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350-Millionen-Euro-Schock: Nächster Autozulieferer verschärft den Sparkurs

Der Autozulieferer Aumovio ist aus dem Continental-Konzern hervorgegangen und steht schwer unter Druck: Rechtsstreitigkeiten mit BMW wurden nun mit einem Vergleich in dreistelliger Millionenhöhe beigelegt. Weitreichende Stellenstreichungen stehen auf der Agenda.

Aumovio, der Autozulieferer, der aus dem Continental-Konzern hervorgegangen ist, steckt in Schwierigkeiten (IMAGO/Manfred Segerer)

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Die frühere Automotive-Sparte von Continental, Aumovio, hat einen schweren Stand. Mit weniger als einem Jahr Firmengeschichte ist es der jüngste große Autozulieferer Deutschlands – und befindet sich seit dem ersten Tag im Sparmodus. Seit der Abspaltung von Continental und dem Börsenstart am 18. September 2025 hat das Unternehmen kaum positive Schlagzeilen geschrieben. Tausende gestrichene Stellen und Rechtsstreitigkeiten sind Themen, die die junge Vergangenheit des Unternehmens prägen.

Zumindest gibt es nun eine teilweise positive Nachricht: Am 30. Juli teilte Aumovio mit, den Rechtsstreit mit BMW um ein fehlerhaftes Bremssystem beigelegt zu haben. Der Zulieferer wird einen Vergleichsbetrag in Höhe von 350 Millionen Euro zahlen, der in zwei Tranchen im dritten und vierten Quartal 2026 fällig wird. Besonders schwer wiegt jedoch, dass Aumovio Germany für diesen Fall lediglich Rückstellungen in Höhe von 56 Millionen Euro gebildet hatte.

Die Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen sind erheblich: Im zweiten Quartal sinkt das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) dadurch von erwarteten 152 Millionen Euro auf lediglich 50 Millionen Euro. Der Quartalsumsatz wird nun mit 4,244 Milliarden Euro beziffert. Ohne den Vergleich hätte der bereinigte Umsatz bei 4,307 Milliarden Euro gelegen.

Die Rechtsstreitigkeiten mit BMW reichen bis ins Jahr 2024 zurück. Konkret dreht sich der Konflikt um ein sogenanntes Brake-by-Wire-System mit der Bezeichnung MK C2, das Continental gemeinsam mit BMW entwickelt und seit Juli 2022 in Serie geliefert hat. Angaben von Aumovio zufolge handelt es sich bei der MK C2 um ein integriertes One-Box-Bremssystem, das Hauptzylinder, Bremskraftverstärker sowie Regelungsfunktionen wie Antiblockiersystem (ABS) und elektronische Stabilitätskontrolle (DSC) in einem kompakten und leichten Modul vereint.

Einzelne Bauteile waren jedoch in den letzten Jahren von Signalstörungen betroffen. Die Bremsfunktion selbst blieb zwar erhalten, allerdings waren das Antiblockiersystem (ABS) und die Stabilitätskontrolle (DSC) bei einzelnen Bremssystemen teils ausgefallen. Im November 2024 wurde bekannt, dass drei bis fünf Prozent der vom damaligen Zulieferer Continental produzierten Bauteile fehlerhaft waren. Allein im Jahr 2024 mussten deshalb 1,5 Millionen BMW-Fahrzeuge zurückgerufen werden, davon knapp 150.000 in Deutschland und rund 80.000 in den USA. Genau dieser Sachverhalt führte schließlich vor Gericht.

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Nun, da der Konflikt beigelegt ist, wird die Zusammenarbeit mit BMW fortgesetzt. Der Münchner Autobauer vergibt derzeit neue Aufträge an Aumovio mit einem beträchtlichen Volumen von mehr als einer Milliarde Euro. Auch die Serienfertigung des umstrittenen Bremssystems MK C2 soll bis Mitte der 2030er-Jahre fortgeführt werden. „Die Vereinbarung mit der BMW Group ist für uns ein wichtiger Schritt zur Stärkung unserer Geschäftsbeziehungen“, erklärte Vorstandschef Philipp von Hirschheydt erst kürzlich in einer Stellungnahme.

