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ZDF-Talksendung

Vorführversuch zu dritt: Strack-Zimmermann, Lanz und Neitzel gegen AfD-Politiker Lucassen

In der Sendung Markus Lanz am Mittwoch musste sich der verteidigungspolitische Sprecher der AfD gleich gegen drei Diskussionsteilnehmer stellen. Der Vorführversuch gelang nicht.

Die Diskussionsteilnehmer in der Sendung Markus Lanz vom 11. Februar 2026 (Screenshot via ZDF, Montage)

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In der Sendung Markus Lanz waren am Mittwoch der verteidigungspolitische Sprecher der AfD, Rüdiger Lucassen, die Abgeordnete des Europäischen Parlaments Marie-Agnes Strack-Zimmermann, der Historiker für Militärgeschichte Sönke Neitzel sowie der Journalist Marc Felix Serrao zu Gast. Lanz sowie Strack-Zimmermann und Neitzel versuchten, Lucassen rhetorisch in die Ecke zu drängen, doch der Versuch der drei misslang.

Markus Lanz wollte zunächst von Lucassen eine Garantie dafür, dass kein Abgeordneter der AfD Geheimnisse an Russland weitergeben werde. Hintergrund ist eine Debatte über Kleine Anfragen der AfD-Fraktion. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) unterstellte etwa, die AfD missbrauche das parlamentarische Fragerecht, um „gezielt sicherheitsrelevante Infrastruktur auszuspähen“.

Die AfD sieht hierin einen Versuch, ihre parlamentarische Arbeit unter Generalverdacht zu stellen. Auch der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, das für die Kontrolle der Nachrichtendienste des Bundes zuständig ist, Marc Henrich (CDU), sowie dessen Vize, Konstantin von Notz von den Grünen, äußerten beleglose Bedenken dieser Stoßrichtung.

Lucassen wollte keine Garantie für andere Abgeordnete geben, verwies jedoch auf eine Antwort der Bundesregierung zu dieser Fragestellung: Die Beantwortung der Kleinen Anfrage obliege der Bundesregierung – folglich könne auch die Bundesregierung selbstständig bestimmen, welche Teile der Beantwortung sicherheitsrelevant seien.

Durch die Anfragen würde, so Lanz, der „ganze Betrieb“ lahmgelegt werden; „ganze Verwaltungen“ würden damit „im Dauerbetrieb“ gehalten werden. Rüdiger Lucassen verwies wiederum auf seine eigene Erfahrung. Der Oberst a. D. habe selbst dreieinhalb Jahre als Referent im Verteidigungsministerium gearbeitet. Eine solche Organisation würde man so nicht lahmlegen können, argumentierte der AfD-Politiker.

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Als der verteidigungspolitische Sprecher konkret werden wollte, wurde die Debatte unruhig. Für die Überprüfung der Verteidigungsfähigkeit sei es wichtig, dass auch Details wie der Transport und die Lieferung einer Panzerhaubitze zu klären seien. Historiker Neitzel grätschte rein: „Kann man das nicht vertraulich?“ Eine Kleine Anfrage sei schließlich öffentlich.

„Wenn wir diese Information im Ausschuss nicht bekommen, dann stellen wir die Fragen, sonst müssten wir ja nicht fragen“, konterte Lucassen. Lanz fragte nach: „Wann, welche Brücke zu befahren ist, mit welcher Haubitze, mit welchem Gewicht, was da möglich ist, die gesamte Logistik – das ist für Sie öffentlich zu fragen?“

Dieses Beispiel zeige, so Lucassen, die Wichtigkeit der Arbeit der Opposition. Denn die Ermöglichung der Gesamtverteidigung könne nur gewährleistet werden, wenn diese Informationen vorlägen, damit die Bundesregierung auf mögliche Mängel hingewiesen werden könne.

Strack-Zimmermann versuchte daraufhin, Lucassen in die Höcke-Ecke zu stellen, schließlich saß der verteidigungspolitische Sprecher neben Hannes Gnauck, der wiederum „interessante Kontakte habe“. Auf Nachfrage von Lanz, welche Kontakte das seien, erwiderte die FDP-Politikerin, dass es Björn Höcke sei. Ein klares argumentatives Ziel hatte diese Anmerkung von Strack-Zimmermann jedoch nicht.

