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Volkswagen-Konzern

AfD-nahe Listen erzielen Zugewinne bei VW-Betriebsratswahlen

Die IG Metall hat bei den Betriebsratswahlen im Volkswagen-Konzern deutlich an Zustimmung verloren. Besonders im Stammwerk Wolfsburg büßte die Gewerkschaft mehr als zehn Prozentpunkte ein. Gleichzeitig konnten AfD-nahe Listen in einzelnen Werken erstmals Mandate gewinnen.

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Das Verwaltungshochhaus der Volkswagen AG in Wolfsburg. (IMAGO/Sven Simon)

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Bei den Betriebsratswahlen im Volkswagen-Konzern hat die IG Metall in mehreren Werken Stimmen verloren. Besonders deutlich fällt der Rückgang im Stammwerk Wolfsburg aus. Gleichzeitig konnten in einzelnen Standorten Listen aus dem AfD-nahen Umfeld Mandate gewinnen.

Im größten Werk des Konzerns in Wolfsburg kam die IG Metall auf 74,8 Prozent der Stimmen und 52 der 67 Mandate. Bei der vorherigen Wahl lag sie noch bei 85,5 Prozent. Damit verlor die Gewerkschaft mehr als zehn Prozentpunkte. Wahlberechtigt waren rund 61.300 Beschäftigte, die Wahlbeteiligung lag bei 59,1 Prozent.

Zweitstärkste Kraft wurde die betriebsinterne Oppositionsliste „Die Andere Liste“ mit 14,1 Prozent und zehn Sitzen. Weitere Mandate gingen an kleinere Listen. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) erhielt 5,3 Prozent und drei Sitze, die Liste „Die Alternative“ kam auf 2,5 Prozent und einen Sitz.

In Braunschweig zog erstmals die Arbeitnehmerorganisation „Zentrum“ in den Betriebsrat ein. Die AfD-nahe Liste erreichte 6,49 Prozent der Stimmen und zwei der 35 Mandate. Die IG Metall kam dort auf 78,5 Prozent und 28 Sitze, die CGM auf 15 Prozent und fünf Mandate.

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Auch im Werk Zwickau erzielte eine Liste aus diesem Umfeld ein zweistelliges Ergebnis. Das „Bündnis freier Betriebsräte“ (BfB) erhielt 11,5 Prozent der Stimmen und vier Sitze im Betriebsrat. Zwei Mandate gingen an die „Andere Liste“. Die IG Metall stellt dort 29 der 35 Betriebsräte.

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Im Motorenwerk Chemnitz erhielt die IG Metall 13 von 17 Sitzen. Vier Mandate gingen an das Bündnis freier Betriebsräte, das ebenfalls dem AfD-nahen Umfeld zugerechnet wird.

In mehreren weiteren Werken gewann die IG Metall weiterhin den Großteil der Sitze. Im Werk Kassel erhielt sie 33 von 39 Mandaten, im Werk Emden 31 von 35 und im Werk Salzgitter 30 von 35 Sitzen. Im Nutzfahrzeugwerk Hannoverentfielen 33 der 37 Mandate auf die Gewerkschaft; weitere Sitze gingen an CGM, KMA und IGV.

In kleineren Standorten fielen die Ergebnisse deutlicher aus. Im Werk Dresden gingen alle neun Mandate an die IG Metall. Im Werk Osnabrück kam sie auf mehr als 92 Prozent der Stimmen und stellt ebenfalls den gesamten Betriebsrat. Die Wahlbeteiligung lag je nach Standort zwischen etwa 55 und 77 Prozent.

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17 Kommentare

  • Zu spät. Viel zu spät. Der Zug ist abgefahren.

  • Zu wenig, zu spät.

  • Leute , ihr hättet vor 20 Jahren aufwachen sollen , da wären eure Arbeitsplätze noch sicher gewesen , schaut , was Rot aus unserem Land macht , das gleiche machen sie mit unseren Firmen ………… Kaputt , nicht´s anderes

    • Besser hätte ich es nicht schreiben können

  • Erschreckend, wie langsam der Mensch doch Zusammenhänge versteht…

    • Wenn er es überhaupt versteht ?