Der Aktienkurs legte am Tag der Mitteilung nach Angaben von finanznachrichten.de zeitweise um bis zu 17 Prozent auf 43 Euro zu und erreichte damit zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Februar. Dieses Niveau konnte das Papier zwar nicht halten, ging jedoch mit einem Plus von rund elf Prozent bei 40,80 Euro aus dem Xetra-Handel.

Doch die Rechtsstreitigkeiten sind nicht die einzigen Probleme, mit denen Aumovio in seiner noch jungen Unternehmensgeschichte zu kämpfen hat. Seit dem Börsengang im September vergangenen Jahres kam es vor dem Hintergrund des Umbaus der Unternehmensstruktur nach der Abspaltung von Continental zu gravierenden Einschnitten beim Personal.

Bereits im Jahr 2025 wurden 3.000 Entwicklerstellen gestrichen. Bis Ende 2026 sollen weitere bis zu 4.000 Arbeitsplätze wegfallen. Auch das Standortnetz soll deutlich verkleinert werden. Von den 55 Produktionsstandorten, die Ende 2025 noch bestanden, sollen bis Ende 2028 insgesamt zehn geschlossen werden.

Fest steht bereits, dass die Werke im hessischen Karben und in Babenhausen geschlossen werden. Gleiches gilt für zwei Standorte in China – dort entfallen zusätzlich rund 1.500 Produktionsarbeitsplätze – sowie für einen Standort in Litauen. Weitere Werke stehen auf dem Prüfstand. Außerdem wurde beschlossen, die Fabriken im rheinland-pfälzischen Rheinböllen und im belgischen Mechelen zu verkaufen. Auch bei den Investitionen soll gespart werden. So soll die Forschungsquote bis 2027 auf unter zehn Prozent sinken.

Zuletzt rückte der Vorstand auch die Arbeitszeit in den Fokus. Vorstandschef von Hirschheydt brachte eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich ins Gespräch. Man müsse „eine Ausweitung der Arbeitszeit auf künftig 40 statt 35 Stunden ansprechen“, sagte von Hirschheydt kürzlich im Gespräch mit der Wirtschaftswoche. „Wir müssen die Arbeitskosten in Deutschland senken, um international wieder wettbewerbsfähig zu werden.“

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17 Kommentare

  • Ich habe mit dieser Industrie u. ihren Mitarbeitern kein Mitleid. Sie haben jahrelang mitgemacht.

    • Nicht nur, dass man alle mitgemacht hat, sondern wurde häufig auch jener verlacht und ausgegrenzt, der eine andere Meinung hat, wie es das Kartell eben so will. Spaltung, Hass und Hetze sind die Mittel des Kartells!

  • Genial unsere Politik:
    So wird der Fachkräftemangel bekämpft – Freisetzung von Hunderttausenden eigener Fachkräfte und gleichzeitig der Import weiterer Millionen von ausländischen Fachkräften.

    Die Zustimmung der Wähler müsste doch durch die Decke gehen…

    • Ja denke auch, die Politik hat nen guten Job gemacht, beim Vernichten von Arbeitsplätzen und Wohlstand. Auch die Perspektive ist klar, anhaltender Abstieg bis zum Ziel dem andauernden Siechtum, das wollten doch die Wähler, oder?

  • Dort wo Gewerkschaften aktiv sind werden Unternehmen ausgehöhlt und zerstört. Ohne Gewerkschaften geht es allen besser, dem Unternehmen, der Belegschaft, den Kunden, den Lieferanten, der Führungsebene

  • Das alles hat natürlich nichts mit dem Klimawahn zu tun da ist nur die AfD Schuld und mit IM Erika begann der Untergang von Deutschland auch nicht.