Neitzel wiederum sprach von einem hybriden Krieg mit Russland. „Da sehe ich die AfD eher auf der Seite von Russland und nicht auf der Seite der Demokratie in diesem Land“, so der Historiker. Lucassen verwies erneut darauf, dass die Bundesregierung über die Frage der Sicherheitsrelevanz bei der Beantwortung entscheide.

Auch das Thema der Wehrpflicht war Thema in der Sendung. Bei diesem Thema wird innerhalb der AfD scharf gekämpft. Zuletzt leitete die Bundestagsfraktion ein Ordnungsverfahren gegen Lucassen ein. Er hatte in einer Rede im Bundestag den thüringischen AfD-Chef Björn Höcke scharf kritisiert, als Höcke sagte, dass Deutschland es nicht wert sei, verteidigt zu werden.

Lucassen sagte, er stehe klar zur Wehrpflicht; das sei auch die eindeutige Position seiner Partei. Dass es Mitglieder gibt, die dazu eine andere Position einnehmen, bestritt er nicht. Höcke habe „ein bundespolitisches Thema von sich aus ja auf die Tagesordnung im Thüringer Landtag gebracht“, so der AfD-Politiker, „das kann er, das darf er selbstverständlich, die Reaktion ist ja dann auch gekommen“.

Lanz versuchte anschließend mittels zwei Videoclips, den AfD-Politiker aus der Reserve zu locken. Zunächst zeigte er den Ausschnitt aus der Rede Höckes, in der der thüringische AfD-Chef sich gegen die Wehrpflicht ausspricht. Als einen Grund nannte Höcke etwa einen „Schuld-Stolz“, aber auch Massenmigration und die „Plünderung“ der Sozialversicherungssysteme. Erst müsse der Staat wieder ein Staat für die Deutschen werden, so Höcke.

In einem zweiten Clip, der die Rede von Lucassen zeigte, kritisierte dieser negative Entwicklungen in der Bundesrepublik – für Lanz war das der „gleiche Sound“. Lucassen stellte jedoch inhaltliche Unterschiede in den Vordergrund. Schließlich habe er sich klar für eine Wehrpflicht ausgesprochen und davor gewarnt, dass Deutschland attraktiv bleibe – auch für die möglichen Wehrdienstleistenden.

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57 Kommentare

  • War Strack-Zimmermann auch als Privatfrau bei Lanz? (Dauergast bei ARD und ZDF)

    103
    • Kommt ganz drauf an um welchen Satz von ihrem Geschwurbel es gerade geht🤷‍♂️

  • Strack -Zimmermann was will die denn noch… Ihre Partei… Ist unter 5% weil sie niemand braucht.. die FDP ist da wo sie hin gehört.

    112
    • Ja, das fragt man sich in der Tat.
      Sitzt da und macht mit der Anmut einer Generälin auf Sicherheitsrelevanz – ist das zu fassen ? Die FDP läuft unter „Sonstige“.

    • Es kommt heutzutage bekanntlich nicht auf die Relevanz, sondern auf die „richtige“ Gesinnung an.

    • Jede Partei hat ein abschreckende Beispiel.
      Als Sterbehelferin ist hoffentlich noch lange in der Partei.

    • … die war noch nie als Politikerin unterwegs … schon gar nicht für die Deutschen oder Deutschland … die hofiert nur der Rüstungsindustrie und der Ukraine, um Ausgaben zu Lasten des deutschen Steuerzahlers zu generieren … und natürlich nicht zu vergessen, die Gerichte zu belasten,, falls sie mal wieder ein „Schmerzensgeld“ wittert …

    • Die anderen Parteien können gleich mit

  • Es darf nicht sein, dass der stracke Zimmermann in Vergessenheit gerät. 🤭🤭

    • Eben. Sie ist die mit Abstand gefährlichste Fronthaubitze.

      • Der kann es offenbar mit dem Krieg nicht schnell genug gehen. Gott sei Dank hat Präsident Trump die Wahl gewonnen. Ich glaube die EU hätte uns längst in den Krieg getrieben.

  • „Zunächst zeigte er den Ausschnitt aus der Rede Höckes“

    Ich hab mir die Sendung angetan.
    Jedoch:
    Der erwähnte Clip blitzte nur einen Sekundenbruchteil auf. Gezeigt wurde er tatsächlich NICHT!
    Es ging unmittelbar mit der „Vernehmung“ weiter. Ohne Video.

