nach der Wende die Chance dazu.
    Jetzt öffnet sich wieder eine Tür.

  • Liebe Redaktion, ich finde es schon in Ordnung, dass Sie auch schauen, was die anderen schreiben – aber Sie könnten auch ehrlich sein und zugeben, dass Sie die gesamte Story bei der F.A.Z. entdeckt und abgeschrieben haben.

  • Leider keine Erfindung sondern Produkt der Sozialistischen Einheitsfront. Nun wachen aber immer mehr Menschen auf und wehren sich gegen diese Apparatschiks. Die heutige Volkspartei ist die AfD , welche sich gerade anschickt, die Sozialisten aus den Parlamenten zu fegen. Alles im Namen des Volkes !

  • Es gibt sie noch, die vernünftige und pragmatischen Leute. Ich würde mir wünschen es gäbe noch mehr Leute in der Politik wie Stefan Kerth.

    • Manche wünschen sich eine Regierung angeführt von Den Grünen. Das ist 100x wahrlscheinlicher als irgendein rechter Irrsinn.

      • Ich sehe in diesem Land nur links-woken Irrsinn. Und der sollte langsam beendet werden, denn er hat dieses Land in den Absturz geführt.

      • Bildung ist eine Holschuld ist eine Holschuld ist eine Holschuld.
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      • Warum?

  • Bei den sinnvollen Gedanken kein Wunder, daß er nicht mehr bei der SPD ist.

  • Hätte ich nie gedacht, das Sozialisten das Endziel wie die Nationale Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei haben.

    • Bier trinken sollte nur, wer es auch verträgt.

    • In kleinen Gehirnen ist manches nicht vorstellbar! Es soll sogar psychisch erkrankte geben, die an einen Wahlsieg der AfD glauben???

      • Warum arbeitest du dich so an der AfD ab?
        Versuch doch lieber mal uns deinen Sozialismus zu verkaufen.
        Wenn du den so toll findest.
        Argumentiere doch mal FÜR die Partei die DU wählst und überzeuge uns.
        Oder kannst du das nicht und willst nur verbieten?
        Zeig mal Gehirn! Bisher hab ich bei dir noch keins bemerkt.
        Bist du sicher, daß DU gesund bist?

      • Bildung ist eine Holschuld ist eine Holschuld ist eine Holschuld.
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      • „Erkrankte“

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