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Interview

Ex-Ministerpräsident Albig: SPD sollte sich einer Zusammenarbeit mit der AfD öffnen

Der frühere schleswig-holsteinische SPD-Ministerpräsident Torsten Albig will seine Partei dazu bewegen mit der AfD zu kooperieren. Andernfalls drohe das Ende der Sozialdemokratie, befürchtet Albig.

Von

Torsten Albig verlor 2017 die Wahl. (imago/Christian Thiel)

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Der frühere schleswig-holsteinische SPD-Ministerpräsident Torsten Albig will die Brandmauer zwischen SPD und AfD einreißen. Bei der Neuen Osnabrücker Zeitung riet der Sozialdemokrat seiner Partei, sich auch auf Minderheitsregierungen einzulassen, die von der AfD toleriert werden. „Wahrscheinlich wäre es sogar einfacher, wenn wie in Dänemark Sozialdemokraten die Ersten wären, die auch mit den Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die unsere Wähler heute in deren Arme treiben“, so der 62-Jährige in einem Interview. Albig war von 2009 bis 2012 Oberbürgermeister von Kiel und anschließend bis 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.

Albig sieht seine Idee vor allem im Hinblick auf die bevorstehende Wahl in Mecklenburg-Vorpommern als wichtig an. Dort soll aus Sicht der SPD im September Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin wiedergewählt werden. In jüngsten Umfragen von Anfang Mai kommt die SPD auf 27 Prozent, die AfD liegt mit 36 Prozent klar vor den Sozialdemokraten.

Albig könne sich deswegen vorstellen, dass Manuela Schwesig nach der Wahl erklärt, sich nicht wie andere Ministerpräsidenten der AfD zu verschließen, und sich je nach Thema Mehrheiten im Landtag suchen würde – im Zweifel also auch mit der AfD zusammen. Für Albig wäre das keine ideologische Annäherung, sondern ein Signal an verlorene Wähler. „Wir haben verstanden – kommt wieder nach Hause“, so Albigs Botschaft. Die Tatsache, dass frühere SPD-Wähler und Mitglieder zur AfD wechseln, liege nicht daran, „dass die alle Nazis geworden sind, sondern weil sie bei uns etwas vermissen“, resümiert der SPD-Mann.

Entsprechend will Albig auch keine Brandmauer: „Wenn 30 Prozent diese Partei wählen, können wir nicht auf Dauer so tun, als wäre das die Ausgeburt der Hölle“, so der ehemalige Ministerpräsident. Sollte die SPD so weitermachen wie bisher, könne es sein, „dass es die Sozialdemokratie hierzulande bald nicht mehr gibt“, so Albig weiter.

jw

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68 Kommentare

  • Ohne Brandmauer würde es die SPD gar nicht mehr geben ☝️

    • Ich vermisse bei dieser Diskussion übrigens, ob die AfD überhaupt mit den Sozis koalieren möchte. Wahrscheinlich eher nicht.

  • Spd und AfD?

    No way!

    • War auch mein erster Gedanke. Die linke wokisierte SPD ist mit der AfD nicht kompatibel.
      Die Abstiegsangst muss groß sein…

      • Diese unglaubliche Arroganz der Altparteien widert mich so an und garantiert, dass ich diese Parteien niemals wählen werde… und ich vermute auch niemand, der zuvor die SPD gewählt hat und jetzt die AfD wählt.
        Nichts habt ihr verstanden: „Wir haben verstanden – kommt wieder nach Hause“, so Albigs Botschaft.

        Keine Reflexion, warum die Wähler jetzt die AfD wählen

        • Ich werde niemals mehr eine dieser Altparteien wählen. Die haben weder Rückrat, noch Charakter, noch interessieren die sich für die Bürger in unserem Land. Die suchen ausschließlich den eigenen Vorteil und denken, wir sind dumm und merken das nicht. Furchtbar diese Arroganz!

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    • Auf gar keinen Fall! – Eine Zusammenarbeit/Koalition bedingt IMMER Kompromisse, und die SPD hat nicht eine einzige Position, bei der ein Kompromiss denkbar wäre.

      Die Positionen der SPD sind ALLE abzulehnen!

    • Ja, solche Größen wie Schmidt sind nur noch in den prähistorischen Annalen zu finden, der heutzutage mit einem Pateiausschluss zu kämpfen hätte.
      SPD ist heute Anifa

  • Arbeitet bloß nie mit der SPD zusammen!

    • siehe: FDP, CDU…sogar Grüne.

  • Es geht los… Seit die AfD Deutschlands beliebteste und stärkste Partei wurde, kommen auch die Kartell-Parteien langsam in homöopathischen Dosen wieder zu Vernunft. Wer jetzt zuerst die Brandmauer einreist, sitzt in der nächsten Regierung.
    Am besten für Deutschland wäre natürlich die absolute Mehrheit für die AfD und eine AfD Alleinregierung.