    • Man könnte ja Höcke auch mal selber einladen.
      Warum werden immer andere zu ihm befragt?
      Warum befragen Lanz und Konsorten Höcke nicht selber?
      Wäre doch wesentlich aufschlussreicher, aber anscheinend will sich keiner die Blöße geben, eventuell gegen Höcke schlecht auszusehen….

  • Nun, verehrte Vorzuschreiber, Sie haben ja recht mit der Feststellung, daß in solchen Quatschsendungen stets mediale „Revolutionstribunale“ inszeniert werden.

    Andererseits sollten sie nicht vergessen, daß sich sogar die Zuseher dieser Sendungen mitunter eine eigene Meinung dazu bilden – und sei es auch nur über die konkrete Gestaltung derselben.

    Aber sie bieten die Gelegenheit, die eigenen Argumente einem großen Publikum zu präsentieren – ebenso wie die (meist scheiternden) Versuche ihrer Widerlegung.

    (Der Schwarzwälder weiß: Jeder Schaden hat seinen Nutzen!)

    • Oder: Es isch alles für ebbs guat.

  • Wieder ein Musterbeispiel wie die AFD inhaltlich gestellt wurde.
    Selbst bei drei zu eins schaffens sie es nicht.

  • Wieso „Voführung“? Er hat doch über Höcke gelästert.

    • Das versteht der Jünger des Feliks nicht.

      • Enrico Komning, AfD-Bundestagsabgeordneter, Wachregiment der Staatssicherheit „Feliks Dzierzynski“

  • Tja Lanz immer das gleich alle gegen einen. Diese Sendung ist das Geld nicht wert. Lanz ist bei mir schon lange gelöscht.

  • Diese drei Männer hatten gegen Lucassen nicht den Hauch einer Chance!

  • Also bestand die Sendung aus einem Ehrwürdigen Gast und der rest war Staffage fürs theater?

  • Diese drei Gestalten müßten neugeboren werden, um sich evt. und nur ganz vielleicht mit Herrn Lucassen zu vergleichen. Der ist ein echter Diener seines Volkes im besten Sinne und hat Format.

  • Kein Interview, kein Kommentar mehr. Brandmauer seitens der AFD gegenüber diesen Sendern. Objektivität und Neutralität sind dort nicht vorhanden. lasst die ihre Possenspiele doch mit wem auch immer abziehen.

    nicht mal für viel Geld dürften die eine Erlaubnis erhalten , zu interviewen.

    • Stimmt. Ich verstehe auch nicht, warum es AfD-Politiker immer wieder in diese sogenannten Talkshows zieht. Mittlerweile sollte auch dem Dümmsten klar sein, dass das Ziel einer Einladung ausschließlich die mediale Hinrichtung ist.

      • Kämen sie nicht, würden sie wegen angeblicher Feigheit verhöhnt.

      • Leider sind ca. 80% dümmer als die Dümmsten. Die AfD braucht Bekanntheit. Hier laufen doch Millionen Vögel rum, die nicht einen Minister beim Namen nennen können.

    • Punkt ist allerdings, dass die AfD dem ÖRR keinen größeren Gefallen tun könnte. Denn damit würde einerseits der Vorwurf der Einseitigkeit an den ÖRR ja gegenstandslos. Andererseits hat das AfD Personal mittlerweile doch sehr gut gelernt, mit den feindseligen Medien umzugehen und damit auch zu punkten. Im Moment hat die AfD also doch eher einen Nutzen davon. Auch wenn ein Pauderstündchen mit diesen Leuten sicherlich kein Vergnügen ist.

  • Hinter Strack und Neitzel steckt fast nur ein Vorrat von Textbausteinen.

  • Halten wir fest. Das ständige Weigerung AfD Politiker nicht zu Sendungen oder äußerst selten ein zu laden, konnte den Stimmenzuwachs nicht verhindern. Es wirkt einfach seltsam ständig über jemanden zu reden aber nicht mit denen dann selbst. Wenn die AfD Politiker jetzt „öfters“ eingeladen werden, immer das gleiche Schauspiel. Alle gegen einen. Klappt in der Regel auch nicht so gut, siehe oben. Die Qualitätsmedien können einem einfach nur noch leid tun. Egal was sie auch inszenieren , sie verlieren immer mehr an Glaubwürdigkeit. Die Einschaltquoten kennen nur eine Richtung.

