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Weltpolitik

Außenpolitik an den Bürgern vorbei: Umfrage entzaubert das Narrativ von Friedrich Merz als Außenkanzler

Nur 27 Prozent der Deutschen finden Friedrich Merz’ Außenpolitik laut einer INSA-Umfrage überzeugend. Während Jens Spahn das Vorgehen noch am Dienstag als „goldrichtig“ feierte, stellt die breite Mehrheit Merz ein schlechtes Zeugnis aus. Besonders die Jugend misstraut ihm.

Bundeskanzler Friedrich Merz war im Januar in Indien beim dortigen Präsidenten Narendra Modi zu Gast. (IMAGO/ANI News)

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Seit Monaten inszeniert die Union Friedrich Merz als „Außenkanzler“. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn beschwor am Dienstag erneut die neue deutsche Handlungsfähigkeit und verstieg sich zu der Aussage, der Kurs des Kanzlers sei „goldrichtig“. Merz, der Weltmann – so das Wunschbild des Kanzleramts.

Doch der Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung entspricht dieses Narrativ nicht. Lediglich 27 Prozent der Befragten finden laut einer am Dienstag veröffentlichten INSA-Umfrage, dass Friedrich Merz „deutsche Interessen im Ausland überzeugend“ vertritt. Eine Mehrheit von 56 Prozent stellt dem Kanzler für seine Außenpolitik ein schlechtes Zeugnis aus.

Besonders die junge Generation, die mit den langfristigen Folgen heutiger Außenpolitik leben muss, hat das Vertrauen fast vollständig verloren. Nur 19 Prozent in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen finden die Interessenvertretung durch Merz überzeugend. Bei den über 70-Jährigen ist die Zustimmung mit 41 Prozent zwar deutlich höher, reicht aber auch dort nicht für eine Mehrheit.

Parteipolitisch betrachtet erfährt Merz vor allem in den eigenen Reihen Unterstützung (64 Prozent). In den übrigen Wählersegmenten fällt die Zustimmung geringer aus und bewegt sich zwischen sieben Prozent (AfD) und 36 Prozent (Grüne und SPD). Auffallend ist die geringe Zustimmung bei Anhängern der FDP. Obwohl die FDP außenpolitisch nahe der Union einzuordnen ist, sind die Zustimmungswerte mit 32 Prozent gering. Dies könnte ein Signal dafür sein, dass die Ablehnung der Person Merz schwerer wiegt als gemeinsame politische Ziele.

Warum das Narrativ vom „Außenkanzler“ nicht verfängt, zeigt auch ein Blick auf die außenpolitischen Prioritäten der Deutschen. Die Zahlen offenbaren einen Generationsbruch. Jüngere halten stärker an den USA fest (38 Prozent). Ältere sehen Frankreich als zentralen Bezugspunkt (70 Prozent bei den über 70-Jährigen). Friedrich Merz’ auf Paris und Brüssel fokussierte Außenpolitik spricht damit vor allem ein älteres Publikum an.

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Zugleich fehlt seiner Diplomatie die integrative Kraft. Während Frankreich parteiübergreifend Zustimmung findet, sind andere Schlüsselstaaten hochgradig polarisiert. Besonders deutlich zeigt sich das bei Russland: Fast die Hälfte der AfD-Anhänger fordert hier eine engere Beziehung; bei den Grünen spielt Putins Reich faktisch keine Rolle. Außenpolitik ist damit kein Konsensfeld mehr, sondern Teil innenpolitischer Lagerbildung.

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30 Kommentare

  • Mein Traum ein Interview mit unserem Altkanzler Schröder. Träumen darf man

  • Ich würde wetten, egel wem er die Hand schüttelt, hinter seinem Rücken biegen sie sich vor Lachen…

    • Weil er immer viel Geld und Versprechen mitbringt, aber ansonsten als Nullnummer wahrgenommen wird.

      • Wenn er dies nicht täte, würde ihn wohl niemand empfangen…

    • mich erinnert er ja auch sehr an Stan Laurel

      • Das ist nicht sehr nett zu diesem ganz großartigen Komiker.

    • Wenn Merz im Ausland sogar schon als „Kanzler der Ukraine“ bezeichnet wird, was soll man dann noch erwarten?

  • Er hat die deutschen Arbeitnehmer vor der Weltöffentlichkeit als faul diffamiert. Warum hat diese Person noch so hohe Zustimmungswerte?