    • Schuld sind die Millionen von Naiven und Einfachstrukturierten Wählberechtigten Deutschen selbst !
      Diese Politik wurde nicht mit Waffengewalt etabliert sondern durch die permanenten Wahlentscheidungen von Millionen Deutschen Wählern !
      Zwar Propagandistisch durch den ÖRR Jahrelang Indoktriniert aber das ist eben auch keine Entschuldigung für Menschen ohne gesetzliche Vormundschaft !

      • @Olaf.Kloeckner die ganze AfD Paranoia zeigt sichbei den 1000 Juristen die ein AfD Verbot fordern!
        Hitlers Juristen kämen zu einem gleichen Urteil. Diese 1000 Juristen sollte man die Approbation entziehen.

        • die ganze AfD Paranoia zeigt sich bei den 1000 Juristen die ein AfD Verbot fordern!

          Ja da werden nach den Omas gegen Selbstreflektion Stil und IQ und jetzt die Horde der 1000 willfährigen Juristen noch ganz andere aus ihren Löcher gekrochen kommen !
          Morgen kommt vielleicht die Vereinigung der Ruhrpott Dackelzüchtiger dazu . Was wohl Demokratisch und Juristisch auf dem selbe Niveau rangieren wird !
          Gut ! Diese Juristen haben offensichtlich nicht einmal das Grundsystem unseres Rechtstaates geschweige den Geist des Grundgesetzes verstanden . Was auch ihre Mitgliedschaft in einer politisch gesteuerten Juristenvereinigung erklären würde !
          Weil in der Freien Wirtschaft sieht es wohl mit einer derartigen Expertise eher mau aus !
          Da fällt mir ein : Ist Merz nicht auch so ein Jurist !?

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      • Ja, da haben Sie recht. So, wie damals die blöden Ossis. Anstatt die SED einfach abzuwählen, veranstalten die so eine theatralische Pseudorevolution. „Wir sind das Volk“, so ein Käse. Das Wahlkreuz an der richtigen Stelle, und der Sozialismus hätte einpacken müssen.

  • Aber dicke Merkel-Poller vor der Tür. Wovor hat man Angst; vor Terroristen oder den eigenen Beschäftigten? Oder sollen die runtergekommenen Dinger den Zustand des Unternehmens nach aussen gleich mit ausdrücken? 🤣

    • Diese ganzen Läden sind krank und stinken vom Kopf her.

      • Gerade die Gewerkschaften tun rein kein überhaupt nichts für gesunde Unternehmen. Noch nicht einmal nachdenken. Sind Schönwettter-Organisationen.

  • Mit ’seit langem‘ Beschäftigten schwinden nach ein paar Jahren auch immer der Ehrgeiz und der Leistungsgedanke. Karriere-Aussichten sind begrenzt für Leute, die keine Spitzenausbildung haben. Menschlich. Bequemlichkeit, Selbstüberschätzung und Ansprüche nehmen zu – sozusagen ‚materielle‘ Karriere ohne Anstrengung und ohne Leistungsbeweis.
    Dann werden gerade große Betriebe leicht unwirtschaftlich. Anstatt Minderleister zu entlassen und gegen Könner auszuwechseln, mogelt man sich um die Führungsaufgabe herum, und stellt den notwendigen Könner zusätzlich ein.
    Im Krisenfall gibt es keine Rettung: Die Könner kündigen als erstes oder akzeptieren eine Kündigung, während die alten Hasen erst einmal ihr ‚Gutes Recht‘ nutzen.

  • Klingt nach Steuerschlupflochmodell

  • Waren Alle die Schönsten, Größten und Besten bis sie die von ihnen hofierte Realität gnadenlos einholte. Alle Betroffenen hatte die Möglichkeit sich Anderst zu entscheiden aber die Mehrheit tat es nicht. Jetzt wird der Lohn gezahlt.

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