    • Welche Glaubwürdigkeiten könnten die ÖR denn noch verlieren. Habe so etwas wie Glaubwürdigkeit noch?

  • Boer ey, nicht schon wieder.
    Ohne ein ausgewogenes Gästeverhältnis würde ich dieses Theater überhaupt nicht mehr betreten. Sollen sie sich doch alleine einen Wolf quasseln. Ohne einen AfD-Vertreter als Zuschauermagnet, guckt sich den Schwachsinn doch sowieso kaum noch einer an.

    • Ich habe es getan, aber bei : „Sagt ein Mann (gemeint ist Vance) der „seine“ ICE-Truppen gegen die eigenen Bürger …. “ konnte ich nicht mehr.

    • Ich bin bei dem Lanzclown seit Jahren raus.

  • „Da sehe ich die AfD eher auf der Seite von Russland und nicht auf der Seite der Demokratie in diesem Land“, Neitzel verteidigt die Demokratie, nicht das Land? So, so …

    • Ich bin Modellbauer (Dioramen) mit Schwerpunkt 2. Weltkrieg.

      Seit 4-5 Jahren ist Neitzel hirngewaschen in Sachen Deutsche Wehrmacht und Waffen-SS.

      Derart viele Fehler sind für einen Historiker unüblich bis bedenklich.

  • Ich kann mich noch an Zeiten erinnern – noch gar nicht lange her – da durfte sich eine Frau Lang zu aller erst über neue Schuhe auslassen, um dann minutenlang ungestört die grüne Ideologie zum Besten zu geben. Anschliessend wurden artig Nettigkeiten und abgesprochene Fragen ausgetauscht.
    Bei Anhängern der blauen Partei ist es immer ein 3 gegen 1 Kreuzfeuer, von anderen Widrigkeiten gar nicht erst zu reden.

  • Eine organisierte Schikane durch ÖRR-Protagonisten gegen Herr Lucassen. Da spricht man auch gerne mal von Mobbing. Macht über die Gruppe auszuüben, ist eigentlich eine billige Variante und eher ein Zeichen von Schwäche vonseiten des ZDF.

  • Keine Beweise haben, ABER unbegrenzt Behauptungen, Hypothesen und Geschichtsverzerrung.

    Also die noch „junge“ AfD braucht bestimmt keine Militärhistoriker, denn was jene NICHT machen, die ursprüngliche Partei, die CDU unter die Lupe nehmen.

    Denn diese CDU hat sich historisch gewandelt, sodass es eine Alternative zu dieser Entwicklung bedurfte und dies bis heute und morgen bedarf.

  • Ich schaue mir diesen ÖRR schon seit Jahren nicht mehr an. Mit Journalismus hat das nichts mehr zu tun. Aber wenn ich die Protagonisten der einzelnen Parteien vergleiche, fällt auf, daß die AFD Wirtschaftszahlen und geschichtliche Zusammenhänge bei weitem besser beherrschen als als ein Tim, eine Ricarda oder ein Lauterbach.

  • Die Kriegslobbyistin wieder in Hochform. Ist ja auch kein Wunder. Die Größte Gefahr die von der AfD ausgeht, könnte ein Frieden in Europa sein.

  • Es wird immer und immer wieder von den einseitigen Systemmedien versucht, der AfD zu schaden. Beim ÖR ist es noch schlimmer und verwerflicher, schließlich müssen ihn auch AfD Anhänger zwangsfinanzieren.

  • Ich möchte fast wetten, dass Lanz heimlich ein AFD`ler ist. Er ist erfolgreich im Stimmenfang für die Alternative wie kein Zweiter! Danke lieber Lanz, mach weiter so!

  • Hat man sich eigentlich die ganze Sendung nur auf Herrn Lucassen gestürzt? Schlimm wenn die braven „Altparteien“ eigentlich nur EIN Wahlkampfthema haben: die Abgrenzung und das Schlechtmachen der AfD. „Sonstige“ Themen? Fehlanzeige. Das ist armselig.

  • Typisch ÖRR, einseitig!
    Wie wäre es mal umgekehrt, Strack Zimmermann gegen drei andere Meinungen und ICH als Moderator?
    Da würde sofort die sogenannte und selbsternannte politische „Elite“ beim Intendanten anrufen und von „Unausgewogenheit“ sprechen, einschliesslich der Mainstream-Medien.

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