  • Wer sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz macht, der wählt keine DGB-Gewerkschaft.
    DGB gleich SPD. Und die sind der Untergang.

  • Ist sowieso egal. Wo keine Arbeiter mehr, da auch kein Betriebsrat. Schau‘ ma doch mal, was in 5-10 Jahren von VW in Wolfsburg noch übrig ist.

  • Erklärt Christiane Benner als die Erste Vorsitzende der IG Metall zuletzt noch im Juli 2025 exemplarisch zur Lage bei Volkswagen: „In Deutschlands größtem Industriekonzern muss die Person in der Arbeitsdirektoren-Funktion immer auch eine stark vermittelnde Rolle zwischen unterschiedlichen Interessenlagen einnehmen“, zeigt sich schon daran mehr als augenfällig, welch ewig gestrige Politik die Gewerkschaft in der Spitze nicht nur dort betreibt. Die Tatsache, dass spätestens seit den frühen 1990er Jahren ein Wechsel des Rationalisierungsparadigmas menschlicher Arbeit sich inzwischen in globalem Maßstab vollzieht, der in seiner Reichweite in nichts der kopernikanischen Wende nachsteht, wird damit einfach ausgeblendet. Angesichts dessen erstaunt es ungemein, dass von der Belegschaft erst jüngst gewählte Betriebsräte daran keine Kritik üben.

  • Uups!
    Nach 15 Jahren Klimaautomobilisierung sind „Denkprozesse“ im minimalen Ansatz zu verzeichnen …
    Es geht voran!

  • Das ändert alles nichts an der Tatsache, daß in der Regel schon seit 25 Jahren jeder Arbeitsplatz in deutschen Werken mit den höheren Gewinnbeiträgen aus nicht in Deutschland produzierten Autos hausintern subventioniert wurde. Jetzt ist die Situation derartig verschärft, daß die unsichtbare schleichende Schließung deutscher Betriebsstätten nicht mehr weitergeht. Bei VW lebt man schon seit 40 Jahren mit der Wolfsburger Illusion. Einige Hersteller haben erst später damit begonnen. Bisher gab es nur einen Grund deutsche Produktionsstätten weiter zu betreiben, die hohe Affinität des deutschen Binnenmarktes zum Qualitätssiegel Made in Germany. Seit 40 Jahren auf dem Rückmarsch, weil die unanangefochtene Marktposition westdeutscher Produkte als Technik- zur Imageführer breitflächig erodiert ist. Es schwierig sich eine derartige Position zu erarbeiten, aber fast unmöglich diese Position lange zu halten. Ganz unmöglich, wenn die Politik die Grundlagen dafür vernichtet.

    • Wenn Studienabbrechernde (m/w/d) der Geschwätzwissenschaften in Politik und Management das Sagen haben, wird jede Hochtechnologie den Bach runter gehen.

  • Ist doch klar, daß sich immer mehr von der rassistischen Anti-AfD Gewerkschaft abwenden. Wer heute IG-Metall, der antidemokratischen und rassistischen Gewerkschaft, beitritt oder wählt, der will ein „weiter so“, eine Standortvernichtung und Deindustrialisierung.

  • Liebe VW-ler, vielen Dank, dass ihr immer mehr von euch die richtigen wählt und die Altparteien-Versager in die Wüste schickt.

  • Wen wunder‘s? Dieser SPD Verein hat doch wie die Partei jeden Bezug zur arbeitenden Bevölkerung verloren.

  • Die IG Metall unterstützt die Pasteten Partei SPD und die liegt in BW bei 5,5 % , Al SPD-Verein kann IG-Metall daher auch schonmal die Abwicklung einleiten. Ohne Arbeitsplätze die dank der SPD-Energiewende eingeleitet wurde, ist auch kein IG-Metall nötig. Sie können sich ja dann in IG-Grüner Stahl umbenennen.

  • Die Verkündung des massiven Stellenabbaus zwei Tage nach den Landtagsqualen in Beben-Wütendberg.

    Hätte man sie vorher herausgegeben, wären es für die SPD weniger als 5.5% gewesen. Aber nach den Qualen ist vor den Wahlen, in 2031 sind die Sozen im Ländle aber auch woanders weg vom Fenster.

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