    • Würde die SPD zulassen, gemeinsam mit der AfD zu stimmen–würde die ganze „Omas und alle gegen Rechts-Demokratie-leben-NGO-Gewerkschafts–rechte sinnfreie Medien-Bullshit-Hetze“ in sich zusammenfallen–Und Herr Steinmeier würde zur Demo gegen die selbsternannten Demokraten aufrufen–herrlich.

  • Ich bin gespannt, wann wir zu hören bekommen:

    „Niemand hat die Absicht, eine Brandmauer zur AfD zu errichten“

  • Herr Albig, Sie haben wieder nichts verstanden. Der AfD geht’s darum, Deutschland zu retten, nicht die SPD. Nicht mal die CDU.

    • „Brutus“ Stegner steht auf dem Bild oben schon hinter Albig. Die Mundwinkel von Stegner symbolisieren die Umfragewerte der SPD:

  • Was soll die AFD mit so einer Splitterpartei?

    • @Alter weißer Mann: Deshalb überlegen ja Unseredemokraten, die Splitter zu verkleinern, dass sie auch noch als Staubkorn den nächsten de facto-Kanzler stellen dürfen.

  • Es war klar, daß die SPD früher mit der AfD kooperieren würde als die CDU. Die AfD nimmt der SPD nicht so viele Wähler weg wie der CDU.

  • Der Untergang der SPD in ihrer heutigen Form ist keine „Drohung“, sondern eine Notwendigkeit.

  • Und wer würde ernsthaft die jetzige Spd vermissen?

    • Baas, Klinbeil und alle anderen an den Fleischtöpfen!

  • Das ist mal ein Vorstoß den niemand erwartet hätte aber eigentlich gefällt er mir. Wer hätte das von einem SPD Funktionär erwartet.

    • Der wird jetzt vom Verfassungsschutz beobachtet.

  • Niemals! Die Brandmauer zurr Nationalen Front muss stehen!

  • Mein Vorschlag: Verbot von Koalitionen.
    Immer nur die stärkste Partei stellt die Regierung.
    Und alle andern Parteien sorgen für Mehrheiten. Gute Politiker anderer Parteien könnten trotzdem Minister bleiben oder werden

    Somit würden alle Oppositionsparteien gefordert, das Beste für die Bürger–und ihre eigenen Parteien –zu organisieren.

    Und wer gegen die Mehrheit der Bürger Politik machen will–wird halt eben nicht mehr gebraucht.

    Wer bei einer Abstimmung gegen die Bürgermeinung abstimmt–hat die Chance, bei weiteren Abstimmungen –zum Wohl der Bürger wieder mit Sinn und Verstand abzustimmen.

  • Die AfD wird dankend ablehnen, weil sie genau weiss: der Dolchstoss in den Rücken wird kommen…
    Mit SPD zusammenarbeiten, niemals niemals niemals

  • Spätestens wenn die Bundes-SPD der AfD ihren großen Sitzungssaal überläßt–sollten alle hellhörig werden.

    Wenn die AfD in Sachsen schon mit den Grünen und dem BSW zusammen eine Mehrheit gegen die dortige Regierung erzielen konnte- (Schlachthofverordnung) -sollte allen klar sein, was es bedeutet, dass es für die AfD KEINE Brandmauern gibt.

    Wenn die AfD die Abschaffung der Brandmauer fordert–und statt dessen Demokratie den Bundestag und die Landtage bestimmen soll—dann sind halt auch Mehrheiten mit der AfD mit Linken, SPD oder Grünen möglich–Hauptsache es dient den Interessen der AfD, für die sie von den Bürgern gewählt wurden
    ..
    Damit könnte die CDU noch größerer Verlierer ihrer eigenen Brandmauer werden.–

    Und am Ende wäre es die AfD, die die Demokratie in die Politik zurück holt.

    • Abstimmungen, in denen die AfD für einzelne Anträge stimmt, die im Sinne der Bevölkerung sind, sind auch in Ordnung.
      Was absolut nicht in Ordnung wäre: die Wahl eines SPD MPs, der wie Schwesig in einem Bundesland gerade mal die Hälfte der Stimmen hinter sich vereint, wie die AfD selbst.
      Diese Legitimation einer gescheiterten Politik bei gleichzeitig maximaler Ablehnung der eigenen Politik, wird die AfD versenken. Auch ich würde sie nicht mehr wählen.
      Und genau das ist das Ziel, was Albig und Co. wollen.

      • Sobald sich die AfD von der Brandmauer befreit–muss sie selbst zeigen, was in ihr steckt.
        Wenn sich die AfD dann selbst “ versenkt“–dann war sie keine Alternative–dann braucht es auch kein Verbot der AfD mehr.