    • Tja, sowas geht wohl nur hier in Deutschland.

      • Volk der Masochisten, ohne Knute geht es nicht

    • Weil die meisten unserer Mitmenschen ideologisiert, Indoktriniert und mit öffentlich rechtlichem Autopilot in Sachen Politik fahren.

  • Wenn man Versprechungen bedenkt, hat er das Gegenteil gemacht, wenn man nach Ergebnissen sucht gibt es keine.

  • Ach, das kam bei den Leuten gut an?!? ich hab den immer „Draußenkanzler“ genannt.
    Da landet man doch bei Einstein: „Das Universum und die menschliche Dummheit sind unendlich. Aber beim Universum bin ich noch nicht ganz sicher.“

  • FDP? Was ist das?

  • Früher dachte ich immer, ohne den politischen Filz wäre Merz nur ein drittklassiger Scheidungsanwalt in der Provinz. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es auch dazu nicht reichen würde.

    PS. Martin Sonneborn bringt es trefflich auf den Punkt.

    https://www.youtube.com/watch?v=-15kQF0imWU

  • Der Kanzler von der traurigen Gestalt….

  • Rolle Deutschlands in der Welt: ein Land, das zwar zahlt, aber nicht mehr zählt.

  • Der beste Kanzler aller Zeiten und die da noch kommen werden.😵‍💫🤥😵‍💫😵‍💫🤥😵‍💫🤥

  • >>Während Frankreich parteiübergreifend Zustimmung findet, sind andere Schlüsselstaaten hochgradig polarisiert… bei den Grünen spielt Putins Reich faktisch keine Rolle.<<
    Frankreich kostet uns allein durch Target2-Salden gut über 200 MILLIARDEN (Quelle: Statista, Stand Nov. 2025). Russland hatte uns etliche Milliarden durch Billiggas gespart… welche Fr. Merkel allerdings in die weite Welt hinaus verschleuderte, so natürlich auch an Frankreich.

    • Die Gesamtsalden an Deutschland (Wikipedia Stand ca. Juli 2025) nach Target 2 beziffern sich auf ca. 1,15 Billionen Euro davon ca je 400Mrd Euro Italien und Spanien…

  • Der letzte Kanzler, der es gut mit dem Land meinte, war Gerhard Schröder. Welche Agenda Merz und Merkel haben und hatten bleibt mir und wahrscheinlich einigen anderen verborgen.

    https://nius.de/kissler-kompakt/news/droht-deutschland-eine-neue-stasi-der-staat-wird-zum-oberaufseher-der-meinungen

    Herr Kissler erklärt einen Artikel von Gerhard Schröder in der Berliner Zeitung, der sich Sorgen macht um die Meinungsfreiheit und auch wie man mit Krieg umgeht. Und die 330 Meldestellen spricht er an. Wir brauchen keine neue stasi so Schröder. Da hat er recht, das werden die Meldestellenmitarbeiter, die völlig irrelevant fürs BSP sind aber Ihren Unterhalt in denen bestreiten, anders sehen. Wie war das noch in den schlimmen Zeiten: die schlimmste Feind im Land ist der Denunziant. Kommen wir jetzt wieder dort an?

  • Charisma einer Teflonpfanne

  • „Putins Reich“. Mon dieu. Für solche „Einordnungen“ quäle ich mich bereits jeden Morgen durch die DLF Nachrichten.

  • Der Laienspieler kann nichts, wirklich gar nichts, außer sich von den Stalinisten, EX SPD vorführen zu lassen..

    • Das ist sein Auftrag.

  • Fritze“ Merz ist ein eitler Gockel, der noch immer glaubt, dass jede politische Henne ihn ranlässt. (Im übertragenen Sinn gemeint)

  • Wenn Deutschland für Migranten attraktiv wäre, dann würde die qualifizierten Migranten aus Idien ganz alleine kommen.
    In letzten Jahren sin vielleicht jährlich 20.000 Qualifizierte Inder nach Deutschlan gekommen und viele haben wieder verlasen. In gleichen Zeitraum sind wieviele unqualifizierten über Asyl Recht gekommen?

  • „Bei den über 70-Jährigen ist die Zustimmung mit 41 Prozent zwar deutlich höher,…“ Bei den über 70-jährigen ist aber auch die Demenz deutlich höher ausgeprägt als bei den 18-bis 29-jährigen…

    • …und sie informieren sich überproportional über die…

  • Keiner lügt besser.

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