        Zeigt die AfD, welch Qualität in ihr steckt–wird sie überall gewinnen.

        • Korrekt. Vor nichts hat das Kartell mehr Angst als dass die AfD umsetzt, was sie ihren Wählern versprochen hat.
          Wie schwierig das werden wird, das sieht man schon jetzt an den Maßnahmen der Altparteien, die die Rechte der AfD beschneiden.
          Rückschläge bin ich bereit zu akzeptieren, aber keine Politik des Gehorsams, in der man gar nicht erst versucht das Kartell aufzubrechen

          1
  • Das werden sie niemals tun, die „Demokraten der Mitte“. Eher werden sie ein Parteiausschlußverfahren einleiten, für jemanden der solche Ideen äußert. Wir wissen, die AfD ist „gesichert rechtsextrem“ obwohl NICHTS gesichert ist!

    • Die AfD ist gesichert für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Und DAS ist schon lange gesichert rechtsextrem™ – im Gegensatz zu links.

  • Ich brech zusammen, LOL LOL
    Popcorn raus!

  • Was soll das werden, das sieht man doch an der Regierung aktuell 😂😂😂

  • Ich fordere die SPD auf:

    – Sofortiger Ausschluß von Torsten Albig aus der SPD

    – Abhängen sämtlicher Bilder im Kieler Rathaus und in der Kieler Staatskanzlei, die Torsten Albig zeigen

    – Rückgängigmachung sämtlicher Gesetze, die in der Amtszeit von Torsten Albig als schleswig-holsteinischer Ministerpräsident verabschiedet wurden

    – Tilgung sämtlicher Vorfahren oder Verwandten von Torsten Albig in SPD-Mitgliedsdateien

    Das sind nur erste Maßnahmen. Weitere müssen folgen. Unsere Demokratie ist in Gefahr. Wir müssen unverzüglich handeln.

    • Es müssen meines Erachtens auch alle Sätze, die Albig in seiner Amtszeit gesprochen hat, auf den Index! Der Daniel wird’s schon richten!

      • Und er müßte seine Beamtenpension verlieren, da er sich als unwürdig erwiesen hat, den Staat Unsererdemokratie nach außen zu repräsentieren.

    • Die SPD ist der falsche Adressat. Sie müssen das vom größten Brandmauerbefürworter fordern: Daniel Günther.
      Dieser sollte auch dringend ein Parteiverbot der rechtsextremen SPD einleiten.

  • Jetzt wanzen die sich sogar an die AfD ran, um ihre Pöstchen zu behalten.
    Ihr seid erwischt worden!

    • Eben, mit Antifa-Stegner im Bildhintergrund? – Vielleicht als Innenminister??? 😂

      • Essigfr. dient hervorragend als abschreckendes Beispiel.

  • Jetzt, wo die SPD am Ertrinken ist, ist die AFD gut genug als Rettungsring. Aber bei einer Koalition würde sie sich wohl wieder nur als Betonklotz am Bein erweisen, der alles mit sich in die Tiefe reißt.

    • Schaut man sich das aktuelle Führungspersonal der Partei an, hilft auch keine AfD als Rettungsring. Selbst wenn die AfD eine Minderheitsregierung der SPD tolleriert, bedeutet dies nicht zu jedem vorschlagen ja und amen zu sagen. Bei den Initiativen, die heute von Klingbeil, Bas, Schneider und Kollegen kommen, muss man das einigermaßen des klaren Denkens mächtiger Mensch dagegen stimmen.

  • Das ist doch nur ein vergifteter Köder. Die meinen, die AfD sei so geil auf Regierungsmacht, dass sie sich mit der SPD (ausgerechnet der!) zusammenschliessen würden. Und dann bräche so eine Koalition an unüberbrückbaren Differenzen und die SPD würde sofort sagen: Seht ihr, die können es nicht!

  • Eine wenige mögen nicht völlig verblendet sein, die woke Karewane der einschlägig bekannten Parteien wird das nicht anfechten. Sie wird umso entschlossener auf ihren Untergang zumarschieren.

  • „Andernfalls drohe das Ende der Sozialdemokratie,…“ Genau aus diesem Grund stimme ich in diesem Fall dem Geschrei seiner Genossen vollkommen zu. Also bitte, liebe Genossen, weiter so und lasst euch von eurem Weg nicht abbringen. Er führt direkt zu eurem Ende und das ist eine phantastische Perspektive.

  • Irre, aber es wäre schon sehr witzig, wenn gerade die SPD die Brandmauer einreißen würde. Die Union wäre dann endgültig die Lachnummer der Nation. Für immer. Und immer. Und immer.

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